Stigmata

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Marsianer
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Stigmata

Beitragvon Marsianer » Fr 26. Jun 2026, 08:54

P. Germano di S. Stanislao C.P.; GEMMA GALGANI; Das Leben der Jungfrau von Lucca; S. 35-37 hat geschrieben:Von jenem Tage an wiederholte sich die Erscheinung allwöchentlich am
gleichen Tage und in der nämlichen Stunde, d. h. am Donnerstagabend gegen 8 Uhr und dauerte bis
3 Uhr des Freitagnachmittags. Es ging nicht die geringste Vorbereitung voraus, keinerlei
Schmerzgefühl oder Druck an jenen Teilen des Körpers kündigte die eintretende Stigmatisation an
mit einziger Ausnahme der ihren Ekstasen vorangehenden Sammlung. Sobald diese Sammlung
eintrat, sah man plötzlich auf der Oberfläche der beiden Hände und in der Mitte der Handflächen
einen geröteten Fleck entstehen; unter der Epidermis (die feine und durchscheinende äußere Hülle
der Haut) gewahrte man nach und nach, wie sich im lebenden Fleische ein Riss bildete, länglich auf
dem Handrücken und unregelmäßig rund an der Handfläche. Bald darauf zerriss die Haut selbst und
jetzt lag auf jenen unschuldigen Händen die Verwundung frei und offen da mit allen Eigenschaften
einer frischen Wunde. Diese war 20 mm lang; ihre Breite betrug in der Handfläche gut 10 mm und
auf dem Handrücken 2 mm.

Manchmal bemerkte man den Riss an der Oberfläche sehr leicht, hie und da war er mit bloßem
Auge kaum wahrzunehmen. Für gewöhnlich ging er jedoch sehr tief; er scheint sogar durch die
ganze Hand hindurchgegangen zu sein, so dass der Riss von der Handfläche sich bis zum
Handrücken hindurch erstreckte. Ich sage, es scheint; denn jene Öffnungen waren voll Blut, das
teils flüssig, teils geronnen war, hörte das Bluten auf, so schlossen sich die Risse sofort; es war
darum nicht leicht, dieselben ohne Einführung eines Instruments zu untersuchen. Eine Sonde wurde
aber nie angewendet, sei es wegen der heiligen Scheu und Ehrfurcht, die Gemma in jenem
geheimnisvollen Zustande einflößte, sei es weil der heftige Schmerz sie zwang die Hände
krampfhaft zusammenzuziehen, ferner weil die Wunde auf der inneren Hand von einer
ringförmigen Anschwellung bedeckt war. Auf den ersten Blick meinte man, dieselbe sei aus
Klümpchen geronnenen Blutes gebildet, während die Untersuchung bewies, dass sie fleischig, aber
hart, von der Gestalt eines Nagelkopfes, erhaben und nicht verwachsen, von der Größe eines Soldo
war. An den Füßen waren die Risse breiter und am Rande von Beulen umgeben. Das
Größenverhältnis war gerade das umgekehrte von dem an den Händen beobachteten, d. h. der Riss
war von größerem Umfang auf dem Rücken des Fußes, von kleinerem an der Sohle; ferner war die
Wunde auf dem Rücken des rechten Fußes gerade so wie jene an der Sohle des linken; wie dies
auch beim Heiland der Fall sein musste, vorausgesetzt, dass seine beiden Füße mit einem einzigen
Nagel an den Kreuzesstamm geheftet waren, der linke über den rechten gelegt.

Nun kommen wir zu der Öffnung an der Seite. Dieses Wundmal hatte die Form eines Halbmondes
in horizontaler Richtung, die zwei Spitzen nach oben gewendet. Die Länge in gerader Linie betrug
6 cm, die Breite in der Mitte 3 mm.

Groß war die Menge Blutes, die aus der Seitenwunde hervorquoll, man ersah dies aus den
Unterkleidern, die ganz davon durchtränkt waren. Das bescheidene und züchtige Mägdlein tat alles
Mögliche, um jenes Blut zu verbergen, indem es mehrfach zusammengelegte Tüchlein benutzte und
sie an der betreffenden Stelle auflegte; dieses Auflegen musste aber wiederholt vorgenommen
werden, denn die Tüchlein waren bald ganz feucht; sie verbarg die gebrauchten sorgfältig, um sie
dann, wenn sie allein war, heimlich zu waschen.

Infolgedessen war es nie möglich festzustellen, wie oft die wunderbare Erscheinung sich zeigte,
abgesehen von den gewöhnlichen Tagen (Donnerstag auf Freitag); man konnte auch nicht
berechnen, wie viel Blut Gemma jedes Mal dabei verlor. Man kann bloß sagen, dass viel Blut floss.
Das bezeugen alle Personen, die den Vorgang mit eigenen Augen beobachteten. Ein Augenzeuge
versicherte unter Eid, aus der Seitenwunde sei schon so viel Blut herausgeflossen, dass es, wenn
man es nicht aufhielt, bis auf den Boden herabfloss. Dasselbe gilt auch von den Wundmalen an den
Händen und an den Füßen. Es war lebendiges Blut von schöner Färbung und ganz jenem gleichend,
das aus einer frisch geöffneten Wunde zu fließen pflegt. Diese Eigenschaften behielt es auch,
nachdem es auf der Haut, auf den Tüchern und auf dem Boden vertrocknet war.

Nicht weniger wunderbar muss die Art bezeichnet werden, wie die Wundmale verschwanden. War
die Ekstase (Verzückung) am Freitag beendet, so hörte der Bluterguss aus der Seite, aus den Händen
und Füßen auf; das lebendige Fleisch trocknete ein, die Maschen der verletzten Gewebe zogen sich
allmählich zusammen und wurden dicht. Am Samstag oder spätestens am Sonntag blieb weder am
Rand noch in der Mitte eine Spur davon zurück. Die Haut war ganz natürlich darüber gewachsen
und sah jener der unverletzten Teile vollkommen gleich. Man gewahrte nur noch einen weißlichen
Fleck, der darauf hinwies, dass tags zuvor an jenen Punkten lebendige Wunden waren. Zwei Jahre
später setzte der wunderbare Vorgang der Stigmata bei Gemma vollständig aus. Nach ihrem Tode
konnte man am Leichnam die erwähnten Spuren noch ganz gut bemerken, besonders jene an den
Füßen, die man während der Ekstasen jeweils nur äußerst selten zu sehen bekam. So lange die
Seelenführer kein Verbot erließen, kehrten die Wundmale sicher und beständig an jedem
Donnerstag und Freitag des Monats wieder.

https://www.gemmagalgani.de/vita/biografie-von-p-germano

Marsianer
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Re: Stigmata

Beitragvon Marsianer » Sa 27. Jun 2026, 17:29

S. 56 hat geschrieben:Eines Tages, es war am ersten Freitag im März 1901, als sie unter Beten und Weinen ihren
göttlichen Bräutigam neuerdings bestürmte, er möge sie doch teilnehmen lassen an dem Martyrium
der Geißelung, fühlte sie sich während der gewohnten Ekstase erhört. Sie litt furchtbar darunter.
Ihrem Seelenführer gab sie in folgender Weise Rechenschaft: „Am Freitag gegen zwei Uhr ließ
mich Jesus den einen oder anderen leichten Schlag verspüren. Mein Pater, ich bin ganz Wunde,
infolgedessen habe ich ein wenig zu leiden. Es lebe Jesus!" Lassen wir nun diese Wunden, die
keineswegs eingebildet waren, von ihrer Adoptivmutter, Tante Cecilia, beschreiben, sie konnte
dieselben mehrmals genau beobachten. „Ich merkte, dass Gemma an jenem ersten Abend mehr als
gewöhnlich litt und in Ekstase war. Ich ergriff einen Arm und erblickte darauf große rote Striemen.
Ich nahm ein Tüchlein, legte es darauf und sah nun, dass das Blut daran klebte. Gemma litt schwer;
in der Verzückung hörte ich sie aus- rufen: „Sind das deine Schläge, o Jesus?" Daraus schloss ich,
dass es die Geißelung sei. Derselbe Vorgang wiederholte sich an den vier Freitagen des März 1901.
Der erste Freitag verlief nach der obigen Beschreibung; am zweiten ward das Fleisch zerfetzt; am
dritten war die Verletzung noch stärker, man sah schon beinahe den Knochen; der vierte Freitag
zeigte ein Bild, das kaum zu beschreiben ist: Wunden am ganzen Leibe, sie dürften bis zu einem
Zentimeter tief gewesen sein. Nach zwei, drei Tagen verschwand jedoch alles. Einmal wollte ich
zwei Wunden verbinden, diese zwei heilten nicht zu, sondern begannen zu eitern; als ich den
angelegten Verband wegnahm, verursachte ich Gemma dadurch große Schmerzen; aber die Wunden
heilten nun nach und nach ganz von selbst. Alle übrigen Wunden vernarbten sogleich."

Gleichlautend sind die Aussagen der anderen Augenzeugen. Es ist darum vollständig
ausgeschlossen, dass Gemma sich durch persönliche Vornahme der Geißelung in einen solchen
Zustand versetzte.

S. 58 hat geschrieben:Der Kopf Gemmas erschien jeweils rings ganz von Stichen durchbohrt, aus denen frisches Blut
hervorquoll; und nicht bloß ringsherum, sondern an jedem Teile. Darin erblicke ich eine
Bestätigung dessen, was einige beschauliche Heilige in ihren Schriften niederlegten: die
Dornenkrone des Heilandes sei nämlich so geformt gewesen, dass sie sein ganzes Haupt einhüllte.

[...]

Manchmal begann sie sogar vor Eintritt der gewohnten Ekstase am Donnerstagabend. Während sich
Gemma noch mit den übrigen Gliedern der Familie (Giannini) beim Abendessen befand, sah man
blutige Tropfen auf der Stirne erscheinen, ihre Zahl nahm langsam zu, sie liefen ihr über die
Wangen herunter auf den Hals und auf die Kleider. Ein anderer Augenzeuge versichert: „Jedes Haar
hatte seinen Tropfen, so dass auch der Boden mit Blut benetzt wurde." Es war ein ergreifendes
Schauspiel, das auch ein Herz von Stein gerührt hätte!

Wenngleich das Evangelium nichts berichtet von der Schulterwunde des Herrn, so pflegen die
Kontemplativen mit der hl. Theresia doch jene Wunde an der linken Schulter ehrfurchtsvoll zu
betrachten, welche die Schwere des Kreuzes dem „Manne der Schmerzen" verursacht hatte. Auch
Gemma hatte diese Wunde, obgleich einige sie mit den vielfachen Verwundungen der Geißelung
verwechselt haben. Sie war von bedeutender Ausdehnung und Tiefe und verursachte der Dulderin
solch heftige Schmerzen, dass sie beim Gehen sich etwas nach jener Seite beugen musste. Wie alle
anderen Wunden blutete auch diese stark; sie schloss sich aber am Freitagabend oder spätestens am
Samstag früh; es scheint jedoch, Gemma habe den Schmerz, den die Schulterwunde verursacht
hatte, noch eine kürzere oder längere Zeit hindurch verspürt.

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Re: Stigmata

Beitragvon Marsianer » Sa 4. Jul 2026, 14:05

S. 123-124 hat geschrieben:Gemma kehrte von der Kirche nach Hause zurück. Auf dem Wege wurde sie von einem Mitglied
ihrer Familie eingeholt. Dieses war wegen eines unliebsamen Vorfalls in Wut geraten und stieß nun
schreckliche Gotteslästerungen aus. Als Gemma diese hörte, fing sie an zu zittern, sie wollte den
Gotteslästerer schelten, allein ihre Kräfte verließen sie und wie tot stürzte sie zur Erde nieder. Doch
pochte und hämmerte das Herz in ihrer Brust; da es die Wucht des Schmerzes nicht auszuhalten
vermochte, drängte es das Blut durch die Adern gewaltsam bis unter die Haut und ließ es durch die
Poren am ganzen Leib in Form reichlichen Schweißes heraustreten, davon wurden alle ihre Kleider,
sogar der Boden befeuchtet. Ein Anblick, der zum Mitleid bewegte, eine Tatsache, von der ich nicht
weiß, ob sie in der Heiligengeschichte ihresgleichen hat oder ob sie nicht gar das erste nachweisbare
Beispiel ist seit dem blutigen Angstschweiß Jesu im Ölgarten. Kann es eine Liebe geben, die zarter,
inniger und aufrichtiger wäre als die von Gemma bewiesene? Nachdem der Ohnmachtsanfall
vorüber war und die Aufregung des Herzens sich etwas gelegt hatte, stand sie auf, sie war sich
dessen, was ihr begegnet, nicht bewusst geworden, litt aber noch unter dem Eindruck der
Gotteslästerung, als sie endlich ihre Wohnung erreichte. Als erste kam ihr des Vaters Schwester
entgegen; sie konnte sich die außerordentliche Blässe auf dem Gesicht Gemmas nicht erklären und
fragte, was ihr zugestoßen sei; als sie gar entdeckte, dass Gemma ganz durchweicht war von
frischem Blute, meinte sie diese habe sich gegeißelt oder durch andere Kasteiungen sich so
zugerichtet, deshalb begann sie ihre Nichte mit harten Worten zu schelten. Da sich das demütige
Mädchen entdeckt sah, errötete es und bekannte schließlich mit größtem Widerstreben unter Weinen
und Schluchzen aufrichtig, dass es wegen der vor kurzem gehörten Gotteslästerungen in diesen
Zustand versetzt worden sei. Dieses Bekenntnis rührte die Tante, sie ließ sich die Rührung aber
nicht anmerken, sondern fragte: „Ist es denn das erste Mal, dass du in unserer Stadt
Gotteslästerungen hörst? Wie kommt es denn, dass dieses Anhören erst heute solche Wirkung bei
dir hervorbringt?" Gemma weinte noch immer, als sie sagte: „Es ist nicht das erste Mal, es hat
immer diese Wirkung, wenn es mir nicht gelingt, mich zu entfernen oder wenigstens zu zerstreuen."

Sie hätte beifügen können, dass ihr Zustand andere Male noch schlimmer war, dass die Gewalt des
Schmerzes ihren Augen sogar Tränen von Blut ausgepresst hatte. Dieses außerordentliche
Vorkommnis, das gleichfalls einzig dastehen dürfte in der Heiligengeschichte, trat wiederholt ein,
seit Gemma von Gott zu der Vollkommenheit der Liebe, von der wir eben handeln, erhoben worden
war, und wurde von vielen beobachtet. Das Blut floss reichlich aus jenen unschuldigen Augen als
Ausdruck des Schmerzes über die dem Heiland zugefügten Beleidigungen; da es auf den Wangen
gerann, musste man es in kleinen Schuppen losschälen. Blut hat Gemma also vergossen aus den
Händen, aus den Füßen, aus der Seite, aus den Augen, aus dem ganzen Leibe, so dass ihr fast keines
mehr in den Adern zurückblieb. Welche Werke wird nun diese zarte Jungfrau vollführen, um der
Aufgabe zu entsprechen, die Jesus Christus ihr gegeben hat? Mit dem Geiste, den der Heiland ihr
eingegossen hat, wird sie ihrer Sendung vollkommen gerecht werden; wo sie mit ihrer Tat nicht
durchzudringen vermag, da wird sie gewiss mit dem Gebet und mit den Tränen ans Ziel gelangen.

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Re: Stigmata

Beitragvon Marsianer » So 12. Jul 2026, 19:50

Marsianer hat geschrieben:
S. 58 hat geschrieben: hat geschrieben:Der Kopf Gemmas erschien jeweils rings ganz von Stichen durchbohrt, aus denen frisches Blut
hervorquoll; und nicht bloß ringsherum, sondern an jedem Teile. Darin erblicke ich eine
Bestätigung dessen, was einige beschauliche Heilige in ihren Schriften niederlegten: die
Dornenkrone des Heilandes sei nämlich so geformt gewesen, dass sie sein ganzes Haupt einhüllte.

Heilige Gemma in Brief I,5 an Beichtvater Giovanni Volpii hat geschrieben:Ich fühlte noch keinen Schmerz; nach etwa einer Stunde schien es
mir, als sehe ich meinen Schutzengel, der zwei Kronen in der Hand hielt, die eine von
Dornen, nach Art eines Hutes geformt, die andere von glänzendweißen Lilien. Beim
Anblick dieses Engels überkam mich wie stets etwas Furcht; dann aber empfand ich
Freude.


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