Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

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Goldmädchen
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Goldmädchen » Fr 14. Jan 2022, 18:34

Nachtrag :
Ja, nibbana meint Erwachen. Zitat : "Siddhattha Gotama (sanskrit: Siddhārtha Gautama), der historische Buddha selbst, lebte und unterrichtete noch 45 Jahre, nachdem er Bodhi („Erwachen“) erfahren und damit Nibbāna erreicht hatte. "https://dewiki.de/Lexikon/Theravada

Erleuchtung und Erwachen sehen Buddhisten als dasselbe. ( So habe ich es bisher vernommen ).

Marsianer
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Marsianer » So 16. Jan 2022, 14:51

Goldmädchen hat geschrieben:wollte euch dazu mal etwas fragen. Und zwar was die Abkürzung d.i. bedeutet.

die 'Völlige Erlöschung der Leidenschaften' (kilesa-nibbāna) - in den Sutten auch genannt sa-upādi-sesa-nibbāna, d.i. 'Nibbana, bei dem die Daseinsgruppen noch übrig bleiben'

"das ist"?
Aber was das (WG ) da oben bedeutet weiß ich nicht.

Es ist das Kürzel eines Verfassers (dort vermutlich des kurzen erklärenden Einschubs)? Hierunter findet es sich z.B. auch: http://www.palikanon.com/diverses/einleitung.htm
Was ich mich wegen dem Zitierten frage ist, wenn das upadi-sesa-nibbana beim Tode eines Arahats eintritt, woher wissen sie das ? Also das heißt ja dann dass es auch wenn man nicht körperlich tot ist erlebt werden kann.

Soweit ich da lese, unterscheiden die in 1. sa-upādi-sesa-nibbāna und 2. an-upādi-sesa-nibbāna

Was hat es wohl mit diesen "Daseinsgruppen" auf sich?
Und ich habe immer gedacht, das Nirvikalpa Samadhi dieses upadi-sesa-nibbana sein soll. Die höchste Ruhe oder das Ende.

Hm.
Oder haben die Yogis und Buddhisten einfach andere Begriffe dafür und meinen dasselbe ?

Könnte sein? Oder es werden unterschiedliche Systeme vertreten?
Das wohl nicht. H. Polenski sagte auch, das Nirvikalpa leicht zu erfahren ist.
Diese anderen beiden, welche ich zitiert habe meinen das Erwachen würde ich sagen, auch wenn es da nicht so steht.

Ich würde sagen "erwachen" wäre wohl etwas, das sehr am Anfang steht. Und das was mit diesen beiden Begiffen benannt wird nicht.
Ok, das eine was erst beim Tode eintreten soll, wäre kein Erwachen, sondern erlöschen oder ?

Soweit ich verstehe wäre "erwachen" ja wohl meist etwas, das sozusagen erst jemandem den Zugang zu "spirituellen Wahrheiten" eröffnet? Was dann zur Folge hat, daß er sich dann danach damit beschäftigt?
Erleuchtung und Erwachen sehen Buddhisten als dasselbe.

In dem Zitat liest es sich so, ja. Aber viele unterscheiden heute wohl auch "erwachen" als ein Beginn, "erleuchtet" als etwas, das dann auch dauerhafter anhält? Aber den Buddha betreffend war damit möglicherweise auch noch eine ganz andere Qualität gemeint als es heute manche mit den Begriffen verbinden?

Marsianer
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Marsianer » Mo 17. Jan 2022, 13:26

Marsianer hat geschrieben:Was hat es wohl mit diesen "Daseinsgruppen" auf sich?

Das hier vielleicht?
Wikipedia hat geschrieben:Im Mahayana-Buddhismus wird die Welt häufig in Sechs Daseinsbereichen (Sanskrit, Pali: Sechs Gatis, manchmal auch Lokas) dargestellt. Wiedergeburt führt je nach selbst gewirktem Karma in einen dieser Bereiche. Als kostbarste Geburt gilt die Geburt im Bereich der Menschen, da dort Befreiung aus dem leidvollen Daseinskreislauf (Samsara) am ehesten möglich ist. Bildliche Darstellungen der Daseinsbereiche gibt es in allen buddhistischen Traditionen. Am häufigsten begegnet man ihnen im Lebensrad des tibetischen Buddhismus.

Der Bereich der Götter (Devas): Die Daseinsform als ein Gott ist nicht Erlösung; auch die Devas sind von Leiden und Tod nicht frei und unterliegen noch den Zwängen des Samsara. Weil das Dasein als Gott aber relativ glücklich ist, ist es umso schwieriger, die Notwendigkeit der Erlösung einzusehen; sie sind durch ihren temporären Glückszustand borniert und daher nicht empfänglich für die Belehrung des Buddha. Ihre charakteristische Emotion ist Stolz.

Der Bereich der eifersüchtigen Götter: Sie werden auch Asuras oder Titanen genannt. Die eifersüchtigen Götter hadern beständig mit den Göttern und versuchen ihren Platz einzunehmen, was ihnen aber nicht gelingt. Es herrscht ein ständiger Kampf. Sie haben keine Zeit, die buddhistischen Lehren zu praktizieren. Ihre charakteristische Emotion ist Eifersucht.

Der Bereich der Menschen: Obwohl großen Leiden unterworfen (Geburt, Altern, Krankheit, Tod, Trauer, Trennung) ist die Menschenwelt der günstigste Bereich, da es den Menschen am ehesten möglich ist, die Lehre des Buddha zu hören und gemäß der Lehre zu leben. Die Chance, aus dieser Existenzform die Erlösung vom Leiden und der Wiedergeburt zu erreichen, ist höher als in jedem anderen Bereich. Das Dasein als Mensch ist deshalb allen anderen Existenzformen vorzuziehen.

Der Bereich der Tiere: Tiere sind nicht fähig, ihre eigene Lage zu reflektieren und sich aus ihrer jeweiligen Situation mit eigenen Kräften nachhaltig zu befreien. Sie können nur ihren Trieben und Instinkten folgen und sind anderen Wesen oft hilflos ausgeliefert. Auch hier überbringt der Buddha seine Botschaft. Unter sehr günstigen Umständen kann ein Tier die Befreiung erlangen. Die charakteristische Emotion der Tiere ist Unwissenheit.

Der Bereich der hungrigen Geister: Sie sind auch als Pretas bekannt. Hier befinden sich jene, die in ihrer Vorexistenz habgierig, geizig oder gefräßig waren, kurz: die, die nie genug bekommen konnten. Ihre charakteristische Emotion ist die Gier. Hungergeister werden unaufhörlich von Durst und Hunger gequält. In der bildlichen Darstellung sind ihre Bäuche übergroß, dick und aufgebläht. Die engen Münder und dünnen Hälse machen es ihnen unmöglich, den riesigen Bauch zu füllen, sie können niemals satt werden. Dazu verwandelt sich in manchen Darstellungen jegliches Wasser, dem sie sich nähern, in flüssiges Feuer und Nahrung in Exkremente usw. Auch das Schlafen wird den Hungergeistern schwer gemacht. Dämonische Wesen oder das Heißwerden des Bodens halten sie davon ab, sich hinzulegen und zu schlafen. Buddha ermutigt sie, näher zu kommen und ihm ihre Bitten vorzubringen, und zeigt mit der Wunschgewährungsgeste seine Bereitschaft, zu helfen. Er hält Nektar bereit, von dem die Pretas zumindest einige Tropfen aufnehmen können.

Der Bereich der Hölle: Das Reich ist zweigeteilt in die heißen und die kalten Höllen, diese zwei Höllenformen wiederum sind in zahlreiche Unterhöllen unterteilt. Entsetzliche Qualen erwarten den, der sich in diesen Höllen befindet. Sie enden, wenn sich das unheilsame Karma, das hierher führte, erschöpft hat. Die charakteristische Emotion der Höllenbereiche ist Hass.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sechs_Daseinsbereiche

Goldmädchen
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Goldmädchen » Mo 17. Jan 2022, 22:29

Goldmädchen hat geschrieben:
Aber was das (WG ) da oben bedeutet weiß ich nicht.

Marsianer hat geschrieben:Es ist das Kürzel eines Verfassers (dort vermutlich des kurzen erklärenden Einschubs)? Hierunter findet es sich z.B. auch: http://www.palikanon.com/diverses/einleitung.htm
Ach so, danke.
Was ich mich wegen dem Zitierten frage ist, wenn das upadi-sesa-nibbana beim Tode eines Arahats eintritt, woher wissen sie das ? Also das heißt ja dann dass es auch wenn man nicht körperlich tot ist erlebt werden kann.

Marsianer hat geschrieben:Soweit ich da lese, unterscheiden die in 1. sa-upādi-sesa-nibbāna und 2. an-upādi-sesa-nibbāna
Ja, das war mir klar, habe es nur falsch geschrieben. Ich meinte es so, wie es welche wissen können, was mit einem Aharat nach dem Tod passiert. Da ja noch niemand danach wieder gelebt hat als Mensch. Direkt wieder ( also auferstanden ). Wenn man Jesus mal ausnimmt. ( Wenn es sich so ereignet haben sollte ).Allerdings haben ja viele schon Nahtoderfahrungen gemacht. Und es hieß ja auch öfter, dass ein solcher, der im Nibbana war ( dieses zweite war wohl gemeint, welches man nur nach dem körperlichen Tod erleben kann ) sich wiederverkörpern kann. Dieser kann davon erzählen, was mit ihm geschehen war als er kurz tot war. Oder es war damit der erstere der sa-upadi-sesa-nibbana gemeint.
Marsianer hat geschrieben:Was hat es wohl mit diesen "Daseinsgruppen" auf sich?


Es sind diese gemeint ( hatte sie vor etwa einem Monat schon einmal erwähnt, auf sie hier im Forum aufmerksam gemacht ):
Skandhas
Die fünf Konstituenten des Menschen im Buddhismus

„Alle Körperlichkeit, ihr Mönche, vergangene, künftige, gegenwärtige, eigene oder fremde, grobe oder feine, gewöhnliche oder edle, ferne oder nahe: die wird die Gruppe ‚Körperlichkeit‘ genannt.“
Samyutta Nikaya (22,48)

Buddha nannte fünf „Skandhas“, aus denen sich ein Mensch nach buddhistischer Lehre zusammensetzt. Skandhas kann mit „Gruppen der Anhaftung“, „Aggregate“ oder „Daseinsgruppen“ übersetzt werden. Auf jedes dieser fünf Aggregate treffen die drei Daseinsmerkmale (Vergänglichkeit, Leiden und Nicht-Selbst) zu. Keiner der Teile ist ewig. Jeder Aspekt ist der Veränderung unterworfen. Buddha hat innerhalb der „Skandhas“ keinen Wesenskern, keine unveränderliche Seele („Atman“) gefunden. Nur die Fortdauer der Erfahrung lässt die Annahme eines Selbst zu. (...)
https://religion.orf.at/v3/lexikon/stories/2568983/

Ich muss mir das morgen selbst nochmal in Ruhe durchlesen, da ich nicht viel verstanden habe bisher über die fünf Skandhas.

Und ich habe immer gedacht, das Nirvikalpa Samadhi dieses upadi-sesa-nibbana sein soll. Die höchste Ruhe oder das Ende.

Marsianer hat geschrieben:Hm.
In einem Video was ich hier mal verlinkt hatte ( das über zwei Stunden geht ) da sagte der Sprecher - da bin ich mir ganz sicher- dass Satori dasselbe sei wie Nirvikalpa Samadhi. Und er hörte sich so an, als meinen die beiden Begriffe, einen sehr erhabenen, den erhabensten Zustand den wir mit unserem Geist erleben ( sein können ) können. Also schon seltsam, wie es ist. Dass die einen meinen das wäre Nibbana und die anderen sagen, das sei etwas sehr einfach zu erlebendes.
Das wohl nicht. H. Polenski sagte auch, das Nirvikalpa leicht zu erfahren ist.
Oder nur er sagt das. : ) Nein, ich denke, dass es stimmt, dass es nicht das Erwachen ist. Aber so leicht zu erreichen / zu erleben, da müsste ich mal wieder nachforschen. Ich meine, dass das doch auf einer Seite stand, welche ich erst letzten Monat verlinkt hatte und Du auch daraus zitiert hattest- da stand wenn ich mich richtig erinnere, dieses N. Samadhi sei das Erwachen. Da wurde ein Yogi zitiert. Diese ( Yoga )sind ja eine Strömung des Hinduismus ( meine ich ). Naja, ich kann mich auch falsch erinnern, was bei wiki über N. Samadhi steht. Es geht bei demselben ( habe ja auch mal etwas von ihm woanders gelesen ) einmal um Samadhis und einmal um das Verwirklichen. Das letzte ist ein Wort, was ich im Buddhismus bisher nicht gehört habe. Dieses Verwirklichen meint wohl bei Yogis, das Erwachen / Erleuchtung. Sie nennen es aber nicht Nibbana oder Nirvana. ( Werde später den Wiki Artikel zu Nirvikalpa S. nochmal lesen ).
Manche Yogis unterscheiden zwischen einem konstant Erwachten und einem der es nur eine zeitlang erlebt hat. Es ist so, dass ich mal gelesen habe ( könnte auch aus dem Wikipedia Artikel über Nirvikalpa S . sein ) dass alles was nicht bleibt, nur Samadhis wären, erst wenn es bleibt wäre es Erwachen oder ( wie andere es nennen ) die Gottesverwirklichung.
Diese anderen beiden, welche ich zitiert habe meinen das Erwachen würde ich sagen, auch wenn es da nicht so steht.

Marsainer hat geschrieben:Ich würde sagen "erwachen" wäre wohl etwas, das sehr am Anfang steht. Und das was mit diesen beiden Begiffen benannt wird nicht.

Also ich verstehe die Buddhisten so ( Mönche ) dass damit das Erwachen geschieht. Erwachen bedeutet Nibbana erreicht zu haben. ( Bei ihnen ).
Hatte ich später ein Zitat nachgereicht, wo es so steht. Sicher gibt es bei ihnen dazu auch Vorstufen, aber diese haben andere Namen. Erwachen meint bei ihnen keine Vorstufe. Es ist das Endziel.
Dateianhänge
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Goldmädchen
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Goldmädchen » Mo 17. Jan 2022, 23:51

Ich glaube auf dieser Seite werden die Skandhas echter wiedergegeben / wahrheitsgetreuer. Im ersten Artikel stand, dass die 5. Gruppe, das Bewusstsein eine Rolle bei der Wiedergeburt spielt. Polenski sagt aber, dass es mit dem Willen zu tun hat. Und in diesem Artikel steht es auch so :

Geistesformationsgruppe (skt. samskāra, p. samkara auch: sankhāra)
Alle heilsamen und unheilsamen (guten und schlechten) Willenstätigkeiten sind hier eingeschlossen. Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten. Der Mensch reagiert und interpretiert die Wahrnehmungen. Dieser vierten Gruppe kommt eine herausragende Bedeutung für die zukünftige Existenz zu, denn hier entstehen Vorstellungen, Begierden und Sehnsüchte, die das Handeln beeinflussen und bei deren Erfüllung neues Karma angehäuft wird.

Buddha definiert Karma mit Wollen (cetana): „Wollen, Ihr Mönche, nenne ich Karma.“ Nachdem man gewollt hat, handelt man durch Körper, Rede und Geist. Wollen ist geistiges Bauen, geistige Tätigkeit. Seine Aufgabe besteht darin, den Geist in Bereiche der guten, der neutralen und der schlechten Handlung zu leiten.

Wie bei der Gefühlsgruppe und der Wahrnehmungsgruppe gibt es sechs Arten von „Wollen“, die mit den sechs inneren Fähigkeiten und den entsprechenden sechs Objekten (körperlich & geistig) in der äußeren Welt verbunden sind. Gefühle und Wahrnehmungen sind keine Willenstätigkeit und haben keine Karmafolgen. Nur Willenstätigkeiten wie Aufmerksamkeit, Entschlossenheit, Vertrauen, Konzentration oder Sammlung, Weisheit, Tatkraft, Begierde, Widerstreben oder Hass, Unwissen, Dünkel, Persönlichkeitsglaube usw. können karmische Wirkungen haben.


https://de.wikipedia.org/wiki/Skandha

Was ich morgen noch nachlesen möchte ( nochmal und verstehen möchte ) was der Unterschied zwischen Satori und Kensho sein soll.
Beides Begriffe aus dem Zen- Buddhismus. Die anderen Schulen kennen diese beiden Begriffe nicht. Da meint eines von beiden Nibbana.
Es ist wohl der Letztere, Satori könnte das Nirvikalpa Samadhi sein. Welches Polenski beschreibt, als die Einheit von Erde und Himmel.
Es ist unsere Wirklichkeit. Gegenstandloses Sein in Allem. ( Es geht wohl um ein Erleben während man meditiert, welches man aber auch außerhalb davon, auch im Alltag lernen kann zu halten ). Ganz schön kompliziert. Ich habe gerade gehört, dass für Polenski, Satori, Erleuchtung meint.
Ja, echt kompliziert.Jetzt werde ich nochmal über Nirvikalpa Samadhi lesen im Wikipedia Artikel. Ach so, und ich habe es vorhin gesehen, dass es Arahat heißt und nicht Aharat. ; ) Also eigentlich heißen sie Arhats :
Arhat
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Holzplastik eines Arhat (18. Jahrhundert, Hōon-ji-Tempel, Morioka, Japan)
Arhat ist ein Terminus für einen Praktizierenden, der nach buddhistischen Vorstellungen Gier, Hass und Verblendung vollständig abgelegt hat. Er wird durch das Erreichen des Nirwana nicht mehr wiedergeboren. Das Wort stammt aus dem Sanskrit (अर्हत् árhat, Pali arahant, arahati; chinesisch 阿羅漢 / 阿罗汉, Pinyin āluóhàn, meist kurz 羅漢 / 罗汉, luóhàn) und bedeutet „der Würdige“. Der Begriff wird weitgehend synonym zum Begriff Heiliger verwendet.


Inhaltsverzeichnis
1 Begriffsgeschichte
2 Arhatschaft im Theravada
3 Arhatschaft im Mahayana
4 Weblinks
5 Einzelnachweise
Begriffsgeschichte
Ursprünglich wurden im Buddhismus sechzehn Gefährten des Buddha als die Sechzehn Arhats bezeichnet. Die Liste wurde von Indien aus in Japan und Tibet übernommen und später in China auf Achtzehn Arhats erweitert. Die ursprünglichen Arhats waren Pindola Bharadvaja, Kanaka der Vatsa, Kanaka der Bharadvaja, Nandimitra, Nakula, Bhadra / Bodhidharma, Kalika, Vijraputra, Gobaka, Pantha der Ältere, Rahula, Nagasena, Angida, Vanavasa, Asita, Pantha der Jüngere, Nantimitolo und Kundadhana. Diese Deutung rückt den Begriff in die Nähe der christlichen Apostel und damit von Predigern der Lehre zur Zeit des Verkünders.

Vor dem Buddhismus waren Arhats mit magischen Kräften ausgestattet, was mit dem Buddhismus weitgehend weggefallen ist. Im positiven Sinne ist Arahaṃ eine Anrede, wie sie an einen Richter im Sinne von „Euer Ehren“ vorgenommen wird. Im negativen Sinne wird der Zusammenhang von ari-hanta (ari = Feind / hanta = zerstören) assoziiert, der aus dem Sanskrit ins Tibetische übernommen wurde.[1] Der Feindzerstörer (Arahant) zerstört die feindlichen Gedanken, Anhaftungen usw.

Arhatschaft im Theravada
Der Begriff Arhat bezeichnet im Theravada einen Praktizierenden, der durch die buddhistische Lehre zum Erwachen gelangt ist. Arhats werden als Shravaka-Buddhas (Hörer) bezeichnet. Somit ist die Bezeichnung „Buddha“ zunächst die Ehrenbezeichnung für einen Arhat, der ohne Anleitung volle Erleuchtung erlangt hat und zu den Drei Juwelen Zuflucht genommen hat. Der Buddhismus unterscheidet zwischen möglichen Wegen zur Erreichung der Buddhaschaft:

des Buddha Shakyamuni, der ohne jegliche Hilfe das Erwachen erlangt hatte und später die Lehre verkündete, (..)

https://de.wikipedia.org/wiki/Arhat

Das könnte euch interessieren, ich füge es mit rein, so kann ich es bald weiter lesen, sonst vergesse ich es sicher :
(...) Die Mahayana Lehren entstanden mit der Aussage: „Mein Leid wird zwar hier gefühlt, aber es kann nicht wichtiger sein als das von allen Anderen. Alle Wesen haben ähnliche Erfahrungen.“ Natürlich war dieses Verständnis ebenfalls immer in den südlichen Lehren vorhanden; es schien jedoch von verschiedenen Faktoren verdeckt zu sein.

Wir haben uns diese Frage grossflächig aus einer sozialen Sicht angeschaut, aber alle Bewegungen bestehen aus individuellen Menschen. Diese Entwicklungsmuster kann man leicht auch auf der persönlichen Ebene finden. Während seiner frühen Jahre in Thailand verkündete Ajahn Sumedho seinem Lehrer Ajahn Chah: „Ich bin total engagiert in der Praxis. Ich bin fest entschlossen, Nibbana vollständig in diesem Leben zu realisieren; ich bin der menschlichen Situation zutiefst überdrüssig und fest entschlossen, nicht wieder geboren zu werden.“ Als eine klassische Ausdrucksweise der Theravadins ist das eine ehrenwerte Haltung; man erwartet, dass der Lehrer erwidert: „Sadhu! Gut für dich, Sumedho!“

Ajahn Chah antwortete jedoch: „Und was ist mit uns, Sumedho? Liegen dir diejenigen, die zurück bleiben werden, gar nicht am Herzen?“ Auf einen Schlag hatte er seinen Schüler mit der Anspielung geneckt, dass Ajahn Sumedho spirituell weit fortgeschritten sei und dann auf den Wert des ‚Sorge Tragens für alle Wesen‘ hingewiesen. Er hatte auf liebevolle Art seinen Schüler für dessen Enge getadelt.

Ajahn Chah entdeckte eine nihilistische Sichtweise anstelle einer auf Dhamma beruhenden Loslösung hinter Ajahn Sumedhos Kommentar. Und solange diese Form der Negativität aktiv war, sorgte sie garantiert für schmerzvolle Resultate. Ajahn Chah reflektierte ihm diese Haltung zurück, indem er die Sichtweise in die andere Richtung verschob und damit die selbstbezogene Negativität hervorhob.

Angesichts dieser Ermutigung zu einer umfassenderen Geisteshaltung ist es höchst signifikant, dass die vier Bodhisattva Gelübte tatsächlich eine ausdrückliche Erweiterung der vier edlen Wahrheiten darstellen. In der chinesischen Version der Brahmajala Sutta, oder Brahma Netz Sutra, wird dies ziemlich direkt angesprochen. Der Ehrwürdige Meister Hui Seng, ein zeitgenössischer Ordensälterer der nördlichen Tradition, erklärt die Verbindung in seinem Kommentar zur Sutra:

„Indem er auf die Vier Edlen Wahrheiten vertraut, erzeugt er die Vier Grossen Gelübde eines Bodhisattva. Die Vier Edlen Wahrheiten sind:

Leiden,
Ansammlung,
Auslöschen, und
Der Weg.

Die erste Edle Wahrheit ist Leiden, und da alle Lebewesen leiden, erzeugt er bei sich das erste Unermessliche Gelöbnis, welches lautet:

Lebewesen sind zahllos;
Ich gelobe sie alle zu retten.

Das zweite Unermessliche Gelöbnis basiert auf der zweiten Edlen Wahrheit: Ansammlung. Ansammlung bedeutet hier das Ansammeln von Betrübnissen und Kummer. Das zweite Unermessliche Gelöbnis besagt:

Betrübnisse sind endlos;
Ich gelobe sie abzuschneiden.

Die dritte Edle Wahrheit ist die des Auslöschens. Darauf basierend erzeugt der Bodhisattva das dritte Unermessliche Gelöbnis:

Der Buddha Weg ist unübertroffen;
Ich gelobe ihn zu vollenden.

Und die vierte Edle Wahrheit ist Der Weg. Basierend auf dieser Wahrheit erzeugt er das vierte Unermessliche Gelöbnis, welches besagt:

Die Tore des Dhamma sind zahllos;
Ich gelobe sie allesamt zu studieren.

Somit sucht er oben nach dem Buddhaweg, und unten transformiert er die Lebewesen. Dies ist die wechselseitige Funktion von Mitgefühl und Weisheit.“

Diese Ausführung der vier edlen Wahrheiten spricht deren unpersönliche, umfassende Eigenschaft aus. In derselben Epoche entstand eine parallele Lehre, die ebenfalls die strikt bedingte Natur der edlen Wahrheiten aussprach: die Herz Sutra.

Wahrscheinlich als die bekannteste Lehrrede innerhalb des nördlichen Kanons wurde die Herz Sutra jahrhundertelang rezitiert – von Indien bis zur Mandschurei, von Kyoto bis Lettland, und heutzutage auf der ganzen Welt. Sie ist die natürliche Ergänzung zu den Bodhisattva Gelübden und beide werden tatsächlich oft gemeinsam rezitiert. In der Herz Sutra heisst es: „Es gibt kein Leiden, keine Ursache, kein Aufhören, keinen Weg.“ Die Sutra nimmt also die vier edlen Wahrheiten und weist auf ihren Leerheitsaspekt hin: Letztendlich ist da kein dukkha. Wir denken, dass wir leiden, aber innerhalb der höchsten Realität gibt es einfach kein dukkha.


https://info-buddhismus.de/Arahat_Bodhi ... Amaro.html

Jetzt steht hier alles was wichtig ist um Buddhismus zu verstehen, denke ich. : )

Marsianer
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Marsianer » Di 18. Jan 2022, 12:04

Goldmädchen hat geschrieben:Ich meinte es so, wie es welche wissen können, was mit einem Aharat nach dem Tod passiert. Da ja noch niemand danach wieder gelebt hat als Mensch. Direkt wieder ( also auferstanden ).

Unter Buddhisten spielt soetwas wie "spirituelles Wahrnehmen", Telepathie und vieles mehr eine bedeutendere Rolle? Auch vom Buddha wurde soetwas überliefert, er habe z.B. die Vorverkörperungen von Menschen erkennen können, wenn ich mich da recht erinnere?
Und es hieß ja auch öfter, dass ein solcher, der im Nibbana war ( dieses zweite war wohl gemeint, welches man nur nach dem körperlichen Tod erleben kann ) sich wiederverkörpern kann.

Ja, irgendwie so.
Es sind diese gemeint ( hatte sie vor etwa einem Monat schon einmal erwähnt, auf sie hier im Forum aufmerksam gemacht )

Achso, meinst du?
Skandhas kann mit „Gruppen der Anhaftung“, „Aggregate“ oder „Daseinsgruppen“ übersetzt werden.

Begrifflich würde es also passen.
In einem Video was ich hier mal verlinkt hatte ( das über zwei Stunden geht ) da sagte der Sprecher - da bin ich mir ganz sicher- dass Satori dasselbe sei wie Nirvikalpa Samadhi.

Hm, aber "Satori", "Erleuchtung" wäre dann nur eine Art Ahnung davon?
Manche Yogis unterscheiden zwischen einem konstant Erwachten und einem der es nur eine zeitlang erlebt hat.

Das ist wohl so.
Erwachen meint bei ihnen keine Vorstufe. Es ist das Endziel.

Hm, oder Erwachtsein?

Marsianer
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Re: Buddhismus und andere Lehren , Weisheiten daraus

Beitragvon Marsianer » Mi 19. Jan 2022, 14:07

http://www.palikanon.com/wtb/nibbana.html hat geschrieben:die 'Völlige Erlöschung der Leidenschaften' (kilesa-nibbāna) - in den Sutten auch genannt sa-upādi-sesa-nibbāna, d.i. 'Nibbana, bei dem die Daseinsgruppen noch übrig bleiben' -: diese tritt ein bei Erreichung der Vollkommenen Heiligkeit oder Arahatschaft (siehe ariya-puggala).
die 'Völlige Erlöschung der Daseinsgruppen' (khandha-nibbāna) - auch genannt an-upādi-sesa-nibbāna (siehe upādi), d.i. 'Nibbāna bei dem keine Daseinsgruppen übrig bleiben', m. a. W. das Zuruhekommen, oder genauer gesagt, Sich-nicht-mehr-Fortsetzen dieses geistig-körperlichen Daseinsprozesses: diese tritt ein beim Tode des Arahat. Siehe It. 44.

https://de.wikipedia.org/wiki/Skandha hat geschrieben:Geistesformationsgruppe (skt. samskāra, p. samkara auch: sankhāra)
Alle heilsamen und unheilsamen (guten und schlechten) Willenstätigkeiten sind hier eingeschlossen. Interessen, Willensregungen, Sehnsüchte und Tatabsichten.

Nach Zitat 1 wären "Daseinsgruppen" wohl etwas anderes als "Leidenschaften"? Nach Zitat 2 wären "Geistesformationsgruppen" aber z.B. ja Sehnsüchte und so weiter? Also mit einem anderen Begriff bezeichnet auch Leidenschaften?


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