Geist ergreifen

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Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » So 20. Nov 2022, 15:17

Agape hat geschrieben:Ein wesentlicher Aspekt dabei wäre - sofern ich das richtig verstanden habe - wohl, dass der Mensch auch aus eigenem Entscheiden/Wollen

Da finge es wohl schon an, was ist "eigenes Wollen", was versteht jemand darunter, erlebt in sich was, das er so deutet und was zieht er daraus für Schlüsse im Rahmen dieser Überlegungen hier?
und entsprechendem Loslassen von anderem, welches dem entgegensteht,

Loslassen von "eigenem Wollen"? Wie das? Oder "anderem Wollen"? Was wäre solches dann vermeintlich und was nicht?
in diese anfängliche Anstrahlung hineinwächst.

Hm, liest sich für mich soweit eher wieder zweifelhaft.
Dass diese nicht nur als eine neue Form von Konditionierung in ihm wirkt.

Es gibt Konditionierungen eher "menschlicher Art", die Seelisches überdecken und es gibt Anstrahlungswirkungen, die durchaus auf seelischer Ebene wirken. Das mischt sich dann nicht selten in diverser Art. Was fasst du unter "Konditionierungen" alles zusammen? "Überdeckendes", das auf menschensprachlich verinnerlichten "Normen" beruht? Das wäre dann so keine "Hingabe" in eine Anstrahlung bei nicht wesentlich verändertem ergriffenen Geist?
Ja, diese Tendenzen sind wohl in mir vorhanden (vermutlich bin ich damit nicht ganz alleine?)

Gedankenspiel: Käme hierzu in einem dieser Yogaforen wohl von irgendwem zusätzlich Sinnvolles?

Agape
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » So 20. Nov 2022, 22:40

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ein wesentlicher Aspekt dabei wäre - sofern ich das richtig verstanden habe - wohl, dass der Mensch auch aus eigenem Entscheiden/Wollen

Da finge es wohl schon an, was ist "eigenes Wollen", was versteht jemand darunter, erlebt in sich was, das er so deutet und was zieht er daraus für Schlüsse im Rahmen dieser Überlegungen hier?

„Eigenes“ deutet darauf hin, dass es unabhängig von anderen Menschen und dem, was einem von diesen je vermittelt, gelehrt oder schlimmstenfalls aufgedrückt wurde, ist. Es ist also etwas, für das man unter allen (äusseren) Umständen einsteht, auch wenn es für einen selbst unbequem oder sogar schmerzlich, wenn nicht gar „lebensbedrohlich“ ist.

"Wollen" könnte eine unbändige, sehr fokussierte innere Kraft beschreiben, die auf starkes inneres Verlangen hinweist, etwas Begehrenswertes zu erlangen, zu besitzen, zu „ergreifen“, einem ganz bestimmten Ziel näherzukommen, wofür man alles andere hergibt, weil es im Vergleich dazu verblasst, nicht annähernd so attraktiv, erstrebenswert - und im Rahmen dieser Überlegungen hier - vor allem liebenswert ist.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:und entsprechendem Loslassen von anderem, welches dem entgegensteht,

Loslassen von "eigenem Wollen"? Wie das? Oder "anderem Wollen"? Was wäre solches dann vermeintlich und was nicht?

Loslassen von dem, was man gegebenenfalls früher „gewollt“ hatte, da dieses im Hinblick auf das, was oben als „eigenes Wollen“ beschrieben wurde, entweder hinderlich ist - oder an Anziehungskraft verloren hat. Es kann aber sein, dass dieses nicht nur in den Hintergrund rücken soll, sondern tatsächlich nichts mehr im eigenen Leben zu suchen hat, weil es dabei um Liebe und Treue zu etwas grenzenlos Geliebtem geht, für das man sich aus ganzem Herzen entschieden hat und das nichts von dem, was vorher war, mehr neben sich duldet, weil dieses darauf möglicherweise zerstörerische Wirkung hätte. Loslassen kann im einen Fall ein allmählicher Prozess bedeuten, im anderen Fall aber tatsächlich ein zügiges Loslassen, so ähnlich wie man eine heisse Kartoffel fallen lässt. Loslassen bedeutet nicht, noch mit etwas zu liebäugeln und halbherzig etwas anderes festzuhalten - es bedeutet also eine klare innere Entschiedenheit, welche sich in „eigenem Wollen“ ausdrückt.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:in diese anfängliche Anstrahlung hineinwächst.

Hm, liest sich für mich soweit eher wieder zweifelhaft.

In der Anstrahlung wird ja etwas erkannt, was für einen selbst als angenehm, belebend und auch öfters „magisch/magnetisch“ anziehend wirkt. Sie stellt etwas dar, das einem selbst mangelt und aufgrund dessen einem Hungerzustand ähnlich ist, den man in dieser Anstrahlung kompensiert - sich davon genährt fühlt. Aber diese vermeintliche „Sattheit“ ist tückisch, denn sie täuscht möglicherweise über etwas hinweg und macht blind für die Wahrheit, welche darauf beruht, dass noch immer innerer Mangel besteht, dieser nur vorübergehend ausgeglichen ist.

Was am Anfang als Chance für geistig-seelisches Wachstum gelten könnte, nimmt nur einen segensreichen Verlauf, wenn der Mensch genau das in sich selbst sucht und findet, was ihn an der Anstrahlung so sehr anhaften lässt. Ist diese Anstrahlung lichter Natur, dann würde dies bedeuten, dass der Angestrahlte in sich selbst lichter würde, seine Liebe zu Gott wächst und gedeiht und sich in allen seinen Entscheidungen ausdrückt. Letztendlich befreit sich der Mensch auf diese Weise vom Bedürfnis, angestrahlt zu werden, weil er aus sich selbst heraus strahlt und sein eigenes Licht in der Anbindung an die göttliche Lebensquelle mehrt, wodurch er nachhaltig genährt wird aufgrund seiner aufrichtigen Herzensliebe zu Gott.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dass diese nicht nur als eine neue Form von Konditionierung in ihm wirkt.

Es gibt Konditionierungen eher "menschlicher Art", die Seelisches überdecken und es gibt Anstrahlungswirkungen, die durchaus auf seelischer Ebene wirken. Das mischt sich dann nicht selten in diverser Art. Was fasst du unter "Konditionierungen" alles zusammen? "Überdeckendes", das auf menschensprachlich verinnerlichten "Normen" beruht?

Unter Konditionierung verstehe ich alles, was meiner Seele übergestülpt ist, was ich diesbezüglich zulasse, woran ich glaube und festhalte. Dadurch erfahre ich meine seelische Eigenart wie von einer Art Nebel eingehüllt. Die Unterscheidung zwischen dem, was ich innerlich bin und dem, was ich zu sein glaube, fällt schwer, denn mein Denken, Fühlen und Handeln ist weitgehend fremdbestimmt, was ich aber nur begrenzt erkenne.

Das wäre dann so keine "Hingabe" in eine Anstrahlung bei nicht wesentlich verändertem ergriffenen Geist?

Hm - ich komme gerade nicht ganz klar mit Deiner Fragestellung. Oben meinte ich, dass Anstrahlung ähnlich wie Konditionierung wirken könnte, indem der Angestrahlte gewisse Dinge/Ansichten/Denk- und Empfindungsweisen übernimmt, die als Fremdbestimmung in ihm wirken, aber eventuell gar nicht oder nur teilweise als das erkannt werden. Will man eventuell etwas Ferngesteuertes? Liebt man beispielsweise Gott vielleicht teils deshalb, weil man meint, etwas in sich selbst zu empfinden, das aber eher mit dieser Fremdbestimmtheit zu tun hätte? Liebt man Gott teils „um der Anstrahlung willen“?
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Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mo 21. Nov 2022, 00:10

Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Da finge es wohl schon an, was ist "eigenes Wollen", was versteht jemand darunter, erlebt in sich was, das er so deutet und was zieht er daraus für Schlüsse im Rahmen dieser Überlegungen hier?

„Eigenes“ deutet darauf hin, dass es unabhängig von anderen Menschen und dem, was einem von diesen je vermittelt, gelehrt oder schlimmstenfalls aufgedrückt wurde, ist.

Wie zu,treffend meinst du es bei konkreten Impulsen, die du in dir erfährst einordnen zu vermögen?
Es ist also etwas, für das man unter allen (äusseren) Umständen einsteht, auch wenn es für einen selbst unbequem oder sogar schmerzlich, wenn nicht gar „lebensbedrohlich“ ist.

Aha, wie weit erinnerst du dich innerhalb dieses Erdendaseins in geschlossenerer Weise zurück? Oder vermutest du auf andere Weise da unterscheiden zu vermögen?
"Wollen" könnte eine unbändige, sehr fokussierte innere Kraft beschreiben, die auf starkes inneres Verlangen hinweist, etwas Begehrenswertes zu erlangen, zu besitzen,

Ich würde sagen, viele Menschen würden sich darunter ein "fokussiertes Wollen" vorstellen wie solchen, das Menschen in sich herbeiführen, wenn sie menschliche Ziele unbedingt erreichen "wollen" (oft nicht aus eigenem Inneren). Das würde dann überwiegend eher mit "Selbstkonditionierung" zu tun haben, meine ich,
zu „ergreifen“, einem ganz bestimmten Ziel näherzukommen, wofür man alles andere hergibt, weil es im Vergleich dazu verblasst, nicht annähernd so attraktiv, erstrebenswert - und im Rahmen dieser Überlegungen hier - vor allem liebenswert ist.

Dann gäbe es noch davon unterschiedliches Begehren wie z.B. das aus dem NT "nach der Perle". Soetwas würde ich als echte Leidenschaft eines Menschen betrachten, die mehr von Innen kommt als menschliche Vorsätze, die oft extrinsisch motiviert wären und bei denen dann meist das Herz nicht wirklich ist.
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:und entsprechendem Loslassen von anderem, welches dem entgegensteht,

Loslassen von "eigenem Wollen"? Wie das? Oder "anderem Wollen"? Was wäre solches dann vermeintlich und was nicht?

Loslassen von dem, was man gegebenenfalls früher „gewollt“ hatte, da dieses im Hinblick auf das, was oben als „eigenes Wollen“ beschrieben wurde, entweder hinderlich ist - oder an Anziehungskraft verloren hat.

Wie würde soetwas wohl ablaufen?
Liebe und Treue zu etwas grenzenlos Geliebtem

Hm, liebe ich etwas grenzenlos? Würde ich eigentlich nicht sagen.
Loslassen bedeutet nicht, noch mit etwas zu liebäugeln und halbherzig etwas anderes festzuhalten - es bedeutet also eine klare innere Entschiedenheit, welche sich in „eigenem Wollen“ ausdrückt.

Hm.
In der Anstrahlung wird ja etwas erkannt, was für einen selbst als angenehm, belebend und auch öfters „magisch/magnetisch“ anziehend wirkt. Sie stellt etwas dar, das einem selbst mangelt und aufgrund dessen einem Hungerzustand ähnlich ist, den man in dieser Anstrahlung kompensiert - sich davon genährt fühlt.

Ja, das kann so sein.
Aber diese vermeintliche „Sattheit“ ist tückisch, denn sie täuscht möglicherweise über etwas hinweg und macht blind für die Wahrheit, welche darauf beruht, dass noch immer innerer Mangel besteht, dieser nur vorübergehend ausgeglichen ist.

Ja.
Was am Anfang als Chance für geistig-seelisches Wachstum gelten könnte, nimmt nur einen segensreichen Verlauf, wenn der Mensch genau das in sich selbst sucht und findet, was ihn an der Anstrahlung so sehr anhaften lässt. Ist diese Anstrahlung lichter Natur, dann würde dies bedeuten, dass der Angestrahlte in sich selbst lichter würde, seine Liebe zu Gott wächst und gedeiht und sich in allen seinen Entscheidungen ausdrückt. Letztendlich befreit sich der Mensch auf diese Weise vom Bedürfnis, angestrahlt zu werden, weil er aus sich selbst heraus strahlt und sein eigenes Licht in der Anbindung an die göttliche Lebensquelle mehrt, wodurch er nachhaltig genährt wird aufgrund seiner aufrichtigen Herzensliebe zu Gott.

Theoretisch meiner Ansicht nach schon richtig. Steckt aber dahinter auch ein Erkennen von Unterschieden, die in tatsächlichen Abläufen gefühlt würden?
Unter Konditionierung verstehe ich alles, was meiner Seele übergestülpt ist, was ich diesbezüglich zulasse, woran ich glaube und festhalte. Dadurch erfahre ich meine seelische Eigenart wie von einer Art Nebel eingehüllt.

Wäre das nach deinem Verständnis auch bei manchen Anstrahlungsbeziehungen so, die nicht so sehr auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?
Die Unterscheidung zwischen dem, was ich innerlich bin und dem, was ich zu sein glaube, fällt schwer, denn mein Denken, Fühlen und Handeln ist weitgehend fremdbestimmt, was ich aber nur begrenzt erkenne.

Und wie wäre auch die Sache mit der "Frucht" hier einzuordnen ...
Liebt man Gott teils „um der Anstrahlung willen“?

Wäre schonmal nicht schlecht in diesem Fall.

Agape
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mo 21. Nov 2022, 15:41

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Da finge es wohl schon an, was ist "eigenes Wollen", was versteht jemand darunter, erlebt in sich was, das er so deutet und was zieht er daraus für Schlüsse im Rahmen dieser Überlegungen hier?

„Eigenes“ deutet darauf hin, dass es unabhängig von anderen Menschen und dem, was einem von diesen je vermittelt, gelehrt oder schlimmstenfalls aufgedrückt wurde, ist.

Wie zutreffend meinst du es bei konkreten Impulsen, die du in dir erfährst einordnen zu vermögen?

Die Einordnung eines einzelnen Impulses ergibt sich bei mir meist erst im Verlauf. Dann entscheidet sich nämlich, ob dieser Impuls im Grunde etwas „Fremdes“ ist und auch bleibt. Das Fremde entpuppt sich als eine Art von Strohfeuer, welches mit der Zeit an Kraft verliert, während ein Impuls, der sich innerlich „heimatlich“ anfühlt, an Kraft gewinnt - auch dann, wenn dieser anfänglich eher Abwehr erzeugt hat.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Es ist also etwas, für das man unter allen (äusseren) Umständen einsteht, auch wenn es für einen selbst unbequem oder sogar schmerzlich, wenn nicht gar „lebensbedrohlich“ ist.

Aha, wie weit erinnerst du dich innerhalb dieses Erdendaseins in geschlossenerer Weise zurück? Oder vermutest du auf andere Weise da unterscheiden zu vermögen?

Gemäss meiner oben stehenden Antwort lässt mich etwas, das „zu mir gehört“ (Eigenes, im Unterschied zu „Fremdbestimmtem“) nicht los. Da kommt auch Abwehr letztendlich nicht dagegen an, weil dadurch ein Empfinden ausgelöst wird, als würde etwas, das in mir selbst wachsen und „lebendig sein“ will, durch mein eigenes Abwehren „abgewürgt“ werden, was Traurigkeit zur Folge hat. Es ist eine ganz bestimmte Art von Traurigkeit, die nichts mit anderen Menschen oder bestimmten Lebenssituationen zu tun hat. Viel eher trauere ich in solchen Phasen um die eigene Tendenz, mein inneres Wesen, das ich bin, verkümmern zu lassen, indem ich mich teils von ihm abwende und ihm zu wenig erlaube, sich zu entfalten. Mit Entfalten meine ich ein geistiges Entfalten, das unabhängig von Umständen, wie bereits weiter oben beschrieben, um sich greift und nach der Liebe Gottes trachtet - dieser Liebe in meinem Herzen allen erdenklichen Raum zu geben.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:"Wollen" könnte eine unbändige, sehr fokussierte innere Kraft beschreiben, die auf starkes inneres Verlangen hinweist, etwas Begehrenswertes zu erlangen, zu besitzen,

Ich würde sagen, viele Menschen würden sich darunter ein "fokussiertes Wollen" vorstellen wie solchen, das Menschen in sich herbeiführen, wenn sie menschliche Ziele unbedingt erreichen "wollen" (oft nicht aus eigenem Inneren). Das würde dann überwiegend eher mit "Selbstkonditionierung" zu tun haben, meine ich.

Das könnte so sein. Es ist jedoch so, dass ich solche „menschlichen Ziele“ nicht so gut kenne, weil diese in meinem bisherigen Leben nur eine sehr untergeordnete Rolle spielten und deshalb oft zu einer Distanz zwischen den meisten Kontakten in meinem Umfeld und mir führten. Die wenigen Ziele solcher Art, die ich hatte, waren entweder unerreichbar oder sehr leicht für mich zu erreichen, da mir so manches „zufiel“, ohne dass ich mich dafür anstrengen musste. Dazwischen gab es eigentlich wenig und Selbstkonditionierung war nur über kurze Zeit ein Thema, da mir diese als wenig erstrebenswert, sondern eher „fremd“ (siehe oben) erschien. Hingegen spielte Selbstdisziplinierung (falls Du auch diese im Rahmen von Selbstkonditionierung verstehen wolltest) schon eine bedeutendere Rolle in meiner Vergangenheit, woran ich bis heute noch "zu knabbern" habe, wenn es um ein eher unverkrampftes Wollen gehen würde.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Loslassen von "eigenem Wollen"? Wie das? Oder "anderem Wollen"? Was wäre solches dann vermeintlich und was nicht?

Loslassen von dem, was man gegebenenfalls früher „gewollt“ hatte, da dieses im Hinblick auf das, was oben als „eigenes Wollen“ beschrieben wurde, entweder hinderlich ist - oder an Anziehungskraft verloren hat.

Wie würde soetwas wohl ablaufen?

Vielleicht scheint manches sinnlos geworden zu sein, indem es innerliche Leere zurücklässt, Befremdung, oft sogar lächerlich erscheint. Man fühlt sich daran zunehmend unbeteiligt und es beginnt einem regelrecht zu lähmen, sogar kräfteraubend zu sein. Das führt immer häufiger dazu, solches Wollen zu unterlassen, weil es einem „nicht mehr gut tut“. Ob dies gelingt, ist dann wohl eine Frage, wie stark das eigene Wollen auf etwas gerichtet ist, das einem als „gut“ (liebens-/begehrenswert) erscheint.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Was am Anfang als Chance für geistig-seelisches Wachstum gelten könnte, nimmt nur einen segensreichen Verlauf, wenn der Mensch genau das in sich selbst sucht und findet, was ihn an der Anstrahlung so sehr anhaften lässt. Ist diese Anstrahlung lichter Natur, dann würde dies bedeuten, dass der Angestrahlte in sich selbst lichter würde, seine Liebe zu Gott wächst und gedeiht und sich in allen seinen Entscheidungen ausdrückt. Letztendlich befreit sich der Mensch auf diese Weise vom Bedürfnis, angestrahlt zu werden, weil er aus sich selbst heraus strahlt und sein eigenes Licht in der Anbindung an die göttliche Lebensquelle mehrt, wodurch er nachhaltig genährt wird aufgrund seiner aufrichtigen Herzensliebe zu Gott.

Theoretisch meiner Ansicht nach schon richtig. Steckt aber dahinter auch ein Erkennen von Unterschieden, die in tatsächlichen Abläufen gefühlt würden?

Grundsätzlich vermutlich das Unterscheidungsvermögen, welches - wie weiter oben beschrieben - zwischen „Eigenem und Fremdbestimmtem“ zu trennen vermag? Ich bezweifle, dass so etwas „gelernt“ werden kann. Vielleicht ist dazu Erfahrung von Leid notwendig - vielleicht auch unabhängig davon wachsende „Wurzeln“ und das Entzünden der geistigen Liebesflamme im Herzen? Inwiefern hat der Mensch die innere Bereitschaft dazu? Dies würde den Antrieb für „eigenes lichtes Wollen“ voraussetzen.

Es ist mir selbst noch zu weiten Teilen ein Rätsel, auf welche Weise es letztendlich dazu kommt - weshalb manchmal noch ein Zögern besteht, meinem eigenen Wollen, Gottes Geist durch entsprechendes Lieben im Herzen, kraftvolleren Ausdruck zu verleihen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Unter Konditionierung verstehe ich alles, was meiner Seele übergestülpt ist, was ich diesbezüglich zulasse, woran ich glaube und festhalte. Dadurch erfahre ich meine seelische Eigenart wie von einer Art Nebel eingehüllt.

Wäre das nach deinem Verständnis auch bei manchen Anstrahlungsbeziehungen so, die nicht so sehr auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?

Sofern diese Beziehungen einen Einfluss auf die Seele ausüben, den der Mensch nicht aus eigener Willensentscheidung herbeiführt, würde ich dies bejahen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Die Unterscheidung zwischen dem, was ich innerlich bin und dem, was ich zu sein glaube, fällt schwer, denn mein Denken, Fühlen und Handeln ist weitgehend fremdbestimmt, was ich aber nur begrenzt erkenne.

Und wie wäre auch die Sache mit der "Frucht" hier einzuordnen ...

Soweit ich es verstanden habe, erwächst „geistige Frucht“ im biblischen Sinne aus der Wirksamkeit des göttlichen Geistes im Menschen. Einem weitgehend fremdbestimmten Wesen fällt es ja schwer, sich selbst - und dadurch auch sein eigentliches inneres Wollen - zu erkennen, was die Voraussetzung für eine zielgerichtete Entscheidung bezüglich Ergreifens von göttlichem Geist wäre. Insofern ist es wohl schwieriger (wenn auch wahrscheinlich nicht unmöglich), seinen eigenen Willensimpulsen zu folgen und diese als Grundlage für lichtere Entscheidungen einzusetzen.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mo 21. Nov 2022, 18:23

Agape hat geschrieben:Die Einordnung eines einzelnen Impulses ergibt sich bei mir meist erst im Verlauf. Dann entscheidet sich nämlich, ob dieser Impuls im Grunde etwas „Fremdes“ ist und auch bleibt. Das Fremde entpuppt sich als eine Art von Strohfeuer, welches mit der Zeit an Kraft verliert,

Interessant und so auch nicht falsch, würde ich sagen.
während ein Impuls, der sich innerlich „heimatlich“ anfühlt, an Kraft gewinnt - auch dann, wenn dieser anfänglich eher Abwehr erzeugt hat.

Was das angeht, würde ich sagen, daß das auch bedeuten könnte, daß die Anstrahlungsbeziehung langwirkender ist. Als eine Möglichkeit.
Mit Entfalten meine ich ein geistiges Entfalten, das unabhängig von Umständen, wie bereits weiter oben beschrieben, um sich greift und nach der Liebe Gottes trachtet - dieser Liebe in meinem Herzen allen erdenklichen Raum zu geben.

Es gäbe da zumindest also eine gewisse Resonanz zu deinem aktuellen seelischen Zustand.
Selbstdisziplinierung (falls Du auch diese im Rahmen von Selbstkonditionierung verstehen wolltest)

Kann schon sein?
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Loslassen von dem, was man gegebenenfalls früher „gewollt“ hatte, da dieses im Hinblick auf das, was oben als „eigenes Wollen“ beschrieben wurde, entweder hinderlich ist - oder an Anziehungskraft verloren hat.

Wie würde soetwas wohl ablaufen?

Vielleicht scheint manches sinnlos geworden zu sein, indem es innerliche Leere zurücklässt, Befremdung, oft sogar lächerlich erscheint.

Dann gäbe es da wohl Gewohnheiten und die wirken dann leer, etc. und werden vielleicht nach menschensprachlicher Reflektion abgelegt. Solcherlei Gewohnheiten wären nicht etwas, das ich als "innerstes Wollen" bezeichnen würde in Hinblick auf den "geistig ergriffenen Vater". Dann verstehe ich hier wohl zumindest zu diesem Punkt, was du da in etwa gemeint haben dürftest.
Das führt immer häufiger dazu, solches Wollen zu unterlassen, weil es einem „nicht mehr gut tut“.

Es zieht noch mehr weiter in die Richtung als Gewohnheit?
Ob dies gelingt, ist dann wohl eine Frage, wie stark das eigene Wollen auf etwas gerichtet ist, das einem als „gut“ (liebens-/begehrenswert) erscheint.

Achso?
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Was am Anfang als Chance für geistig-seelisches Wachstum gelten könnte, nimmt nur einen segensreichen Verlauf, wenn der Mensch genau das in sich selbst sucht und findet, was ihn an der Anstrahlung so sehr anhaften lässt. Ist diese Anstrahlung lichter Natur, dann würde dies bedeuten, dass der Angestrahlte in sich selbst lichter würde, seine Liebe zu Gott wächst und gedeiht und sich in allen seinen Entscheidungen ausdrückt. Letztendlich befreit sich der Mensch auf diese Weise vom Bedürfnis, angestrahlt zu werden, weil er aus sich selbst heraus strahlt und sein eigenes Licht in der Anbindung an die göttliche Lebensquelle mehrt, wodurch er nachhaltig genährt wird aufgrund seiner aufrichtigen Herzensliebe zu Gott.

Theoretisch meiner Ansicht nach schon richtig. Steckt aber dahinter auch ein Erkennen von Unterschieden, die in tatsächlichen Abläufen gefühlt würden?

Grundsätzlich vermutlich das Unterscheidungsvermögen, welches - wie weiter oben beschrieben - zwischen „Eigenem und Fremdbestimmtem“ zu trennen vermag?

Wobei der Witz wäre, daß es "Eigenes", so wie es sich viele Erdenmenschen wohl vorstellen, nicht unbedingt gibt. Es wäre zumindest eine Sache der Betrachtungsweise. Was könnte das nach deinem Verständnis also für eine Unterscheidung darstellen?
Ich bezweifle, dass so etwas „gelernt“ werden kann.

Ich würde sagen, etliche solcher Dinge setzen eine gewisse Zeit der Betrachtung voraus, so wie auch bei weltlichen Abläufen, die man äußerlich besser oder weniger gibt verstehen kann. Aber es kommt wohl dazu, daß viele Menschen vor Seelischem ja auch eher fliehen, da ihnen dann ihr eigentlicher eher ungünstiger seelischer Zustand näherkommt und sich das unangenehm anfühlt.
Vielleicht ist dazu Erfahrung von Leid notwendig

Nicht allgemein, würde ich sagen. Für manche wohl schon wegen seelischer Verhärtungen.
- vielleicht auch unabhängig davon wachsende „Wurzeln“ und das Entzünden der geistigen Liebesflamme im Herzen?

Tja?
Dies würde den Antrieb für „eigenes lichtes Wollen“ voraussetzen.

Oder "Meditation" (neutral).
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Unter Konditionierung verstehe ich alles, was meiner Seele übergestülpt ist, was ich diesbezüglich zulasse, woran ich glaube und festhalte. Dadurch erfahre ich meine seelische Eigenart wie von einer Art Nebel eingehüllt.

Wäre das nach deinem Verständnis auch bei manchen Anstrahlungsbeziehungen so, die nicht so sehr auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?

Sofern diese Beziehungen einen Einfluss auf die Seele ausüben, den der Mensch nicht aus eigener Willensentscheidung herbeiführt, würde ich dies bejahen.

Wie könnte das dann sonst z.B. ablaufen?
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Die Unterscheidung zwischen dem, was ich innerlich bin und dem, was ich zu sein glaube, fällt schwer, denn mein Denken, Fühlen und Handeln ist weitgehend fremdbestimmt, was ich aber nur begrenzt erkenne.

Und wie wäre auch die Sache mit der "Frucht" hier einzuordnen ...

Soweit ich es verstanden habe, erwächst „geistige Frucht“ im biblischen Sinne aus der Wirksamkeit des göttlichen Geistes im Menschen. Einem weitgehend fremdbestimmten Wesen fällt es ja schwer, sich selbst - und dadurch auch sein eigentliches inneres Wollen - zu erkennen, was die Voraussetzung für eine zielgerichtete Entscheidung bezüglich Ergreifens von göttlichem Geist wäre. Insofern ist es wohl schwieriger (wenn auch wahrscheinlich nicht unmöglich), seinen eigenen Willensimpulsen zu folgen und diese als Grundlage für lichtere Entscheidungen einzusetzen.

Aha.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mi 23. Nov 2022, 21:10

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:während ein Impuls, der sich innerlich „heimatlich“ anfühlt, an Kraft gewinnt - auch dann, wenn dieser anfänglich eher Abwehr erzeugt hat.

Was das angeht, würde ich sagen, daß das auch bedeuten könnte, daß die Anstrahlungsbeziehung langwirkender ist. Als eine Möglichkeit.

Wäre auch möglich, ja. Dennoch bliebe immer noch die Frage offen, weshalb es Impulse gibt, die durchwegs (spontan und langfristig) weniger gut bei mir ankommen und auch innerhalb der Anstrahlungsbeziehung fremd bleiben.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Mit Entfalten meine ich ein geistiges Entfalten, das unabhängig von Umständen, wie bereits weiter oben beschrieben, um sich greift und nach der Liebe Gottes trachtet - dieser Liebe in meinem Herzen allen erdenklichen Raum zu geben.

Es gäbe da zumindest also eine gewisse Resonanz zu deinem aktuellen seelischen Zustand.

Ja.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Wie würde soetwas wohl ablaufen?

Vielleicht scheint manches sinnlos geworden zu sein, indem es innerliche Leere zurücklässt, Befremdung, oft sogar lächerlich erscheint.

Dann gäbe es da wohl Gewohnheiten und die wirken dann leer, etc. und werden vielleicht nach menschensprachlicher Reflektion abgelegt.

Vielleicht eher Vorlieben als Gewohnheiten. Dinge/Interessen, teilweise sogar „Leidenschaften“ welche früher in bedeutenderer Weise „das Herz erfreut“ haben. Gewohnheiten verbinde ich eher mit einer gewissen „Routine“, das würde nicht beschreiben, was ich oben gemeint habe.

Solcherlei Gewohnheiten wären nicht etwas, das ich als "innerstes Wollen" bezeichnen würde in Hinblick auf den "geistig ergriffenen Vater".

Ja.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Das führt immer häufiger dazu, solches Wollen zu unterlassen, weil es einem „nicht mehr gut tut“.

Es zieht noch mehr weiter in die Richtung als Gewohnheit?

Hm.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ob dies gelingt, ist dann wohl eine Frage, wie stark das eigene Wollen auf etwas gerichtet ist, das einem als „gut“ (liebens-/begehrenswert) erscheint.

Achso?

Ja, dorthin, wo es „das Herz“ zieht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Theoretisch meiner Ansicht nach schon richtig. Steckt aber dahinter auch ein Erkennen von Unterschieden, die in tatsächlichen Abläufen gefühlt würden?

Grundsätzlich vermutlich das Unterscheidungsvermögen, welches - wie weiter oben beschrieben - zwischen „Eigenem und Fremdbestimmtem“ zu trennen vermag?

Wobei der Witz wäre, daß es "Eigenes", so wie es sich viele Erdenmenschen wohl vorstellen, nicht unbedingt gibt. Es wäre zumindest eine Sache der Betrachtungsweise. Was könnte das nach deinem Verständnis also für eine Unterscheidung darstellen?

Mehr Eigenständigkeit im Denken und Empfinden, weniger Bedürfnis nach absoluter Übereinstimmung und „Harmonie“. Interessen, die sich eigendynamisch weiterentwickeln, Erfahrungen, die von früheren abweichen, indem diese mehr auf eigenen Beobachtungen und Wahrnehmungen aufbauen als vorher. Irgendwie geht es schon um den Begriff „eigen“ - damit meine ich vielleicht am ehesten „auf meine Person/Seele bezogen“, unabhängig von der Anstrahlungsbeziehung.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ich bezweifle, dass so etwas „gelernt“ werden kann.

Ich würde sagen, etliche solcher Dinge setzen eine gewisse Zeit der Betrachtung voraus, so wie auch bei weltlichen Abläufen, die man äußerlich besser oder weniger gibt verstehen kann. Aber es kommt wohl dazu, daß viele Menschen vor Seelischem ja auch eher fliehen, da ihnen dann ihr eigentlicher eher ungünstiger seelischer Zustand näherkommt und sich das unangenehm anfühlt.

Hm - das hilft mir dabei, dem im oben stehenden Absatz noch etwas hinzuzufügen. Bei dieser „Betrachtung“ der eigenen Seele verhält es sich im Unterschied zur Anstrahlungsbeziehung eher so, dass man weniger den Drang oder Wunsch verspürt, etwas vor sich selbst (zuvor der Anstrahlungsbeziehung) zu verbergen. Kommen diese unangenehmen Gefühle auf, weil man seinem seelischen Zustand näherkommt, dann besteht zunehmend die Tendenz, diesen viel direkter zu begegnen - innerlich dazu zu stehen und sich ihnen gegenüber nicht mehr so abwehrend zu verhalten. Verstehst Du, wie ich es meine?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Wäre das nach deinem Verständnis auch bei manchen Anstrahlungsbeziehungen so, die nicht so sehr auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?

Sofern diese Beziehungen einen Einfluss auf die Seele ausüben, den der Mensch nicht aus eigener Willensentscheidung herbeiführt, würde ich dies bejahen.

Wie könnte das dann sonst z.B. ablaufen?

Du meinst, wenn sie nicht auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen? Dann wären es vielleicht eher energetische Schwingungen, unter gewissen Umständen könnten auch körperbezogene Sinneswahrnehmungen dabei eine Rolle spielen. Es käme wahrscheinlich darauf an, welche Ebene eines Menschen am meisten dafür empfänglich wäre - die körperliche, seelische oder geistige.

Oder habe ich eventuell Deine Frage falsch verstanden?
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Do 24. Nov 2022, 00:18

Agape hat geschrieben:Dennoch bliebe immer noch die Frage offen, weshalb es Impulse gibt, die durchwegs (spontan und langfristig) weniger gut bei mir ankommen und auch innerhalb der Anstrahlungsbeziehung fremd bleiben.

Das bezieht sich wohl auf die Beziehung zu einer bestimmten "Seele"? Manches an dieser würde "angenehm resonieren", anderes "unangenehm"? Möglicherweise würde unterschiedlich zu verschiedenen Bereichen der Anstrahlungsgeflechte resoniert, an denen diese eine Seele beteiligt ist?
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Vielleicht scheint manches sinnlos geworden zu sein, indem es innerliche Leere zurücklässt, Befremdung, oft sogar lächerlich erscheint.

Dann gäbe es da wohl Gewohnheiten und die wirken dann leer, etc. und werden vielleicht nach menschensprachlicher Reflektion abgelegt.

Vielleicht eher Vorlieben als Gewohnheiten. Dinge/Interessen, teilweise sogar „Leidenschaften“ welche früher in bedeutenderer Weise „das Herz erfreut“ haben.

Auf welcher Ebene würde sich das dann "befinden"? Schon mehr im Bereich "menschlicher Prägung", oder?
Gewohnheiten verbinde ich eher mit einer gewissen „Routine“, das würde nicht beschreiben, was ich oben gemeint habe.

Hm.
Solcherlei Gewohnheiten wären nicht etwas, das ich als "innerstes Wollen" bezeichnen würde in Hinblick auf den "geistig ergriffenen Vater".

Ja.

Aha.
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ob dies gelingt, ist dann wohl eine Frage, wie stark das eigene Wollen auf etwas gerichtet ist, das einem als „gut“ (liebens-/begehrenswert) erscheint.

Achso?

Ja, dorthin, wo es „das Herz“ zieht.

An dieser Stelle würde es noch um das gehen, was ich oben als "Gewohnheit" zu beschreiben versuchte, das im Menschen irgendwie noch wirken würde, vielleicht eben im Sinne einer "menschlichen Prägung", etwas von dem was "die eigentliche Seele überdeckt". Und dann wäre da vielleicht noch ein verändertes Wollen "des Herzens" aus einer Veränderung in seelisch ergriffenen Geisteranteilen. Dabei käme dann zu tragen, daß solche "Prägung" auch in gewisser Weise auf "Resonanz" beruhen würde. Aber sie hat auch eine gewisse "Beharrungskraft"? Zumindest wenn noch nicht ganz klar ist, welchem Herrn das Herz nun "im Zweifel" wie folgen will? Welcher darin Priorität erhält, wenn Impulse einander gegenseitig ausschließen.
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Grundsätzlich vermutlich das Unterscheidungsvermögen, welches - wie weiter oben beschrieben - zwischen „Eigenem und Fremdbestimmtem“ zu trennen vermag?

Was könnte das nach deinem Verständnis also für eine Unterscheidung darstellen?

Mehr Eigenständigkeit im Denken und Empfinden, weniger Bedürfnis nach absoluter Übereinstimmung und „Harmonie“.

Aha.
Interessen, die sich eigendynamisch weiterentwickeln, Erfahrungen, die von früheren abweichen, indem diese mehr auf eigenen Beobachtungen und Wahrnehmungen aufbauen als vorher. Irgendwie geht es schon um den Begriff „eigen“ - damit meine ich vielleicht am ehesten „auf meine Person/Seele bezogen“, unabhängig von der Anstrahlungsbeziehung.

Also wäre "Eigenes" wohl etwas, das aus wirklich in der eigenen Seele ergriffenem Geist herstammen würde. Wobei Gott die einzige Quelle von seelischer Lebendigkeit bliebe, welche in reinerer Verfassung ein innerstes Wollen bewirkt, das dem nahe ist, was biblisch als "Frucht des Geistes" beschrieben wird..
Bei dieser „Betrachtung“ der eigenen Seele verhält es sich im Unterschied zur Anstrahlungsbeziehung eher so, dass man weniger den Drang oder Wunsch verspürt, etwas vor sich selbst (zuvor der Anstrahlungsbeziehung) zu verbergen.

Inwiefern "verbergen"? Gefallenwollen? Etwas wie bewußtere Scham? Ja, in Anstrahlung "von außen" wird zugleich Geistiges ergriffen gehalten, das auch eigentlich dem "von außen anstrahlenden" Einfluß oft erheblich entgegenstrebt. Aber es "verschwindet aus dem Fokus", bis aus irgendeinem Grund die äußere Anstrahlung vielleicht mal geringer würde.
Kommen diese unangenehmen Gefühle auf, weil man seinem seelischen Zustand näherkommt, dann besteht zunehmend die Tendenz, diesen viel direkter zu begegnen - innerlich dazu zu stehen und sich ihnen gegenüber nicht mehr so abwehrend zu verhalten. Verstehst Du, wie ich es meine?

Könnte sein? Aber wie soll sich soetwas irgendjemand formal schon sicher sein, wenn es nicht menschensprachlich "gegengeprüft" worden ist? In "Stille" in Bezug auf eigenes Seelisches wird die Wahrnehmung "klarer" sein? Und vielleicht würde auch "Gefallenwollen" dann ferner liegen, wenn der Bezugspunkt näher bei eigenem Seelischen läge.
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Sofern diese Beziehungen einen Einfluss auf die Seele ausüben, den der Mensch nicht aus eigener Willensentscheidung herbeiführt, würde ich dies bejahen.

Wie könnte das dann sonst z.B. ablaufen?

Du meinst, wenn sie nicht auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?

Sozusagen, ja.
Dann wären es vielleicht eher energetische Schwingungen, unter gewissen Umständen könnten auch körperbezogene Sinneswahrnehmungen dabei eine Rolle spielen. Es käme wahrscheinlich darauf an, welche Ebene eines Menschen am meisten dafür empfänglich wäre - die körperliche, seelische oder geistige.

Dann könnte eine "energetische Schwingung" konditionieren und so etwas hervorrufen, das "der Seele übergestülpt" sein würde? Was könnte das z.B. sein?

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Sa 26. Nov 2022, 22:22

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dennoch bliebe immer noch die Frage offen, weshalb es Impulse gibt, die durchwegs (spontan und langfristig) weniger gut bei mir ankommen und auch innerhalb der Anstrahlungsbeziehung fremd bleiben.

Das bezieht sich wohl auf die Beziehung zu einer bestimmten "Seele"?

Ja.

Manches an dieser würde "angenehm resonieren", anderes "unangenehm"?

Du gehst davon aus, dass nur das „Unangenehme“ nicht so gut ankommt?

Möglicherweise würde unterschiedlich zu verschiedenen Bereichen der Anstrahlungsgeflechte resoniert, an denen diese eine Seele beteiligt ist?

Ja, das könnte schon sein. Was ich bisher jedoch noch nicht ganz nachvollziehen kann, ist diese gewisse „Wertung“ bezüglich angenehm/unangenehm. Oft sind es nämlich gerade die unangenehmen Impulse, die mich zum Nachdenken verleiten, während die angenehmen nicht so viel Spuren hinterlassen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Dann gäbe es da wohl Gewohnheiten und die wirken dann leer, etc. und werden vielleicht nach menschensprachlicher Reflektion abgelegt.

Vielleicht eher Vorlieben als Gewohnheiten. Dinge/Interessen, teilweise sogar „Leidenschaften“ welche früher in bedeutenderer Weise „das Herz erfreut“ haben.

Auf welcher Ebene würde sich das dann "befinden"? Schon mehr im Bereich "menschlicher Prägung", oder?

Was die meisten Prägungen anbelangt, fällt es mir nicht schwer, diese loszulassen, vorausgesetzt, dass sie von mir überhaupt als solche wahrgenommen werden. Daneben gibt es aber Dinge, die ich ganz alleine in mir entwickelt hatte und die mir über längere Zeit viel bedeuteten, obwohl sie niemanden in meinem Umfeld interessiert, ja sogar zu gewisser Ablehnung durch dieses geführt hatten. Solchen Dingen gegenüber empfinde ich heute teilweise keine Ambitionen mehr, deren Bedeutung rückt immer mehr in den Hintergrund zugunsten von anderem, das mir viel mehr bedeutet, in einer gewissen Weise so viel, dass es überall wo ich bin und in alles, was ich tue, hineinwirkt und die Qualität entsprechend „färbt“, während die Qualität des Alten dagegen blass, sogar farblos erscheint.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ja, dorthin, wo es „das Herz“ zieht.

An dieser Stelle würde es noch um das gehen, was ich oben als "Gewohnheit" zu beschreiben versuchte, das im Menschen irgendwie noch wirken würde, vielleicht eben im Sinne einer "menschlichen Prägung", etwas von dem was "die eigentliche Seele überdeckt".

Ja, worunter ich eher etwas verstehe, das von aussen auf mich eingewirkt hatte. Du nicht?

Und dann wäre da vielleicht noch ein verändertes Wollen "des Herzens" aus einer Veränderung in seelisch ergriffenen Geisteranteilen.

Ja, wohl das, was ich weiter oben als „von verblassender Qualität“ beschrieben habe?

Dabei käme dann zu tragen, daß solche "Prägung" auch in gewisser Weise auf "Resonanz" beruhen würde.

Das wäre der erstgenannte Punkt? Oder eventuell doch der letztere?

Aber sie hat auch eine gewisse "Beharrungskraft"? Zumindest wenn noch nicht ganz klar ist, welchem Herrn das Herz nun "im Zweifel" wie folgen will? Welcher darin Priorität erhält, wenn Impulse einander gegenseitig ausschließen.

Ja, vielleicht täusche ich mich darin - aber ich nehme diesbezüglich innere Veränderungen wahr, welche immer mehr dem „Neuen“ zuneigen - und dieses auch, wenn nötig, „durchsetzen“, indem innerlich dazu gestanden wird und es sich immer präsenter auch im Alltagsleben zeigt.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Bei dieser „Betrachtung“ der eigenen Seele verhält es sich im Unterschied zur Anstrahlungsbeziehung eher so, dass man weniger den Drang oder Wunsch verspürt, etwas vor sich selbst (zuvor der Anstrahlungsbeziehung) zu verbergen.

Inwiefern "verbergen"? Gefallenwollen?

Möglicherweise?

Etwas wie bewußtere Scham?

Wohl auch das, ja.

Ja, in Anstrahlung "von außen" wird zugleich Geistiges ergriffen gehalten, das auch eigentlich dem "von außen anstrahlenden" Einfluß oft erheblich entgegenstrebt.

Weil es beispielsweise falsch verstanden wird? In einer Weise interpretiert wird, die nicht sehr viel mit dem anstrahlenden Einfluss zu tun hat?

Aber es "verschwindet aus dem Fokus", bis aus irgendeinem Grund die äußere Anstrahlung vielleicht mal geringer würde.

Hm - das geistig ergriffen Gehaltene würde dadurch nicht richtig gesehen werden (wie von Nebel umhüllt sein)?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Kommen diese unangenehmen Gefühle auf, weil man seinem seelischen Zustand näherkommt, dann besteht zunehmend die Tendenz, diesen viel direkter zu begegnen - innerlich dazu zu stehen und sich ihnen gegenüber nicht mehr so abwehrend zu verhalten. Verstehst Du, wie ich es meine?

Könnte sein? Aber wie soll sich soetwas irgendjemand formal schon sicher sein, wenn es nicht menschensprachlich "gegengeprüft" worden ist?

Vielleicht wächst die innere Sicherheit beispielsweise durch ein zunehmend verändertes (klareres) Wahrnehmen dessen, was um einen herum geschieht und dementsprechend verändert auch auf einen selbst reagiert wird? Das hiesse also, die Resonanz würde sich verändern.

In "Stille" in Bezug auf eigenes Seelisches wird die Wahrnehmung "klarer" sein? Und vielleicht würde auch "Gefallenwollen" dann ferner liegen, wenn der Bezugspunkt näher bei eigenem Seelischen läge.

Ja. Wem würde man denn gefallen wollen, sich selbst? Und wenn man das wirklich in dieser Weise wahrnimmt, kommt es einem nahezu „lächerlich“ vor. Ich habe mich auch schon selbst erlebt, dass ich solche Gedanken und Empfindungen wahrnahm und tatsächlich über mich selbst lachen musste. Auch meiner Scham bin ich schon des Öfteren begegnet und habe dieses Gefühl intensiv durchlebt und nicht weggestossen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Wie könnte das dann sonst z.B. ablaufen?

Du meinst, wenn sie nicht auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?

Sozusagen, ja.

Wohl am ehesten auf rein energetischer Ebene?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dann wären es vielleicht eher energetische Schwingungen, unter gewissen Umständen könnten auch körperbezogene Sinneswahrnehmungen dabei eine Rolle spielen. Es käme wahrscheinlich darauf an, welche Ebene eines Menschen am meisten dafür empfänglich wäre - die körperliche, seelische oder geistige.

Dann könnte eine "energetische Schwingung" konditionieren und so etwas hervorrufen, das "der Seele übergestülpt" sein würde? Was könnte das z.B. sein?

Zum Beispiel sich stetig wiederholende nonverbale Botschaften, beispielsweise in der Art: „Du bist so, wie Du bist, nicht richtig - nicht liebenswert - Du müsstest so und so sein, damit ich Dich lieben kann.“
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » So 27. Nov 2022, 00:10

Agape hat geschrieben:Du gehst davon aus, dass nur das „Unangenehme“ nicht so gut ankommt?

Empfindest du es vielschichtiger? Könnte etwas das "nicht gut ankommt" für dich zugleich "angenehm" sein? Das wäre wohl wie so vieles auch eine Frage der menschensprachlichen Begriffsverständnisse die jemand verwendet.
Was ich bisher jedoch noch nicht ganz nachvollziehen kann, ist diese gewisse „Wertung“ bezüglich angenehm/unangenehm. Oft sind es nämlich gerade die unangenehmen Impulse, die mich zum Nachdenken verleiten,

Ja, das ist wohl bei vielen manchmal so? Darin klingt auch etwas an, an dem jemand bisher festhält, das diesem Impuls aber geistig widersprechen würde?
während die angenehmen nicht so viel Spuren hinterlassen.

Aha, das würde ich auf mich bezogen nicht so sagen, glaube ich. Das wäre wohl eine andere Art der Fokussierung, bei der eher Stimmiges im Mittelpunkt der seelischen Wahrnehmung stünde.
Daneben gibt es aber Dinge, die ich ganz alleine in mir entwickelt hatte und die mir über längere Zeit viel bedeuteten, obwohl sie niemanden in meinem Umfeld interessiert, ja sogar zu gewisser Ablehnung durch dieses geführt hatten. Solchen Dingen gegenüber empfinde ich heute teilweise keine Ambitionen mehr, deren Bedeutung rückt immer mehr in den Hintergrund zugunsten von anderem, das mir viel mehr bedeutet, in einer gewissen Weise so viel, dass es überall wo ich bin und in alles, was ich tue, hineinwirkt und die Qualität entsprechend „färbt“, während die Qualität des Alten dagegen blass, sogar farblos erscheint.

Ja, das kann sein. Wie ein Ringen verschiedener Faktoren wirkt das so aber eher nicht auf mich, mehr wie ein beiläufigeres "Abfallen" von Manchem.
Ja, worunter ich eher etwas verstehe, das von aussen auf mich eingewirkt hatte. Du nicht?

Aus meiner Sicht könnte etwas, das "selbst entwickelt wurde" auch unter "Gewohnheit" fallen.
Dabei käme dann zu tragen, daß solche "Prägung" auch in gewisser Weise auf "Resonanz" beruhen würde.

Das wäre der erstgenannte Punkt? Oder eventuell doch der letztere?

Was meinst du damit?
Ja, in Anstrahlung "von außen" wird zugleich Geistiges ergriffen gehalten, das auch eigentlich dem "von außen anstrahlenden" Einfluß oft erheblich entgegenstrebt.

Weil es beispielsweise falsch verstanden wird?

Ich würde sagen, diese Ebene ist tiefer als "Verstehen", auch wenn sie an sich verstehbar ist. Es geht da nicht um Betrachten, sondern mehr um Sein, das dann Gegenstand von Betrachten werden kann.
In einer Weise interpretiert wird, die nicht sehr viel mit dem anstrahlenden Einfluss zu tun hat?

Nein.
Hm - das geistig ergriffen Gehaltene würde dadurch nicht richtig gesehen werden (wie von Nebel umhüllt sein)?

Es wirkt, ob reflektiert oder nicht, würde ich sagen.
Vielleicht wächst die innere Sicherheit beispielsweise durch ein zunehmend verändertes (klareres) Wahrnehmen dessen, was um einen herum geschieht

Ja.
und dementsprechend verändert auch auf einen selbst reagiert wird? Das hiesse also, die Resonanz würde sich verändern.

Aha, wenn manches abgelegt wurde, könnte das schon gut sein, denn dabei wäre auch die Beziehung eines Menschen "zu seiner eigenen Seele" ein Einflußfaktor, würde ich sagen. Auch wenn noch nicht wirklich anderer Geist bezogen auf eigentliche seelische Substanz ergriffen worden wäre.
Ich habe mich auch schon selbst erlebt, dass ich solche Gedanken und Empfindungen wahrnahm und tatsächlich über mich selbst lachen musste.

:)
Zum Beispiel sich stetig wiederholende nonverbale Botschaften, beispielsweise in der Art: „Du bist so, wie Du bist, nicht richtig - nicht liebenswert - Du müsstest so und so sein, damit ich Dich lieben kann.“

"Geprägtsein von der Art von Anstrahlungseinflüssen"? Richtung Wirkung "morphisches Feld"?

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » So 27. Nov 2022, 21:22

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Du gehst davon aus, dass nur das „Unangenehme“ nicht so gut ankommt?

Empfindest du es vielschichtiger?

Ja, auf jeden Fall.

Könnte etwas das "nicht gut ankommt" für dich zugleich "angenehm" sein?

Ja, es enthält auch angenehme Aspekte.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Was ich bisher jedoch noch nicht ganz nachvollziehen kann, ist diese gewisse „Wertung“ bezüglich angenehm/unangenehm. Oft sind es nämlich gerade die unangenehmen Impulse, die mich zum Nachdenken verleiten,

Ja, das ist wohl bei vielen manchmal so? Darin klingt auch etwas an, an dem jemand bisher festhält, das diesem Impuls aber geistig widersprechen würde?

Es könnte gut sein, dass dies bei mir öfters der Fall ist.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:während die angenehmen nicht so viel Spuren hinterlassen.

Aha, das würde ich auf mich bezogen nicht so sagen, glaube ich. Das wäre wohl eine andere Art der Fokussierung, bei der eher Stimmiges im Mittelpunkt der seelischen Wahrnehmung stünde.

Bei den angenehmen Impulsen empfinde ich manchmal Traurigkeit, als wüsste ich, dass sie vergänglich sind. Bei den unangenehmen Impulsen empfinde ich diese Vergänglichkeit auch, jedoch stimmt sie mich letzten Endes eher freudig-zuversichtlich, als wüsste ich, dass diese Impulse ein Potenzial für geistiges Wachstum enthalten und sie deshalb "für die Ewigkeit" sind.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Daneben gibt es aber Dinge, die ich ganz alleine in mir entwickelt hatte und die mir über längere Zeit viel bedeuteten, obwohl sie niemanden in meinem Umfeld interessiert, ja sogar zu gewisser Ablehnung durch dieses geführt hatten. Solchen Dingen gegenüber empfinde ich heute teilweise keine Ambitionen mehr, deren Bedeutung rückt immer mehr in den Hintergrund zugunsten von anderem, das mir viel mehr bedeutet, in einer gewissen Weise so viel, dass es überall, wo ich bin und in alles, was ich tue, hineinwirkt und die Qualität entsprechend „färbt“, während die Qualität des Alten dagegen blass, sogar farblos erscheint.

Ja, das kann sein. Wie ein Ringen verschiedener Faktoren wirkt das so aber eher nicht auf mich, mehr wie ein beiläufigeres "Abfallen" von Manchem.

Ja, wie ein Ringen verschiedener Faktoren empfinde ich es meistens nicht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Dabei käme dann zu tragen, daß solche "Prägung" auch in gewisser Weise auf "Resonanz" beruhen würde.

Das wäre der erstgenannte Punkt? Oder eventuell doch der letztere?

Was meinst du damit?

1. Punkt: „An dieser Stelle würde es noch um das gehen, was ich oben als "Gewohnheit" zu beschreiben versuchte, das im Menschen irgendwie noch wirken würde, vielleicht eben im Sinne einer "menschlichen Prägung", etwas von dem was "die eigentliche Seele überdeckt".

2. Punkt: „Und dann wäre da vielleicht noch ein verändertes Wollen "des Herzens" aus einer Veränderung in seelisch ergriffenen Geisteranteilen“.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Ja, in Anstrahlung "von außen" wird zugleich Geistiges ergriffen gehalten, das auch eigentlich dem "von außen anstrahlenden" Einfluß oft erheblich entgegenstrebt.

Weil es beispielsweise falsch verstanden wird?

Ich würde sagen, diese Ebene ist tiefer als "Verstehen", auch wenn sie an sich verstehbar ist. Es geht da nicht um Betrachten, sondern mehr um Sein, das dann Gegenstand von Betrachten werden kann.

Aber es besteht eine Art von „Kluft“ zwischen dem, was geistig ergriffen gehalten wird und der „Qualität“, die der anstrahlende Einfluss tatsächlich hat?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Zum Beispiel sich stetig wiederholende nonverbale Botschaften, beispielsweise in der Art: „Du bist so, wie Du bist, nicht richtig - nicht liebenswert - Du müsstest so und so sein, damit ich Dich lieben kann.“

"Geprägtsein von der Art von Anstrahlungseinflüssen"? Richtung Wirkung "morphisches Feld"?

Könnten solche nonverbalen Botschaften eventuell auch aus zwischenmenschlichen Beziehungen im Umfeld stammen?
https://morphischesfeld.com/faq/gedankenuebertragung-morphogenetisches-feld/
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » So 27. Nov 2022, 22:28

Agape hat geschrieben:Ja, auf jeden Fall.

Gut.
Ja, es enthält auch angenehme Aspekte.

Aber es sind wohl eher "einwirkende Gewalten"? "Leid" ist eigentlich ja nicht zwangsläufig, sondern soweit ich sehe oft auch ein "lauterer Hinweis", wenn "leisere" zu wenig beachtet wurden.
Es könnte gut sein, dass dies bei mir öfters der Fall ist.

Soetwas dürfte unter Erdenmenschen in vielen Kombinationen nicht nur extrem verbreitet vorkommen, sondern auch eine riesige Rolle spielen.
Bei den angenehmen Impulsen empfinde ich manchmal Traurigkeit, als wüsste ich, dass sie vergänglich sind.

Könnte man so deuten, daß du soweit verbreitet Vergängliches angenehm finden würdest. Und dir das eventuell andererseits auch irgendwie unangenehm wäre.
Bei den unangenehmen Impulsen empfinde ich diese Vergänglichkeit auch, jedoch stimmt sie mich letzten Endes eher freudig-zuversichtlich, als wüsste ich, dass diese Impulse ein Potenzial für geistiges Wachstum enthalten und sie deshalb "für die Ewigkeit" sind.

Hm, aha.
1. Punkt: „An dieser Stelle würde es noch um das gehen, was ich oben als "Gewohnheit" zu beschreiben versuchte, das im Menschen irgendwie noch wirken würde, vielleicht eben im Sinne einer "menschlichen Prägung", etwas von dem was "die eigentliche Seele überdeckt".

Prägung (eher von außen).
2. Punkt: „Und dann wäre da vielleicht noch ein verändertes Wollen "des Herzens" aus einer Veränderung in seelisch ergriffenen Geisteranteilen“.

"Ausgangspunkt für individuelle Resonanzen."
Aber es besteht eine Art von „Kluft“ zwischen dem, was geistig ergriffen gehalten wird und der „Qualität“, die der anstrahlende Einfluss tatsächlich hat?

Ja, das wäre auch recht verschieden Wirkendes. Das eine "mehr von innen", das andere "mehr von außen"
Könnten solche nonverbalen Botschaften eventuell auch aus zwischenmenschlichen Beziehungen im Umfeld stammen?

"Nonverbal" kann man wohl so oder so umreißen. Der Begriff sagt ja erstmal nur aus "nicht verbal".

Dann könnte man z.B. noch überlegen, was "Botschaft" sein soll. Z.B. auch irgendeine Art von Aussehen?

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mo 28. Nov 2022, 15:15

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ja, es enthält auch angenehme Aspekte.

Aber es sind wohl eher "einwirkende Gewalten"? "Leid" ist eigentlich ja nicht zwangsläufig, sondern soweit ich sehe oft auch ein "lauterer Hinweis", wenn "leisere" zu wenig beachtet wurden.

Ich bin mir nicht so sicher, ob (bei mir) die Folgen von unangenehmen Aspekten durchwegs als Leid bezeichnet werden können. Oft empfinde ich anfänglich eine Art von "Schock"-Zustand (eventuell als "einwirkende Gewalt"), der mich dann für eine Zeitlang „lähmt“, bewegungsunfähig macht. Allmählich löst sich dieser Zustand jedoch wieder auf und erlaubt mir ein fokussierteres Betrachten/Reflektieren dessen, was in mir geschieht. Aber ob man hierbei wirklich von „Leid“ sprechen kann, bezweifle ich eher.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Bei den angenehmen Impulsen empfinde ich manchmal Traurigkeit, als wüsste ich, dass sie vergänglich sind.

Könnte man so deuten, daß du soweit verbreitet Vergängliches angenehm finden würdest. Und dir das eventuell andererseits auch irgendwie unangenehm wäre.

Es trifft wohl zu, dass ich hierbei manchmal eine Ambivalenz empfinde.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:1. Punkt: „An dieser Stelle würde es noch um das gehen, was ich oben als "Gewohnheit" zu beschreiben versuchte, das im Menschen irgendwie noch wirken würde, vielleicht eben im Sinne einer "menschlichen Prägung", etwas von dem was "die eigentliche Seele überdeckt".

Prägung (eher von außen).

Ja.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
2. Punkt: „Und dann wäre da vielleicht noch ein verändertes Wollen "des Herzens" aus einer Veränderung in seelisch ergriffenen Geisteranteilen“.

"Ausgangspunkt für individuelle Resonanzen."

Dabei würde es sich vermutlich um eine andere Ebene handeln, als die, welche verbreitet als „Ego“ bezeichnet wird? Es ginge wohl um etwas, das in gewissen Kreisen im Gegensatz zu Punkt 1 als eher „positiv“ bewertet würde?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Aber es besteht eine Art von „Kluft“ zwischen dem, was geistig ergriffen gehalten wird und der „Qualität“, die der anstrahlende Einfluss tatsächlich hat?

Ja, das wäre auch recht verschieden Wirkendes. Das eine "mehr von innen", das andere "mehr von außen"

Könnte mit „mehr von innen“ eventuell auch das gemeint sein?

"Aber sie hat auch eine gewisse "Beharrungskraft"? Zumindest wenn noch nicht ganz klar ist, welchem Herrn das Herz nun "im Zweifel" wie folgen will? Welcher darin Priorität erhält, wenn Impulse einander gegenseitig ausschließen."

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Könnten solche nonverbalen Botschaften eventuell auch aus zwischenmenschlichen Beziehungen im Umfeld stammen?

"Nonverbal" kann man wohl so oder so umreißen. Der Begriff sagt ja erstmal nur aus "nicht verbal".

Da ging es mir hauptsächlich um eine Abgrenzung von dem:

„Wäre das nach deinem Verständnis auch bei manchen Anstrahlungsbeziehungen so, die nicht so sehr auf menschensprachlich Vermitteltem beruhen?“

Dann könnte man z.B. noch überlegen, was "Botschaft" sein soll. Z.B. auch irgendeine Art von Aussehen?
Dazu:
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks von einem Menschen bestimmt werden von Aussehen, Kleidung, Haltung, Gestik und Mimik, Sprechgeschwindigkeit, Stimmlage, Betonung und Dialekt – und nur fünf Prozent davon, was jemand mit Worten sagt.

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/kommunikation/koerpersprache/index.html

Bei dem, worauf ich weiter oben jedoch vor allem hinauswollte, geht es eher um eine Art von „Doppelbotschaft“, indem zwar vordergründig etwas Bestimmtes gesagt wird - hintergründig aber dazu in eine andere Richtung empfunden wird.

Sind es nicht oft Kinder, welche solches bei den Erwachsenen wahrnehmen - vor allem, wenn dies immer wieder auf die gleiche Weise geschieht? Sie erkennen einen Widerspruch, wobei dann eventuell die „versteckte“ (nonverbale) Botschaft mehr Gewicht hat, als die ausgesprochenen Worte.
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