Sühneseelen

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Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » So 15. Dez 2024, 18:12

Faustyna bezieht sich bei diesem Leiden zugunsten anderer laufend auf die Leiden Christi. Ich würde sagen, die stehen im Zusammenhang mit etwas, das eben Seelen zugutekommen kann, die auch finsterere Geistwesen ergriffen halten. Das Prinzip ist universell, nicht speziell bezogen auf Christus und diese Auslösungstat und das Führen von Seelen aus schlechten Zuständen heraus über eine Zeit andauernd als fortlaufenden Prozeß. So wirken verbreitet auch meines Wissens "Lichtseelen", deren Existenz Faustyna wohl auch aus Geist bekannt gewesen war. Ab uns zu schildert Faustyna nicht nur "Elend" zu sein, sondern auch Eigenschaften, die wohl als "Werke des Fleisches" durchgehen. Was bedeutet, daß es für Faustyna auch bei all den "Gnadengaben" schon noch um den Weg ging Gottes Geist rein zu ergreifen. Daraus würde ich vermuten, daß "Sühneseelen" in einem geistigen Zustand agieren, in dem Gottes Geist von diesen Seelen noch nicht so rein ergriffen wurde. Das angenommen wirkt die Sache für mich auch stimmig.

Agape
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Agape » So 15. Dez 2024, 19:16

Das Geheimnis der Sühneseelen

Nur durch Leiden werden die Seelen gerettet ..
(entnommen aus der Schrift "Der Gefährte" Nr. 4/1989)

Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Christus, der Herr hat nicht die Erlösung vom Kreuz gebracht, sondern die Erlösung d u r c h das Kreuz. Seine Revolution ist die Passion und Agonie. Nur eine Liebe, die bis zur Torheit geht, kann dieses Geheimnis begreifen.

Der Weg zu Gott führt durch Abgründe und Tiefen, durch Dunkelheit, Nacht und Leid zum Licht. Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Nichts ist so kostbar, wie geduldig Leiden und das Kreuz mit Ergebung in Gottes heiligem Willen zu tragen. In den Sühneseelen triumphiert Gott über Satans Macht und Wirken.

Opferseelen, Sühneseelen, was will das besagen? Das sind die Seelen der vollkommenen Hingabe. Und was ist Hingabe im Sinne einer Opferseele, einer Sühneseele?

Das ist Hingabe im vollsten, tiefsten und strengsten Sinne des Wortes. Es ist eine Hingabe ohne Vorbehalt, ohne Grenzen, eine Hingabe bis in die letzten, in die allerletzten Forderungen hinein, die Gott an eine Seele stellen kann; eine so vollkommene Hingabe und Übergabe ihrer selbst, dass sie nicht nur gebraucht, sondern verbraucht und aufgebraucht zu werden verlangt in Seinem Dienste und nach Seiner Meinung, mit allem, was ihr gehört.

Suscipe ... nimm hin!

In diesem einen Worte ist ihr ganzes Wesen eingeschlossen, in einem sehnsuchtsvollen, einem bettelnden, einem werbenden, einem dienenden, in einem flehentlich stürmischen, ja einem brennend leidenschaftlichen:

Nimm hin! Gott sucht Seelen, die keine andere Haltung mehr kennen als diese: ausgespannt, aufgeschlossen, aufgetan, dürstend nach Ihm, harrend auf Ihn, bereit für Ihn.

Diese Hingabe ist das Höchste, was eine Menschenseele überhaupt zu leisten vermag. Sie ist die gewaltigste Torheit der Liebe, die sich begehen lässt, ist Torheit ohnegleichen, ist schrankenlose Liebe. Hingabe in diesem Maße ist etwas, das weit, unendlich weit über die natürliche Großmut der Menschennatur hinausragt.

Hingabe in diesem Grad ist nichts anderes mehr, als der Wille zum Gemartertwerden, zum Gekreuzigtwerden, zum mystischen Tode, zu einer Seelennacht und Seelennot und Seelenqual ohne Vergleich, ist Bereitschaft zum Teilhaben am Leiden Christi selbst, ist die Bereitschaft zum Mit-leiden, zum Mit-erlösen, zum Mit-geopfertwerden, zum Mit-sterben mit Ihm, auf dass Seelen gerettet werden.

Wahrhaft erschreckend ist die Gewalt der Liebe solch einer von höchster Gottesleidenschaft erfassten Seele, erschreckender noch ist die Antwort, die aus dem Herzen Gottes wie loderndes Feuer ihr entgegenschlägt.

Gott sucht solche Seelen, und wo Er sie findet, da liebt Er sie mit solcher Glut der Liebe, als hätte Er Seinen eingeborenen Sohn ein zweites Mal in Gestalt eines Menschen vor sich, um Seine geheinmisvollen Pläne von neuem an Ihm zu erfüllen.

"Siehe, ich komme, Deinen Willen zu erfüllen!"

was eine Seele vermöchte, eine einzige Seele, die dem göttlichen Willen so ganz hingegeben wäre, restlos, schrankenlos, bedingungslos, auf dass Er tue mit ihr, was und wie es Ihm gefällt. Eine Seele, von der Er weiß: sie wird durchhalten in allen Drangsalen, sie wird standhalten in allen Prüfungen, sie wird nicht wanken, nicht irrewerden, wird nichts zurücknehmen; sie wird so ganz das Abbild Seines Vielgeliebten sein, wird so ganz Seine Sprache sprechen; Sein allezeit tapfer zustimmendes:
"Ja Vater, so sei es!"

Sein von tiefster Leidenssehnsucht durchbebtes und heimlich frohlockendes:
"Siehe, ich komme, Deinen Willen zu erfüllen!"

Sein demütig unterwürfiges:
"Nicht, wie ich will ... !"

Sein vertrauensvoll sicher bergendes:
"In Deine Hände ... !"

Nein, es ist nicht auszudenken, was eine einzige Seele vermöchte, die den Mut hätte, auf die Annehmlichkeiten dieses Erdenlebens zu verzichten, die den Mut hätte, alles zu lassen und zu verlassen, alles zu opfern, alles zu tragen, alles zu leiden.

Was muss ich tun, wenn ich zu der kleinen Schar dieser mutigen Seelen gehören will? - Tun? - Nichts! - Nur geschehen lassen, nur hingegeben sein an IHN. Die Mächte der Finsternis sind am Werke. An allen Ecken und Enden lodert die Welt auf, in furchtbarstem Gotteshasse. Weit sind die Tore der Hölle geöffnet für den Widersacher von Anbeginn und seinen Anhang. Aber:
"Eine gekreuzigte Seele ist stärker als tausend Höllen!"

Denken wir es durch: Eine Seele, eine einzige Seele, eine gekreuzigte Seele, stärker ist sie als die Hölle, stärker ist sie als tausend Höllen (Bekenntnis eines Dämons).
Gebt mir zehn Seelen der vollkommenen Hingabe, ja zehn, die den Gedanken der Hingabe bis in seine letzte, erschütternde Tiefe erfassen und lebendig in sich gestalten, zehn Seelen, die den Mut haben, alles für Christus zu wagen, und - wir werden den Zorn Gottes besänftigen, wir werden die Welt vom Untergang erretten.

Ihr Opferseelen, ihr Sühneseelen, ihr Seelen der vollkommenen Hingabe, wo seid ihr? Ich rufe diese Frage hinaus in die Nacht unserer Bedrängnis. Im Namen Jesu, des Gekreuzigten, rufe ich euch.
Lasst meinen Ruf nicht ungehört verhallen!

http://mutterdererloesung.de/Katechese/suehneseelen.htm
"Schreiben ist der direkte Weg zum Herzen"
http://jakobgut.de/erdnuss.htm

Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Sa 21. Dez 2024, 11:16

Nur durch Leiden werden die Seelen gerettet ..
(entnommen aus der Schrift "Der Gefährte" Nr. 4/1989)

"Die Seelen" ist also allgemein formuliert, aber wohl beschränkt auf Seelen, die Rettung bedürfen, ob sie es selbst so reflektieren oder auch nicht.

Es kam kürzlich im Kontext von Faustynas Niederschriften schon mal wieder zur Sprache, daß es soetwas wie Lichtseelen gebe, die die Erde für andere mit erhellen, Nähe zu Gottes Geist für alle Erdenmenschen erreichbar halten. Leiden diese Lichtseelen deswegen? Es gibt wohl öfters Anfeindungen gegen sie, in Beschreibungen wird vermittelt, Jesus selbst habe in seiner Wirkzeit unter finsteren seelischen Einflüssen auf der Erde stärker gelitten.

Aber das Leiden im Sinne von "Sühneseelen" wäre vielleicht noch anders geartet? Dabei würde ja Leid von anderen Menschen übernommen, diese würden dann z.B. physisch gesund oder innerlich Lichtem irgendwie näher. Und oben wäre dann gemeint, daß Seelen nur durch solches Sühneleiden anderer gerettet werden könnten? Das sehe ich eigentlich nicht so. Und ich frage mich schon auch noch, wie das eigentlich wirken soll. Ich überlegte ja schon, daß es ein Abwägen zwischen möglichem Lichtgrad einer finstereren Seele und deren möglichem oder anzunehmenden Scheitern daran gehen könnte. Besser weniger licht als weitgehend gescheitert? Aber stellt Gott die Seelen der Erdenmenschen nicht von sich aus in passende Verhältnisse und das auch schon vor seiner Menschwerdung? Findet Leiden nicht nur da statt, wo er es zulässt? Wäre in den Umständen eines Menschen Leiden nicht zum möglichen Guten, könnte es einfach aufgehoben werden, ohne daß es ein anderer tragen müßte?
Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Christus, der Herr hat nicht die Erlösung vom Kreuz gebracht, sondern die Erlösung d u r c h das Kreuz.

Dieser Autor meint, es gab kein Erlösungswerk, sondern Menschenseelen würden sich nur auslösen können, wenn sie ihr Kreuz auf sich selbst nähmen?
Nur eine Liebe, die bis zur Torheit geht, kann dieses Geheimnis begreifen.

Hm.
Der Weg zu Gott führt durch Abgründe und Tiefen, durch Dunkelheit, Nacht und Leid zum Licht.

Zwangsläufig? Das würde ich nicht sagen.
Nein, es ist nicht auszudenken, was eine einzige Seele vermöchte, die den Mut hätte, auf die Annehmlichkeiten dieses Erdenlebens zu verzichten,

Für Seelen, bei denen Mut damit verbunden ist, auf Irdisches zu verzichten aber wohl schon meistens.
Leiden ist Gnade, ist höchste Auserwählung. Nichts ist so kostbar, wie geduldig Leiden und das Kreuz mit Ergebung in Gottes heiligem Willen zu tragen.

Leiden ist Gnade, ja. Geduldig leiden? Ich weiß nicht, Leid ist in seiner Natur etwas, das unangenehm ist. Es tritt dort auf, wo es auf manche finstere Anteile hinweist? Hier in pauschaler Weise "geduldig" zu sein könnte auch heißen nicht zum (seelischen) Grund eigenen Leids vorzustoßen, das es zu überwinden gälte.
Es ist eine Hingabe ohne Vorbehalt, ohne Grenzen, eine Hingabe bis in die letzten, in die allerletzten Forderungen hinein, die Gott an eine Seele stellen kann; eine so vollkommene Hingabe und Übergabe ihrer selbst, dass sie nicht nur gebraucht, sondern verbraucht und aufgebraucht zu werden verlangt in Seinem Dienste und nach Seiner Meinung, mit allem, was ihr gehört.

Vermutlich wäre das im Sinne "gib meines anderen, denen es schlecht geht" gemeint?
Gott sucht solche Seelen, und wo Er sie findet, da liebt Er sie mit solcher Glut der Liebe, als hätte Er Seinen eingeborenen Sohn ein zweites Mal in Gestalt eines Menschen vor sich, um Seine geheinmisvollen Pläne von neuem an Ihm zu erfüllen.

Nur vielleicht aus etwas anderen Gründen als vom Autor vermutet?

Agape
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Agape » Mo 23. Dez 2024, 21:44

Marsianer hat geschrieben:
Aber das Leiden im Sinne von "Sühneseelen" wäre vielleicht noch anders geartet? Dabei würde ja Leid von anderen Menschen übernommen, diese würden dann z.B. physisch gesund oder innerlich Lichtem irgendwie näher.

Handelt es sich dabei um Menschen, welche zu Jesus/Gott darum gebetet haben? Wie sonst wäre dies mit dem „freien Willen“ vereinbar?

Und wenn eine leidende Seele gar nicht weiss, dass es so etwas wie „Sühneleiden“ überhaupt gibt? Ehrlich gesagt, wusste ich dies bis vor einiger Zeit auch nicht. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass ich als stärkere, von Liebesgeist durchdrungene Seele leidenden Mitseelen auch beistehen würde. Aber dass ich als Leidende mein eigenes Leiden einer anderen Seele aufbürden wollte, ist etwas, das sich meiner Vorstellungskraft entzieht.

Aber stellt Gott die Seelen der Erdenmenschen nicht von sich aus in passende Verhältnisse und das auch schon vor seiner Menschwerdung? Findet Leiden nicht nur da statt, wo er es zulässt?

Diese Fragen stellen sich mir auch.
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Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Di 24. Dez 2024, 13:08

Agape hat geschrieben:Handelt es sich dabei um Menschen, welche zu Jesus/Gott darum gebetet haben?

Es machte auf mich in den Beschreibungen im Tagebuch von Faustyna keinen solchen Eindruck.
Wie sonst wäre dies mit dem „freien Willen“ vereinbar?

Der ist ja mehr ein Willensspielraum und der ist kleiner, je finsterer es in einer Seele ausschaut? Andere Seelen haben praktisch immer Einfluß in Anstrahlungseffekten? Wie wäre ein Vergleich damit?
Randnummer 1791 hat geschrieben:Als ein großes Gewitter heraufzog, fing ich an, das Rosenkranzgebet zur Barmherzigkeit zu beten. Da hörte ich die Stimme eines Engels zu Gott klagen: >Ich kann mich im Gewitter nicht nähern, denn die Helligkeit aus ihrem Mund stößt mich und das Gewitter zurück.< In dem Moment erkannte ich, welche große Verwüstung der Engel durch dieses Gewitter anrichten sollte, aber gleichzeitig erkannte ich, dass dieses Gebet Gott lieb war und wie groß Seine Macht ist.

viewtopic.php?p=9340#p9340

Faustyna benannte mehrfach, daß Auserwählte, die auch tatsächlich nah bei Gott wären, bewirken, daß die Welt nicht schon gerichtet werde?
Randnummer 1533 hat geschrieben:Ich sah Gottes Zorn, der auf Polen lastete. Jetzt sehe ich, wenn Gott unser Land mit den größten Strafen heimsuchen würde, so wäre darin noch Seine große Barmherzigkeit, denn Er könnte uns mit ewigem Untergang strafen für so große Vergehen. Ich erstarrte völlig, als der Herr für mich ein wenig den Vorhang zurückzog. Jetzt sehe ich ganz klar, dass auserwählte Seelen die Welt erhalten, damit das Maß erfüllt wird.

Das etwas weitergedacht könnte dann so gedeutet werden, daß auch die Probleme, die dem Werk Faustyna aus Vatikankreisen offenbar gemacht worden sind, bewirkten, daß Gott sie von der Erde nahm und Polen dann besetzt wurde und diese Kriegs- und Nachkriegszeit durchleben mußte.
Und wenn eine leidende Seele gar nicht weiss, dass es so etwas wie „Sühneleiden“ überhaupt gibt? Ehrlich gesagt, wusste ich dies bis vor einiger Zeit auch nicht.

Das spielt wohl nicht so die Rolle? Auch außerhalb des Christentums gibt es Menschen von denen es heißt, sie könnten anderen Krankheiten nehmen und dann selbst in einer Weise danach leiden? Ich frage mich eher, welche Wirkungen damit dann verbunden wären.
Ich könnte mir zwar vorstellen, dass ich als stärkere, von Liebesgeist durchdrungene Seele leidenden Mitseelen auch beistehen würde. Aber dass ich als Leidende mein eigenes Leiden einer anderen Seele aufbürden wollte, ist etwas, das sich meiner Vorstellungskraft entzieht.

Da würde sich z.B. vielleicht die Frage stellen, inwieweit Jesus auf der Erde wohl litt, weil er Menschen heilte.

Nochmal aus dem einen Buch zu Therese Neumann:
S. 43 hat geschrieben:Ein Gymnasiast aus
der Pfarrei, der Theologie studieren wollte, hatte ein Halsleiden bekommen, das ihn zur
Aufgabe des Theologiestudiums zu zwingen drohte. Therese Neumann flehte darum,
statt seiner das Leiden übernehmen zu dürfen. Denn „ich taug eh nichts mehr in meinem
Leben.“ So geschah es auch. Der Student konnte sein Studium fortsetzen. Therese
Neumann aber bekam ein Halsleiden, das noch heute besteht. Sie fühlt immer noch ih-
ren Hals wund und hustet manchmal Blut aus.

S. 44 hat geschrieben:Da die Arbeitsunfähigkeit des Vaters die Familie sehr hart traf, fragte Therese Neumann
ihren Seelenführer Pfarrer Naber, ob es ihr wohl erlaubt sei, darum zu bitten, daß ihr ein
weiteres Leiden auferlegt und dem Vater dafür das seine genommen werde. Als der
Pfarrer ihr erklärte, er sähe in einer solchen Bitte kein Unrecht, betete sie inbrünstig um
ihre Gewährung. Am nächsten Tage war ihr linker Arm .und ihre linke Hand so zusam-
mengezogen, daß die Fingerspitzen auf die linke Brustseite gepreßt wurden. Diese
Zwangshaltung dauerte etwas mehr als zwei Monate. Erst zu Anfang des April 1923
wurde der Arm wieder beweglich. In der Zwischenzeit entstand an dieser Stelle der
Brust ein Druckbrand. Von ihm ist, wie mir berichtet wurde, eine Narbe zurückgeblieben,
die sich dreifingerbreit über dem jetzigen Herzstigma in der Richtung zur linken Achsel
befindet.
Der Vater aber genas rasch von seinem Leiden und erhielt seine volle Arbeitsfähigkeit
zurück.

S. 49 hat geschrieben:Die Familie war in schwerster
Sorge; die Eltern, zumal die Mutter, waren untröstlich über die immer dringlicher wer-
dende Abnahme des Fußes. Therese Neumann schnitt der Jammer der Mutter noch
mehr ins Herz, als das eigene Unglück. Deshalb meinte sie, es werde wohl nicht gegen
den Willen Gottes sein, wenn sie um eine Linderung wenigstens dieses Übels bitten
würde. Täte sie es doch nicht für sich allein, sondern noch mehr um der Mutter willen.
Sie betete deshalb zwar nicht gerade um völlige Heilung, aber wenigstens um eine Mil-
derung, welche ihrer Mutter die Sorgen etwas vermindern könnte.
Ihre Schwester Zenzl hatte ihr eines Abends - es war Anfang Mai 1925 einen frischen
Verband um den Fuß gelegt. Am Abend des anderen Tages schob sie ihr zwischen den
Verband und die Wunden Blätter von Rosen, welche am Grab der am 29. April 1923
seliggesprochenen kleinen Therese von Lisieux geblüht hatten, mit denen ihr Leib be-
rührt und die dann geweiht worden waren. Therese Neumann verspürte zunächst keine
Veränderung. Nach ein paar Minuten aber fühlte sie an der kranken Stelle ein starkes
Jucken. Der Schmerz war verschwunden.

S. 56 hat geschrieben:Therese Neumann selbst war
mit allem einverstanden, was kommen würde. Nur der trostlose Schmerz der Mutter traf
auch sie aufs tiefste. Sie dachte deshalb, es könne kein Unrecht sein, wenn sie sich in
dieser äußersten Bedrängnis an die hl. kleine Theresia wenden würde, zumal diese ihr
ja versprochen hatte : „Ich werde dir auch in Zukunft helfen." Sie hatte schon vorher
dem Arzte gesagt, sie wüßte gewiß, die hl. kleine Theresia würde ihr helfen, wenn sie
sie darum bitten würde. Der Arzt, der hierin eine Versuchung sah, hatte ihr geantwortet:
„Ja, bei dir müßte die hl. Theresia immer Wunder wirken." Deshalb befragte sie vorher
den Pfarrer, ob ihr Gebet keine Versuchung Gottes sei. Dieser erhob keine Bedenken
dagegen, wenn sie die hl. kleine Theresia bitten würde, ohne Operation zu helfen, wenn
es Gott recht wäre.

S. 64 hat geschrieben:Nach Rücksprache mit dem Arzte sagte ich den
Eltern, sie sollten im Urteil des Arztes die Stimme Gottes erkennen und die kranke
Tochter sofort ins Krankenhaus verbringen lassen. Nun lief der Vater nach einem Fuhr-
werk für die Überbringung, die Mutter richtete Bett und Wäsche her, die Kranke aber rief
mich zu sich und fragte, ob sie nicht die kleine hl. Theresia bitten dürfe, ohne Operation
zu helfen, wenn es Gott recht wäre, nicht weil sie die Kranke, nicht operiert werden wol-
le, sondern weil halt die Mutter gar so trostlos jammere. Auf meine bejahende Antwort
hin ließ sie sich eine Reliquie der hl. Theresia auf die kranke Stelle legen. Während nun
die Anwesenden zur hl. Theresia beteten, wand sich die Kranke wie ein Wurm im Bette.
Urplötzlich aber richtete sie sich etwas auf, öffnete die Augen, ihr Gesicht wurde wie
verklärt, sie hob die Hände und streckte sie nach jemand vor ihr aus, sprach einige Male
Ja` und setzte sich dann ganz auf. Hierauf drückte sie etliche Male auf die kranke Stelle
mit der Frage Wirklich? Nun fragte ich, ob vielleicht die hl. Theresia wieder da gewesen
sei und ihr geholfen habe. Antwort: Ja, und sie hat gesagt, ich solle gleich in die Kirche
gehen und Gott danken. Mutter, bringt mir ein Gewand! Nun zog sie sich an und wir gin-
gen, etwa zehn Personen, zur Kirche. Aller Schmerz und alles Fieber war verschwun-
den.

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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Di 24. Dez 2024, 19:16

Vielleicht als Beispiel künstlerischer Darstellung hier auch interessant wäre möglicherweise die Miniserie "Das Erwachen" von 2008 (französischer Originaltitel "Eternelle"). Darin zeigt eine mysteriöse Frau die Fähigkeit bei Augenkontakt "die Gedanken" anderer zu lesen (auch die von Tieren) und sie sich selbst auch zu nehmen. Etwa die Fähigkeit ein Autorennspiel zu spielen, gut zu singen von einer Sängerin oder die Fähigkeit Klavier zu spielen (mit den selben kleinen Fehlern wie derjenige). Die, von denen die Fähigkeit genommen wird, verfügen dann nicht mehr über sie. Die Sängerin kann nicht mehr gut singen, der andere nicht mehr Klavierspielen. Beides sind Fähigkeiten, die eben auch auf Erfahrung zurückgehen.

Die mysteriöse Frau sieht dann in den Gedanken eines Mannes, daß er Menschen umgebracht hat und nimmt ihm schließlich eine Mordlust, welche dann die Frau treibt. Von diesem Mörder mitübernommen wurde dabei die Abneigung gegen Ratten, die auch auf weitere Wesen überging, die mit der Frau in gewisser Verbindung standen.

Einem Mann im Rotlichtbereich, der wohl irgendwie jahrelang schon in gewaltsamen Menschenhandel verwickelt war, gab sie ihre Sicht auf ihn, worauf er sich recht unmittelbar selbst mit dem Revolver eines seiner Securityleute erschoß.

Da sie sieht, daß ein Gastgeber unter der Trennung von der ehemaligen Ehefrau leidet, nimmt sie diesem nach dem kurzen Kennenlernen dessen verklärte nach ihrer Ansicht falsche Sicht auf die ehemalige Frau, wonach der sich dann gar nicht mehr erinnert eine Frau gehabt zu haben. Und so weiter.

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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » So 5. Apr 2026, 14:50

Heilige Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes-Verlag 2009 (1. Auflage 1958), Handschrift A (An Mutter Agnes de Jesus), Dem Karmel entgegen, S. 99 hat geschrieben:Oh! seit dieser einzigartigen Gnade wuchs meine Begierde, Seelen zu retten, jeden Tag, mir war, ich hörte Jesus sagen wie zur Samariterin: "Gib mir zu trinken!" Es war ein wahrer Tauschhandel der Liebe; den Seelen gab ich das Blut Jesu, und Jesus bot ich eben diese Seelen an, so glaube ich seinen Durst zu stillen, und je mehr ich ihm zu trinken gab, desto größer wurde der Durst meiner armen kleinen Seele, und diesen brennenden Durst gab er mir als den köstlichsten Trank der Liebe...

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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Do 9. Apr 2026, 16:36

Im Karmel, S. 186 hat geschrieben:Ich dachte an jene Seelen, die sich der Gerechtigkeit Gottes anbieten, um die über die Sünder verhängten Strafen abzuwenden und auf sich zu lenken. Diese Aufopferung erschien mir groß und hochherzig, doch fühlte ich keine Neigung, ein Gleiches zu tun. "O mein Gott, rief ich aus Herzensgrund, soll denn nur deine Gerechtigkeit Seelen empfangen, die sich als Schlachtopfer darbieten?... Bedarf denn deine Erbarmende Liebe ihrer nicht ebenso?... Von allen Seiten wird sie verkannt, verworfen; die Herzen an die du sie verschwenden möchtest, kehren sich den Geschöpfen zu und erbetteln von ihrer erbärmlichen Zuneigung das Glück, statt sich in deine Arme zu werfen und deine unendliche Liebe anzunehmen... O mein Gott! soll deine verschmähte Liebe nun mehr in deinem Herzen verbleiben? Fändest du Seelen, die sich deiner Liebe als Ganz-Brandopfer darböten, ich meine, du würdest sie schnell verzehren; mir scheint, du wärst glücklich, die Fluten unendlicher Zärtlichkeit, die in dir sind, nicht länger zurückzudrängen... Wenn deine Gerechtigkeit die Neigung hat, sich zu entladen, sie, die sich doch nur auf die Erde erstreckt, wieviel mehr verlangt dann deine erbarmende Liebe danach, die Seelen zu entflammen, weil doch deine Barmherzigkeit sich erhebt bis zum Himmel... O mein Jesus, laß mich dies glückliche Opfer sein, verzehre dein Brandopfer mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe!..." [...] ich weiß, daß Jesus nicht wünschen kann, uns unnötige Leiden aufzuerlegen, [...]

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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Mo 15. Jun 2026, 13:24

Heilige Gemma Galgani hat geschrieben:19. Juli. + Heute Abend endlich, nachdem ich 6 Tage lang unter der Abwesenheit von Jesus gelitten
hatte, fühlte ich mich ein wenig gesammelt. Ich schickte mich an zu beten, wie ich es jeden
Donnerstag tue; ich hätte gern gekniet dabei, aber der Gehorsam schrieb vor, dass ich es im Bett tat,
und so machte ich es; ich begann an die Kreuzigung Jesu zu denken. Zuerst fühlte ich nichts, aber
nach einigen Minuten spürte ich ein wenig innere Sammlung: Jesus war nahe. Auf die Sammlung
folgte dann, wie es schon andere Male geschehen war: mir schwanden die Sinne und ich befand
mich bei Jesus, der schreckliche Leiden litt. Wie kann man Jesus leiden sehen, ohne Ihm helfen zu
wollen? Ich fühlte also gleich ein sehr großes Verlangen, zu leiden, und bat Jesus, mir diese Gnade
zu geben. Er gewährte sie mir sogleich und tat, wie Er es schon mehrere Male getan hatte: Er kam
auf mich zu, nahm die Dornenkrone von Seinem Haupt und setzte sie auf das meine, und ließ mich
dann so. Als Er aber sah, dass ich Ihn unverwandt anschaute, begriff Er sogleich den Gedanken, der
mir in diesem Augenblick kam; ich dachte nämlich: vielleicht liebt mich Jesus nicht mehr, weil Er
sonst, wenn Er mir Seine Liebe zeigen will, mir die Dornenkrone recht fest auf den Kopf oder an
die Schläfen drückt. - Jesus verstand und presste mir die Krone mit Seinen Händen an die Schläfen.
Es waren schmerzhafte, aber glückliche Augenblicke. Und so verbrachte ich eine Stunde im Leiden
mit Jesus. Gern hätte ich die ganze Nacht so verbracht, aber da Jesus den Gehorsam so liebt,
unterwarf Er sich selbst dem Gehorsam des Beichtvaters und verließ mich nach einer Stunde, das
heißt, Er ließ sich nicht mehr von mir sehen; aber es ereignete sich etwas, was sonst nie
vorgekommen war. Jesus nahm mir nämlich gewöhnlich, wenn Er mich verließ, die Dornenkrone
von meinem Haupt und setzte sie wieder auf das Seine; gestern dagegen ließ Er sie mir bis gegen 4
Uhr. Ehrlich gesagt, ich litt schon ein wenig, aber doch gelang es mir, nur ein einziges Mal zu
klagen. Jesus wird mir verzeihen, dass mir manchmal ein Klagelaut entschlüpft, weil es ganz
unfreiwillig ist. Ich litt bei jeder Bewegung, die ich machte: aber das ist alles meine Einbildung und Phantasie.

Gestern, gegen 4 Uhr, kam mir das Verlangen, mich noch einmal ein wenig mit Jesus mystisch zu
vereinen; ich versuchte es und plötzlich war ich mit Ihm vereint. Ehrlich gesagt, empfand ich große
Unlust, da ich mich müde fühlte und ohne Kraft. Ich war also aufs Neue bei Jesus. Er setzte sich
neben mich, aber Er war nicht mehr so traurig wie in der Nacht, sondern freudig. Er liebkoste mich
ein wenig und dann nahm Er mir zu meiner großen Freude die Krone vom Kopf (ein wenig litt ich
noch, aber weniger) und setzte sie auf Sein Haupt, und ich fühlte keinen Schmerz mehr; plötzlich
kehrten die Kräfte zurück und ich befand mich besser als vor dem Leiden. Jesus fragte mich dann
verschiedene Dinge; ich sagte Ihm, dass Er mir nicht befehlen solle, zu P. Vallini beichten zu gehen,
weil ich nicht gerne zu ihm gehe; da wurde Jesus ernst und sagte ein wenig streng, dass, wenn ich
es nötig hätte, ich sogleich zu ihm gehen solle. Ich versprach es Ihm und werde gern gehen. Ich
hatte immer Jesus so viele Sachen zu sagen; manchmal fühlte ich mich ein wenig ohnmächtig
werden; dann versprach Er mir, später bei den Abendgebeten, wiederzukommen; damit war ich
auch sehr zufrieden: Er öffnete mir Sein Herz, und ich sah darin zwei Worte geschrieben, die ich
nicht begriff. Ich bat Ihn, sie mir zu erklären; Jesus antwortete mir: „Ich liebe dich deswegen so
sehr, weil du mir sehr ähnlich bist." - „Worin, o Jesus" - fragte ich Ihn -, „da ich mich Dir doch so
unähnlich fühle?" - „Im Demütigsein", antwortete Er mir. Jetzt begriff ich alles, mir kam mein
ganzes vergangenes Leben in den Sinn. Ein großer Fehler ist immer meine Leidenschaft, der Stolz
gewesen. Als ich klein war, hörte ich überall, wo ich ging, von allen sagen, dass ich eine große
Stolze sei. Aber Jesus, welche Mittel hat Er gebraucht, um mich zu demütigen, besonders in diesem
Jahr. Endlich habe ich begriffen, wer ich wirklich bin. Jesus sei stets gedankt! Es fügte aber mein
Gott noch hinzu, dass Er mich mit der Zeit zu einer Heiligen machen würde (darüber sage ich
nichts, weil es unmöglich ist, dass das eintritt, was Er da sagte). Er gab mir noch einige
Mitteilungen für den Beichtvater und segnete mich. Ich begriff, wie immer, dass Er sich für einige
Tage entfernte. Wie gut ist Jesus! Kaum geht Er, so lässt er mir den Schutzengel, der mir mit
dauernder Liebe, Wachsamkeit und Geduld zur Seite steht. O Jesus, ich habe Dir versprochen, dass
ich Dir immer gehorchen werde, und wiederhole es von neuem. Wie es immer sein mag, ob meine
Phantasie im Spiel ist oder eine Machenschaft des Teufels: meine Hauptsorge soll immer sein, Dir
zu gehorchen.

https://www.gemmagalgani.de/schriften/tagebuch-band-2

Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Di 16. Jun 2026, 07:53

Was die heilige Gemma angeht habe ich bisher nur angefangen ihr Tagebuch zu lesen, das zu führen ihr wie im Fall der heiligen Faustyna von einem Priester aufgetragen worden war. Im Fall von Gemma allerdings offenbar nur für 6 Wochen im Sommer 1900. Soweit ich daraus bisher verstehe fand diese Übergabe der Dornenkrone zu dieser Zeit bereits jede Woche Donnerstag statt. Vom 26. bis 27.7. liest sich das dann so:
Heilige Gemma hat geschrieben:Am Abend dann, als ich meine Gebete verrichtet hatte,
schickte ich mich an, meine gewohnte heilige Stunde zu halten. Jesus stand immer bei mir; ich lag
zu Bett wie gewöhnlich, weil ich sonst nachher nicht fähig gewesen wäre, mich mit meinem lieben
Jesus zu unterhalten und mit Ihm zu leiden. Ich litt viel; denn Er gab mir einen neuen Beweis Seiner
Liebe zu mir, indem Er mir Seine Dornenkrone bis zum nächsten Tag schenkte; am Freitag liebt
mich Jesus noch mehr. Am Abend dann nahm Er mir die Krone ab, indem Er mir sagte, dass Er
zufrieden mit mir war; Er liebkoste mich und sagte mir noch: „Tochter, wenn Ich dir noch andere
Kreuze gebe, so betrübe dich nicht." Ich versprach es Ihm, und Er verließ mich.

An diesem Freitag litt ich mehr, weil ich noch andere Arbeiten tun musste, so dass ich bei jeder
Bewegung meinte, sterben zu müssen. Es hatte mir nämlich die Tante aufgetragen, am Brunnen
Wasser aufzuziehen: ich hatte große Mühe damit, mir schien (aber das war alles nur meine
Einbildung), dass die Dornen mir ins Gehirn drangen und mein Blut an den Schläfen auszutreten
begann. Ich reinigte mich in aller Eile und man bemerkte wenig. Man fragte mich, ob ich gefallen
sei und mir den Kopf verletzt habe; ich sagte, dass ich mich an der Kette des Ziehbrunnens zerkratzt
habe. Dann ging ich zu den Nonnen; es war 10 Uhr und ich blieb bei ihnen bis 5 Uhr. Dann kehrte
ich nach Hause zurück, aber Jesus hatte mir die Dornenkrone schon abgenommen.

Entweder das Tagebuch selbst oder die Übersetzung wirkt auf mich in manchen Formulierungen recht unklar. Was wird hier als Einbildung eingeordnet? Nur daß die Dornen ins Gehirn zu dringen schienen? Denn eingebildete Wunden würden wohl nicht von Mitmenschen kommentiert? Die Dornenkrone wurde Fr vor 17:00 abgenommen, aber das Abnehmen wird im Eintrag von Do bereits vorweggenommen? Gemma hat das Tagebuch nicht täglich geführt, sondern manchmal mehrere Tage nachgetragen und dabei in den Darstellungen manchmal etwas vorweggenommen, das an späteren Tagen geschehen wäre?

Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Mi 17. Jun 2026, 15:17

Heilige Gemma, 6.8. hat geschrieben:Nach Beendigung der Gebete
ging ich zu Bett. Und der Schutzengel kehrte zurück, nachdem er von Jesus die Erlaubnis zum
Kommen erhalten hatte; er fragte mich: „Wie lange ist es her, dass du nicht für die Seelen im
Fegfeuer gebetet hast? O meine Tochter, du denkst so wenig daran! Mater Maria Theresia leidet
immer noch, weißt du?" Es war seit dem Morgen, dass ich nicht für sie gebetet hatte. Er sagte mir,
dass es ihm gefallen würde, wenn ich jedes kleine Leiden den Seelen im Fegfeuer aufopferte. „Jede
kleine Buße ist eine Erleichterung für sie; auch gestern und heute, als du für sie das Wenige
aufgeopfert hast." Ich antwortete ein wenig verwundert: „Ich litt am Körper; und Kopfschmerzen
können eine Erleichterung für die Seelen im Fegefeuer sein?" – „Ja", antwortete er mir; „ja, meine
Tochter: jedes noch so kleine Leiden gewährt ihnen Erleichterung." Da versprach ich ihm, dass ich
von jetzt ab alles für sie aufopfern werde. Er fügte hinzu: „Wie sehr leiden diese Seelen! Willst du
leiden?" – „Aber was", antwortete ich, „sollen es die gleichen Leiden wie für Jesus am Freitag
sein?" – „Nein", entgegnete er, „nicht die Leiden für Jesus; es sollen körperliche Leiden sein." Da
sagte ich nein; denn außer am Donnerstag und Freitag will es Jesus nicht; die anderen Nächte will
Er, dass ich schlafe. Da mir aber die Seelen im Fegefeuer, und besonders Mater Maria Theresia, so
am Herzen liegen, sagte ich ihm, dass ich gern eine Stunde für sie leiden möchte. Ihm genügten
diese Worte und er erkannte an, dass, wenn ich es täte, ich ungehorsam sein würde; dann ließ er
mich schlafen. Heute morgen, als ich erwacht war, war er immer noch bei mir; er segnete mich und
verschwand dann.

Marsianer
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Re: Sühneseelen

Beitragvon Marsianer » Fr 19. Jun 2026, 12:48

Die seelische Wesensart der heiligen Gemma wirkt auf mich deutlich anders als die von der heiligen kleinen Therese und der heiligen Anna Schäffer. Dazu habe ich über die letzten Tage etwas nachgesonnen und weiter betrachtet. Die letzten beiden wirken auf mich schon in einer Weise präsent beim ihnen begegnenden Menschen, aber nicht in der Art einer spezielleren, exklusiveren Hinwendung. Die Wesensart der heiligen Gemma wirkt hingegen auf mich eher wie eine, die eine exklusivere Präsenz "lebt", ich würde sie als tiefere Präsenz betrachten (eine von einem Wesen, das in gewisser Wiese auch mehr bei sich selbst bleibt, was ich eher schätze und als potenziell tiefere Begegnung empfinde), bei ihr zugleich begleitet von einer größeren Neigung dazu Hin- und Hergerissen zu empfinden.


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