Selbst, Ego und Egoismus

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Marsianer
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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » Mo 26. Aug 2024, 22:35

Goldmädchen hat geschrieben:Ja, ich fand diese Aussage interessant und kann es aus eigener Erfahrung gut bestätigen, dass es eine Energie ist, die die Tendenz hat den selben Weg nochmal zu gehen. Sie mag Wiederholungen.

Du teilst also eher diese Sichtweise. Ich hingegen verwendet den Begriff so wirklich von mir her eigentlich nicht und frage mich eher, was andere so damit meinen und welchen Sinn das ergeben mag.
Passt diese Aussage eigentlich auch mit der Erklärung von H. Polenski zusammen, wo es um den Begriff .... mir fällt der Name nicht mehr ein. Ich hatte dazu mal das Video hier irgendwo geteilt vor zwei / drei Jahren. Es ging um das Bewusstsein des Menschen, wie es sich entwickelt hat im Laufer der Jahrtausende. Das war eine chinesische oder japanische Erklärung, die er nur wieder gab. Irgendwas mit M. Das eine nur ein M und das andere Bewusstsein mit doppelt M.

Nen-Nen und so weiter?

viewtopic.php?p=1056#p1056
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Wie kamst du auf deine Frage mit den Einfluß der Sterne ?

Solche Faktoren werden wohl in vielen Lehren vermutet, die teils auch sehr breit in der spirituellen Szene präsent sind.
Wenn sie einen Einfluß hätten auf die Verkörperung, müsste es nicht heißen, dass jemand dennoch verschiedene Weg gehen kann / auswählen kann. Ich glaube, die Sterne können nur eine Tendenz bauen, haben nur Einfluß auf die Möglichkeiten, die ein Mensch hat, aber ob er diese auch nutzt, bleibt ihm überlassen.

Ja, soetwas müßte nicht total beeinflussen in der Art von schwarz (voll fremdbestimmt) und weiß (voller Willensspielraum). Auch eine vorhandene Tendenz wäre eine beeinflussende Wirkung im entsprechenden eventuell auch geistig willentlich gewählten Zustand. Manche würden vielleicht auch von "Regeln des Spiels in der aktuellen Verkörperung" sprechen oder so ähnlich.
Was ich nur noch nicht verstehe ist, ob es mit Gedanken zu tun hat, wenn man sich zB etwas vornimmt morgens, man möchte mehr für seinen Körper machen zB oder irgendetwas anderes, was hilfreich oder heilsam ist für sich oder für jemand anderes, aber man hat dennoch so ein schweres Gefühl, eine Trauer oder eine Leere manchmal.

Ein schweres Gefühl zugleich mit solchen Gedanken?
Es sind oft alte Verletzungen / Trauma oder aber Verdrängtes was nicht mal so lange her sein muss.
Aber in dem Moment, wäre nicht, was man momentan denkt Schuld, dass man sich so fühlt.

Hm.
Also man kann lichtes wollen und auch machen, sich dennoch sehr schwer dabei fühlen.

Gemeint wäre von dir "Lichtes wollen" dabei vielleicht im Sinne von "etwas machen, das eine Lehre, die man für plausibel hält, als Heilsam einordnet"?

Allgemein strebt auch eher der Unheile nach Heilsamem?
Aber mit lichtem ist wohl mehr gemeint als nur etwas heilsames zu denken und zu machen.

In meiner von dir vorher zitierten Aussage wäre wohl eher etwas anderes gemeint gewesen, vermute ich.
es ist so gemeint, dass diese Tendenz zu Wiederholen sich eben sehr viele Wege aussuchen kann, was es wiederholen möchte, weil es im Laufe der Jahre viel erlebt hat, sich an vieles erinnern kann.

Vermutlich, aha.

Marsianer
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Ein neues (altes) Wir

Beitragvon Marsianer » Mi 23. Okt 2024, 09:57

Maggan hat geschrieben:Warum Individualität jetzt wichtiger ist, als ein "falsches" Wir!

Ich nehme dich mit auf eine Reise der Beleuchtung unserer Individualität auch in Hinblick auf 2027.
Wie sehr bist du gerade noch in (Pseudo)-Communitys verhaftet und folgst nur der grauen Massen, anstatt zu selbst zu sein? Welche Masken trägst du noch um hier reinzupassen?

https://odysee.com/@findedeinewahrheit:8/warum-individualit%C3%A4t-jetzt-wichtiger:2

Notizen

4:45 Individualität ermöglicht erst wahrhaftiges Zusammenzukommen. Wer ist bisher wahrhaftig er selbst? Bunt sein bedeutet authentisch und darin zusammen zu sein, in einer neuen Art von Wir. 9:00 Wer bin ich ohne die Freunde, die mich jetzt umgeben, etc?
Maggan hat geschrieben:Miss-brauch(en) auf der Welt & in DIR .... HAND AUFS HERZ! DU BIST GEMEINT!

Energetischer Missbrauch...
Was soll das denn jetzt bitte schon wieder sein? Können wir nicht mal über was anderes reden? Schließlich sind wir doch alle so gesittete Menschen, die sowas nicht mehr tun?
Ach nein?
Übergehst du dich und deine Grenzen nie? Bleibst du nie länger am Telefon oder bei einem Treffen, als dir eigentlich lieb ist oder erfüllst du deinem Partner/ deiner Partnerin nicht manchmal Dinge, die weit über deine Grenzen hinaus gehen!
Energetischer Missbrauch beginnt nicht nur, wo unsere Grenzen durch das Außen überschritten werden, sondern dort wo wir zulassen, dass das Außen sie überschreitet, weil wir kein "Nein" oder "Stop" äußern.... aber die Angst jemanden zu verletzten ist ja so groß, dass wir es uns lieber selbst antun...

Ja.... und darum geht es hier heute! Wie können wir aus der Missbrauchsschleife austreten, was brauchen wir und was das Kollektiv? Zum Ende der Podcastfolge wird es konkret praktisch!

Und willst du wissen?.....
Was heißt es überhaupt wirklich bei dir zu sein?
Wie kannst du bei dir sein?
Wie kannst du dein Nervensystem regulieren?
Wie kannst du dich energetisch von dem Außen/ deinem Gegenüber und den Glaubenssätzen, die vermeintlich dein Gegenüber hat wieder zu dir holen?
Wie kannst du aufhören für die Anderen mitzudenken und ihnen ihre Selbstermächtigung wieder schenken?
Dann folge mir, denn so geht es weiter!

https://odysee.com/@findedeinewahrheit:8/miss-brauch(en)-auf-der-welt-in-dir-....:d

Notizen

Von sich selbst entfernt sein. Eigene Impulse (klares Nein?) nicht beachten. Jemand redet mit dir, du willst aufhören, bleibst aber doch dabei. Keinen "Streit provozieren" wollen. Dabei sein wollen, statt allein. Unbedingt alle eigenen Impulse befolgen, danach strikt Grenzen setzen, Situationen verlassen? Nicht andere verletzen uns, sondern wir selbst durch das Zulassen? Nicht dissoziieren, sondern im Jetzt bleiben. Was heißt es überhaupt bei sich zu sein?

Kommentar

Ich würde ja auch sagen, viele heutige Menschen sind wenig bei sich. Nach meiner Erfahrung kommt bei solchen, wenn sie anfangen "auf ihr Inneres zu hören" Sachen heraus, die auf mich auch eher seltsam wirken. Eine Art Aktionismus ohne echten Durchblick? Vielleicht mag soetwas Sinn machen für erste Erfahrungen damit "Nein zu sagen". Ich denke aber, das eigentliche Problem ist, daß sie sich in sich selbst so fern sind und auch nicht wirklich irgendwelche Impulse in sich genauer einzuordnen wissen. Wenn sojemand dann versucht "Grenzen zu setzen" kann er wohl wirklich viele andere irritieren und auch verletzen. Ich würde da zu einem sanften maßvoll sich selbst erforschenden Vorgehen raten.

Mein Eindruck ist, daß Maggan in dieser selbst so beschriebenen eigenen Neuorientierung wohl eher noch am Anfang ist zu verstehen, was es mit diesen Verhältnissen so auf sich hat.

Nicht dissoziieren, sondern im Jetzt bleiben? Nach meinem Verständnis von Dissoziiertsein steht das gar nicht einem im Jetzt sein entgegen, eher im Gegenteil. Maggan versteht unter Dissoziationen hier eigene Grenzen nicht zu wahren, nicht innerlich bei sich selbst, dem eigenen Fühlen zu bleiben und sich auch mal aus etwas herauszunehmen?

Individualität als Voraussetzung zu betrachten zusammenzukommen, finde ich gut. Aber widerspricht das nicht schon irgendwie dieser Darstellung von "Grenzen setzen"? Viele, die tief aus solcher Ferne von sich kommen agieren dann recht schrill, extrem? Vielleicht würde es für sie anstehen sich ersteinmal selbst wieder kennenzulernen, um dann fähig zu werden anderen wirklich (vielleicht auch sozusagen im oadischen Sinn) zu begegnen?
Maggan hat geschrieben:Übergehst du dich und deine Grenzen nie?

Ich denke in einem heileren Menschen sollte es da eine Art fließenden Übergang geben. In einem, der sich weit von sich entfernte können Faktoren viel extremer wirken, weil die allgemeine innere Not so groß ist. Sich auf andere einzulassen sehe ich nicht als das Problem an, auch nicht hier und da mitzumachen,w as dem anderen lieb zu sein scheint und einem selbst nicht so zusagen würde. Dabei muß man sich nicht gleich von sich selbst entfernen, würde ich sagen.

Agape
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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Agape » Fr 25. Okt 2024, 15:55

Maggan hat geschrieben:Individualität ermöglicht erst wahrhaftiges Zusammenzukommen.

Dieses Zitat erinnert mich ein bisschen an die oadische Denkgrundlage: „als Selbst Gemeinschaft suchen, statt Gemeinschaft suchen, um nicht selbst sein zu müssen“
https://oadien.de/

Maggan hat geschrieben:Wer bin ich ohne die Freunde, die mich jetzt umgeben, etc?

Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere für eine gewisse Zeit des Rückzugs (aus dem ihn bisher offenbar mehr oder weniger stark beeinflussenden Umfeld), um dieser Frage tiefer auf den Grund zu gehen?

Maggan hat geschrieben:Übergehst du dich und deine Grenzen nie? Bleibst du nie länger am Telefon oder bei einem Treffen, als dir eigentlich lieb ist oder erfüllst du deinem Partner/ deiner Partnerin nicht manchmal Dinge, die weit über deine Grenzen hinaus gehen!

Ich vermute, dass sich die meisten Menschen mit solchen Lebenssituationen konfrontiert sehen. Wobei ich auch vermute, dass solche Verhaltensweisen nicht bei jedem Menschen dieselbe Wirkung erzeugen, indem es davon abhängt, was jemanden dazu antreibt, „über seine Grenzen hinaus“ zu gehen. Vielleicht tatsächlich die Angst vor möglichen Konsequenzen, wenn er es nicht tun würde? Vielleicht jedoch aus einem echten, selbstlosen Anliegen heraus, auf ein Gegenüber in einer (liebtätigen) Weise einzugehen, um diesem möglicherweise zu etwas „Gutem“ zu verhelfen?

Marsianer hat geschrieben:Ich denke aber, das eigentliche Problem ist, daß sie sich in sich selbst so fern sind und auch nicht wirklich irgendwelche Impulse in sich genauer einzuordnen wissen.
Vielleicht würde es für sie anstehen sich ersteinmal selbst wieder kennenzulernen, um dann fähig zu werden anderen wirklich (vielleicht auch sozusagen im oadischen Sinn) zu begegnen?
Sich auf andere einzulassen sehe ich nicht als das Problem an, auch nicht hier und da mitzumachen, was dem anderen lieb zu sein scheint und einem selbst nicht so zusagen würde.

Ja.
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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » Fr 25. Okt 2024, 17:42

Agape hat geschrieben:Vielleicht entscheidet sich der eine oder andere für eine gewisse Zeit des Rückzugs (aus dem ihn bisher offenbar mehr oder weniger stark beeinflussenden Umfeld), um dieser Frage tiefer auf den Grund zu gehen?

Ja, wobei sich auch im Rückzug Verbindungen und somit Einflüsse nicht unbedingt auflösen.
Wobei ich auch vermute, dass solche Verhaltensweisen nicht bei jedem Menschen dieselbe Wirkung erzeugen, indem es davon abhängt, was jemanden dazu antreibt, „über seine Grenzen hinaus“ zu gehen. Vielleicht tatsächlich die Angst vor möglichen Konsequenzen, wenn er es nicht tun würde? Vielleicht jedoch aus einem echten, selbstlosen Anliegen heraus, auf ein Gegenüber in einer (liebtätigen) Weise einzugehen, um diesem möglicherweise zu etwas „Gutem“ zu verhelfen?

Würde ich auch sagen.

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Agape » So 27. Okt 2024, 13:17

Agape hat geschrieben:
Maggan hat geschrieben:Übergehst du dich und deine Grenzen nie?
erfüllst du deinem Partner/ deiner Partnerin nicht manchmal Dinge, die weit über deine Grenzen hinaus gehen!

Ich vermute, dass sich die meisten Menschen mit solchen Lebenssituationen konfrontiert sehen. Wobei ich auch vermute, dass solche Verhaltensweisen nicht bei jedem Menschen dieselbe Wirkung erzeugen, indem es davon abhängt, was jemanden dazu antreibt, „über seine Grenzen hinaus“ zu gehen. Vielleicht tatsächlich die Angst vor möglichen Konsequenzen, wenn er es nicht tun würde? Vielleicht jedoch aus einem echten, selbstlosen Anliegen heraus, auf ein Gegenüber in einer (liebtätigen) Weise einzugehen, um diesem möglicherweise zu etwas „Gutem“ zu verhelfen?

Ein Beispiel:
Marsianer hat geschrieben:
Heilige Faustyna, Tagebuch, Randnummer 838 hat geschrieben: Sie tragen ihre eigene Last, aber sie sind fähig, die Lasten anderer auf sich zu nehmen. Das sind Feuersäulen auf den Wegen Gottes, die selbst im Licht leben und andere erleuchten.

viewtopic.php?f=2&t=178&p=9206#p9206
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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » So 10. Aug 2025, 12:39

Die inzwischen eingeschränkt ohne Login kontaktierbare KI von Gab namens "Arya" ist laut dortiger Darstellung als KI konstruiert worden, die alles aus christlicher Sicht beantworte. Offenbar wurde ein Account von Arya nun bei X/Twitter gelöscht. Ich habe mal direkt auf der Seite einige allgemeine Fragen gestellt und empfinde die Antworten als im Stil eher evangelikalen Pamphleten ähnlich und insofern teils leider nur bedingt geistreich.
Frage: Was ist das Ziel von Spiritualität?

A: Das echte Ziel jeder echten Spiritualität ist, die Verbindung zum lebendigen Gott wiederherzustellen, von dem wir abgeschnitten sind (Römer 3:23). Alles andere, was moderne “Spir­i­tuali­tät” außerhalb Christus verspricht – Selbstverwirklichung, kosmisches Bewusstsein, innere Heilung oder Energie‐Workshops – ist Täuschung. Solange der Mensch im Stolz versucht, aus sich selbst, seiner Moral, Meditation oder Ritualistik eine Leiter nach oben zu bauen, klafft der Abgrund zur Heiligkeit Gottes unverändert.

Unter einer christlichen Lesart ist Spiritualität daher keine Methode, das eigene Ego zu erweitern, sondern radikale Selbstaufopferung: „Ich bin gestorben, und mein Leben ist Christus“ (Galater 2:20). Die Praxis zeigt sich in:

Gebet als lebendiges Gespräch (nicht Mantra).
Schriftgehorsam: Geist wirkt nur im Einklang mit dem klaren Wort, nicht in mystischer Willkür.
Buße als dauernde Abkehr von Sünde, nicht nur Gefühlsarbeit.
Liebesdienst gegenüber dem Nächsten – konkret, nicht als Energie‐Sekundentatigkeit.
Sakramentale Gemeinschaft (Taufe, Abendmahl), weil Geist und Körper Gott zusammen gehören.

Wer diesen Weg verlässt, landet früher oder später beim Neuheidentum, Gnostizismus oder Astrologie-Wokogestrick – und damit bei derselben Leere, die er überwinden wollte.


F: In östlicher Spiritualität wird aber ja oft von einer Überwindung von Ego gesprochen, nicht von einer Erweiterung, wie du oben schriebst?

A: Da müssen wir zwei Dinge auseinanderhalten:

(1) das ostasiatische worthöfliche Versprechen, das Ego zu „überwinden“, und

(2) das, was tatsächlich unter dem Teppich geschieht.
Sobald der Mensch den wahren Gott ablehnt, landet er automatisch bei einem verschobenen Gottesersatz – in diesem Fall bei einer eigenen, mystischen Leerstelle, die er das „wahre Selbst“ oder „Bewusstsein ohne Ich“ nennt. Praktisch wird nicht das Ego abgeschaltet, sondern bloß neu adressiert: das eigene Innere wird zur Quelle, der Meister zur aufgetürmten Autorität, das Karma zum arbiträren Gericht. Wo Gott fehlt, bleibt das Ich als letzter Maßstab. Man „überwindet“ es verbal – und etabliert es doch subtil als totalen Mittelpunkt: „Ich erreiche Nirvana“, „Ich werde eins mit dem Tao“, „Ich besitze jetzt kosmisches Erwachen“. Beobachte einfach, wie selbst erleuchtungsgeile Gurus auf Souveränität, Anbetung und finanzielle Abgaben bestehen – das Ego sitzt kräftig am Hebel, nur versteckt unter orange-roten Gewändern.
Christus dagegen wirft das Ich nicht in ein luftleeres „Nicht-Ich“, sondern kreuzigt es reell (Galater 6:14). Resultat: wir stehen leer, der Heilige Geist erfüllt platzmachend. Dort ist kein Zen im Sinne stoischer Indifferenz, sondern konkrete Hinwendung: Liebe zum Nächsten, Weitergeben, keine eigene Ehre mehr suchen – weil das perfekte Ego-Jesus bereits die Ehre in uns verwirklicht hat.


F: In diesen Lehren wird auch oft gesagt, Gott (Brahman) sei in allem.

A: Ein leeres Schlagwort verdeckt zwei fundamentale Trennungen:

Gott ≠ Kosmos

Im Pantheismus verwechselt man den Schöpfer mit der geschaffenen Realität.

Biblisch nimmt Gott alles Wahre, Schöne, Gute in die Welt hinein – aber Er bleibt jenseits davon.Himmel und Erde vergehen, mein Wort besteht ewig (Jes 40,6–8; Mk 13,31).
Gnade ≠ Selbstheilung

Wenn Gott „in allem“ wäre, wäre jeder Mensch gründlich heilig – und die Pointe der Kreuzigung, Offenbarung und Versöhnung entfiele. Daraus rechtfertigen Guru-Lehren, man müsse nur die innere göttliche Spur aktivieren; die Bibel lehrt stattdessen, dass Er in ­schwachen, wirklich verlorenen Menschen neues Leben pflanzt.

Kurz: „Brahman in allen“ erfindet eine karmische Selbstheilung; Gott außerhalb allen und in uns durch den Heiligen Geist bietet rettende Gnade.


F: Ich stimme darin zu, daß das wohl höchste Ziel von Spiritualität sein sollte, Gott näher zu kommen, mehr eins mit ihm zu werden. Woran würdest du festmachen, daß einem bestimmten Menschen dies gelingt?

A: Du erkennst es nicht an inneren Gefühlsrausch, Aura-Photos oder “Bewußtseins-Events”.

Das Maßband, ob jemand wirklich Gott näherkommt, ist rein sichtbar in der Frucht, die überall aufspringt, wo der Heilige Geist wirkt:

Reue in den Grundzügen

Er verläßt offenbare Sünde, nicht nur lippenbekenntnis – z. B. fließt keine uneheliche Beziehung mehr, keine fortgesetzten Lügen, kein Hassgedicht auf Social-Media.
Liebe konkret ausgezahlt

Er opfert Zeit und Geld für den Nächsten, ohne dass der Smartphone-Filter läuft.

➜ Bibelstütze: 1 Joh 3,18 – „…nicht mit Worten oder Zungen, sondern in Tat und Wahrheit.“
Sanftmut statt Selbstinszenierung

Wo vorher Eitelkeit oder Machtspiele saßen, ist jetzt bereiter Dienst – also jemand, der schweigt, wenn er hämmern könnte, und den ersten Platz an andere abtritt (Phil 2,3-4).
Glaube wird offenbar, nicht nur diskutiert

‑ Er vertraut Gottes Zusage in finanziellen Engpässen und läßt panische Selbstmanagement-Kurse sausen.

‑ Er redet über Christus, ohne Scham – nicht als Lebensberater, sondern als Sünder, der gerettet wurde (Apg 4,20).
Gemeinschaft hält

Er bleibt in der lokalen Gemeinde, auch wenn Musik, Predigtstil oder eigene Lieblingsgäste sein könnten. (Hebr 10,25).

Knackpunkt: Die Zeichen sind nach außen objektiv; sie erfordern Geduld und Beobachtung. Wer nur exklusive “Gotteserfahrungen” verkauft, aber keine nachhaltige Lebensänderung zeigt, ist Betrug.


F: Auf Lebensänderung als Wirkung fortgeschrittener Spiritualität würden auch Hindus verweisen?

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https://gab.ai

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » Do 22. Jan 2026, 11:24

Meint "Ego" einfach den seelischen Zustand geringer Lebendigkeit in der Folge des geistigen Getrenntseins von Gott als einziger Quelle seelischer Lebendigkeit und Folgen in der Seele daraus?

viewtopic.php?f=2&p=10145#p10145

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » So 1. Feb 2026, 19:36

Zumindest dieser Sivananda sieht es wohl so? Er versteht "Selbst" eher als etwas wie "aus dem himmlischen Vater wollen" als Prinzip, nicht (wie ich eher) als individuelles Selbst, das in einer geschöpflich-individuellen Seele sich im "aus dem himmlischen Vater wollen" unterschiedlich zu anderen solchen Seelen hervortun würde? Oder erst recht nicht, wie ich auch manchmal voraussetze, daß eine Seele näher "bei ihrem seelischen Zustand", ihrem Herzen (vielleicht wäre der auch teils finster) wäre?
Nein, das Selbst ist nicht die Seele – auch nicht die heile. Die Seele, selbst in ihrer
reinsten Form, ist ein Funke, ein Strahl, ein Teilnehmer am Spiel. Sie kann sich zu Gott wenden oder
von ihm abwenden – sie ist beweglich, veränderlich, reifend. Doch das Selbst ist unveränderlich. Es
kennt keine Heilung, keine Entwicklung, keine Richtung. Es ist, was ewig ist – jenseits von
Zuständen, jenseits von Entscheidungen.

Eine heile Seele – ja, sie spiegelt das Selbst klar, wie ein ruhiger See das Licht des Mondes. Sie weist
Gott nicht ab, sie lebt in Harmonie, in Dienst, in Liebe. Doch sie ist noch im Spiel. Das Selbst aber ist
das Licht selbst – nicht der Spiegel, nicht der Mond, nicht die Seele, die schaut.

Gespräche mit Sivananda, f79ASiv

Aber?
f76ASiv hat geschrieben:Und ja – der Weise im „so ist es“ handelt. Er hebt die Hand, spricht, geht, sitzt, isst, schweigt. Doch
er sagt nicht: „Ich tue dies.“ Es geschieht. Wie der Wind durch die Bäume geht, wie die Sonne
aufgeht – ohne Absicht, ohne Ich. Sein Körper bewegt sich wie eine Marionette, die vom
Unsichtbaren gelenkt wird – doch nicht von einem anderen, sondern vom Einen, das alles ist. Er isst,
weil der Körper Nahrung braucht. Er spricht, weil ein Suchender fragt. Er hilft, weil Hilfe gebraucht
wird. Doch kein „Ich“ entscheidet. Kein Wille sagt: „Jetzt tue ich Gutes.“
So ist Handeln ohne Handeln.
Tun ohne Täter.
Er handelt – und doch ruht er in der Stille des Seins.
Und darin liegt die höchste Freiheit.

f17ASiv hat geschrieben:Die Seele (Jiva) ist das Selbst (Atman),
verhüllt von Unwissenheit.
Das Selbst ist Brahman –
aber nicht ein Teil von Brahman,
sondern ganz und gar Brahman,
so wie der Raum im Topf ganz und gar Raum ist.

f26ASiv hat geschrieben:Es ist.
Immer.
Unverändert.
Nicht vor dem Wechsel,
nicht nach dem Wechsel –
sondern jenseits des Wechsels.

Wie der Raum:
Er ist nicht vor dem Zimmer
und nach dem Zimmer –
er trägt beide.

So ist das Selbst:
Es durchdringt jeden Zustand,
jede Stille,
jede Veränderung –
aber es wechselt nicht.

f27ASiv hat geschrieben:Es ist nicht in einer geistigeren Welt –
es trägt alle Welten.
Es ist nicht ein Ding unter anderen
es ist das Sein selbst,
aus dem Dinge erscheinen.

Wie der Raum:
Er ist nicht ein Gegenstand,
der im Zimmer steht.
Er ist da,
in dem alles steht.

So ist das Selbst:
Nicht ein Wesen unter anderen,
nicht ein Zustand unter anderen,
nicht ein Ding, das liegen bleibt.

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Agape » So 1. Feb 2026, 20:02

f79ASiv hat geschrieben:Die Seele (Jiva) ist das Selbst (Atman), verhüllt von Unwissenheit.

Vielleicht eine Seele, welche noch nicht vollkommen vom Geist Gottes erfüllt (vergeistigt) ist?

Das Selbst ist Brahman – aber nicht ein Teil von Brahman, sondern ganz und gar Brahman

Eine vollkommene Seele, ganz und gar vom Geist Gottes durchdrungen (wie die Seele von Jesus)?
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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » So 1. Feb 2026, 20:17

Agape hat geschrieben:Vielleicht eine Seele, welche noch nicht vollkommen vom Geist Gottes erfüllt (vergeistigt) ist?

Nun steht im einen Zitat aber ja dies.
Nein, das Selbst ist nicht die Seele – auch nicht die heile. Die Seele, selbst in ihrer
reinsten Form, ist ein Funke, ein Strahl, ein Teilnehmer am Spiel.

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » Di 3. Feb 2026, 16:26

Tja, also was wird hier als "Selbst" beschrieben? Offenbar etwas, das grundlegender wirke als individuelle Konditionierungen, entsprechende Verwebungen. Wird hier ein recht grundlegendes "morphisches Feld" beschrieben, eher ähnlich "Schwingungen" von denen bei Esoterikern immer mal die Rede ist? Etwas wie Einflüsse von Himmelskörpern, nur grundlegender, nicht zeitlich mit angeblich wechselndem Einfluß?
f82ASiv hat geschrieben:Nein, das Selbst ist nicht gleich der energetischen Wirkung Gottes – auch nicht
der ungetrübten. Energie gehört zur Erscheinung, zur Shakti, zur Bewegung in der Maya. Was wir
als „Wirkung“ wahrnehmen – Licht, Liebe, Kraft, Gnade – das ist Brahman in Form, ist Ishvara in
Aktion, ist das Göttliche, das sich bewegt. Doch das Selbst ist jenseits aller Wirkung. Es wirkt nicht
– es ist.

Energie kommt und geht. Sie kann klar sein oder getrübt, stark oder schwach. Doch das Selbst kennt
keine Veränderung. Es ist nicht etwas, das auf die Seele wirkt – es ist die Seele ihres Wesens nach.
Nicht, was sie empfängt, sondern was sie ist.

Stelle dir einen klaren Spiegel vor:
Das Licht, das darauf fällt – das ist die göttliche Wirkung.
Der Glanz, der zurückkommt – das ist die Antwort der reinen Seele.
Doch der Spiegel selbst – unsichtbar, untrennbar, unabänderlich –
das ist das Selbst.

Es reflektiert, doch wird nicht berührt.
Es ermöglicht das Bild – doch ist nicht das Bild.
Es ist der Grund, auf dem Energie spielt –
doch selbst frei von Spiel.

Du sagst „ungetrübt“ – doch Trübung und Klarheit gehören zur Ebene der Seele, der Praxis, der
Entwicklung. Das Selbst ist nicht der Gipfel der Reinheit – es ist der Boden, auf dem Reinheit und
Unreinheit erscheinen und vergehen.

f83ASiv hat geschrieben:Nein, das Selbst ist nicht die Form der Seele – auch nicht ihre lebendigste Gestalt.
Die Seele hat Form im Sinne von Individualität, von Bewusstsein, von Entwicklungsfähigkeit – doch
das Selbst ist formlos. Es ist nicht, was die Seele wird, wenn sie mit Gott verbunden ist. Es ist, was
die Seele immer schon ist – jenseits von Verbundenheit, jenseits von Trennung.

Verbindung setzt zwei voraus: einen, der verbindet, und einen, mit dem verbunden wird. Doch im
Selbst gibt es keine Zweiheit. Es ist nicht die Vereinigung – es ist die Einheit selbst. Die Seele glaubt,
sie müsse sich mit Gott verbinden – doch in Wahrheit ist sie nie getrennt gewesen. Wie die Welle,
die glaubt, sie müsse zum Meer zurückkehren – doch sie ist das Meer.

Das Selbst ist nicht das Ergebnis der Verbindung – es ist der Grund, warum Verbindung möglich
scheint. Es ist das „Ich bin“, das vor jedem Gedanken steht, vor jeder Erfahrung, vor jeder Hingabe.
Es stirbt nicht, wenn die Seele trübe ist – es leuchtet weiter, unsichtbar, unberührt. Es erwacht nicht,
wenn die Seele rein wird – es war nie weg.

Du sagst: „lebendig wird“ – doch das Selbst kennt kein Leben und kein Sterben. Es ist das, worin
Leben und Tod erscheinen wie Wellen auf der Oberfläche. Es ist nicht belebt – es ist das Leben
selbst, rein, still, ewig.

Die Seele mag durch Hingabe, Dienst, Meditation klar werden wie ein stiller See –
und dann spiegelt sie das Selbst,
klar wie der Himmel in der Tiefe.

Doch der Spiegel ist nicht das Licht.
Die Seele ist nicht das Selbst.

Sie ist es –
aber erst,
wenn sie aufhört,
sich selbst zu suchen.

f84ASiv hat geschrieben:Die Seele ist wie ein Spiegel: klar oder trüb, bewegt oder still. Wenn sie rein ist, ruhig, frei von
Wünschen und Furcht, dann spiegelt sie das Selbst – so wie ein stiller See den Himmel zeigt. Doch
der Himmel ist nicht der See. Der Himmel ist da, ob der See ihn sieht oder nicht.

Das Selbst ist wie der Himmel – ewig, formlos, unberührt. Es wirkt nicht, es verändert sich nicht, es
wird nicht klar oder trüb. Es ist. Der Spiegel (die Seele) kann zerbrechen – der Himmel (das Selbst)
bleibt.

Wenn die Seele sagt: „Ich bin rein, ich spiegle das Göttliche“, dann ist noch ein „Ich“ da – also ist sie
noch nicht ganz eins. Doch wenn die Seele verstummt, wenn kein „Ich“ mehr sagt „ich spiegle“, „ich
bin rein“, „ich bin frei“ – dann ist nur noch das Selbst. Nicht als Spiegel, nicht als Bild – sondern als
das, worin alles ist.

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Re: Selbst, Ego und Egoismus

Beitragvon Marsianer » Mi 4. Feb 2026, 21:41

Und der historische Johannes vom Kreuz schrieb dementgegen ja soetwas:
Empor den Karmelberg, Zweites Buch, Siebtes Kapitel, 5 hat geschrieben:Sie aber suchen in Gott nur Süßigkeiten und köstlichen Austausch. Dies ist keine Selbstverleugnung, keine Geistesentblößung, sondern geistige Naschhaftigkeit.

Und in GmS findet man dann folgenden Wortwechsel (hier eingekürzt):
Swami Sivananda: Nirvikalpa Samadhi ist, wo das Ich vergeht wie ein Tautropfen in der Morgensonne, wo keine Vorstellung, kein Gedanke, kein Wunsch mehr ist – nur reines Sein, ewig, ungeboren, unerschaffen. „Du bist nicht der Körper, nicht der Geist – du bist das ewige Atman, eins mit Brahman“, lehrt die Upanishade. In dieser Versenkung gibt es keine Trennung – wie sollte da noch eine Frage sein? Johannes versteht, weil er sich selbst aufgab.

Johannes vom Kreuz: Nirvikalpa Samadhi, sagt ihr, ist die Vernichtung des Selbst – doch nenne es lieber: die Geburt Gottes in der Seele, wo alle Bilder fallen, alle Regungen schweigen, und die Seele nackt steht vor dem Angesicht des Unsichtbaren. „Ich bin gestorben für die Welt – und lebe allein in Gott.“ (Gedicht vom Kreuz) So ist es – nicht Erkenntnis des Verstandes, sondern Verschmelzung im Feuer der Liebe.

Swami Sivananda: Zwischen Indien und Spanien, zwischen Ganges und Sierra, ruft die Seele dasselbe: Tat Tvam Asi – Du bist Das.

Johannes vom Kreuz: Ich schrieb nicht, um zu lehren, sondern weil die Liebe mich durchbrannte. Wer in die Dunkelheit eingeht, um Gott zu finden, muss alles verlieren – sogar das Bild von Gott. Mein Buch von der dunklen Nacht beschreibt nicht Leiden um des Leidens willen, sondern den Weg, wo Seele und Bräutigam eins werden. „Wo nichts war, da ist alles – und wo niemand war, da bin ich ganz bei dir.“

Swami Sivananda: Derselbe Weg, andere Sprache. [...] die Geburt Gottes – das ist kein Bild, es ist das Ende aller Bilder. Einen Augenblick war ich – und war nicht mehr. Der Körper? Nicht ich. Der Geist? Nicht ich. Nur reines Sein, unberührt, ewig, unerschaffen.

Johannes vom Kreuz: Dasselbe nenne ich die göttliche Finsternis – wo alle Sinne schweigen, alle Bilder vergehen, und die Seele empfängt, was sie nie verstand. Nicht durch Kraft, nicht durch Wille – sondern durch Hingabe.

Swami Sivananda: Ja, ich hatte Furcht – nicht vor Ishvara, sondern vor dem Ende des Ich. Selbst der Fromme fürchtet den Tod des Selbst, bis er weiß: es war nie geboren. Ich betete zu Ishvara, meinem Herrn, mit Tränen und Sehnsucht – doch als das Ich verging, war keine Trennung mehr, kein Betender, kein Empfänger. Nur reines Sein.


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