tobinium hat geschrieben:Hier wäre der Zustand der "unawareness" die totale Identifikation mit einer Erfahrung, egal ob durch Zange oder Arm erwirkt, Handlung oder Emotion, Gedanke, Bewertung, Sinneserfahrung. Das ICH ist verschmolzen mit der Erfahrung, hier "schmecken" (1).
Diese Beschreibung wirkt auf mich nicht eindeutig. Ist "totale [...] Erfahrung" gleichzusetzen z.B. mit "in etwas vertieft sein"?
Identifikation kenne ich als Begriff für eine Einstellung z.B. bei Körperidentifikation, die dann soweit ich es verstanden hatte zur Folge hat, daß derjenige sich um seinen Körper in einer Weise sorgt, daß er dann sein Seelisches im Fall der Wahl in Entweder-oder-Situationen mit nachrangiger Priorität beachtet.
Es wirkt nun auf mich so, als würdest du hier unter "Identifikation" etwas anderes vorstellen?
Die entscheidende Frage für mich ist bei solchen Themen, was der andere mir denn eigentlich mitteilen möchte, auf welche Sachverhalte in meinem Alltag jemand hinweisen möchte.
Danach beginnt man, das ICH aus der Erfahrung zu lösen und zu deren Beobachter zu werden. (2) Das ICH wird zum Zeugen einer Erfahrung (becoming "conscious of taste") oder gar zum Zeugen des Ganzen (becoming "conscious of awareness"). Man könnte auch eigene Körpervorgänge bezeugen, daher die beliebte Verwendung von Meditationen mit dem Atem.
Auch mit dieser Beschreibung weiß ich nicht klar etwas anzufangen, sie halbwegs klar in etwas zu übersetzen, das ich aus meinem Erleben kenne.
Im finalen Schritt würde ich erkennen, dass nichts bleibt, was ein ICH rechtfertigen würde, dass alles "awareness" ist, also der Raum, in dem sich jede Erfahrung selbst macht. Auch der Zeuge verschwindet und geht in den Raum ein (3).
Würdest du das mit dem Zustand des Schmieds ohne "kleines Ich" gleichsetzen?
Sobald ich jedoch Eigenschaften oder Erfahrungen mir zuschreibe, konstruiere ich mir ein künstliches ICH, ein Ego.
Aber dies würde nicht unbedingt geschehen, wenn der Schmied nur (ich sehe darin eine auf ihn bezogene vorübergehend vorliegende Eigenschaft) beschreibt: "Das ist kein guter Tag."?
Ich nehme einen Ausschnitt aus dem Raum und sage, das BIN ICH. Ich gebe auf, der Raum selbst zu sein (3),
Andererseits sagt der Schmied ohne "kleines Ich" trotzdem "Ich bin ein Schmied" und "ich bin der Schmied hier im Raum"?
Es geht nicht um Wunschvorstellungen, sondern ich finde mich jeweils dort ein, wo meine Aufmerksamkeit aus Gewohnheit verweilt.
Ja.
Es dürfte nicht schwer sein, probeweise in einem dieser Zustände zu verweilen, nur welcher von diesen ist meine gewohnheitsmäßige Realität und bestimmt somit mein Ich-Gefühl?
Wenn jemand versteht, wie du diese Zustände meinst, dann wäre es für diesen möglicherweise nicht schwer. ;)
Grundsätzlich wäre auch die Unterscheidung von "consciousness" und "awareness" wichtig. Vielleicht wurde die irgendwo anders bereits thematisiert?
Wüßte ich gerade nicht.
Bei den 3 Stufen, die von den Meistern soweit ich weiß nicht benutzt wurden, sondern die meine eigene Herleitung sind, würde ich auch Parallelen zur Heiligen Faustyna sehen.
Du meinst die 3 Stufen, die sie in Nr. 444 in ihrem Tagebuch notierte?