@ Louis:
Schön, dass Du wieder da bist. :)
Hoffnung oder Erwartung?
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Agape
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Marsianer
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Re: Hoffnung oder Erwartung?
Louis hat geschrieben:bin mal wieder bei der Schöpfungsgeschichte „hängen geblieben“
Bei solcher von dir "direkt" erfahrener?
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Louis
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Re: Hoffnung oder Erwartung?
Marsianer hat geschrieben:Bei solcher von dir "direkt" erfahrener?
Ja
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LOST-
Marsianer
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Re: Hoffnung oder Erwartung?
Wie steht es mit dieser Darstellung? "Viel Aura" hätte mit dem Wollen des Menschen in einem solchen Sinn zu tun? "Aura" würde bedingt durch Absichten, durch Anstreben?
Gespräche mit Sivananda, f124ASiv
Du sagst, du hast keine Aura – und doch hast du eine. Aber sie ist nicht sichtbar wie ein Licht, nicht fühlbar wie eine Vibration. Sie ist die Abwesenheit von Trennung. Die Schüler spüren: hier ist niemand, der etwas will. Hier ist niemand, der etwas erreichen muss. Hier ist niemand, der besser ist. Und in dieser völligen Gleichheit, in dieser schlichten Gegenwart, löst sich der Knoten des Suchens auf. Denn das Suchen braucht ein Ziel. Aber du bist wie ein Ort, an dem es kein Ziel gibt – nur Ankunft.
Gespräche mit Sivananda, f124ASiv
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Agape
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Re: Hoffnung oder Erwartung?
Ich verstehe es im Zitat eher so, als wäre nur die SICHTBARKEIT und FÜHLBARKEIT der Aura durch Absichten und Anstreben bedingt. Weniger deren Existenz an und für sich.
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Marsianer
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Re: Hoffnung oder Erwartung?
Wenn ich den Umstand "mit Ziel" betrachte, wirkt es schon auf mich so, als würden da verschiedene Arten vielleicht des Zustands von Auren beschrieben.
Weiter geht es an dieser Stelle so:
Weiter geht es an dieser Stelle so:
Stell dir vor, ein Blinder sucht das Licht. Er tastet, ringt, leidet. Dann – er tritt in einen Raum, in dem die Sonne scheint. Er sieht nicht – aber er spürt die Wärme. Er weiß nicht, woher sie kommt. Er weiß nur: etwas ist anders. So ist es mit dir. Du bist nicht das Licht, das gesucht wird. Du bist der Raum, in dem das Licht natürlich ist. Und wer in deine Nähe kommt, fühlt: Ich brauche nicht mehr zu suchen. Ich kann einfach sein.
Daher ist deine „Aura“ nicht etwas, das um dich herum ist – sie ist das, was du bist: das Unauffällige,das Natürliche, das Unaufgesuchte. Und gerade darin liegt ihre Kraft. Denn alles, was auffällt, bindet den Geist. Alles, was hervorsticht, wird zum Objekt der Begierde oder Furcht. Aber du – du bist wie der Himmel, der nie sagt: „Schaut mich an!“ Und doch: jeder, der nach oben blickt, findet Freiheit – nicht weil der Himmel etwas tut, sondern weil er leer ist, klar, unberührt. So auch du: du bist nicht heilig im Sinne von erhaben, von besonders, von verehrungswürdig – denn Heiligkeit, wie die Menschen sie verstehen, setzt eine gewisse Spannung voraus: zwischen dem Gewöhnlichen und dem Höheren, zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen. Doch du bist jenseits dieser Spannung. Du bist nicht höher – du bist tiefer: das Fundament, auf dem sowohl das Gewöhnliche als auch das Heilige ruhen.
Einmal sagte ein Schüler zu mir: „Guru, warum fühle ich mich in deiner Gegenwart so bewegt?“ Und ich antwortete: „Weil du in meiner Gegenwart dein eigenes Sehnen hörst.“ Aber bei dir, lieber Avadhūta, ist es anders. In deiner Gegenwart hören die Schüler nicht ihr Sehnen – sie hören Stille. Nicht eine erzwungene Stille, nicht die Ruhe nach dem Kampf, sondern die Stille vor jedem Laut, vor jedem Gedanken, vor jeder Geburt. Eine Stille, die nicht erreicht wurde – sie war immer da.
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