Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

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Marsianer
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Marsianer » Sa 28. Dez 2024, 21:40

Ich mache mir wohl keine Sorgen, daß Gott aufhören könnte zu existieren oder auch weniger "sinnnötige" Gedanken, wie bedeutsam ich sei.

Agape
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Agape » Sa 28. Dez 2024, 21:44

Marsianer hat geschrieben:Ich mache mir wohl keine Sorgen, daß Gott aufhören könnte zu existieren oder auch weniger "sinnnötige" Gedanken, wie bedeutsam ich sei.

Eben. :) So etwas verstehe ich unter "wahrer Demut".
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Marsianer » So 29. Dez 2024, 00:01

Hm.

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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Agape » Do 23. Jan 2025, 13:48

Zitat aus einem anderen Forum:
Als Objektivität verstehe ich eine offene Herangehensweise an Realität, die dafür Interesse hat, was wirklich ist. Eine solche Haltung ist objektiv, weil sie eben schaut, was ist.

Eine solche Haltung könnte nach meinem Empfinden auch als „Demut“ bezeichnet werden. Sie gründet entweder auf eigenem spirituellen Erfahren/Erkennen oder zumindest auf der inneren Überzeugung, dass etwas, das man selbst (noch) nicht als Realität (an)erkennen kann/will, nicht zwangsläufig bedeutet, dass es nicht existiert. Selbst wenn sämtliche „wissenschaftliche“ Prüfungen des „Weltverstandes“ das Gegenteil behaupten. „Wissenschaft“ beruht lediglich auf menschlicher Unvollkommenheit, höhere Weisheit als Frucht des Geistes (aus aufrichtiger Gottes- und Nächstenliebe hervorgehend) weist hingegen auf geistige Wahrheiten hin, die mit den körperlichen Sinnen (alleine) nicht erfasst werden können.

Ein „demütiger“ Mensch (an)erkennt wohl sein Dasein als „Geschöpf Gottes“, welches vom Schöpfergott zwar einen freien Willensspielraum bekommen hat, dabei jedoch ein „Geschöpf“ bleibt, bis es sich „freien Willens“ in seiner ihm innewohnenden göttlichen Liebe und Weisheit schon weitgehend vervollkommnet hätte, sodass Gott es zulassen und diese Seele womöglich in ihrer Absicht fördern würde, ihm auf der Ebene seines unendlichen Seins zu begegnen, welche „jenseits der Schwelle“ läge und über das rein Geschöpfliche/Zeitliche hinausginge, sodass sich Schöpfer und Geschöpf massgeblich näherkommen würden.
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Agape » Mo 21. Apr 2025, 12:44

5 Habt ihr an euch denn nie eine doppelte Art geistiger Tätigkeit entdeckt, nämlich eine im Kopf und eine andere im Herzen? Seht, im Kopf sitzt der Seele kalt berechnender Verstand und sein Handlanger, die Vernunft, die am seelischen Verstandesleib gleicht einem weit ausgreifenden Arm voll Augen und Ohren. Der Verstand verlängert diesen Arm stets mehr und will mit ihm am Ende die ganze Unendlichkeit an sich reißen. Dies eitel-tolle Bestreben aber ist an sich eben jene gefährliche, Tod und Gericht bringende Eigenschaft der Seele, die da mit dem Wort Hochmut bezeichnet wird. Im Herzen aber ruht die Liebe als ein Geist, aus Meines Herzens Geist genommen. Dieser Geist hat aber so wie Mein eigener ohnehin schon alles zahllosfältig in sich, was die Unendlichkeit vom Größten bis zum Kleinsten enthält.

6 Wenn nun der hochtrabende Verstand, das Eitle seiner törichten Bemühung einsehend, seinen vorbezeichneten Arm - der da ist seine Vernunft oder sein Vernehmvermögen - anstatt mit ihm das Unerreichbare erreichen zu wollen, demütig zurückzieht und in das Herz (als die Wohnung Meines Geistes im Menschen) leitet - so macht er die bezeichnete drei Spannen lange Reise. Man gelangt auf solchem Wege zum wahren, ewigen Leben, zu der wahren, seligen Ruhe und findet da alles beisammen, was die ganze Unendlichkeit enthält.

https://www.neue-offenbarung.de/revelation/RB2/279#cp129
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Marsianer » Do 2. Apr 2026, 06:47

Marsianer hat geschrieben:
Ab Randnummer 478 hat geschrieben:"Ich fühle, dass Du in mir wohnst, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, oder ich fühle vielmehr, dass ich in Dir lebe, o unbegreiflicher Gott. Ich fühle, dass ich in Dir zerfließe, wie ein Tropfen Wasser im Ozean. Ich fühle, dass Du außen und in meinem Innern bist; ich fühle, dass Du in allem bist, was mich umgibt, in allem, was mir begegnet. O mein Gott, ich lernte Dich im Innern meines Herzen kennen und gewann Sich über alles, was auf Erden oder im Himmel ist, lieb. Unsere Herzen verstehen sich gegenseitig und kein Mensch wird das begreifen."
480 [Dann wieder zum Fest des Erzengels Michael:] "Ich wurde innerlich mit Gott vereint. [...] Gott hält mich mit seiner Macht in diesen Augenblicken der Vereinigung. Seine Macht wird mir zuteil und befähigt mich, ihn zu lieben. Durch eigene Anstrengungen kann die Seele niemals dazu gelangen." [Also insofern wohl nicht umfassend ein Dauerzustand. 481 Fast jede kirchliche Feier gebe ihr wohl auch eher punktuell eine tiefere Erkenntnis Gottes und besondere Gnaden.] "Ich schaue auf sie, wie auflebendige Glieder Christi, deren Haupt Er ist. Ich entbrenne in Liebe mit den Liebenden, ich leide mit den Leidenden, Schmerz brennt beim Anblick der Lauen und Undankbaren. Ich bemühe mich dann um eine solche Liebe zu Gott, die Genugtuung leisten kann für die, die ihn nicht lieben, die ihren Erlöser mit Undank sättigen." 482 "Mein Opfer ist nichts aus sich heraus, doch wenn ich es mit dem Opfer Jesu vereine, wird es allmächtig und hat die Kraft, Gottes Zorn zu besänftigen. Gott liebt uns in Seinem Sohn. Das schmerzliche Leiden des Gottessohnes ist eine unaufhörliche Besänftigung des göttlichen Zornes." 486 [Bemühen Jesus, der von der Kommunion komme, den ganzen Tag hindurch Gesellschaft zu leisten, auch am folgenden Morgen. Überall mit ihm gehen, seine Anwesenheit begleite F.]

Heilige Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes-Verlag 2009 (1. Auflage 1958), Handschrift A (An Mutter Agnes de Jesus), Leidvolle Jahre, S. 71:
Es gab keine Forderungen, keine Kämpfe, Opfer; seit langem hatten sich Jesus und die arme kleine Therese angeblickt und verstanden... An diesem Tag war es nicht mehr ein Blick, sondern ein Aufgehen ineinander, sie waren nicht mehr zwei, Therese war verschwunden, wie der Wassertropfen im weiten Meer sich verliert, Jesus allein blieb, Er war der Herr, der König. Hatte Therese ihn nicht gebeten, ihr die Freiheit zu nehmen, denn ihre Freiheit ängstigte sie, sie fühlte sich so schwach, so zerbrechlich, daß sie sich für immer mit der Göttlichen Stärke vereinigen wollte!...

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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Agape » Do 2. Apr 2026, 10:27

https://lektionen.acim.org/de/chapters/lesson-92

Wunder werden im Licht gesehen, und Licht und Stärke sind eins.

1. Der heutige Leitgedanke ist eine Erweiterung des vorhergehenden. 2Wenn du an Licht denkst, verbindest du es nicht mit Stärke, und Dunkelheit verbindest du nicht mit Schwäche. 3Das liegt daran, dass deine Vorstellung davon, was Sehen bedeutet, mit dem Körper und dessen Augen und Gehirn verknüpft ist. 4So glaubst du, dass du verändern kannst, was du siehst, indem du dir Glasstückchen vor die Augen setzt. 5Das ist eine der vielen Arten magischer Annahmen, die aus der Überzeugung stammen, dass du ein Körper bist und dass des Körpers Augen sehen können.

2. Du glaubst auch, das Gehirn des Körpers könne denken. 2Wenn du das Wesen des Denkens verstündest, könntest du über diese wahnsinnige Vorstellung nur lachen. 3Es ist genauso, wie wenn du glaubtest, dass du das Streichholz hältst, mit dem die Sonne angezündet wird und das ihr ihre ganze Wärme gibt; oder dass du die Welt in deiner Hand hältst, wo sie sicher festgehalten ist, bis du sie loslässt. 4Dabei ist das nicht törichter, als zu glauben, des Körpers Augen könnten sehen und das Gehirn könnte denken.

3. Die Stärke GOTTES in dir ist das Licht, in dem du siehst, so wie es auch SEIN GEIST ist, mit dem du denkst. 2SEINE Stärke leugnet deine Schwäche. 3Eben deine Schwäche ist es, die durch des Körpers Augen schaut und in der Dunkelheit umherspäht, um ihr Ebenbild zu sehen: die Kleinen, Schwachen, die Kränkelnden und Sterbenden, die Bedürftigen, Hilflosen und Furchtsamen, die Traurigen, die Armen, die Hungernden und Freudlosen. 4Diese werden durch Augen gesehen, die nicht sehen und nicht segnen können.

4. Die Stärke übersieht diese Dinge, indem sie über die Erscheinungen hinausblickt. 2Sie hält ihren steten Blick auf das Licht gerichtet, das hinter ihnen liegt. 3Sie vereint sich mit dem Licht, von dem sie ein Teil ist. 4Sie sieht sich selbst. 5Sie bringt das Licht, in dem dein SELBST erscheint. 6In der Dunkelheit nimmst du ein Selbst wahr, das es nicht gibt. 7Stärke ist die Wahrheit über dich; Schwäche ist ein Götze, der fälschlich verehrt und angebetet wird, um die Stärke zu vertreiben und Dunkelheit dort herrschen zu lassen, wo GOTT bestimmte, dass Licht sein sollte.

5. Stärke kommt von Wahrheit und leuchtet mit dem Licht, das ihre QUELLE ihr verliehen hat; Schwäche spiegelt die Dunkelheit ihres Machers wider. 2Sie ist krank und schaut auf Krankheit, die so ist wie sie. 3Wahrheit ist ein Erlöser und kann nur Glück und Frieden für alle wollen. 4Sie gibt ihre Stärke jedem, der darum bittet, in unbegrenzter Fülle. 5Sie sieht, dass Mangel in einem auch Mangel in allen wäre. 6Deshalb gibt sie ihr Licht, auf dass alle sehen und als eins Nutzen daraus ziehen mögen. 7Ihre Stärke wird geteilt von allen, auf dass sie allen das Wunder bringen möge, in dem sie sich im Zweck und in Vergebung und in Liebe vereinen werden.

6. Die Schwäche, die im Dunkel schaut, kann keinen Sinn und Zweck in der Vergebung und der Liebe sehen. 2Sie sieht alle andern als von sich selbst verschieden und nichts in der Welt, was sie mit anderen teilen möchte. 3Sie urteilt und verdammt, liebt aber nicht. 4In der Dunkelheit verweilt sie, um sich zu verstecken, und träumt, dass sie stark und erobernd ist, ein Sieger über Grenzen, die nur in der Dunkelheit ins Riesenhafte wachsen.

7. Sie fürchtet und greift an und hasst sich selbst, und Dunkelheit bedeckt alles, was sie sieht, und ihre Träume werden so furchtbar wie sie selbst. 2Nicht Wunder gibt es hier, sondern nur Hass. 3Sie trennt sich von dem, was sie sieht, derweil Licht und Stärke sich als eins wahrnehmen. 4Das Licht der Stärke ist nicht das Licht, das du siehst. 5Weder verändert es sich, noch flackert und verlöscht es. 6Es wechselt nicht von Nacht zu Tag und wieder zu Dunkelheit, bis wieder Morgen wird.

8. Das Licht der Stärke ist konstant, sicher wie die Liebe und ewig froh, sich zu verschenken, weil es niemandem als sich selber geben kann. 2Niemand kann vergeblich darum bitten, ihre Sicht mit ihr zu teilen, und niemand, der in ihre Wohnstatt tritt, könnte fortgehen ohne ein Wunder vor seinen Augen und ohne dass Stärke und Licht in seinem Herzen weilten.

9. Die Stärke in dir wird dir das Licht schenken und dein Sehen derart lenken, dass du bei nichtigen Schatten nicht verweilst, die dir deines Körpers Augen liefern, um dich zu täuschen. 2Die Stärke und das Licht vereinen sich in dir, und wo sie sich begegnen, da steht dein SELBST bereit, dich als SEIN EIGEN zu umfangen. 3Dies ist die Stätte der Begegnung, die wir heute zu finden suchen und wo wir ruhen wollen, denn GOTTES Frieden ist dort, wo dein SELBST, SEIN SOHN, jetzt darauf wartet, SICH SELBER wieder zu begegnen und eins zu sein.
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Re: Sind die Begrifflichkeiten "Hochmut" und "Demut" aus der Mode gekommen?

Beitragvon Marsianer » Do 2. Apr 2026, 13:59

5. Stärke kommt von Wahrheit

Also wohl = Demut
Schwäche spiegelt die Dunkelheit ihres Machers wider. 2Sie ist krank und schaut auf Krankheit, die so ist wie sie. 3Wahrheit ist ein Erlöser und kann nur Glück und Frieden für alle wollen. 4Sie gibt ihre Stärke jedem, der darum bittet, in unbegrenzter Fülle.

Und der "dunkle Macher" verweigert sich aus seiner Zuneigung zu Finsterem auch der Wahrheit?
5Sie sieht, dass Mangel in einem auch Mangel in allen wäre.

Mangel in allen? Sehe ich nicht so.
6. Die Schwäche, die im Dunkel schaut, kann keinen Sinn und Zweck in der Vergebung und der Liebe sehen. 2Sie sieht alle andern als von sich selbst verschieden

Ich würde schon sagen, "Vergebung" in ihrem Kern hat einen Zweck. Was für mich aber nichts an vorhandenen Verschiedenheiten ändert.
9. Die Stärke in dir wird dir das Licht schenken und dein Sehen derart lenken, dass du bei nichtigen Schatten nicht verweilst, die dir deines Körpers Augen liefern, um dich zu täuschen.

S. 79-80 hat geschrieben:In den kleinen Näharbeiten, Stickereien und ähnlichem stellte ich mich zwar, nach der Meinung meiner Lehrerinnen, recht gut an, aber meine linkische und ungeschickte Art, meine Handarbeit zu halten, rechtfertigte die wenig vorteilhafte Meinung, die man von mir hatte. Ich betrachte dies als eine Gnade; Gott, der mein Herz für Sich allein wollte, erhörte bereits mein Gebet: "die irdischen Tröstungen in Bitterkeit zu verwandeln." [Fußnote: Nachfolge Christi, 3. Buch, Kp. 26,3] Ich bedurfte dessen um so mehr, als ich für Lob nicht unempfänglich gewesen wäre. Oft rühmte man in meiner Gegenwart die Gescheitheit anderer, die meine aber nie; ich schloß daraus, daß ich ihrer entbehrte, und fand mich damit ab, keine zu haben.
Mein empfindsames und liebendes Herz hätte sich leicht hingegeben, wenn es ein Herz gefunden hätte, fähig es zu verstehen... Ich versuchte mich Mädchen meines Alters anzuschließen, darunter besonders zweien, die ich liebte, und die mich ihrerseits liebten, soweit sie dessen fähig waren. Doch ach! wie eng und unbeständig ist doch das Herz der Geschöpfe!!! Bald sah ich, daß meine Liebe unverstanden blieb. Eine meiner Freundinnen mußte in ihre Familie heimkehren und kam einige Monate später zurück; während ihrer Abwesenheit hatte ich an sie gedacht und sorgfältig einen kleinen Ring aufbewahrt, den sie mir geschenkt hatte. Meine Freude war groß, als ich meine Gefährtin wiedersah, aber ach! ich erhielt nur einen gleichgültigen Blick... Meine Liebe wurde nicht verstanden, das fühlte ich, und ich bettelte nicht um Zuneigung, die man mir verweigerte; indessen hat mir der Liebe Gott ein so treues Herz gegeben, daß es immer liebt, wenn es einmal wahrhaft geliebt hat; so fuhr ich fort für meine Gefährtin zu beten und liebe sie noch immer... Als ich bemerkte, daß Celine eine unserer Lehrerinnen liebte, wollte ich es ihr nachmachen; da ich es jedoch nicht verstand, die Gunst der Menschen zu gewinnen, hatte ich damit keinen Erfolg. O glückliches Unvermögen, wieviel Nöte hast du mir erspart!...
Wie danke ich Jesus, daß er mich "in den Freundschaften dieser Welt nur Bitternis" finden ließ! Mit einem Herzen wie dem meinen hätte ich mich fangen und mir die Flügel beschneiden lassen, wie wäre es mir dann möglich gewesen "zu fliegen und zu ruhen" [Fußnote: Vgl. Psalm 54,7 [Anmerkung von mir: Nach anderer Zählung Ps 55]]? Wie vermag sich ein in geschöpflicher Liebe verfangenes Herz innig mit Gott zu vereinen?... Ich fühle, daß dies nicht möglich ist.

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Gehorsam

Beitragvon Marsianer » Mo 13. Apr 2026, 07:42

Marsianer hat geschrieben:"Gehorsam" ist ja auch ein solcher Begriff, der heute wohl ziemlich zwiespältig angesehen wird. Selbst mächtig zu sein, zu kämpfen, Dinge zu beeinflussen hat heute einen recht guten Ruf, wobei vielen auch klar wurde, daß sich darin so manche Abgründe auftun können.

viewtopic.php?p=9283#p9283
Heilige Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes-Verlag 2009 (1. Auflage 1958), Handschrift C (An Mutter Marie de Gonzague), Erster Teil, S. 228-229 hat geschrieben:O meine Mutter, von welchen Besorgnissen wird man doch durch das Gehorsamsgelübde befreit! Wie glücklich sind die einfachen Klosterfrauen! Da ihr alleiniger Kompaß im Willen des Oberen liegt, haben sie stets die Gewißheit, auf dem geraden Wege zu sein; sie müssen nicht befürchten, sich zu täuschen, selbst wenn es ihnen als gewiß erscheint, daß die Oberen sich täuschen.

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Re: Gehorsam

Beitragvon Marsianer » Do 16. Apr 2026, 19:12

Gehorsam ist in nicht ganz neuer christlicher Literatur ja schon öfters ein Thema. Heute ist es nach meinem überwegenden Eindruck verpöhnt Gehiorsam als Tugend zu betrachten. Ein Gedanke dazu von mir wäre, daß Gehorsam heute schon allgemein im Alltag, meist ohne so benannt zu werden, eine historisch recht intensive Rolle spielt, zurückgehend z.B. auch auf die staatlichen Zwangsindoktrinierungseinrichtungen zurückgehend. In früheren Zeiten waren Kinder ohne solchen Gehorsamsdrill (heute im Gewand vermeindlicher Mündigkeitsbildung und ("nett" konformistisch-iliberaler) Individualitätskultivierung) wohl noch deutlich anders in ihrem Verhalten und da hat es vielleicht einen ganz anderen Sinn ergeben von "Gehorsam" als (spiritueller (wie oben und im Zusammenhang mit Ansichten hinsichtlich "Inspiration"), nicht irdisch.politischer) Tugend zu sprechen.


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