Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

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Marsianer
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 9. Jan 2026, 11:14

Agape hat geschrieben:letztlich Ziel einer irdischen Verkörperung, die Priorität des Göttlichen gegenüber dem Irdischen zu erkennen und zu leben?

Das kann so wohl gesehen werden.

Ich frage mich halt gelegentlich noch immer, wieso viele Menschen dem um den Körper solche Priorität zumessen. Das wäre eine Erklärung, wenn diese sie versklavenden und von ihnen auch selbst gemästeten Bedürfnisse eine andere Art "innerer Unruhe" für diese wären, vor der sie andere, feinere seelische Zustände wenig im Blick haben würden, weil das andere diesen Blick überlagern würde.

Aber der Einwand ist auch schon bereichtigt, die meisten Menschen befassen sich meist nachrangiger auch mit etwas, das oft als "Seelisches" verstanden würde. Aber das wäre wohl nur in Ausnahmefällen etwas, wie ich es hier meine?

Agape
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Fr 9. Jan 2026, 18:09

Die meisten Menschen (davon gehe ich eher aus) verstehen wohl unter "Leben" etwas, das mit der Geburt beginnt und mit dem Sterben endet. Beide Vorgänge haben vorrangig mit dem Körper zu tun. Und wenn es mal nicht speziell nur um den Körper geht, dann geht es um die Psyche ("psychosomatisch"), welche ja nicht identisch mit "Seele/Geist" ist, sondern eher dem, was man als "Gemüt" bezeichnet, entspricht. Und im Gemüt spielen menschliche Gefühle/Emotionen eine Hauptrolle, welche vermutlich überwiegend auch körperliche Bezüge haben, denn "tiefer" in das Innere (dorthin, wo ursprünglich Seele/Geist wirken), dringen die meisten Menschen wohl gar nicht ein.

KI:

Der Begriff **Gemüt** bezieht sich vor allem auf die **emotionale und gefühlsmässige Seite des menschlichen Erlebens** – also Stimmungen, Neigungen, Gefühle und Antriebe. Es ist eng verbunden mit dem Fühlen und Wollen und wird oft als die „fühlende Seele“ verstanden. Im Gegensatz dazu steht die **Seele** in vielen philosophischen und religiösen Traditionen für das **tiefe, unsterbliche Wesen des Menschen**, den Kern der Persönlichkeit oder das wahre Selbst, das über die Emotionen hinausgeht.

Während das **Gemüt** als Teil der Seele gilt – insbesondere deren gefühlsmässige Ausprägung –, umfasst die **Seele** in weiteren Auffassungen auch geistige, bewusste und transzendente Aspekte. Beispielsweise sehen manche Traditionen die Seele als den unvergänglichen Kern (etwa den *Atman* im Yoga), während das Gemüt als wechselhaft und stimmungsabhängig gilt.

Zusammenfassend:

- **Gemüt**: Gefühlswelt, Stimmungen, Neigungen – der affektive Teil der Psyche.
- **Seele**: Tiefster Kern des Menschen, oft als unsterblich, bewusst und identisch mit dem wahren Selbst verstanden.
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Marsianer
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 9. Jan 2026, 21:20

Agape hat geschrieben:Die meisten Menschen (davon gehe ich eher aus) verstehen wohl unter "Leben" etwas, das mit der Geburt beginnt und mit dem Sterben endet. Beide Vorgänge haben vorrangig mit dem Körper zu tun.

Nach meiner Erfahrung schon auch oft eine Qualität, "Glück" wobei damit meist vergängliches "Glück" gemeint wird zu dem manchmal sogar theoretisiert wird, "Glück" könne ohne "Unglück" gar nicht entsprechend empfunden werden. Etwas, das mir schon lange kaum einleuchtet.
Und wenn es mal nicht speziell nur um den Körper geht, dann geht es um die Psyche ("psychosomatisch"), welche ja nicht identisch mit "Seele/Geist" ist, sondern eher dem, was man als "Gemüt" bezeichnet, entspricht.

"Gemüt"? Weiß nicht. "Fleischlich" bezieht sich auch im NT nicht rein auf "körperliche Freuden", es geht soweit ich verstehe um Impulse körperlicher Lust und Erhalt des Körpers. Dazu zählen auch Neigungen wie Kontroll-/Machttrieb (eine Stellung unter Menschen im Blick, die den Erhalt und die Erfüllung körperlicher Lüste sichert, vielleicht auch unbewußt in solchem Impuls) oder entsprechende Habgier.
Und im Gemüt spielen menschliche Gefühle/Emotionen eine Hauptrolle, welche vermutlich überwiegend auch körperliche Bezüge haben,

Ob ich soetwas in der Weise kenne? Ich vermute, soetwas war mir eigentlich schon immer suspekt, unangenehm wenn sich soetwas an anderen zeigte.
denn "tiefer" in das Innere (dorthin, wo ursprünglich Seele/Geist wirken), dringen die meisten Menschen wohl gar nicht ein.

Und oben ging es um die für mich wohl noch ziemlich offene Frage: Wieso nun eigentlich nicht?
Der Begriff **Gemüt** bezieht sich vor allem auf die **emotionale und gefühlsmässige Seite des menschlichen Erlebens** – also Stimmungen, Neigungen, Gefühle und Antriebe.

Ich habe zu mancher Zeit schon Lust auf etwas und zu einer anderen nicht. Was ich kritisch sehe ist wohl eine Neigung bei anderen "nicht beim Gegenüber zu sein", sondern mehr bei derartigen eigenen Impulsen, oft fast immer angefüllt mit wechselnd zusammengesetzen "Bündeln" davon. Ich erlebe die meisten Menschen in gewisser Weise ähnlich wie Drogenberauschte, könnte man sagen? Mehr zurückgeworfen nur auf "ihr Ich", auch in scheinbar gegenüber anderen sensiblen Zuständen.

Agape
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Sa 10. Jan 2026, 12:25

Marsianaer hat geschrieben:"Glück" könne ohne "Unglück" gar nicht entsprechend empfunden werden.

Bei "vergänglichem" Glück neigt der Mensch vermutlich dazu, seine vergangenen Erfahrungen mit der Vergänglichkeit auf das "Gegenwärtige" zu projizieren. Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Und oben ging es um die für mich wohl noch ziemlich offene Frage: Wieso nun eigentlich nicht?

Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Was ich kritisch sehe ist wohl eine Neigung bei anderen "nicht beim Gegenüber zu sein"

Vermutlich meinst Du, "nicht wahrhaftig" beim Gegenüber zu sein? Viele Menschen scheinen sich ja im Gegenüber zu verlieren und dadurch "nicht bei sich" zu sein. Aber dieses "sich im anderen zu verlieren" entspricht vermutlich öfter eher einer "angelernten Strategie" und weniger einem echten, aus tiefstem Herzen stammenden Interesse für das Wesen des Gegenübers.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Sa 10. Jan 2026, 13:02

Agape hat geschrieben:Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Es geht wohl auch um die Vorstellung solches Glück basiere auf Vergleichen?
Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Wie würde sich dies auf der Erscheinungsebene zeigen, wie fühlt es sich für solche in ihnen an?
Vermutlich meinst Du, "nicht wahrhaftig" beim Gegenüber zu sein?

Ich weiß niicht?
Viele Menschen scheinen sich ja im Gegenüber zu verlieren und dadurch "nicht bei sich" zu sein. Aber dieses "sich im anderen zu verlieren" entspricht vermutlich öfter eher einer "angelernten Strategie" und weniger einem echten, aus tiefstem Herzen stammenden Interesse für das Wesen des Gegenübers.

Es entspräche wohl keinem klaren Blick mehr in und aus Ruhe, eher einer anderen Art von Prozeßreaktion mehr in der Art von Reflexhaftigkeiten.

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Sa 10. Jan 2026, 19:30

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Es geht wohl auch um die Vorstellung solches Glück basiere auf Vergleichen?

In diesem Sinne würde "Glück" vielleicht als etwas angesehen werden, was den einen (in einer bestimmten Situation) "zustehen" würde – und den anderen nicht. Das hiesse mit anderen Worten: "sich als Richter aufzuspielen", wer und weshalb jemand Glück "verdient" hätte – und jemand anderer nicht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Wie würde sich dies auf der Erscheinungsebene zeigen, wie fühlt es sich für solche in ihnen an?

Du meinst, wenn das Wollen nicht auf Gottes Geist gründet? Solche Menschen würden vor allem nach etwas suchen, das mit ihren fleischlichen Wünschen und Vorstellungen resoniert und das sie sich "zu eigen machen können" - das heisst, sich eher irdische Vorteile davon versprechen.

Wäre die Seele jedoch eher am Göttlichen orientiert, würden sie andere Impulse antreiben und an sich ziehen – weniger solche, die nur der möglichst schnellen Befriedigung des Fleisches dienen. Dadurch würde sie "tiefer" in sich selbst eindringen und dementsprechend auch umfassender wahrnehmen können.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Sa 10. Jan 2026, 21:02

Agape hat geschrieben:In diesem Sinne würde "Glück" vielleicht als etwas angesehen werden, was den einen (in einer bestimmten Situation) "zustehen" würde – und den anderen nicht. Das hiesse mit anderen Worten: "sich als Richter aufzuspielen", wer und weshalb jemand Glück "verdient" hätte – und jemand anderer nicht.

Hm, ich hatte es so verstanden, daß da verglichen wird zwischen "fühlt sich weniger gut an" und "fühlt sich besser an".
Du meinst, wenn das Wollen nicht auf Gottes Geist gründet? Solche Menschen würden vor allem nach etwas suchen, das mit ihren fleischlichen Wünschen und Vorstellungen resoniert und das sie sich "zu eigen machen können" - das heisst, sich eher irdische Vorteile davon versprechen.

Ja, sie "fühlen" andere nicht so? Oder sie "fühlen" andere wenn eher verzerrt und in Form weniger "zerhackter Einzelfaktoren"? Und offenbar erleben sie es in sich nicht als unerfreulich nahezu nie irgendwo wirklich "da zu sein".
Dadurch würde sie "tiefer" in sich selbst eindringen und dementsprechend auch umfassender wahrnehmen können.

Aha.


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