Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

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Marsianer
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 9. Jan 2026, 11:14

Agape hat geschrieben:letztlich Ziel einer irdischen Verkörperung, die Priorität des Göttlichen gegenüber dem Irdischen zu erkennen und zu leben?

Das kann so wohl gesehen werden.

Ich frage mich halt gelegentlich noch immer, wieso viele Menschen dem um den Körper solche Priorität zumessen. Das wäre eine Erklärung, wenn diese sie versklavenden und von ihnen auch selbst gemästeten Bedürfnisse eine andere Art "innerer Unruhe" für diese wären, vor der sie andere, feinere seelische Zustände wenig im Blick haben würden, weil das andere diesen Blick überlagern würde.

Aber der Einwand ist auch schon bereichtigt, die meisten Menschen befassen sich meist nachrangiger auch mit etwas, das oft als "Seelisches" verstanden würde. Aber das wäre wohl nur in Ausnahmefällen etwas, wie ich es hier meine?

Agape
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Fr 9. Jan 2026, 18:09

Die meisten Menschen (davon gehe ich eher aus) verstehen wohl unter "Leben" etwas, das mit der Geburt beginnt und mit dem Sterben endet. Beide Vorgänge haben vorrangig mit dem Körper zu tun. Und wenn es mal nicht speziell nur um den Körper geht, dann geht es um die Psyche ("psychosomatisch"), welche ja nicht identisch mit "Seele/Geist" ist, sondern eher dem, was man als "Gemüt" bezeichnet, entspricht. Und im Gemüt spielen menschliche Gefühle/Emotionen eine Hauptrolle, welche vermutlich überwiegend auch körperliche Bezüge haben, denn "tiefer" in das Innere (dorthin, wo ursprünglich Seele/Geist wirken), dringen die meisten Menschen wohl gar nicht ein.

KI:

Der Begriff **Gemüt** bezieht sich vor allem auf die **emotionale und gefühlsmässige Seite des menschlichen Erlebens** – also Stimmungen, Neigungen, Gefühle und Antriebe. Es ist eng verbunden mit dem Fühlen und Wollen und wird oft als die „fühlende Seele“ verstanden. Im Gegensatz dazu steht die **Seele** in vielen philosophischen und religiösen Traditionen für das **tiefe, unsterbliche Wesen des Menschen**, den Kern der Persönlichkeit oder das wahre Selbst, das über die Emotionen hinausgeht.

Während das **Gemüt** als Teil der Seele gilt – insbesondere deren gefühlsmässige Ausprägung –, umfasst die **Seele** in weiteren Auffassungen auch geistige, bewusste und transzendente Aspekte. Beispielsweise sehen manche Traditionen die Seele als den unvergänglichen Kern (etwa den *Atman* im Yoga), während das Gemüt als wechselhaft und stimmungsabhängig gilt.

Zusammenfassend:

- **Gemüt**: Gefühlswelt, Stimmungen, Neigungen – der affektive Teil der Psyche.
- **Seele**: Tiefster Kern des Menschen, oft als unsterblich, bewusst und identisch mit dem wahren Selbst verstanden.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 9. Jan 2026, 21:20

Agape hat geschrieben:Die meisten Menschen (davon gehe ich eher aus) verstehen wohl unter "Leben" etwas, das mit der Geburt beginnt und mit dem Sterben endet. Beide Vorgänge haben vorrangig mit dem Körper zu tun.

Nach meiner Erfahrung schon auch oft eine Qualität, "Glück" wobei damit meist vergängliches "Glück" gemeint wird zu dem manchmal sogar theoretisiert wird, "Glück" könne ohne "Unglück" gar nicht entsprechend empfunden werden. Etwas, das mir schon lange kaum einleuchtet.
Und wenn es mal nicht speziell nur um den Körper geht, dann geht es um die Psyche ("psychosomatisch"), welche ja nicht identisch mit "Seele/Geist" ist, sondern eher dem, was man als "Gemüt" bezeichnet, entspricht.

"Gemüt"? Weiß nicht. "Fleischlich" bezieht sich auch im NT nicht rein auf "körperliche Freuden", es geht soweit ich verstehe um Impulse körperlicher Lust und Erhalt des Körpers. Dazu zählen auch Neigungen wie Kontroll-/Machttrieb (eine Stellung unter Menschen im Blick, die den Erhalt und die Erfüllung körperlicher Lüste sichert, vielleicht auch unbewußt in solchem Impuls) oder entsprechende Habgier.
Und im Gemüt spielen menschliche Gefühle/Emotionen eine Hauptrolle, welche vermutlich überwiegend auch körperliche Bezüge haben,

Ob ich soetwas in der Weise kenne? Ich vermute, soetwas war mir eigentlich schon immer suspekt, unangenehm wenn sich soetwas an anderen zeigte.
denn "tiefer" in das Innere (dorthin, wo ursprünglich Seele/Geist wirken), dringen die meisten Menschen wohl gar nicht ein.

Und oben ging es um die für mich wohl noch ziemlich offene Frage: Wieso nun eigentlich nicht?
Der Begriff **Gemüt** bezieht sich vor allem auf die **emotionale und gefühlsmässige Seite des menschlichen Erlebens** – also Stimmungen, Neigungen, Gefühle und Antriebe.

Ich habe zu mancher Zeit schon Lust auf etwas und zu einer anderen nicht. Was ich kritisch sehe ist wohl eine Neigung bei anderen "nicht beim Gegenüber zu sein", sondern mehr bei derartigen eigenen Impulsen, oft fast immer angefüllt mit wechselnd zusammengesetzen "Bündeln" davon. Ich erlebe die meisten Menschen in gewisser Weise ähnlich wie Drogenberauschte, könnte man sagen? Mehr zurückgeworfen nur auf "ihr Ich", auch in scheinbar gegenüber anderen sensiblen Zuständen.

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Sa 10. Jan 2026, 12:25

Marsianaer hat geschrieben:"Glück" könne ohne "Unglück" gar nicht entsprechend empfunden werden.

Bei "vergänglichem" Glück neigt der Mensch vermutlich dazu, seine vergangenen Erfahrungen mit der Vergänglichkeit auf das "Gegenwärtige" zu projizieren. Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Und oben ging es um die für mich wohl noch ziemlich offene Frage: Wieso nun eigentlich nicht?

Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Was ich kritisch sehe ist wohl eine Neigung bei anderen "nicht beim Gegenüber zu sein"

Vermutlich meinst Du, "nicht wahrhaftig" beim Gegenüber zu sein? Viele Menschen scheinen sich ja im Gegenüber zu verlieren und dadurch "nicht bei sich" zu sein. Aber dieses "sich im anderen zu verlieren" entspricht vermutlich öfter eher einer "angelernten Strategie" und weniger einem echten, aus tiefstem Herzen stammenden Interesse für das Wesen des Gegenübers.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Sa 10. Jan 2026, 13:02

Agape hat geschrieben:Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Es geht wohl auch um die Vorstellung solches Glück basiere auf Vergleichen?
Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Wie würde sich dies auf der Erscheinungsebene zeigen, wie fühlt es sich für solche in ihnen an?
Vermutlich meinst Du, "nicht wahrhaftig" beim Gegenüber zu sein?

Ich weiß niicht?
Viele Menschen scheinen sich ja im Gegenüber zu verlieren und dadurch "nicht bei sich" zu sein. Aber dieses "sich im anderen zu verlieren" entspricht vermutlich öfter eher einer "angelernten Strategie" und weniger einem echten, aus tiefstem Herzen stammenden Interesse für das Wesen des Gegenübers.

Es entspräche wohl keinem klaren Blick mehr in und aus Ruhe, eher einer anderen Art von Prozeßreaktion mehr in der Art von Reflexhaftigkeiten.

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Sa 10. Jan 2026, 19:30

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Er konzentriert sich eher darauf, das "Glück" zu bewerten, anstatt es unmittelbar zu empfinden.

Es geht wohl auch um die Vorstellung solches Glück basiere auf Vergleichen?

In diesem Sinne würde "Glück" vielleicht als etwas angesehen werden, was den einen (in einer bestimmten Situation) "zustehen" würde – und den anderen nicht. Das hiesse mit anderen Worten: "sich als Richter aufzuspielen", wer und weshalb jemand Glück "verdient" hätte – und jemand anderer nicht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Weil das innerste Wollen wahrscheinlich nicht auf der Göttlichkeit (Gottes Geist) gründet, was jedoch eine Voraussetzung dafür wäre, "umfassender zu sehen" - als nur mit den Augen des "reinen Weltverstandes".

Wie würde sich dies auf der Erscheinungsebene zeigen, wie fühlt es sich für solche in ihnen an?

Du meinst, wenn das Wollen nicht auf Gottes Geist gründet? Solche Menschen würden vor allem nach etwas suchen, das mit ihren fleischlichen Wünschen und Vorstellungen resoniert und das sie sich "zu eigen machen können" - das heisst, sich eher irdische Vorteile davon versprechen.

Wäre die Seele jedoch eher am Göttlichen orientiert, würden sie andere Impulse antreiben und an sich ziehen – weniger solche, die nur der möglichst schnellen Befriedigung des Fleisches dienen. Dadurch würde sie "tiefer" in sich selbst eindringen und dementsprechend auch umfassender wahrnehmen können.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Sa 10. Jan 2026, 21:02

Agape hat geschrieben:In diesem Sinne würde "Glück" vielleicht als etwas angesehen werden, was den einen (in einer bestimmten Situation) "zustehen" würde – und den anderen nicht. Das hiesse mit anderen Worten: "sich als Richter aufzuspielen", wer und weshalb jemand Glück "verdient" hätte – und jemand anderer nicht.

Hm, ich hatte es so verstanden, daß da verglichen wird zwischen "fühlt sich weniger gut an" und "fühlt sich besser an".
Du meinst, wenn das Wollen nicht auf Gottes Geist gründet? Solche Menschen würden vor allem nach etwas suchen, das mit ihren fleischlichen Wünschen und Vorstellungen resoniert und das sie sich "zu eigen machen können" - das heisst, sich eher irdische Vorteile davon versprechen.

Ja, sie "fühlen" andere nicht so? Oder sie "fühlen" andere wenn eher verzerrt und in Form weniger "zerhackter Einzelfaktoren"? Und offenbar erleben sie es in sich nicht als unerfreulich nahezu nie irgendwo wirklich "da zu sein".
Dadurch würde sie "tiefer" in sich selbst eindringen und dementsprechend auch umfassender wahrnehmen können.

Aha.

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Do 5. Mär 2026, 11:21

Leider ist dieser Text nirgends online verfügbar und kann offenbar nur im entsprechenden Buch nachgelesen werden.

EIN KURS IN WUNDERN (Textbuch, Kapitel 2, Trennung und Sühne, III) hat geschrieben:
Der Altar Gottes

Die Sühne kann in dir nur dadurch angenommen werden, dass das innere Licht befreit wird. Seit der Trennung sind Abwehrmechanismen fast ausschliesslich als Verteidigung gegen die Sühne angewendet worden, und damit erhalten sie die Trennung aufrecht. Das wird im allgemeinen als eine Notwendigkeit angesehen, um den Körper zu schützen. Die vielen Phantasien, die um den Körper kreisen und mit denen sich der Geist beschäftigt, entstehen aus dem verzerrten Glauben, der Körper könne als Mittel angewendet werden, um "Sühne" zu erlangen. Den Leib als Tempel wahrzunehmen ist erst der erste Schritt, um diese Verzerrung zu berichtigen, weil das nur einen Teil von ihr verändert. Allerdings wird dadurch begriffen, dass Sühne im körperlichen Sinn unmöglich ist.

Der nächste Schritt indessen ist die Einsicht, dass ein Tempel gar kein Gebäude ist. Seine wahre Heiligkeit liegt im inneren Altar, um welchen das Gebäude aufgebaut ist. Die Schönheit von Gebäuden zu betonen, ist ein Zeichen der Angst vor der Sühne und ein Unwille, zum Altar selber zu gelangen. Die wirkliche Schönheit des Tempels kann mit dem leiblichen Auge nicht gesehen werden. Andererseits kann die geistige Sicht das Gebäude überhaupt nicht sehen, weil sie vollkommene Schau ist. Hingegen kann sie den Altar mit vollkommener Klarheit sehen.

Um vollkommen wirksam sein zu können, gehört die Sühne in die Mitte des inneren Altars, wo sie die Trennung aufhebt und des Geistes Ganzheit wiederherstellt. Vor der Trennung war der Geist gegen Angst gefeit, weil die Angst nicht existierte. Sowohl die Trennung wie die Angst sind Fehlschöpfungen, die aufgehoben werden müssen, damit der Tempel wiederhergestellt und der Altar geöffnet wird, um die Sühne zu empfangen. Das heilt die Trennung, indem es die einzige wirksame Abwehr gegen alle Gedanken der Trennung in dich hineinlegt und dich vollkommen unverletzlich macht.

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Sühne von allen angenommen wird. Das mag scheinbar im Widerspruch zum freien Willen stehen, weil die letzte Entscheidung unausweichlich ist, aber dem ist nicht so. Du bist des Aufschubs und ungeheurer Verzögerungen fähig, doch kannst du nicht völlig von deinem Schöpfer scheiden, der deiner Fähigkeit, fehlzuerschaffen, die Grenzen setzte. Ein gefangener Wille verursacht eine Situation, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag gross sein, sie ist aber nicht grenzenlos. Schliesslich beginnt ein jeder zu begreifen - wie undeutlich auch immer - dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt. Dies erweckt schliesslich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht. Abwechselnd in die beiden Ebenen der Wahrnehmung zu investieren wird gewöhnlich als Konflikt erfahren, der sich stark zuspitzen kann. Der Ausgang aber ist gewiss wie Gott.

Die geistige Schau kann den Irrtum buchstäblich nicht sehen und sucht nur nach der Sühne. Alle Lösungen, die das körperliche Auge sucht, lösen sich auf. Die geistige Schau blickt nach innen und sieht sogleich, dass der Altar entweiht ist und repariert und geschützt werden muss. Der richtigen Abwehr völlig gewahr, übergeht sie alle anderen und schaut über den Irrtum hinweg zur Wahrheit. Dank der Stärke ihrer Schau bringt sie den Geist in ihren Dienst. Das stellt die Macht des Geistes wieder her und macht ihn zunehmend empfindlicher für das, was er einst als ganz geringfügiges Eindringen von Unbehagen angesehen hätte.

Die Kinder Gottes haben Anspruch auf jenes vollkommene Wohlbehagen, das von vollkommenem Vertrauen kommt. Solange sie dies nicht erreichen, verschwenden sie sich und ihre wahren schöpferischen Kräfte mit nutzlosen Versuchen, durch unangemessene Mittel mehr Wohlbehagen zu erlangen. Die wirklichen Mittel aber sind schon bereitgestellt und verlangen gar keine Mühe ihrerseits. Die Sühne ist die einzige Gabe, die es wert ist, an Gottes Altar dargebracht zu werden, aufgrund des Wertes des Altars selbst. Er wurde vollkommen erschaffen und ist gänzlich würdig, Vollkommenheit zu empfangen. Gott und seine Schöpfungen sind vollständig abhängig voneinander. ER hängt von ihnen ab, weil er sie vollkommen schuf. Er gab ihnen seinen Frieden, damit sie nicht erschüttert und nicht getäuscht werden könnten. Doch jedes Mal, wenn du dich fürchtest, bist du getäuscht, und dein Geist kann dem Heiligen Geist nicht dienen. Das hungert dich aus, indem es dir dein tägliches Brot vorenthält. Gott ist einsam ohne seine Söhne, und sie sind einsam ohne IHN. Sie müssen lernen, die Welt als Mittel zu betrachten, das die Trennung heilt. Die Sühne ist die Gewähr dafür, dass es ihnen letztendlich gelingen wird.
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 6. Mär 2026, 01:27

EIN KURS IN WUNDERN (Textbuch, Kapitel 2, Trennung und Sühne, III) hat geschrieben:Seit der Trennung sind Abwehrmechanismen fast ausschliesslich als Verteidigung gegen die Sühne angewendet worden, und damit erhalten sie die Trennung aufrecht. Das wird im allgemeinen als eine Notwendigkeit angesehen, um den Körper zu schützen.

Dort sieht man das also auch derart.
Die vielen Phantasien, die um den Körper kreisen und mit denen sich der Geist beschäftigt, entstehen aus dem verzerrten Glauben, der Körper könne als Mittel angewendet werden, um "Sühne" zu erlangen.

Beschäftigen sich denn viele heutige Menschen bewußt mit eigener "Sühne"?
Den Leib als Tempel wahrzunehmen ist erst der erste Schritt, um diese Verzerrung zu berichtigen, weil das nur einen Teil von ihr verändert. Allerdings wird dadurch begriffen, dass Sühne im körperlichen Sinn unmöglich ist.

Jedoch kann durch "körperliche Buße" das Fleisch in äußerer Weise geschwächt werden, so daß es weniger "aufbegehrt". Das würde ich nicht als völlig sinnlos ansehen, wenn sich demjenigen keine besseren Wege lebendig erschließen. Soetwas kann in gewisser Weise auch eine Entscheidung gegen das Fleisch sein (muß es innerlich aber nicht).
Der nächste Schritt indessen ist die Einsicht, dass ein Tempel gar kein Gebäude ist. Seine wahre Heiligkeit liegt im inneren Altar, um welchen das Gebäude aufgebaut ist.

Gut.
Andererseits kann die geistige Sicht das Gebäude überhaupt nicht sehen, weil sie vollkommene Schau ist. Hingegen kann sie den Altar mit vollkommener Klarheit sehen.

Hm, und das Gebäude wäre wie im NT wohl eben der Körper mit dem keine existenzielle Identifikation bestünde?
Vor der Trennung war der Geist gegen Angst gefeit, weil die Angst nicht existierte. Sowohl die Trennung wie die Angst sind Fehlschöpfungen, die aufgehoben werden müssen,

Es wäre wohl wieder nur bestimmte Angst gemeint wie vielleicht starke allgemeine Angst um den Fortbestand des Körpers, die in jemandem höhere Priorität haben würde als der seelische Zustand.
Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Sühne von allen angenommen wird.

Das sehe ich ja nicht so.
Ein gefangener Wille verursacht eine Situation, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag gross sein, sie ist aber nicht grenzenlos.

Ich meine Leiden können schicksalhaft Grenzen setzen und so bewahren und auch in gewisser Weise "läutern" wie oben angerissen, sie können aber nicht zu ehrlicher Reue und Umkehr zwingen und die Seele kann sie nicht aus Not jederzeit einfach so wirksam hervorbringen, nur weil sie gerne diese Not loswerden wollen würde.
Schliesslich beginnt ein jeder zu begreifen - wie undeutlich auch immer - dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt.

Und bei manchen geht es nach einem solchen Wendepunkt in einer Situation größerer seelischer Freiheit dann in neue Abgründe.
Dies erweckt schliesslich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht. Abwechselnd in die beiden Ebenen der Wahrnehmung zu investieren wird gewöhnlich als Konflikt erfahren, der sich stark zuspitzen kann.

Wird hier alles "geistige Schau" genannt, was nicht körperliche Sicht wäre? Bezogen auf Begriffe aus der christlichen Mystik wäre "Schau" wohl noch etwas Spezielleres?
Die geistige Schau kann den Irrtum buchstäblich nicht sehen und sucht nur nach der Sühne. Alle Lösungen, die das körperliche Auge sucht, lösen sich auf. Die geistige Schau blickt nach innen und sieht sogleich, dass der Altar entweiht ist und repariert und geschützt werden muss.

Hm.
Das stellt die Macht des Geistes wieder her und macht ihn zunehmend empfindlicher für das, was er einst als ganz geringfügiges Eindringen von Unbehagen angesehen hätte.

"Eindringen von Unbehagen", aha.
Gott und seine Schöpfungen sind vollständig abhängig voneinander. ER hängt von ihnen ab, weil er sie vollkommen schuf.

Auch das verstehe ich anders.
Doch jedes Mal, wenn du dich fürchtest, bist du getäuscht, und dein Geist kann dem Heiligen Geist nicht dienen.

Da könnte ich wieder das Beispiel "Höhenangst" nennen. Steht diese einer Begegnung mit Heiligem Geist entgegen? Das würde ich eigentlich nicht sagen
Gott ist einsam ohne seine Söhne, und sie sind einsam ohne IHN.

Das mag schon sein, wobei ja nach meinem Stand die meisten "Söhne" nie gefallen waren und es daher in der vorliegenden Situation eigentlich weniger um Einsamkeit gehen würde, sondern mehr um Agapeliebe zu den "verlorenen Schafen"?

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Fr 6. Mär 2026, 11:03

Marsianer hat geschrieben:
EIN KURS IN WUNDERN (Textbuch, Kapitel 2, Trennung und Sühne, III) hat geschrieben:Die vielen Phantasien, die um den Körper kreisen und mit denen sich der Geist beschäftigt, entstehen aus dem verzerrten Glauben, der Körper könne als Mittel angewendet werden, um "Sühne" zu erlangen.

Beschäftigen sich denn viele heutige Menschen bewußt mit eigener "Sühne"?

Vermutlich die wenigsten.

Hm, und das Gebäude wäre wie im NT wohl eben der Körper mit dem keine existenzielle Identifikation bestünde?

Ja.

Und bei manchen geht es nach einem solchen Wendepunkt in einer Situation größerer seelischer Freiheit dann in neue Abgründe.

Wenn man nicht davon ausginge, dass nur dem (einsichtigen) Geist die Fähigkeit zu erschaffen innewohnen würde. Würde diese geistige Einsicht nicht oder nur mangelhaft vorhanden sein, wäre der Geist gespalten und könnte nichts "Hei(lig)es" hervorbringen/erschaffen.

Wird hier alles "geistige Schau" genannt, was nicht körperliche Sicht wäre?

Ich vermute, dass es etwas darüber aussagt, woraus das "Sehen" hervorgeht - aus "Totem" (Falschem) - oder aus göttlichem Geist (Lebendigem/Wahrem).


Da könnte ich wieder das Beispiel "Höhenangst" nennen. Steht diese einer Begegnung mit Heiligem Geist entgegen?

Solcherlei Angst ist vermutlich nicht gemeint, es geht dabei eher um eine Angst, die letztlich aus Mangel (an Vertrauen auf Gottes ursprüngliche Gaben an seine Geschöpfe) hervorgeht. Die Sicherheit wird am falschen Ort gesucht - wo sie nicht zu finden ist (es wird auf rein menschliches Vermögen gebaut).
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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Marsianer » Fr 6. Mär 2026, 12:49

Agape hat geschrieben:
Und bei manchen geht es nach einem solchen Wendepunkt in einer Situation größerer seelischer Freiheit dann in neue Abgründe.

Wenn man nicht davon ausginge, dass nur dem (einsichtigen) Geist die Fähigkeit zu erschaffen innewohnen würde.

Ich meinte mit "größerer Freiheit" hier im Zusammenhang ein Verschwinden von Leid. Ist es da. könnte z.B. jemand zu Gott "beten", aber bliebe es dabei, wenn das Leid vor einer Weile wieder vergangen wäre?
Solcherlei Angst ist vermutlich nicht gemeint, es geht dabei eher um eine Angst, die letztlich aus Mangel (an Vertrauen auf Gottes ursprüngliche Gaben an seine Geschöpfe) hervorgeht. Die Sicherheit wird am falschen Ort gesucht - wo sie nicht zu finden ist (es wird auf rein menschliches Vermögen gebaut).

Achso.

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Re: Körperidentifikation und Zugänglichkeit oadischer Kultur

Beitragvon Agape » Fr 6. Mär 2026, 13:32

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Und bei manchen geht es nach einem solchen Wendepunkt in einer Situation größerer seelischer Freiheit dann in neue Abgründe.

Wenn man nicht davon ausginge, dass nur dem (einsichtigen) Geist die Fähigkeit zu erschaffen innewohnen würde.

Ich meinte mit "größerer Freiheit" hier im Zusammenhang ein Verschwinden von Leid. Ist es da. könnte z.B. jemand zu Gott "beten", aber bliebe es dabei, wenn das Leid vor einer Weile wieder vergangen wäre?

Vermutlich bliebe es dabei, wenn aus innerstem Wollen im Herzen der Entscheid getroffen würde, nicht in neue Abgründe zu stürzen (weil es die Seele gar nicht mehr dorthin ziehen würde).
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