EIN KURS IN WUNDERN (Textbuch, Kapitel 2, Trennung und Sühne, III) hat geschrieben:Seit der Trennung sind Abwehrmechanismen fast ausschliesslich als Verteidigung gegen die Sühne angewendet worden, und damit erhalten sie die Trennung aufrecht. Das wird im allgemeinen als eine Notwendigkeit angesehen, um den Körper zu schützen.
Dort sieht man das also auch derart.
Die vielen Phantasien, die um den Körper kreisen und mit denen sich der Geist beschäftigt, entstehen aus dem verzerrten Glauben, der Körper könne als Mittel angewendet werden, um "Sühne" zu erlangen.
Beschäftigen sich denn viele heutige Menschen bewußt mit eigener "Sühne"?
Den Leib als Tempel wahrzunehmen ist erst der erste Schritt, um diese Verzerrung zu berichtigen, weil das nur einen Teil von ihr verändert. Allerdings wird dadurch begriffen, dass Sühne im körperlichen Sinn unmöglich ist.
Jedoch kann durch "körperliche Buße" das Fleisch in äußerer Weise geschwächt werden, so daß es weniger "aufbegehrt". Das würde ich nicht als völlig sinnlos ansehen, wenn sich demjenigen keine besseren Wege lebendig erschließen. Soetwas kann in gewisser Weise auch eine Entscheidung gegen das Fleisch sein (muß es innerlich aber nicht).
Der nächste Schritt indessen ist die Einsicht, dass ein Tempel gar kein Gebäude ist. Seine wahre Heiligkeit liegt im inneren Altar, um welchen das Gebäude aufgebaut ist.
Gut.
Andererseits kann die geistige Sicht das Gebäude überhaupt nicht sehen, weil sie vollkommene Schau ist. Hingegen kann sie den Altar mit vollkommener Klarheit sehen.
Hm, und das Gebäude wäre wie im NT wohl eben der Körper mit dem keine existenzielle Identifikation bestünde?
Vor der Trennung war der Geist gegen Angst gefeit, weil die Angst nicht existierte. Sowohl die Trennung wie die Angst sind Fehlschöpfungen, die aufgehoben werden müssen,
Es wäre wohl wieder nur bestimmte Angst gemeint wie vielleicht starke allgemeine Angst um den Fortbestand des Körpers, die in jemandem höhere Priorität haben würde als der seelische Zustand.
Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Sühne von allen angenommen wird.
Das sehe ich ja nicht so.
Ein gefangener Wille verursacht eine Situation, die im Extremfall überhaupt nicht mehr aushaltbar wird. Die Leidensfähigkeit mag gross sein, sie ist aber nicht grenzenlos.
Ich meine Leiden können schicksalhaft Grenzen setzen und so bewahren und auch in gewisser Weise "läutern" wie oben angerissen, sie können aber nicht zu ehrlicher Reue und Umkehr zwingen und die Seele kann sie nicht aus Not jederzeit einfach so wirksam hervorbringen, nur weil sie gerne diese Not loswerden wollen würde.
Schliesslich beginnt ein jeder zu begreifen - wie undeutlich auch immer - dass es einen besseren Weg geben muss. Sowie diese Einsicht mehr Boden gewinnt, wird sie zu einem Wendepunkt.
Und bei manchen geht es nach einem solchen Wendepunkt in einer Situation größerer seelischer Freiheit dann in neue Abgründe.
Dies erweckt schliesslich die geistige Schau wieder und schwächt gleichzeitig die Investition in die körperliche Sicht. Abwechselnd in die beiden Ebenen der Wahrnehmung zu investieren wird gewöhnlich als Konflikt erfahren, der sich stark zuspitzen kann.
Wird hier alles "geistige Schau" genannt, was nicht körperliche Sicht wäre? Bezogen auf Begriffe aus der christlichen Mystik wäre "Schau" wohl noch etwas Spezielleres?
Die geistige Schau kann den Irrtum buchstäblich nicht sehen und sucht nur nach der Sühne. Alle Lösungen, die das körperliche Auge sucht, lösen sich auf. Die geistige Schau blickt nach innen und sieht sogleich, dass der Altar entweiht ist und repariert und geschützt werden muss.
Hm.
Das stellt die Macht des Geistes wieder her und macht ihn zunehmend empfindlicher für das, was er einst als ganz geringfügiges Eindringen von Unbehagen angesehen hätte.
"Eindringen von Unbehagen", aha.
Gott und seine Schöpfungen sind vollständig abhängig voneinander. ER hängt von ihnen ab, weil er sie vollkommen schuf.
Auch das verstehe ich anders.
Doch jedes Mal, wenn du dich fürchtest, bist du getäuscht, und dein Geist kann dem Heiligen Geist nicht dienen.
Da könnte ich wieder das Beispiel "Höhenangst" nennen. Steht diese einer Begegnung mit Heiligem Geist entgegen? Das würde ich eigentlich nicht sagen
Gott ist einsam ohne seine Söhne, und sie sind einsam ohne IHN.
Das mag schon sein, wobei ja nach meinem Stand die meisten "Söhne" nie gefallen waren und es daher in der vorliegenden Situation eigentlich weniger um Einsamkeit gehen würde, sondern mehr um Agapeliebe zu den "verlorenen Schafen"?