Zur Flüchtlingsproblematik im Jakobgut

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Marsianer
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Zur Flüchtlingsproblematik im Jakobgut

Beitragvon Marsianer » Di 28. Sep 2021, 08:25

Menschen, die beginnen zu ahnen, daß etwas mit ihrer bisherigen Lebensgestaltung, mit manchen Ausprägungen vieler anderer Menschen um sie herum gehörig nicht stimmt, beginnen sich oft anderweitig umzuschauen. Sie entwickeln dann oft eine Ablösungsdynamik, vor allem, weil sie selbst noch innerlich viele Bezüge zu dem aufweisen, was sie beginnen als für sich schlecht zu erkennen in klareren Bewußtseinsphasen.

Dann suchen solche Flüchtlinge oft Reinheit, werden zeitweise nicht selten in irgendeiner Art "fundamentalistisch". Sie wollen sich innerlich selbst konsolidieren indem sie nervlich dünn besaitet im Außen neue als "gut" erlebte Einflüsse suchen, reagieren recht allergisch auf "Unvollkommenheit".

Im Jakobgut melden sich immer wieder solche Leute und aus Erfahrung kann ich sagen, daß diese oft eher destabilisierend auf die Gemeinschaft auswirken, weil sie eben innerlich wegen ihrer seelischen Situation in vielerlei Hinsicht angespannt sind statt ausgleichend und besonnen in die Gemeinschaft zu wirken. Ich verstehe aber ihre Situation und finde die Bedürfnisse dieser Flüchtlinge in einer solchen Phase inneren Wandels in gewisser Weise auch begründet.

Dennoch frage ich mich, wie dem im Jakobgut besser begegnet werden könnte. Gerade auch weil es sich ja als generell problematisch herausgestellt hat eine menschlich stabile Kerngemeinschaft hinzubekommen, wenn man an den Punkt kommt, daß für Bewohner 3 und 4 der jeweils andere einer ist, der die menschliche Situation gewissermaßen "verunreinigt". In eine vollkommene Gemeinschaft ziehen zu wollen ist eine schöne Vorstellung, aber wie vollkommen wäre sie noch, wenn ein solcher innerlich in vielem angespannter Flüchtling eingezogen wäre? Kommt nun Person 4 dazu ist deren Perspektive dann nicht selten "bei euch ist es ja nicht so ausgeglichen, wie es auf der Seite für mich wirkte". "Bei euch", undifferenziert in typisch fahrigem Blickwinkel der Flüchtlinge, die vor allem bei sich verharren, für sich etwas erreichen wollen, Freiheit vom Schlechten in der Mainstreamgesellschaft, der Konsumsekte, der Megamaschine z.B. Selbst eigentlich noch fest in einer Kosumhaltung verharrend, Mitbewohner nicht so ganz als Menschen wahrnehmend, unachtsam. Gemeinschaft als Alternative im Sinne eines von ihnen als Individuum klar getrennten Gesamtprodukts.

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