Denken und Sprache

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Marsianer
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Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » So 10. Okt 2021, 13:45

Es gibt natürlich Sachverhalte, die sich sowohl sprachlich als auch in einem Gedankenkristall verstehen lassen. Und die kann ich auch vermitteln.

Manches aber, was ich sage, ist eine Bastelanleitung für einen Gedankenkristall. Und wenn mein Zuhörer sprachlich denkt, also alles, was ich sage aufreiht, wie Perlen auf einer Schnur, kann eine Bauanleitung für ein kompliziertes sechsdimensionales Gebilde für ihn nur Wortsalat sein.

Das ist ein weitaus größerer Unterschied als zwischen Ausschneidebögen zum Basteln eines räumlichen Papiermodells und dem fertigen Modell. Wenn ein solches Modell kompliziert genug ist, kann man auch erst erkennen, was es sein soll, wenn es schon fast fertig zusammengeklebt ist.

Mein gesamtes bisheriges Wissen ist in einem einzigen Gedankenkristall organisiert. Beim Denken sehe ich immer nur einen Teil davon scharf, aber ich kann die Verbindungslinien zu Themen die damit in Verbindung stehen, immer verfolgen.

Es fällt mir sehr leicht, mir komplizierte Zusammenhänge einzuprägen. Normalerweise verstehe ich sie beim ersten Lesen oder Hören und habe sie dann dauerhaft im Gedächtnis.

Das liegt daran, dass komplizierte Sachverhalte viele Anknüpfungspunkte haben, wo ich sie mit dem Gedankenkristall meines bisherigen Weltbildes verknüpfen kann und daß ich sie deshalb über mehrere Verbindungslinien desjenigen Gedankenkristalls erreichen kann, der mein bisheriges Weltbild umfaßt.

Beispielsweise habe ich mir eine Darstellung eines vernetzten Systems, die einmal in "Natur" erschienen war, um zu zeigen, wie undurchschaubar vernetzte Systeme seien, in einer Biologiestunde einmal durchgelesen. Zwei Tage später schrieben wir darüber eine Arbeit. Ich konnte die gesamte Darstellung vollständig als Antwort auf eine der Fragen in der Arbeit wiedergeben.

Lange wunderte ich mich, daß wir in der Schule mit einigen Jahren Abstand jeden Film mehrfach gezeigt bekamen. Ich merke mir die Struktur des Filmes als Gedankenkristall unabhängig von meiner Bewertung seiner Inhalte und präge mir Filme schon beim ersten Sehen so vollständig ein, daß ich beim zweiten Sehen keine neuen Einzelheiten bemerke. Es kann dagegen sein, daß mich Jahre später irgendetwas an den Film erinnert, ich schaue mir meine Erinnerungen daran noch einmal neu an und stelle fest, daß etwas, das mir anfangs bedeutungslos erschien, doch bedeutsam ist. Manchmal ändert sich dadurch der Eindruck, den ich von dem Film hatte vollkommen. Wenn ich den Film aber ein zweites mal real-materiell anschaue, ändert das nichts.

[...]

Daß mein Denken und Verhalten offensichtlich erheblich vom üblichen abwich, führte dazu, daß ich andere Leute geradezu ausfragte, wie sie dachten und Bücher übers denken las.

Die meisten Menschen, so erfuhr ich, denken in Worten. Sprache hat so erhebliche Nachteile, daß ich sie nicht zum Denken benutze, es sei denn, ich überlege mir gerade die beste Formulierung, um einen Gedankenkristall in Sprache zu übersetzen.

Sprache ist eindimensional, man kann immer nur ein Wort nach dem anderen denken. Die sprachlichen Gedanken sind sozusagen aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur. Sprache ist langsam, verglichen mit nichtsprachlichem Denken.

http://kersti.de/V0237.HTM

Marsianer
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Mo 25. Okt 2021, 11:48

Marsianer hat geschrieben:Ich meine eine Erfahrung von Gott kann genauso beschrieben werden, wie man einen Wald beschreiben könnte, in den man gehen kann. Würde dazu etwas in einer Menschensprache formuliert, also mit sprachlichen Symbolen "ausgedrückt", dann hängt das Verständnis daran, ob der andere zumindest ähnliche Erfahrungen machte, welche die sich irgendwie in Bezug zu faglichen Erfahrungen des anderen setzen ließen. Wenn da ein Araber wäre, der nur Wüste kennen würde, dann hätte er noch nie Wald erlebt, in diesem Beispiel auch nie ein Bild gesehen, weil dieser Beispielaraber keine Medien zur Verfügung haben würde. Aber er wüßte z.B. was ein Erdboden ist, das ist auch schon eine Erfahrungsgemeinsamkeit, von der aus sich eine gewisse Vorstellung von Wald vermitteln ließe. Es gibt hier nach meinem Verständnis überhaupt keinen Unterschied zu spirituellen Erfahrungen. Aber viele Menschen sind ihnen fern, haben sich kaum bewußt mit solchen Erfahrungen befasst. Es fehlt ihnen bewußte Erfahrung dazu, um ein genaueres Verständnis für die Bedeutung der sprachlichen Symbole zu haben. Dafür kann die Sprache aber rein gar nichts, es liegt auch nicht an ihr. Deswegen ist es unsinnig, wenn von Spirituellen immer wieder auf angebliche Unzulänglichkeiten von Sprache abgestellt wird. Wenn, dann liegt es am bewußten Erfahrungshorizont eines anderen Menschen, der es schwierig macht zu erklären, worum es da ginge. Aber nicht jeder Mensch hat einen so geringen Erfahrungshorizont.

viewtopic.php?p=2174#p2174

Ob die Begriffe "kataphatisch" und "apophatisch" hier noch mehr erhellen könnten?
Judentum, Christentum, Islam und Hinduismus sind sich darin einig dass das Göttliche als letzter, eigentlicher Urgrund aller Dinge völlig unnennbar, unbeschreibbar und unerkennbar ist. Es kann niemals Objekt objektivierender diskursiver Erkenntnis sein. Gleichzeitig aber sind sich diese Religionen auch darin einig, dass dieses Göttliche in seiner Hinwendung zur Welt und zum Menschen nennbar und beschreibbar ist. In technisch-theologischer Sprache heisst der unnennbare Aspekt apophatisch, und der nennbare, in welchem sich das Göttliche der Welt und dem Menschen öffnet, kataphatisch. Apophatische Sprache ist negative Sprache; sie kann nur sagen, was das Göttliche nicht ist, nämlich weder ein Element der sinnlichen noch der intelligiblen Welt. Kataphatische Sprache hingegen beschreibt Gott in seinem ›Herabsteigen‹ zur Welt (kata = ›herab‹). Die Annahme dieser beiden Aspekte des Göttlichen entspricht einer logischen Notwendigkeit. […] Analog verfährt auch die christliche, vor allem die christlich-mystische Theologie. Schon lange vor Dionysius Areopagita (um 500) hat sie die apophatische Ausdrucksweise gekannt und breit ausgebaut. […] Wenn die mystischen Traditionen auf der kataphatischen Ebene infolge der Verschiedenheiten der göttlichen Manifestationen nicht verglichen werden können, wie steht es dann mit der apophatischen Seite?

https://de.wiktionary.org/wiki/apophatisch

Das Christentum vertrete die Ansicht, daß Gott unbeschreibbar sei? Also ich ja offensichtlich gerade nicht. Auch in der christlichen Theologie gibt es also diese Ideen, die auf mich wirken wie ein Mißverständnis der Natur der Menschensprachen an sich.

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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Fr 5. Nov 2021, 14:19

Kersti hat wohl diese Seite zwischenzeitlich erweitert:
1.3.2 Sprache als spezifisch menschliches Fähigkeit und Grundlage der kulturellen Überlieferung
Wir Menschen kommen mit der Erwartung, daß wir eine Sprache mit einer Grammatik, mit der sich komplexe Zusammenhänge ausdrücken lassen, in einem bestimmten Alter zu erlernen haben werden, zur Welt und wenn die angebotene Sprache diesen Erwartungen nicht entspricht, passen Kleinkinder die Sprache diesen Erwartungen automatisch an.1. S.203ff, 2. S.257ff, 3., 4. S.540f.

VA169.2.5.3 Kersti: Das Sprachverständnis der Tiere ist nicht gut genug, zur Produktion sprachlicher Träume
V239. Kersti: Sprachliches Denken
Nichtssprachliche Denker brauchen eine Sprache, um ihr Gehirn ausnutzen zu können

Anlaß war eine Diskussion auf Academia, in dem es um einen Artikel über das "Sprachfähige Gehirn" ging, von dem der Autor meinte, Sprache würde uns direkt zu komplexerem Denken befähigen, als jede andere Denkweise das ermöglichen könne. Ich hielt den Einfluß der Sprache auf das Denken für indirekter, da ich in Gedankenkristallen denke und meine Denkweise für komplexer halte als sprachliches Denken und auch der Ansicht bin, daß Autor: Temple Grandin mit ihrem bildlichen Denken mindestens ebenso komplex denkt wie sprachliche Denker. Der Autor des Artikels war anderer Ansicht als ich und gab ein Experiment wieder, mit dem er belegt zu haben meinte, daß nonverbale Autisten nicht gut denken können. Ich antwortete darauf12.:

Haben Sie die Ausgabe von 1995 oder die Ausgabe von 2006 von Autor: Temple Grandins Buch: Thinking in pictures" gelesen? 2006 beschreibt sie, dass es unter den Autisten verbale Denker, bildhafte Denker und Musterdenker gibt. 1995 glaubte sie, dass alle Autisten bildhafte Denker sind10.. Ich denke, sie würde mich als Musterdenkerin bezeichnen.
"Sie gaben den Leuten einige grafische Bilder, für die es keine Worte gibt."
Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Satz richtig verstanden habe.
Meinten Sie Menschen, die keine Sprache gelernt haben? Das ist nicht dasselbe wie in Bildern oder in logischen Netzen denken zu können. Wenn ein Mensch mit einem Gehirn vom Typ des verbalen Denkers keine Sprache erwirbt, lernt er nicht, richtig zu denken. Bildhafte Denker haben Probleme mit abstrakten Konzepten, aber sie benutzen die Sprache nicht zum Denken. Musterdenker haben eine abstrakte Art des Denkens, aber auch sie brauchen keine Worte zum Denken.

Die meisten Menschen sind verbale Denker. Wenn Sie Ihre Experimente mit verbalen Denkern durchführen, werden Sie die Ergebnisse erhalten, die Sie beschreiben.

Nonverbale Autisten haben massive sensorische Probleme, sonst hätten sie Sprache gelernt. In diesem Fall kann es sein, dass sie aufgrund von ablenkenden Geräuschen nicht einmal die Versuchsanordnung richtig sehen. Das sagt aber nichts darüber aus, ob es sich um verbale Denker, bildhafte Denker oder Musterdenker handelt. Ein nonverbaler Autist kann ein verbaler Denker sein, der nicht in der Lage ist, die Worte aus seinem Mund zu bekommen.
VB191.5 Kersti: Gestütztes Schreiben als Hilfe, eine innere Hemmschwelle zu überwinden: Und Birger Sellin schrieb doch seine eigenen Texte!

Wenn Menschen aufgrund von Gehörlosigkeit keine Sprache (einschließlich Gebärdensprache) erlernen, gibt es unterschiedliche Ergebnisse für verschiedene Denkertypen. Menschen des verbalen Denktyps entwickeln dadurch eine geistige Behinderung, die sie sonst nicht gehabt hätten. Bildhafte Denker oder Musterdenker denken auf dieselbe Weise, wie sie es sonst tun würden. Sie können dies in " Buch: Stumme Stimmen" von Autor: Oliver Sacks nachlesen.11.

Ich denke, dass auch das sprachbegabte Gehirn eine Rolle spielt - ich hätte keine Verwendung für mein komplexes Gehirn, wenn ich nicht die Möglichkeit hätte, meine Gedanken in Worte zu fassen. Als Kind hatte ich oft das Gefühl, dass ich verhungern würde, weil es nicht genug Bücher zu lesen gab und mein Wissenshunger nicht gestillt wurde. Das wurde erst durch das Internet besser.

Ich brauche Beziehungen zwischen Konzepten, um zu denken, keine Bilder, aber ich kann Informationen in mein grafisches Wissensnetz einbinden, die aus Worten, Grafiken oder Bilder bestehen. Ich habe oft abstrakte Gedanken, für die ich jahrelang keine guten Worte finde, ehe mir eine Möglichkeit einfällt, sie anderen zu vermitteln! Ich brauche wirklich keine Worte für Denken, das nicht mit Kommunikation zu tun hat. Für mich gibt es keine Notwendigkeit, meine Ideen mit Worten zu versehen, solange ich sie nicht jemandem erzählen will. Und wenn ich in meinem Zimmer sitze und über etwas nachdenke und man mich fragt, was ich denke, schaltet mein Gehirn von nonverbalem Denken auf Sprache um und ich weiß nicht mehr, worüber ich nachgedacht habe, es sei denn, ich schalte wieder auf nonverbales Denken zurück. Mich stört Sprache eher beim Denken, als mir dabei zu helfen.

Außerdem bin ich außergewöhnlich gut in räumlichen Denken. Ich kann mir ein ganzes dreidimensionales Haus mit allen Zimmern und Treppen darin auf einmal vorstellen. Diese Fähigkeit habe ich genutzt, als ich im ersten erlernten Beruf die Pläne für Architekten gezeichnet habe. Ich kann Bilder vor meinem geistigen Auge besser nutzen und manipulieren als die meisten Menschen. Aber ich bin kein visueller Denker, ich benutze Bilder nur für visuelle Aufgaben, wie die Planung von Häusern oder das Zeichnen von Bildern.

Grandin Temple schrieb, dass sie nicht denken kann, wenn sie keine Bilder für ihre Gedanken hat. Für sie hat ein Wort keine Bedeutung, wenn es nicht mit einem Bild verbunden ist. Aber sie braucht keine Worte zum Denken, sie braucht sie nur zum reden.

Ich denke, dass Tiere bildhafte Denker sind, wie Temple Grandin es ist. Aber Temple Grandin hat ein Gehirn, mit dem sie auch sprechen kann, und eine Hand, um Pläne zu zeichnen. Deshalb kann sie nicht nur komplizierte Dinge planen - sie kann anderen auch sagen, wie andere ihre Pläne umsetzen sollen. Sie ist in der Lage, viel komplexere bildhafte Gedanken zu entwickeln, als es einem Tier möglich wäre, und sie kann ihr größeres Gehirn gut gebrauchen, weil sie diese Gedanken anderen vermitteln kann. Tiere hätten für Temples größeres Gehirn keine Verwendung, weil sie ihre Gedanken nicht in sprachlicher Form teilen können.

Sprache muß aber nicht gesprochene aus Worten bestehende Sprache sein, um als solche zu funktionieren. Es gibt die Gestensprache, die tauben Menschen beigebracht wird und die deutlich anders funktioniert als gesprochene Sprache11.. In einer meiner Reinkarnationserinnerung von mir tauchen intelligente Kraken auf, die Hautmusterabfolgen benutzen, um sich zu unterhalten.

http://kersti.de/VA114.HTM#1.3.2

Marsianer
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » So 5. Dez 2021, 20:20

Offenbar eine weitere Ergänzung:
5.4.5 Nichtsprachliches Denken

Während die meisten Menschen sprachlich denken, denke ich in einem nichtsprachlichen Format, das ich als Gedankenkristall bezeichne.
V239. Kersti: Sprachliches Denken
Mein Gedankenkristall benutzt das Sehen als Medium, um mir abstrakte vernetzte Gedanken vor Augen zu führen, ist also kein Denken in Bildern sondern ein vernetztes Denken, ein Denken in logischen Zusammenhängen.
V237. Kersti: Der Gedankenkristall
Ich bin nicht die einzige Person, die abstrakt geometrisch denkt.
VA233.1.2 Kersti: Andere Beispiele für ein geometrisches abstraktes Denken, das nicht bildlich ist
Dieses abstrakte vernetzte Denken bewirkt, daß ich nicht auswendig lernen kann. Wenn ich genug Zusammenhänge des gelesenen mit meinem sonstigen Wissen herstellen kann, merke ich mir die Inhalte eines Textes, eines Bildes oder einer Graphik sofort, wenn das nicht der Fall ist hilft hundert mal wiederholen mir nicht bei dem Versuch, mir etwas zu merken. Ich habe auch oft Schwierigkeiten, einzuschätzen, wie ich erklärem muß, damit sprachlich denkende Menschen mich verstehen können. Ein konkretes Beispiel für ein Phänomen und eine abstrakte Beschreibung desselben Phänomens stellen sich in meinem Denken so ähnlich dar, als hätte man denselben Gegenstand gelb, grün und blau angemalt. Ich sehe, daß alles dieselbe logische Form hat und verstehe nicht, warum andere Menschen sowohl das konkrete Beispiel als auch die abstrakte Beschreibung brauchen.

Daneben gibt es aber auch ein Denken, das tatsächlich mit zwei- oder dreidimensionalen Bildern arbeitet oder mit vorgestellten Modellen, die tatsächlich funktionieren, wie reale Gegenstände.
VB205. Kersti: Denken in Bildern
Menschen, die in konkreten Bildern denken, haben Schwierigkeiten mit abstrakten Aussagen, denn wo sie kein konkretes Bild haben, könen sie nicht denken. Sie sind aber in der Lage abstrakte Konzepte durch konkrete Bilder darzustellen und wenn sie sich etwas bildlich vorgestellt haben, können sie sich das außergewöhnlich gut merken.

Andere Denkweisen führen also dazu, daß man häufig nicht oder falsch verstanden wird.

https://kersti.de/V0038.HTM#5.4.5

Goldmädchen
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Goldmädchen » Do 9. Dez 2021, 08:36

Darf ich euch mal etwas fragen, es hat etwas mit Sprache zu tun, mit schriftlicher Sprache, eigentlich mit Rechtschreibung : )
Passt es hier rein ? Also ich habe eben einen Satz mitgeschrieben und war mir nicht sicher, ob da ein Komma zwischen muss, da bin ich mir ab und zu unsicher auch bei anderen Sätzen, aber es war schon mal noch unwissender, dass ich gar keine setzte oder ganz oft wo sie nicht hingehörten.
lach
Ok, also der Satz : Der große Ki- Kreislauf das sind die Meridiane das ist die Basis von Heilkunst. Nun sehe ich, dass es nach Meridiane hinsollte. Nach Kreislauf war ich mir aber unsicher. Also es wird so sein, dass da zwei Kommas hin müssen oder ?
: )

Agape
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Agape » Do 9. Dez 2021, 09:35

Goldmädchen hat geschrieben:Also es wird so sein, dass da zwei Kommas hin müssen oder ?

Ja, das Rechtschreibprogramm zeigt mir zwei Kommas an. Auch ein Komma vor dem "oder" im oben stehenden Zitat.
"Schreiben ist der direkte Weg zum Herzen"

Goldmädchen
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Goldmädchen » Do 9. Dez 2021, 10:54

Danke, Agape. Ich denke, dass ich das nun besser schaffen kann mit den Kommas richtig setzen. An Marsianer : Ist Kersti eine Frau oder ein Mann ?
Und wieso liest du meine Pn nicht ? : )

Marsianer
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Do 9. Dez 2021, 11:34

Goldmädchen hat geschrieben:Rechtschreibung

Ich bin der Auffassung, daß Sprachwissenschaft beschreiben sollte, wie Sprache praktiziert wird. Heute wird aber von vielen Menschen mittlerweile so getan als würden "Sprachexperten" in einer Stellung sein (hier Schrift-)Sprache zu reglementieren. Ich halte eine solche Haltung für einen Übergriff auf die eigentliche, lebendige, durch die Sprecher frei gestaltete Sprache.
Ist Kersti eine Frau oder ein Mann ?

Etwas, das für mich ähnlich relevant ist wie "Rechtschreibung".
Und wieso liest du meine Pn nicht ?

Ich habe alle gelesen, aber im Moment zeigt es im PN-Fach noch etwas an:
Du hast 5 zurückgehaltene Private Nachrichten, weil der Ordner voll ist.
Zurückgehaltene Nachrichten freigeben … — Sie werden in den passenden Ordner sortiert, sobald ausreichend Platz zur Verfügung steht.

christ
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon christ » Sa 11. Dez 2021, 15:06

Goldmädchen hat geschrieben:Darf ich euch mal etwas fragen, es hat etwas mit Sprache zu tun, mit schriftlicher Sprache, eigentlich mit Rechtschreibung : )
Passt es hier rein ? Also ich habe eben einen Satz mitgeschrieben und war mir nicht sicher, ob da ein Komma zwischen muss, da bin ich mir ab und zu unsicher auch bei anderen Sätzen, aber es war schon mal noch unwissender, dass ich gar keine setzte oder ganz oft wo sie nicht hingehörten.


Setze deine Kommas, wie es dir lieb ist und wie du es für richtig hälst. ;)

Zum Thema. Ich finde, Gedanken können im Kopf durcheinander gewirbelt sein oder geordnet. Das hängt von der jeweiligen Situation ab. Diese Gedanken muss man dann in eine Sprache umsetzen, wenn man sich austauschen will. So einfach ist es aber nicht immer, jedenfalls für mich.
Ich finde, Gedanken können sich im Kopf gut anhören, wenn man sie aber aufschreibt, könnte man selber damit dann nicht zufrieden sein, was die Formulierung betrifft.

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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Mi 18. Mai 2022, 11:15

(239) Oft bringen Worte die Illusion von Transparenz mit sich, als ob sie uns erlauben, alles zu verstehen, alles zu beherrschen, über alles zu verfügen. Die Moderne redet viel, weil sie stolz ist - oder umgekehrt: Ist es vielleicht unser unaufhörliches Geschwätz, das uns stolz macht?
Noch nie hat die Welt so viel von Gott, der Theologie, dem Gebet oder auch von der Mystik gesprochen. Doch unsere menschliche Sprache fährt alles, was sie über Gott zu sagen versucht, auf ein dürftiges Niveau herunter. Die Worte nehmen dem den Reiz, was sie übertrifft. Aber die Theologie ist per Definition das, was unseren menschlichen Verstand überragt. In seiner Mystischen Theologie schreibt Pseudo-Dionysios Areopagita, dass wir angesichts dieser Wirklichkeit, die alles überschreitet, dass wir angesichts dieses Mysteriums zu der "Dunkelheit des Schweigens über alles Licht hinaus" geführt werden, sodass der Areopagit seine Ausführungen schließlich im Gebet endet: "[Oh du vollkommener] Geist, der die Augen des Daseins und die Augen des Seins zu schießen vermöchte, mit der Leuchtkraft deiner Fülle bis zum Bersten blendest, und schöner bist asls die Schömheit selbst."

(240) Es gibt eine ernste Warnung für unsere Zivilisation: Wenn unsere intelligenten Menschen nicht mehr die Augen schließen können, wenn wir nicht mehr schweigen können, werden wir keinen Zugang zum Mysterium haben, zu seinem Licht, das alle Finsternis überwältigt, zu reinen Schönheit, die alle Schönheiten übertrifft. Ohne das Geheimnis sind wir auf die Banalität der irdischen Dinge beschränkt.

(241) Ich frage mich oft, ob die Traurigkeit der westlichen Stadtgesellschaften, die von so vielen Depressionen, Selbstmorden und seelisvhen Nöten angefüllt sind, nicht vom Verlust der Sensibilität für das Mysterium kommt. Wenn die Menschen die Fähigkeit verlieren, vor dem Geheimnis zu schweigen, trennen sie sich von der Quelle der Freude. [...] Ohne Stille haben wir keinen Zugang zum Geheimnis, wir sind auf Angst, Traurigkeit und Einsamkeit beschränkt. Es wird Zeit, diese Stille zu finden! Das Geheimnis Gottes, Seine Unverständlichkeit, ist für jeden Christen eine Quelle der Freude. Jeden Tag erfreuen wir uns daran, einen unergründlichen Gott zu betrachten, dessen Geheimnis niemals enden wird. [...]

(242) Um das Geheimnis zu wahren, müssen wir es vor der profanen Banalität beschützen. [...]

Robert Kardinal Sarah; Kraft der Stille

Ob der Buchtitel als bewußte Gegenthese zu "Kraft durch (äußerliche) Freude" gewählt wurde?

Eine Weile überlegte ich, wie die Ausführungen zum "Geheimnis" wohl zu verstehen wären. Denn "geheim" bedeutet klassisch ja nicht nur wie heute vor allem noch präsent "das darf nicht verraten werden" sondern auch "mit etwas/jemandem besonders vertraut sein" (Geheimrat).

Und einige übliche Punkte wurden von mir her ja wohl schon woanders oft genug angesprochen. Aber anmerken möchte ich hier doch, daß ich mich an einem verständlichen Gott auch ganz gut zu freuen können meine. ;) Aber der Hinweis ist schon richtig, was "Unergründlichkeit" betrifft. Ein Geschöpf wird kaum mehr Tiefe haben als die Kraft, die, das Wesen, das es belebt.

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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Di 31. Mai 2022, 14:17

Kersti hat geschrieben:2. Bei feinstofflicher Bilderkennung fließt die Funktion eines Gegenstandes beim Erkennen mit ein, während das Aussehen in den Hintergrund tritt
2.1 Bei feinstofflicher Wahrnehmung ist es ein Stück weit, als würde man sich im Internet jedesmal zuerst einen Thumbnail in geringer Auflösung herunterladen
Im obigen Beispiel wurde mir das Bild von einer Blaualge (Cyanobakteria) übermittelt und ich habe es als Pflanze fehlerkannt. Ein Aspekt des Problems war, daß mir weder bekannt war, daß es sich beim Seetang, den ich aus dem Sommerurlaub am Meer kannte, um Blaualgen handelte, die zu den Bakterien gehören und nicht etwa um primitive mehrzellige Pflanzen, wie ich angenommen hatte. Noch hatte ich je ein Bild von einer Blaualge gesehen, die in ihrer Gestalt noch mehr an Landpflanzen erinnerten. Mir fehlten also die richtigen Referenzbilder, um es korrekt zu erkennen.

Beispielgeschichte, Kersti:
Das Pferd aus einem früheren Leben, das eigentlich ein Reptil war
Ich erinnerte mich an ein Leben in dem meine Eltern so arm waren, daß sie mich als Sklaven verkaufen mußten. Sie hatten ein Pferd, das viel kleiner war als andere Pferde, weil sie sich kein größeres leisten konnten. Als ich noch ein ziemlich kleines Kind war, verkaufen sie mich als Sklave und ich wurde kastriert und wuchs letztlich woanders auf.

Bei einer späteren Aufarbeitungssitzung, die in der L.Kin-Schule stattfand, tauchte die Erinnerung an dieses Leben noch einmal auf.
V222. Kersti: Die L.Kin Schule - ein Erfahrungsbericht
Irgendetwas machte die junge Frau, die gerade als Therapeutin fungierte, mißtrauisch, daher forderte sie mich auf, das "Pferd" noch einmal genauer anzusehen, ob es wirklich ein Pferd ist. Ich sah mir das Pferd noch einmal genauer an und stellte fest, daß es einen zackigen Kamm auf dem Rücken hatte und daß seine Haut mit Schuppen bedeckt war. In der damaligen Kultur wurden keine Pferde sondern große Reptilien vor Pflug und Wagen gespannt oder geritten!

Ich war verblüfft, wie sehr man sich doch irren kann.


In einem weiteren Fall habe ich dasselbe Wesen als Vampir mit einem insektenartigem Körperbau wahrgenommen, was eine andere Person als Fledermaus beschrieb.
VB235.4 Kersti: Fledermäuse oder Vampire

Eines der ersten Themen, an denen mir klar wurde, das das, womit wir das Gesehene erkennen nicht unser bewußtes Wissen über das Aussehen des gesehenen ist, ist als ich Pferde malen lernte. Zu meinem Erstaunen konnte ich nämlich sehen, daß ein Pferd nicht wie ein Pferd aussieht, ohne zu wissen, was ich eigentlich falsch gemalt habe. Unser bewußtes Wissen über das Aussehen eines Tieres ist also etwas anderes als das, was unser Gestalterkennungsfilter benutzt, um eben dieses Tier zu erkennen.
VA169.1.2 Kersti: Pferde malen lernen
Das was wir bewußt wahrnehmen, wenn wir sehen, ist nicht die äußere Welt sondern eine Simulation von dieser äußeren Welt, die unser Gehirn aus der Wahrnehmung erstellt.
VA169.1.2 Kersti: Was wir sehen ist nicht die Realität sondern eine Simulation
Aus irgendeinem Grund tritt aber die "das Pferd sieht irgendwie falsch aus"-Meldung, die ich vom Pferde malen kenne, nicht auf, wenn ich im Feinstofflichen statt einem Pferd ein Reptil sehe. Auch Monroe war offensichtlich nicht bewußt, daß der van de Graaff-Bandbeschleuniger für ein Spielzeugauto irgendwie falsch aussieht.

Im wachen Alltag kenne ich eine typische Stiuation, in der ich etwas zu erkennen meine, wenn tatsächlich nur etwas vage ähnlich Erscheinendes zu sehen ist. Das interessante ist nun, daß man nicht nur meint, etwas erkannt zu haben, was tatsächlich nicht da ist, sondern daß die vage erkennbaren Äste, die ich in der Nacht als Hütte fehlinterpretiert habe, mir tatsächlich ganz klar wie Hütten aussahen, als hätte jemand die Form einer Hütte im Dunkel rot umrandet.
O7.4.2 Kersti: Die Suche nach einer Hütte in der Nacht: Schnee vor Augen und falsche Hütten
Dieses Fehlerkennen hat mit einer unscharfen Einstellung des Gestalterkennungsfilterst zu tun, die in diesem Fall sinnvoll ist weil es die beste Möglichkeit ist, die Hütte im Dunklen schließlich wirklich zu finden.
O7.4.6 Kersti: Störungen beim Erkennen des Gesehenen: Der Gestalterkennungsfilter
O7.E3.2.3 Kersti: Fehleinstellungen des Gestalterkennungsfilters bei LSD-Erfahrungen: Erkennen von Bildern in unregelmäßigen Formen
Bei feinstofflicher Wahrnehmung ist es ein Stück weit, als würde man sich im Internet jedesmal zuerst einen Thumbnail in geringer Auflösung herunterladen, weil man etwas wenig Datenvolumen zur Verfügung hat und erst, wenn man merkt, daß das nicht reicht, um das Bild richtig zu erkennen, läd man das größere Bild nach. Dazu muß ich sagen, daß man tatsächlich zu wenig Datenvolumen zur Verfügung hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ich augenblicklich Kopfschmerzen bekomme, wenn ich versuche, mehr Informationen aus dem Feinstofflichen herunterzuladen, als mein Gehirn verarbeiten kann.

https://kersti.de/VA187.HTM#2.1
4. Alltagsbeweise von Channelings
Es gibt zwei Typen von Beweisen für die Echtheit von Channelings. Der eine Typ sind die Alltagsbeweise, die nur auf die am Channeling beteiligten Personen überzeugend wirken, aber obgleich sie tatsächlich beweiskräftig sind, sich nicht so darstellen lassen, daß sie Außenstehende überzeugen können, weil die beweiskräftigen Details einfach zu subtil sind und es kaum möglich ist, die eigenen Beobachtungen so detailliert dokumentieren, daß man sie überzeugend darstellen kann. Es gibt aber auch wissenschaftliche Beweise, die sich so darstellen lassen, daß man damit andere Leute überzeugen kann.

Wenn wir irdisch miteinander reden, merken wir daß die Verständigung prinzipiell klappt und sind daher der Ansicht, daß wir einander verstehen. Allerdings gibt es einige Mißverständnisse, die wir nicht als Mißverständnisse erkennen. So ist es so, daß wir alle über "denken" spechen und jeder meint "denken" wäre für sein Gegenüber dasselbe wie für ihn selbst. Nun hat das Denken natürlich für alle dieselbe grundlegende Funktion, aber die Mehrheit der Menschen denkt mit Worten und ist der Ansicht, daß jeder andere das auch tun würde und das mit einer Selbstverständlichkeit, daß man nur sprachlich denken könne, daß sie glauben, man müsse nicht darüber nachdenken, daß es auch eine abstrakte Schicht des Denkens geben könne, die nicht sprachlich ist.23. S.5, 24., 25. S.5 Sprachliche Denker neigen dazu, jeden der, weil er ein Tier ohne Sprechwerkzeuge ist, weil er taub ist27. S.66 oder wegen Autismus nicht spricht auch für des denkens nicht fähig zu halten.
V239. Kersti: Sprachliches Denken
VB191. Kersti: Gestützte Kommunikation bei Menschen, die nicht sprechen können: wer ist der Urheber der Worte?
Ich war sehr überrascht, als ich das erfuhr, denn auf den Gedanken, daß man Sprache zum denken und nicht nur zur Verständigung verwenden könnte, wäre ich im Traum nie gekommen. Es war für mich auch offensichtlich, daß Tiere denken, schließlich haben sie mir ihre Gedanken sowohl über ihre Handlungen als auch telepathisch mitgeteilt. Aus meiner Sicht war Sprache viel zu primitiv, um sie zum denken zu verwenden, denken tut man in komplexen Netzwerken aus Begriffen, die wie kleine Knoten aussehen, die ich, nachdem mir klar geworden war, daß nicht jeder so denkt, Gedankenkristalle taufte.
V237. Kersti: Der Gedankenkristall
Ich schrieb darüber einen Artikel, der offensichtlich für einen meiner ersten Probeleser so unverständlich war, daß ich darauf eine sehr konfuse Reaktion bekam.
O6. Meint er wirklich meinen Text?
Allerdings bin ich auch nicht die einzige, die ein geometrisches abstraktes Denken hat.
VA233.1.2 Kersti: Andere Beispiele für ein geometrisches abstraktes Denken, das nicht bildlich ist
Der Unterschied zwischen einem abstrakten Konzept und einem konkreten Beispiel ist für mich so unbedeutend, daß ich, wenn ich einen Text kürze, meine, daß das konkrete Beispiel wäre einfach eine Wiederholung des abstrakten Konzepts und daher wäre es unnötig. Nachdem mir immer wieder gesagt worden war, ich müsse Beispiele bringen, war dann nachher mein Gedanke, dann könne ich ja die abstrakte Formulierung weglassen. Für mich sieht das konkrete Beispiel in Gedankenkristallform dem abstrakten Konzept so ähnlich, als hätte man dasselbe Auto mal rot und mal grün lackiert, also wirklich ein unbedeutender Unterschied! Während Gedankenkristalldenker wie ich keine Probleme mit abstrakten Denken haben, gibt es auch Menschen die in Bildern und Filmen denken und da ihr denken konkret ist, nicht oder schlecht abstrakt denken können.
VB205. Kersti: Denken in Bildern
Und obwohl Menschen tatsächlich so unterschiedlich denken, wissen wir oft nichts davon und glauben, sie meinten mit "denken" dasselbe wie wir!

Wenn wir channeln, bekommen wir genauso Beweise, daß channeln funktioniert, wie wir beim sprechen Bestätigungen bekommen, daß wir verstanden werden. Manchmal treten jedoch in beiden Fällen Mißverständnisse auf, von denen wir manche bemerken und andere normalerweise nicht bemerken, wie wir normalerweise nicht bemerken, daß andere Leute anders denken als wir, in dem Sinne, das manche Leute sprachlich, manche nichtsprachlich-abstrakt und wieder andere in Bildern denken. Es gibt auch Situationen, in denen Fehler auffallen, die normalerweise unbemerkt bleiben. Der Unterschied in der Beweislage ist nur, daß nahezu jeder Mensch sich gelegentlich unterhält und deshalb eine gewisses Grundwissen darüber hat, wie oft oder selten man sich mißversteht und woran das liegt, während nicht jeder sich bewußt telepathisch unterhält und nur eine Minderheit dasselbe Ausmaß an Alltags-Grundwissen über das Funktionieren und Fehler in Telepathie und Channelings hat, wie jeder von uns über normale Unterhaltungen hat.

Ich und jeder, der sich im Alltag viel telepathisch unterhält, hat daher das Problem, daß für diese feinstofflichen Unterhaltungen zunächst einmal nur Worte zur Verfügung stehen, die sich auf die irdischen Sinne und irdische Unterhaltung beziehen und daher nicht ganz treffend sind.

Beispielgeschichte, Kersti:
Wenn ich also sage, "Mein Hund sagt, er will auch eine Scheibe Wurst!" stellt sich der Zuhörer vor, ich hätte die Worte gehört
Wenn ich also sage, "Mein Hund sagt, er will auch eine Scheibe Wurst!" stellt sich der Zuhörer vor, ich hätte die Worte gehört. Tatsächlich habe ich das aber eher wahrgenommen, als würde ich die Wurst sehen, finden daß sie unheimlich appetitlich riecht und darauf Hunger haben. Nur ist der Hund außerhalb von mir und die Wahrnehmung bezieht sich auf Hundeaugen, Hundenase, Hundemaul und Hundemagen ich nehme sie also neben mir wahr. Diese Wahrnehmung hat auch einen Beziehungsaspekt: der Hund projiziert seinen Wunsch absichtlich auf mich und stellt sich für mich sichtbar und fühlbar vor, wie ich eine Scheibe nehme und ihm gebe. Weil ich sowohl seinen Appetit als auch seinen Wunsch selber spüre, als würde ich Wurst genauso sehr mögen wie mein Hund, kann ich kaum widerstehen und erfülle seinen Wunsch, wenn nichts gravierendes dem entgegenspricht.

Nun habe ich aber ein Zeitproblem, wenn ich das erklären will, denn diese Kommunikation dauert nicht einmal eine Sekunde. Also werde ich nicht einmal sagen "Mein Hund sagt, er will auch eine Scheibe Wurst!" sondern höchsten "Na willst du auch was?" - "Bitte", damit mein Zuhörer merkt, daß eine Kommunikation stattfindet. Wenn ich allerdings mit dem Hund alleine bin, spare ich mir auch das und gebe dem Hund eher Signale in der Körpersprache der Hunde, denn da ich in dieser telepathischen Kommunikationsschleife drin bin, ist die mir unmittelbar verständlich und telepathisch abgreifbar. Die Worte dienen dazu, daß menschliche Zuhörer die Situation richtig einordnen. Sie sind nur scheinbar an den Hund gerichtet, auch wenn er sie versteht, weil ich ihm sorgfältig im Sprachverständnis unterrichtet habe.


Man hat also diverse teilweise verschwommene Eindrücke und versucht passende Worte dafür zu finden. Das hat in unserer Emailrunde zu einem merkwürdigen Effekt geführt.

Beispielgeschichte, Kersti:
Der Irrtum im "Du hast viel bessere feinstoffliche Wahrnehmungen als ich!"
Ich weiß nicht, wer von uns zuerst schrieb "Du hast viel bessere feinstoffliche Wahrnehmungen als ich!", aber er erhielt sofort Widerspruch. Dieser schrieb nämlich, er hätte aber den Eindruck, es sei genau umgekehrt. Die anderen beteiligten sich an der Diskussion und das Ergebnis erstaunte uns. Man bekommt ja immer unterstellt jeder würde sich eibilden er köne besser Wahrnehmen als andere, aber wir stellten fest, daß jeder einzelne von und das Gefühl hatte, nur vage eindrücke zu haben und alle anderen könnten viel besser im Feinstofflichen sehen als er selbst. Ich hatte den eindruck, jeder andere hätte bessere feistoffliche wahrnehmungen als ich. Alle anderen glaubten ich hätte bessere feinstoffliche wahrnehmungen als sie und so ging das die ganze Runde durch.

Wir überlegten gemeinsam, wie denn dieser seltsame Eindruck zustandekam und das Endergebnis war, daß wir eben irdische Worte für irdische Wahrnehmungen verwenden, weil es un mal keine anderen Worte dafür gibt und daß das bewirkt hatte, daß wir die Wahrnehmungen des jeweils anderen für so realistisch gehalten hatten wie ein mit irdischenen Augen wahrgenommenes Bild.

Diese Diskussion hatte meine Neugier geweckt, daher fragte ich einige Zeit lang jeden, der mir gegenüber feinstoffliche Wahrnehmungen erwähnte, wie genau er feinstoffliches wahrnimmt. Ich stellte fest, daß die Mehrheit nur vage feinstoffliche Eindrücke ins Bewußtsein bekommt und nur einzelne Leute tatsächlich so deutlich bildlich wahrnehmen, wie ich irdische Gegenstände sehe. Die inhaltliche Richtigkeit der Wahrnehmungen schien aber nicht davon abzuhängen, wie deutlich die Wahrnehmung war. Alle hatten den Eindruck, sich im Wesentlichen auf ihre Wahrnehmungen verlassen zu können und wenn wir gemeinsam arbeiteten, bestätigten sich unsere Wahrnehmungen gewöhnlich gegenseitig.


Menschen die channeln können einen erstaunlich distanziertes Gefühl zu den selbst gechannelten Texten haben, bis hin zu daß sie ihren eigenen Text im Nachhinein als völlig verrückt empfinden. Das hängt mit dem Hintergrundwissens-Gefühl zusammen, was mir während des Channelings spürbar ist. Wenn ich zu Hause in meinem Garten arbeite, denke ich die meiste Zeit nicht wirklich an all die Dinge, die dort vorher passiert sind, aber dieses Wissen ist im Hintergrund als eine Art Gefühl spürbar und wann immer ich will, kann ich dieses Wissen anzapfen und ein bisschen Information aus meinen Gartenerinnerungen abrufen. Wenn ich anfange, etwas Wissen über die Geistigen Welten aufzuschreiben, ändert sich dieses Gefühl zum Hintergrundwissen dramatisch. Während sich mein Alltagswissen klein und vertraut anfühlt, ist dieses Wissen riesig. Es ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen dem Wissen, das auf meinem Computer zu Hause gespeichert ist, und dem, auf das man zugreifen kann, wenn man ins Internet geht. Es fühlt sich das für mich an, als würde ich das Channeling schreiben, als wäre ich dieser anderen Meinung und als wüßte ich genau, wovon ich schreibe. Wenn dieser Vorgang des Channelns vorbei ist, kann es aber sein, daß mir mein eigener Text plötzlich sehr fremd vorkomt. "Ich" ist beim Channeln zwar das Wesen, auf dessen Wissen ich beim Schreiben zugreife, aber mein irdisches Ich ist nicht weg. Es ist mit diesem größeren Ich verschmolzen und das größere Ich greift auch auf mein irdisches Wissen zu, um gute Beispiele und Worte zu finden, um es den Menschen auf der Erde zu erklären. Dann bin ich fertig, höre auf zu schreiben und werde von diesem größeren Selbst getrennt, und das Gefühl des riesigen Hintergrundwissens ist weg, und vielleicht fühlt sich der Text plötzlich wirklich verrückt an!
VB145.2.5 Kersti: Mein Parallelweltentext: "Und das soll ich jetzt glauben?" fragte ich mich

Beispielgeschichte, Kersti:
Fledermäuse oder Vampire
Im Rahmen der zweiten Emailrunde arbeitete ich mit einer der Teilnehmerinnen an dem Thema Sodom und Gomorrha auf. Das Ergebnis war aber, nachdem wir aufgehört hatten, miteinander zu schreiben, noch längst nicht befriedigend. Obwohl ich immer wieder versuchte die zugehörige Erinnerung aufzuschreiben, kam ich nicht weiter, weil jedes mal wenn ich es versuchte, so furchtbare Gefühle hochkamen, daß ich es einfach nicht schaffte weiterzuschreiben.
FI33. Kersti: Inhalt: Der Ameisenwissenschaftler, der die Vampire erschuf
VB216.7.2 Kersti: Sodom und Gomorra: Ein ganzer Zirkus voller Monster fällt mir ein...

Als im Zusmmenhang mit dem Problem einer Patientin eine Wesenheit, die sie belästigte, behauptete, sie sei Noah, nutzte ich also die Gelegenheit ein Stück weiterzukommen. Allerdings war das verwirrend, denn diese Wesenheit redete von allem Möglichen, aber nicht von Ameisen und Vampiren! Da ich, nachdem ich einen vor den Pflug gespannten Dinosaurier für ein Pferd und eine mehrzellige Cyanobakterie für eine Pflanze gehalten hatte, wußte, daß das, was man unbewußt als Übersetzung für eine Aussage wählt, oft erstaunlich weit vom Original weg ist, wenn man das zu Übersetzende nicht aus dem irdischen Alltag kennt. Daher war mir klar, daß das Problem wahrscheinlich in der Übersetzung lag.
VA187.1 Kersti: Pflanzen, die in Wirklichkeit Cyanobakterien waren
VA187.2.1 Kersti: Das Pferd aus einem früheren Leben, das eigentlich ein Reptil war
Ich überlegte also, wie ich überprüfen konnte, was mit was gemeint ist. Bei einer "Fledermaus" hatte ich einen Verdacht, was das sein könnte, nämlich die von mir gentechnisch erschaffene Vampirkönigin. Ich zeigte ihm also im Feinstofflichen ein Bild der Vampirkönigin und fragte, ob das eine Fledermaus ist.
"Ja das ist eine Fledermaus." erhielt ich als Antwort. Da Insekten nicht zwei sondern vier Flügel haben fragte ich ob das Wesen möglicherweise vier Flügel hätte und erhielt zur Antwort, nein, es hätte drei Flügel. An jeder Seite einen und einen auf dem Rücken. Hmmm.

Nach meiner bisherigen Erinnerung waren die Vampire "Insekten" mit Genen von "Ameisen". Auch wenn die Übereinstimmung mit den hiesigen Insekten sich sicherlich in Grenzen hielt, war das die einzige Basis, von der ich mit meinen Überlegungen ausgehen konnte. Dazu fiel mir ein, daß es flugunfähige Käfer unter den Laufkäfern (Carabidae) gibt, bei denen die Flügeldecken zusammengewachsen sind. Möglicherweise ist der eine Flügel auf dem Rücken aus zwei zusammengewachsenen Deckflügeln entstanden. Außerdem erklärte die Geschichte mit den Deckflügeln, warum Vampire offensichtlich in der Lage sind, sich als Menschen auszugeben, obwohl sie Flügel haben und fliegen können und die Assoziation mit den Fledermäusen ist mir, da ich einmal in Sigas und Morrays Wikipediaartikel zu Insektenflügeln36. gesehen habe, wie Käfer Flügel zusammenlegen auch verständlich, weil sich Flederamausflügel ähnlich zusammenlegen lassen wie Käferflügel.

Ich hatte also letztlich ein paar Details zu den Vampiren geklärt, mein Bild von diesen Wesen aus meinen Reinkarnationserinnerungen war aber immer noch unvollständig.


Was man dabei begreifen muß: Wir vermenschlichen Tiere und wir verirdischen unirdische Sachverhalte. Der Fehler liegt normalerweise nicht in dem Detail, was uns verrückt vorkommt, sondern das verrückte oder verwirrende Detail weist uns darauf hin, daß wir die gesamte dargestellte Situation falsch und unvollständig verstanden haben. Daher ist es beim channeln wesentlich, all diese Unstimmigkeiten sorgfältig aufzuschreiben, um eine Basis zu haben, von der man bei der Fehlersuche ausgehen kann! Also: erst aufschreiben, dann hinterfragen.

https://kersti.de/VB235.HTM#4

Marsianer
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Re: Denken und Sprache

Beitragvon Marsianer » Di 31. Mai 2022, 16:15

Sarah (offenbar ein Zitat, ich sehe aber nicht von woher Sarah da wohl zitiert haben mag) hat geschrieben:(135) "[...] Das Wirken des Heiligen Geistes erforder Wachsamkeit von uns. Wollen wir von der Gegenwart des Geistes Gottes in der Welt Zeugnis geben, müssen wir vor allem dieses innere Feuer mit der größten Sorgfalt hüten. Es überrascht uns nicht wirklich, dass etliche Priester zu Hüllen ohne Seele geworden sind, zu Menschen, die viele Worte machen und dauernd ihre eigenen Erfahrungen mitteilen. Das Feuer des Heiligen Geistes ist in ihnen erloschen und sie geben nicht viel mehr als unbedeutende Ideen und platte Gefühle von sich. Manchmal scheint es, dass der Überfluss unserer Worte vielmehr Ausdruck des Zweifelns als unseres Glaubens ist. Es ist, als ob wir nicht wirklich sicher wären, ob der Geist Gottes tatsächlich das Herz der Menschen berühren könnte: Wir glauben, die Unzulänglichkeit unseres Herzens kaschieren zu müssen, und wollen mit vielen Worten die Mitmenschen von unserer Wichtigkeit überzeugen. Doch genau diese geschwätzige Kleingläubigkeit löscht das Feuer aus.

Das Thema "Geschwätz" oder "Ausdrucksmöglichkeit spiritueller Dinge in Menschensprache" war hier ja schon öfter woanders Thema. Angefangen bei den Buddhisten, die gerne betonen spirituelle Dinge würden nicht in Worten beschrieben werden können, weswegen sie dann stur darauf verweisen die von ihnen empfohlenen Methoden zu praktizieren. Oder "Geschwätz" im christlichen Zusammenhang, bei Sarah wohl als Form des Lärms. Wobei ich nicht sagen würde, daß ich persönlich es tugendhaft fände wenige Worte zu machen. Warum sollte man nicht plaudern? Entscheidender wäre wohl aus welcher Herzensregung heraus Worte gemacht würden. Das wird nach meinem Eindruck jedoch in vielen Lehren nicht so sehr herausgearbeitet, aber nach meiner Vermutung schon eher gemeint als "wortwörtlich verstanden" quasi Worte zu zählen wie mancher heute Kalorien.


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