Geist ergreifen

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rjupa
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Geist ergreifen

Beitragvon rjupa » Mi 9. Mär 2022, 07:49

Auch dazu gibt es, soweit ich sehe, noch kein eigenes Thema.

Was ist mit "Geist ergreifen" gemeint? Wie macht man das? Woran erkennt man, ob man tatsächlich ergriffen hat, oder eher aus einer Art weltlicher Gutheit handelt im Sinne eines "fake it till you make it"?

Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mi 9. Mär 2022, 09:20

Ausgangspunkt von einer Seite an diese Dinge heranzugehen war z.B.hier schon dies.

"Ihr seid aus dem Vater dem Teufel und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun." Joh 8,44

Da geht es also ersteinmal um die biblische Position, daß der Mensch aus unterschiedlichen "Vätern" begehren kann, die ich mit real wesenhaft existenten Geistwesen gleichsetze. "Geist" ist, wenn ich soetwas schreibe, in Bezug auf dies zu verstehen.

Im Grunde geht es beim Thema "Geist ergreifen" um meine Ansicht, daß das eigentliche biblische Christentum als "Evangelium" (frohe Botschaft) darauf hinausläuft, daß Menschen nicht irgendwelche Regeln befolgen müssen um "vor Gott gerecht" zu sein. Nicht so wie Menschen gegenüber anderen Menschen Gesetze erlassen, wie diese Gesetze dann befolgt werden, z.B. indem Menschen in soeine Richtung "dressiert" werden oder auch aus einer Art "Idealismus" "gewissenhaft" versuchen dies und das wie "gute Verhaltensregeln" umzusetzen.

Ich würde sagen all das geht an der Art Wandel vorbei, die Gott sich von Menschen mit finsteren Anteilen wünschen würde.

Bei "Geist ergreifen" ginge es dann im Gegenteil nicht darum sich irgendwie auf Menschenweise zu verbiegen, sondern den wahren Grund zu ändern, weswegen eine Seele sich in ihrem tiefsten Inneren, dem eigentlichen Seelenzustand, zu "Werken des Fleisches" hingezogen fühlt: den ergriffenen Geist eben, der solches Begehren bewirkt.

Wenn also ein Christ bemerkt, daß er als seiner Seele freien Lauf lassendes Wesen solches Wollen in sich findet, das nicht dem Wesen Gottes entspricht, dann wäre seine sinnvollste Reaktion nicht nun versuchen dies "in menschlicher Weise" zu ändern, indem er sich zu anderem Verhalten zwingt, sondern sich gar nicht weiter um diese Verhaltensfragen zu kümmern und sich vielmehr damit zu befassen, worin Gott er eigentlich nich fern sein könnte, um dies auf einer reinen Beziehungsebene zu Gott als Geist anzugehen. Gelingt ihm die Ferne zu überwinden, wird sich sein Wesen so ändern, daß er nicht mehr so finster in sich wollen würde.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mo 15. Aug 2022, 19:31

Marsianer hat geschrieben:Bei "Geist ergreifen" ginge es dann im Gegenteil nicht darum sich irgendwie auf Menschenweise zu verbiegen, sondern den wahren Grund zu ändern, weswegen eine Seele sich in ihrem tiefsten Inneren, dem eigentlichen Seelenzustand, zu "Werken des Fleisches" hingezogen fühlt: den ergriffenen Geist eben, der solches Begehren bewirkt.

Demnach wäre "Geist ergreifen" im ursprünglich gemeinten Sinne eher als "anderen" Geist ergreifen zu verstehen? Sozusagen bisher ergriffene Geistwesen "aus ihrem Dienst zu entlassen", da dieser nicht mehr gewollt wird - und anstelle derer Gottes Geist zu ergreifen?

Marsianer hat geschrieben:daß er als seiner Seele freien Lauf lassendes Wesen solches Wollen in sich findet, das nicht dem Wesen Gottes entspricht

Wäre jegliches "irdisch" bezogenes Wollen nicht dem Wesen Gottes entsprechend? Oder wäre dies zu allgemein aufgefasst und weiter zu differenzieren?

Marsianer hat geschrieben:dann wäre seine sinnvollste Reaktion nicht nun versuchen dies "in menschlicher Weise" zu ändern, indem er sich zu anderem Verhalten zwingt, sondern sich gar nicht weiter um diese Verhaltensfragen zu kümmern und sich vielmehr damit zu befassen, worin Gott er eigentlich nich fern sein könnte

Am "nächsten" ist der Seele wohl alles, was sie liebt. Dann könnte vielleicht die Frage sein: Was/wen liebe ich "mehr" als Gott? Was steht dieser Liebe (noch) im Wege?
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Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Di 16. Aug 2022, 09:50

Agape hat geschrieben:Demnach wäre "Geist ergreifen" im ursprünglich gemeinten Sinne eher als "anderen" Geist ergreifen zu verstehen?

rjupa hat geschrieben:Woran erkennt man, ob man tatsächlich ergriffen hat, oder eher aus einer Art weltlicher Gutheit handelt im Sinne eines "fake it till you make it"?

In meiner Reaktion hier war ich was das angeht wohl nicht in alleinstehender Weise deutlich genug. Mein Verständnis davon ist, daß eigentlich jede Seele Geist ergriffen hält, daraus mehr oder weniger innerlich lebensvoll ist. Ein Mensch, der aus menschlichem "Erzogensein" handelt, der wird nach meinen Schilderungen dadurch seiner Seele, ihrem Zustand ferner. Aber das ist nach meinen Begriffen nicht so zu verstehen, daß er dann dadurch weniger Geist ergriffen haben würde. "Konditionierung" und "Geist ergriffen haben" ersetzt einander nicht. Die geschöpfliche Seele kann im Grunde nicht belebt sein, ohne irgendwie Geist zu ergreifen.

Und neben dieser allgemeinen "Erkenntnis" wäre es dann im christlichen Zusammenhang meinem Verständnis nach eben bedeutsam zu schauen, worin der Mensch insofern noch Gott fern wäre und daraus die entsprechenden geeigneten Schlüsse zu ziehen, statt hierbei menschlich "zu handeln".
Sozusagen bisher ergriffene Geistwesen "aus ihrem Dienst zu entlassen", da dieser nicht mehr gewollt wird - und anstelle derer Gottes Geist zu ergreifen?

Hm, Dienst? Bei "Geist ergreifen" geht es ganz und gar nicht um etwas, das "Besessenheit" oder "Umsessenheit" ähneln würde.
Wäre jegliches "irdisch" bezogenes Wollen nicht dem Wesen Gottes entsprechend? Oder wäre dies zu allgemein aufgefasst und weiter zu differenzieren?

Was sollte das bedeuten? Dazu gibt es in der Bibel ja einige "Stichpunkte". Wie wirken die auf dich?
Marsianer hat geschrieben:dann wäre seine sinnvollste Reaktion nicht nun versuchen dies "in menschlicher Weise" zu ändern, indem er sich zu anderem Verhalten zwingt, sondern sich gar nicht weiter um diese Verhaltensfragen zu kümmern und sich vielmehr damit zu befassen, worin Gott er eigentlich noch fern sein könnte

Am "nächsten" ist der Seele wohl alles, was sie liebt. Dann könnte vielleicht die Frage sein: Was/wen liebe ich "mehr" als Gott? Was steht dieser Liebe (noch) im Wege?

Ja.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Di 16. Aug 2022, 14:07

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Demnach wäre "Geist ergreifen" im ursprünglich gemeinten Sinne eher als "anderen" Geist ergreifen zu verstehen?

rjupa hat geschrieben:Woran erkennt man, ob man tatsächlich ergriffen hat, oder eher aus einer Art weltlicher Gutheit handelt im Sinne eines "fake it till you make it"?

Mein Verständnis davon ist, daß eigentlich jede Seele Geist ergriffen hält, daraus mehr oder weniger innerlich lebensvoll ist. Ein Mensch, der aus menschlichem "Erzogensein" handelt, der wird nach meinen Schilderungen dadurch seiner Seele, ihrem Zustand ferner.

Dies entspricht wohl einer Art von Fremdbestimmung, welcher der Mensch folgt. Hat diese Fremdbestimmung - ausser Ferne von der eigenen Seele - auf deren Zustand einen Einfluss?

Aber das ist nach meinen Begriffen nicht so zu verstehen, daß er dann dadurch weniger Geist ergriffen haben würde.

Nicht "weniger" - aber weniger "lichten" Geist?

Und neben dieser allgemeinen "Erkenntnis" wäre es dann im christlichen Zusammenhang meinem Verständnis nach eben bedeutsam zu schauen, worin der Mensch insofern noch Gott fern wäre und daraus die entsprechenden geeigneten Schlüsse zu ziehen, statt hierbei menschlich "zu handeln".

Ja, deshalb weiter unten meine Frage nach dem "irdischen Wollen". Ich gehe eigentlich nicht davon aus, dass ein Mensch, der sich an gewissen irdischen Dingen erfreut, deswegen Gott grundsätzlich fern ist, solange es sich um Freude - nicht aber um eine Abhängigkeit davon geht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Sozusagen bisher ergriffene Geistwesen "aus ihrem Dienst zu entlassen", da dieser nicht mehr gewollt wird - und anstelle derer Gottes Geist zu ergreifen?

Hm, Dienst? Bei "Geist ergreifen" geht es ganz und gar nicht um etwas, das "Besessenheit" oder "Umsessenheit" ähneln würde.

So habe ich es auch nicht gemeint. Ich meinte damit, dass gewisse (mehr oder weniger finstere) Geistwesen, die ein Mensch ergriffen hält, sich in ihren Absichten stark von Gottes Geist unterscheiden, jedoch der Mensch gemäss diesen eher finsteren Wesen "will und tut" und sich dessen bewusst werden sollte. Denn solange er unbewusst bleibt, kann ja keine Wandlung geschehen. Es ist eine Art von Abschied von etwas, das "gedient" hat, jedoch nicht mehr dienlich ist, wenn der Mensch demjenigen Schatz, den er "mehr" liebt, nachjagen will. Man könnte ja in diesem Zusammenhang auch von "Versuchungen in der Wüste" sprechen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Wäre jegliches "irdisch" bezogenes Wollen nicht dem Wesen Gottes entsprechend? Oder wäre dies zu allgemein aufgefasst und weiter zu differenzieren?

Was sollte das bedeuten?

Siehe weiter oben bezüglich "Freude an gewissen irdischen Dingen haben".

Dazu gibt es in der Bibel ja einige "Stichpunkte". Wie wirken die auf dich?

Vielleicht magst Du diesbezüglich auf etwas Bestimmtes konkreter eingehen? Ich bin noch nicht so weit gekommen, als dass ich mir bereits einen Überblick über die Bibel verschaffen könnte. "Irdisch wollen" müsste ja zuerst einmal näher definiert werden. Um ein geistiges Ziel zu erreichen, braucht es ja auch ein Wollen, die irdischen Herausforderungen zu überwinden. Und dazu ist es notwendig, sich mit manchem Irdischen zu befassen - auch wenn dies manchmal nicht "passt" und unbequem ist.

Auch die Suche nach Bewohnern für das Jakobgut und der Gebäudeerhalt konfrontiert mit "irdischem Wollen" - auch wenn dahinter ein geistiges Ziel steht. Jedoch ohne Befassung auch mit der "Welt", geschieht in gewisser Hinsicht "nichts" - auch geistige Vorhaben erfahren Stillstand - dies jedenfalls entspricht einem persönlichen Eindruck, den ich habe.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mi 17. Aug 2022, 13:24

Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Mein Verständnis davon ist, daß eigentlich jede Seele Geist ergriffen hält, daraus mehr oder weniger innerlich lebensvoll ist. Ein Mensch, der aus menschlichem "Erzogensein" handelt, der wird nach meinen Schilderungen dadurch seiner Seele, ihrem Zustand ferner.

Dies entspricht wohl einer Art von Fremdbestimmung, welcher der Mensch folgt. Hat diese Fremdbestimmung - ausser Ferne von der eigenen Seele - auf deren Zustand einen Einfluss?

Was meintest du hier mit "dies"? Geist ergriffen halten? "Erzogensein"?
Aber das ist nach meinen Begriffen nicht so zu verstehen, daß er dann dadurch weniger Geist ergriffen haben würde.

Nicht "weniger" - aber weniger "lichten" Geist?

Welchen verändert sich dadurch nicht. Es ist nur "überdeckt" was in der Seele ist.
Ich meinte damit, dass gewisse (mehr oder weniger finstere) Geistwesen, die ein Mensch ergriffen hält, sich in ihren Absichten stark von Gottes Geist unterscheiden,

In ihrem Wesen, folgend aus ihrem finstereren, teils Gott zurückweisenden seelischen Zustand.
jedoch der Mensch gemäss diesen eher finsteren Wesen "will und tut" und sich dessen bewusst werden sollte.

Was mehr oder weniger noch recht leicht gehen sollte, zumindest wenn jemand diese Zusammenhänge annimmt, z.B. weil er die Bibel las.
Denn solange er unbewusst bleibt, kann ja keine Wandlung geschehen.

Mit Bewußtsein hat das nach meinem Verständnis wenig zu tun. Wenn ein Mensch soetwas in sich erkennt und bereut, dann findet das hoffentlich vor allem "in seinem Herzen" statt. Eine Beteiligung "des menschlichen Bewußtseins" (so wie es bei vielen vorzufinden ist) ist aus meiner Sicht nicht erforderlich für einen solchen Wandel.
Dazu gibt es in der Bibel ja einige "Stichpunkte". Wie wirken die auf dich?

Vielleicht magst Du diesbezüglich auf etwas Bestimmtes konkreter eingehen?

"Frucht des Geistes", "Werke des Fleisches" im Galaterbrief?
"Irdisch wollen" müsste ja zuerst einmal näher definiert werden.

Wäre hilfreich.
Um ein geistiges Ziel zu erreichen, braucht es ja auch ein Wollen, die irdischen Herausforderungen zu überwinden.

Aha?
Auch die Suche nach Bewohnern für das Jakobgut und der Gebäudeerhalt konfrontiert mit "irdischem Wollen" - auch wenn dahinter ein geistiges Ziel steht.

Könnte wohl so gesehen werden.
Jedoch ohne Befassung auch mit der "Welt", geschieht in gewisser Hinsicht "nichts" - auch geistige Vorhaben erfahren Stillstand - dies jedenfalls entspricht einem persönlichen Eindruck, den ich habe.

Wie könnte diese "Befassung" ausschauen?

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mi 17. Aug 2022, 20:18

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dies entspricht wohl einer Art von Fremdbestimmung, welcher der Mensch folgt. Hat diese Fremdbestimmung - ausser Ferne von der eigenen Seele - auf deren Zustand einen Einfluss?

Was meintest du hier mit "dies"? Geist ergriffen halten? "Erzogensein"?

Ich meinte „Erzogensein“ - die Konditionierungen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Nicht "weniger" - aber weniger "lichten" Geist?

Welchen verändert sich dadurch nicht. Es ist nur "überdeckt" was in der Seele ist.

Dann wäre es grundsätzlich auch möglich, dass göttlicher Geist, den eine Seele ergriffen hatte, im Menschen aufgrund von Konditionierung weniger Frucht hervorbringt?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ich meinte damit, dass gewisse (mehr oder weniger finstere) Geistwesen, die ein Mensch ergriffen hält, sich in ihren Absichten stark von Gottes Geist unterscheiden,

In ihrem Wesen, folgend aus ihrem finstereren, teils Gott zurückweisenden seelischen Zustand.

Ja.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:jedoch der Mensch gemäss diesen eher finsteren Wesen "will und tut" und sich dessen bewusst werden sollte.

Was mehr oder weniger noch recht leicht gehen sollte, zumindest wenn jemand diese Zusammenhänge annimmt, z.B. weil er die Bibel las.

Könnte es auch einen Zusammenhang mit dem „Gewissen“ haben?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Denn solange er unbewusst bleibt, kann ja keine Wandlung geschehen.

Mit Bewußtsein hat das nach meinem Verständnis wenig zu tun. Wenn ein Mensch soetwas in sich erkennt und bereut, dann findet das hoffentlich vor allem "in seinem Herzen" statt. Eine Beteiligung "des menschlichen Bewußtseins" (so wie es bei vielen vorzufinden ist) ist aus meiner Sicht nicht erforderlich für einen solchen Wandel.

Was hältst Du davon?

Das Kräfteverhältnis im dreifachen Netz von Seele, Geist und Körper verändert sich zugunsten der Wiederherstellung des ursprünglichen Geistmenschen.

Das Wesen des Menschen gliedert sich in drei unterschiedliche Aspekte: Körper, Seele und Geist. Sie werden für die Dauer eines Menschenlebens in einem kugelförmigen Energiefeld, dem Mikrokosmos, zusammengehalten. Körper und Seele der Persönlichkeit sind vergänglich, der Geistkern ist unsterblich. Die drei Elemente in diesem System arbeiten in heutiger Zeit nicht harmonisch zusammen. Denn das geistige Prinzip wird von der Seele und dem Körper ignoriert und in einem passiven Zustand festgehalten. Das Potenzial des Geistkerns liegt noch weitgehend brach, die geistigen Kräfte können sich nicht offenbaren.

Es ist wie bei einem Stück Holz, das am Grund eines Sees an einen Stein gebunden ist und dadurch gehindert wird, an die Wasseroberfläche aufzusteigen. Erst wenn das Seil gelöst wird, steigt es seiner Natur entsprechend ohne weiteres Zutun nach oben.

Die Seele als Mittler
Die Seele hat die Funktion, als Bindeglied zwischen dem Geist und dem Körper zu fungieren, der Persönlichkeit zu vermitteln, welche Rolle für sie im göttlichen Schöpfungsplan vorgesehen ist. Als solches vermittelndes Element gleicht sie jedoch einer Art Mischgefäß. Sie kann sich nach "oben“ zum Geist oder nach "unten“ zur Materie orientieren. Die Bewegungsrichtung wird vom Bewusstsein des Menschen bestimmt. Meistens wird die Seele aus den Kräften der Materie gespeist. Sie ist dann ganz den Prozessen der Vergänglichkeit unterworfen, und das Bewusstsein der Persönlichkeit kann sich weder davon lösen noch eine Höherentwicklung anstreben.

Das war nicht immer so. Als unsterbliche Seele von Gott erschaffen und mit seinem Geist verbunden, arbeitete sie mit am Gottesplan in einem verherrlichten Körper. Dieser unsterbliche Zustand kann erst dann wieder erreicht werden, wenn der Mensch die Disharmonie in seinem Wesen erkennt und sich öffnet für die Implse, die vom Grund des Sees aufsteigen. Dann beginnt er den Weg nach "oben“. Das Seil am Grund des Sees wird gelöst. So werden die Aspekte des dreifachen Netzes im Mikrokosmos von den geistigen Energien des inneren Kerns durchdrungen. Seele und Körper werden nach und nach verwandelt und erneuert. Die drei Elemente beginnen, auf harmonische Weise zusammen zu arbeiten. Die ursprüngliche Ordnung im Mikrokosmos ist wiederhergestellt. Es ist das Leben im und aus dem Geist.

https://www.rosenkreuz.de/blog/die-stru ... nd-koerper

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Vielleicht magst Du diesbezüglich auf etwas Bestimmtes konkreter eingehen?

"Frucht des Geistes", "Werke des Fleisches" im Galaterbrief?

Zur Frucht des Geistes gehört unter anderem auch die „Freude“. Nun ist aber nicht näher beschrieben, „woran“ sich Freude festmacht. Diese kann sich ja auch auf „Irdisches“ richten? Dann käme es vermutlich darauf an, wie diese Freude vom Menschen gelebt wird - ob sie ihn zum Beispiel von anderen geistigen Werten fernhält. Inwiefern Abhängigkeit vom Objekt der irdischen Freude besteht.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:"Irdisch wollen" müsste ja zuerst einmal näher definiert werden.

Wäre hilfreich.

Siehe oben hinsichtlich „Abhängigkeit erzeugend“. Hält dieses irdische Wollen von Gottes- und Nächstenliebe, innerer Zufriedenheit etc. ab?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Jedoch ohne Befassung auch mit der "Welt", geschieht in gewisser Hinsicht "nichts" - auch geistige Vorhaben erfahren Stillstand - dies jedenfalls entspricht einem persönlichen Eindruck, den ich habe.

Wie könnte diese "Befassung" ausschauen?

Zum Beispiel - indem mit weltlichen Dingen so umgegangen wird, dass sie letztendlich dem Geistigen dienen. Unser wahres Zuhause ist jedoch nicht die Welt. Wie verhalten wir uns an einem Ort, an dem wir eigentlich nicht zu Hause sind? Wir befassen uns anders damit - eher als Reisende vielleicht?

Einen „massvollen“ Umgang mit der Welt pflegen, nicht weil wir müssen, sondern, weil wir es wollen. Die Dinge der Welt sind nicht unsere Lebensquelle. Sie machen uns nicht lange satt.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Sa 20. Aug 2022, 10:03

Agape hat geschrieben:Dies entspricht wohl einer Art von Fremdbestimmung, welcher der Mensch folgt. Hat diese Fremdbestimmung - ausser Ferne von der eigenen Seele - auf deren Zustand einen Einfluss? Ich meinte „Erzogensein“ - die Konditionierungen.

Solche Fremdeinflüsse sind meist erst deswegen attraktiver für eine Seele, wenn sie Gott ferner ist, wenn sie in sich einen Mangel an Lebendigkeit verspürt. Wie schon früher erwähnt läuft das auf Anstrahlungsgeflechte hinaus, deren wesentlich treibendes Element der Mangel ist, eine gewisse gegenseitige Notergänzung, da die Mangelstrukturen in Seelen sehr verschieden ausfallen können. Sie können sich dann so ein wenig ergänzen ohne sich selbst wieder eher Gott anzunähern. Dieses Sichergänzen ist durchaus auch Teil der geistigen Schöpfung Gottes, nur würde in einem lichten Zustand der Geistwesen vor allem Gott ergriffen sein, daraus das Wesen lebendig sein und erst nachrangig auch etwas aus anderen Geschöpfen im geistigen Umgang mit ihnen. Denn jedes Geschöpf ist in sich gewisserart nach seinem unabänderlichen Charakter auch ein Filter des Lichts aus der göttlichen Quelle. Hier können Geistwesen dann auch untereinander ergänzen, ist es ihnen angenehm miteinander zu tun zu haben und das ist so beabsichtigt. Aber existenziellen, drängenden Mangel erfahren sie so nicht aus Gott. Eher Freude wenn sie sich gegenseitig befruchten, ergänzen. Das sind im Grund dann keine grundlegend anderen Anstrahlungsgeflechte, aber die Konstellation ist völlig verschieden daraus, daß die Wesen nicht quasi sich gegenseitig verzehren, sondern eben jedes für sich an und für sich selig sind, Fülle aus Gott in sich tragen, da sie geistig nicht von ihm.getrennt sind.
Dann wäre es grundsätzlich auch möglich, dass göttlicher Geist, den eine Seele ergriffen hatte, im Menschen aufgrund von Konditionierung weniger Frucht hervorbringt?

Die Frucht im Sinne des innersten Wollens wäre dann schon gegeben, aber sie würde eventuell überlagert durch "Erziehung" sein und dadurch nicht in die Tat gelangen. Wobei hier vielleicht auch noch wieder einmal angemerkt werden sollte, daß Lehren, Erziehung durchaus in der Welt gewisse nützliche Wirkungen haben können, z.B. daß finstere Seelen nicht plündernd herumziehen. Das "Schwert" weltlicher Macht ist ja das eine, aber könnte sie ohne "Erziehung" so viel ausrichten? Wenn ich Erziehung und Konditionierung so kritisch einordne, dann aus der Perspektive auf das Individuum, das an sich den Wunsch hat seine Seele auszuleben, über Irdisches hinauszugehen, "Erlösung" zu finden, anderen Geist zu ergreifen. Wenn eine Seele dann nicht nach ihrem innersten Wollen tut, dann ist da aber wohl schon eine gewisse Lauheit, Schwäche, in der sie auch langsam in den Bereich anderer "Herren" trudeln kann. Letztlich kann ja keine Seele etwas hindern Wollen aus Gott frei auszuleben. Woraus wäre ein anderes Tun? Aus Gehorsam gegenüber Menschen, "geringem Selbstvertrauen"? Auch aus Einschüchterung durch die vielen Lügen dieser Welt und ihrer oft aufgeblasenen anstrahlungshungrigen Bewohner?
Könnte es auch einen Zusammenhang mit dem „Gewissen“ haben?

Ja.
Körper und Seele der Persönlichkeit sind vergänglich, der Geistkern ist unsterblich.

Das was ich normalerweise als Seele bezeichne würde hier dann wohl eher "Geistkern" oder so ähnlich genannt? Das was ich als Seele bezeichne ist aus meiner Perspektive ja nicht vergänglich.
Die drei Elemente in diesem System arbeiten in heutiger Zeit nicht harmonisch zusammen. Denn das geistige Prinzip wird von der Seele und dem Körper ignoriert und in einem passiven Zustand festgehalten.

Aha.
Das Potenzial des Geistkerns liegt noch weitgehend brach, die geistigen Kräfte können sich nicht offenbaren.

Es liegt brach, gibt es denn da einen Plan es zu "nutzen"? Aus welchem Antrieb heraus?
Es ist wie bei einem Stück Holz, das am Grund eines Sees an einen Stein gebunden ist und dadurch gehindert wird, an die Wasseroberfläche aufzusteigen. Erst wenn das Seil gelöst wird, steigt es seiner Natur entsprechend ohne weiteres Zutun nach oben.

Hm, aha. Und das sei bei jedem Menschen so?
Die Seele hat die Funktion, als Bindeglied zwischen dem Geist und dem Körper zu fungieren,

Da würden mit dem Begriff "Seele" dann eher z.B. "feinstoffliche Körper" gemeint?
Meistens wird die Seele aus den Kräften der Materie gespeist. Sie ist dann ganz den Prozessen der Vergänglichkeit unterworfen, und das Bewusstsein der Persönlichkeit kann sich weder davon lösen noch eine Höherentwicklung anstreben.

Hm, aha.
Das war nicht immer so. Als unsterbliche Seele von Gott erschaffen

Hier dann also "unsterbliche Seele", hm.
und mit seinem Geist verbunden,

Dem Gottes (beziehungsweise "der Weltseele", dem Gott dieser Welt)?
arbeitete sie mit am Gottesplan in einem verherrlichten Körper.

Einem materiellen Körper wie auf der Erde?
Die ursprüngliche Ordnung im Mikrokosmos ist wiederhergestellt. Es ist das Leben im und aus dem Geist.[/quote]
Hm, wohl nicht unbedingt das was ich meine mit "aus dem Geist".
Zur Frucht des Geistes gehört unter anderem auch die „Freude“.

Ja.
Nun ist aber nicht näher beschrieben, „woran“ sich Freude festmacht.

Diese Stichpunkte malten sich etliche Menschen so oder so aus.
Diese kann sich ja auch auf „Irdisches“ richten?

Wieso nicht, würde ich sagen?
Dann käme es vermutlich darauf an, wie diese Freude vom Menschen gelebt wird - ob sie ihn zum Beispiel von anderen geistigen Werten fernhält. Inwiefern Abhängigkeit vom Objekt der irdischen Freude besteht.

Ja.
hinsichtlich „Abhängigkeit erzeugend“. Hält dieses irdische Wollen von Gottes- und Nächstenliebe, innerer Zufriedenheit etc. ab?

Richtige Gedanken, würde ich sagen. Auch, ob das Wesen aus sich glücklich ist oder vielleicht nur indem es irdische Dinge hat, "die es freuen"?
Zum Beispiel - indem mit weltlichen Dingen so umgegangen wird, dass sie letztendlich dem Geistigen dienen.

Wäre wohl sinnvoll. Aber wie kann etwas dem Geistigen dienen, wenn eigentlich niemand das Geistige wirklich umfassender will oder "fassen kann" (was eigentlich ja der "Heilige Geist" in jedem einzelnen Christen für diesen fassbar machen soll ohne dessen genügendes Wirken es vielleicht dazu kommt, daß sich letztlich in Gesprächen stark im Kreis gedreht wird, weil jemand einfach vieles Gesagte "nicht fassen" kann, weswegen es dann später einfach wieder "weg" ist, fast so als wäre davor nichts gewesen oder von einem anderen Wesen gesagt worden).

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Sa 20. Aug 2022, 15:13

Bertha Dudde Nr. 4466 hat geschrieben:Einfluß der Materie auf den Menschen ....

Die gerichtete Materie übt großen Einfluß auf den Menschen aus insofern, als das darin gebundene Geistige ihn bedrängt, sich mit ihr zu vereinigen, was also sich auswirkt im Verlangen des Menschen nach ihrem Besitz. Es drängt sich das in der Materie gebundene Geistige in die Liebe des Menschen .... es sucht sich ihm unentbehrlich zu machen, es strebt den Zusammenschluß mit dem Menschen an, weil es sich dadurch stärker fühlt im Widerstand gegen Gott. Denn es spürt auch den Widerstand, in dem der Mensch noch gegen Gott verharrt, bzw. es drängt den Menschen zu, die noch in ihrer Unreife Gott widerstehen. Und diese Menschen lassen sich auch leicht beeinflussen. Sie stehen selbst in größtem Verlangen nach der Materie, und also schließt sich Gleichgeistiges zusammen, das nur auf verschiedener Entwicklungsstufe steht. Der Mensch aber ist in Gefahr, von seiner schon höheren Entwicklungsstufe herabzusinken, so er sich an die Materie kettet, weshalb er nicht genug gewarnt werden kann, Materie anzustreben, und ständig ermahnt wird, sie zu überwinden. Das Geistige in der Materie kann zwar auch dienstwillig sein und dem Menschen in seiner Aufwärtsentwicklung helfen, wie auch umgekehrt der Mensch dem in der Materie gebundenen Geistigen zum Aufstieg verhelfen kann. Doch dann handelt es sich um Gebrauchsgegenstände, die nicht die Besitzgier des Menschen entfachen, also nicht die verkehrte Liebe im Menschen nach materiellem Besitz erwecken. Sowie die Materie dem Menschen dienet, ist auch der Widerstand gegen Gott schon gebrochen; Materie aber, die keinen dienenden Zweck erfüllt, wird oft ein vermehrtes Verlangen im Menschen erwecken, sie zu besitzen, und diese Materie ist es, die für die Seele des Menschen als Gefahr gilt, denn der Einfluß von ihr auf die Seele ist groß und kann sich so auswirken, daß die Seele selbst sinkt bis zu dem Stadium, in dem sie wieder in der Materie verkörpert wird. Dann hat das gebundene Geistige erreicht, was es wollte .... es hat das freie Geistige zu sich herabgezogen und gewissermaßen die eigene Kraft verstärkt .... der Mensch ist dem Einfluß des Gegners von Gott zum Opfer gefallen, der auf seinen Willen eingewirkt hat, ihn in verkehrter Richtung zu gebrauchen, der ihm die tote Materie ständig vorstellt, um ihn zum Rückfall zu bewegen, weil er dadurch sein Reich, seine Macht und Gewalt vergrößert und es die Gott-feindlichen Wesen zu ständigem Widerstand anregt. Was sich Gott zuwendet, geht ihm verloren, und dies versucht er mit allen Mitteln zu hintertreiben. Die Materie selbst, d.h. das in ihr gebundene Geistige, ist in seiner Unreife ihm noch hörig, wenngleich der Gegner Gottes nicht bestimmend auf das Geistige einwirken kann. Da das Geistige selbst aber den Widerstand gegen Gott nicht aufgegeben hat, drängt es auch den Menschen zu, die im gleichen Widerstand sich befinden, die vom Gegner Gottes auf die Materie hingewiesen werden, denen er die Materie als Lockmittel der Welt vors Auge stellt. Der Mensch kann sich jenem Einfluß entziehen oder ihm wehren durch seinen Willen, doch oft nützet er die Freiheit des Willens in verkehrter Weise und gibt dem Drängen des Feindes seiner Seele nach .... Darum ist der Kampf gegen die Materie der eigentliche Kampf, den der Mensch im Erdenleben führen soll, denn so er diese überwunden hat, ist auch sein Aufstieg gesichert, weil es dann nichts gibt, was ihn auf der Erde zurückhält, und dann seine Seele sich aufschwingen kann in geistige Sphären, weil sie dann von nichts mehr gehindert wird im Flug zur Höhe und also keine Gefahr mehr besteht, zurückzusinken in das Stadium, das sie längst schon überwunden hat, und der Mensch gleichzeitig dann dem Geistigen in der Materie zum Aufstieg verhilft, die er nützet, und ihm dadurch zum Dienen verhilft, wodurch das Geistige in der Materie sich erlösen kann aus jeder Form, bis es endlich auch das letzte Stadium erreicht hat und dienen kann als Mensch im freien Willen ....

Amen

Agape
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Sa 20. Aug 2022, 20:56

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dies entspricht wohl einer Art von Fremdbestimmung, welcher der Mensch folgt. Hat diese Fremdbestimmung - ausser Ferne von der eigenen Seele - auf deren Zustand einen Einfluss? Ich meinte „Erzogensein“ - die Konditionierungen.

Solche Fremdeinflüsse sind meist erst deswegen attraktiver für eine Seele, wenn sie Gott ferner ist, wenn sie in sich einen Mangel an Lebendigkeit verspürt.

Ein Mensch, der aus menschlichem "Erzogensein" handelt, der wird nach meinen Schilderungen dadurch seiner Seele, ihrem Zustand ferner.

Zuerst ist die Seele Gott ferner - und durch das „Erzogensein“ entfernt sich der Mensch auch von seiner eigenen Seele - eine „doppelte“ Ferne sozusagen. Wem ist er dann noch „nahe“? Vor allem irdischen Dingen?

Wie schon früher erwähnt läuft das auf Anstrahlungsgeflechte hinaus, deren wesentlich treibendes Element der Mangel ist,

Das wäre ein Mangel an geistiger Lebendigkeit?

eine gewisse gegenseitige Notergänzung, da die Mangelstrukturen in Seelen sehr verschieden ausfallen können. Sie können sich dann so ein wenig ergänzen ohne sich selbst wieder eher Gott anzunähern.

Aber es gibt doch bestimmt auch Seelen, die erkennen, dass diese Anstrahlung nicht nachhaltig sättigt? Könnten sie nicht auch durch solches Erfahren in hohem Masse nach Gott suchen, da sie sich mit der Zeit immer mehr nach ihm sehnen?

Das sind im Grund dann keine grundlegend anderen Anstrahlungsgeflechte, aber die Konstellation ist völlig verschieden daraus, daß die Wesen nicht quasi sich gegenseitig verzehren, sondern eben jedes für sich an und für sich selig sind, Fülle aus Gott in sich tragen, da sie geistig nicht von ihm.getrennt sind.

Welchen Einfluss könnte das auf die Partnerschaften solcher Menschen haben? Verlieren diese eventuell an Bedeutung? Gibt es eher eine Tendenz, alleine leben zu wollen - oder ausschliesslich auf geistiger Ebene verbunden?

Vielleicht ist diese Frage abwegig, jedoch kam sie spontan in mir auf.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dann wäre es grundsätzlich auch möglich, dass göttlicher Geist, den eine Seele ergriffen hatte, im Menschen aufgrund von Konditionierung weniger Frucht hervorbringt?

Die Frucht im Sinne des innersten Wollens wäre dann schon gegeben, aber sie würde eventuell überlagert durch "Erziehung" sein und dadurch nicht in die Tat gelangen.

Im Sinne einer gewissen „Passivität“ im Verhalten dieses Menschen?

Wobei hier vielleicht auch noch wieder einmal angemerkt werden sollte, daß Lehren, Erziehung durchaus in der Welt gewisse nützliche Wirkungen haben können, z.B. daß finstere Seelen nicht plündernd herumziehen.

Jedoch in Extremsituationen können solche Tendenzen dennoch durchbrechen, jeglicher „Erziehung“ zum Trotz?

Wenn eine Seele dann nicht nach ihrem innersten Wollen tut, dann ist da aber wohl schon eine gewisse Lauheit, Schwäche, in der sie auch langsam in den Bereich anderer "Herren" trudeln kann.

Aber wenn eine Seele nicht nach ihrem innersten Wollen tut, dann ist sie doch bereits in den Bereichen anderer „Herren“ - sonst würde sie es doch tun?

Letztlich kann ja keine Seele etwas hindern Wollen aus Gott frei auszuleben. Woraus wäre ein anderes Tun? Aus Gehorsam gegenüber Menschen, "geringem Selbstvertrauen"? Auch aus Einschüchterung durch die vielen Lügen dieser Welt und ihrer oft aufgeblasenen anstrahlungshungrigen Bewohner?

Hm - die Seele ist ja teils hier verkörpert, damit sie sich dennoch für Gott entscheidet?

Aber was ist, wenn ein Mensch diese oben genannten Gründe ausschliessen kann - wenn er Gott liebt und sich von der Welt nicht unterdrückt und beeinflusst fühlt - aber dennoch geistigen Stillstand erlebt? Wenn der Mensch nichts lieber tun würde, als sein Wollen aus Gott frei auszuleben? Wenn er nichts Finsteres will?

Das Potenzial des Geistkerns liegt noch weitgehend brach, die geistigen Kräfte können sich nicht offenbaren.

Es liegt brach, gibt es denn da einen Plan es zu "nutzen"? Aus welchem Antrieb heraus?

Offenbar aus dem Erkennen der Disharmonie in seinem Wesen, worauf der Mensch sich für Impulse öffnen soll, die vom „Grund des Sees“ (?) aufsteigen.

Das kann ich auch nicht richtig nachvollziehen. Ich denke, dahinter steht ein unterschiedliches Weltbild - eines, das sich vielleicht eher an Passivität orientiert?

Es ist wie bei einem Stück Holz, das am Grund eines Sees an einen Stein gebunden ist und dadurch gehindert wird, an die Wasseroberfläche aufzusteigen. Erst wenn das Seil gelöst wird, steigt es seiner Natur entsprechend ohne weiteres Zutun nach oben.

Hm, aha. Und das sei bei jedem Menschen so?

Also ich lese nichts, das darauf hinweisen würde, dass es sich von Mensch zu Mensch unterscheidet. Vielleicht wird von einer bestimmten „Gesetzmässigkeit“ ausgegangen?

Die Seele hat die Funktion, als Bindeglied zwischen dem Geist und dem Körper zu fungieren,

Da würden mit dem Begriff "Seele" dann eher z.B. "feinstoffliche Körper" gemeint?

Ich glaube, dass diese Auffassung von „Seele als Bindeglied zwischen Geist und Körper“ aus der Anthroposophie stammt.
https://antroposofiehaarlem.nl/ga-9-ii- ... h-dem-tod/

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:hinsichtlich „Abhängigkeit erzeugend“. Hält dieses irdische Wollen von Gottes- und Nächstenliebe, innerer Zufriedenheit etc. ab?

Auch, ob das Wesen aus sich glücklich ist oder vielleicht nur indem es irdische Dinge hat, "die es freuen"?

Ja, daran würde sich ja (Un)Abhängigkeit festmachen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Zum Beispiel - indem mit weltlichen Dingen so umgegangen wird, dass sie letztendlich dem Geistigen dienen.

Aber wie kann etwas dem Geistigen dienen, wenn eigentlich niemand das Geistige wirklich umfassender will oder "fassen kann"

Hm - aber es gibt doch auch Menschen, die mit der Welt nicht viel anfangen können, weil sie das Geistige viel mehr „zieht“ - auch wenn sie manches noch nicht „fassen können“. Dennoch gilt ihre „Liebe“ ganz dem Geistigen - und „Weltmenschen“ spüren deutlich, dass eine grosse Distanz zu ihnen besteht.
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Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » So 21. Aug 2022, 08:23

Agape hat geschrieben:Zuerst ist die Seele Gott ferner - und durch das „Erzogensein“ entfernt sich der Mensch auch von seiner eigenen Seele - eine „doppelte“ Ferne sozusagen.

Wobei wenn man so will, das eine das andere bedingt. Wie Flucht vor Stille wegen dem, was sich einem in ihr zeigt. Das finden Wesen ja auch selbst unangenehm und versuchen "sich abzulenken" (durch Lärm).
Wem ist er dann noch „nahe“?

Diesen "finstereren" geschöpflichen Anstrahlungsgeflechten? Einer Art "finsteren Einigung" (oder aus buddhistischer Sicht vielleicht einer "lichten Einheit")?
Vor allem irdischen Dingen?

Letztlich auch (wenngleich gewissermaßen totere) Anstrahlung (siehe sinngemäß zuletzt zitierte Dudde-Texte)?
Das wäre ein Mangel an geistiger Lebendigkeit?

Ja, wobei treibend wohl eine eher triebhafte Art "Hunger" diesbezüglich wäre? Und in dieser Weise fühlen solche sich dann wohl "lebendiger" oder auch z.B. "mächtiger" (auch insbesondere stärker in ihren fleischlichen Begierden).
Aber es gibt doch bestimmt auch Seelen, die erkennen, dass diese Anstrahlung nicht nachhaltig sättigt?

Ja, so sind die Dinge auch eingerichtet hinsichtlich der Ordnung dieser Schöpfung, würde ich sagen.
Könnten sie nicht auch durch solches Erfahren in hohem Masse nach Gott suchen

In hohem Maße? Du meinst dann ganz plötzlich? Meist wird es Wesen wohl eher allmählich und vage dämmern, würde ich sagen? Aber sicherlich, im Grund ist keine Zeit erforderlich um anderen Geist zu ergreifen. Wenn es Zeit braucht, dann wegen einem Ringen des Wesens "mit sich selbst".
da sie sich mit der Zeit immer mehr nach ihm sehnen?

Welcher Art wär soein Sehnen? Viele Menschen sehnen sich z.B. nach mehr Ehrlichkeit und leben es aber selbst nicht so aus. Solches Sehnen mag es bei manchen schon reichlich geben (ist es nicht auch aus einer Art Sehnen den Splitter beim anderen zu sehen). ;)
Das sind im Grund dann keine grundlegend anderen Anstrahlungsgeflechte, aber die Konstellation ist völlig verschieden daraus, daß die Wesen nicht quasi sich gegenseitig verzehren, sondern eben jedes für sich an und für sich selig sind, Fülle aus Gott in sich tragen, da sie geistig nicht von ihm.getrennt sind.

Welchen Einfluss könnte das auf die Partnerschaften solcher Menschen haben? Verlieren diese eventuell an Bedeutung? Gibt es eher eine Tendenz, alleine leben zu wollen - oder ausschliesslich auf geistiger Ebene verbunden?

Vielleicht ist diese Frage abwegig, jedoch kam sie spontan in mir auf.

Hm, da wäre also wieder mal bei Geschlechtlichkeit irdischer Art angelangt. Welche Rolle würde die hier deiner Meinung nach spielen?
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Dann wäre es grundsätzlich auch möglich, dass göttlicher Geist, den eine Seele ergriffen hatte, im Menschen aufgrund von Konditionierung weniger Frucht hervorbringt?

Die Frucht im Sinne des innersten Wollens wäre dann schon gegeben, aber sie würde eventuell überlagert durch "Erziehung" sein und dadurch nicht in die Tat gelangen.

Im Sinne einer gewissen „Passivität“ im Verhalten dieses Menschen?

Konditionierung treibt oft auch zu äußerlich-aktiven Handlungen (oft "Lärm")?
Wenn eine Seele dann nicht nach ihrem innersten Wollen tut, dann ist da aber wohl schon eine gewisse Lauheit, Schwäche, in der sie auch langsam in den Bereich anderer "Herren" trudeln kann.

Aber wenn eine Seele nicht nach ihrem innersten Wollen tut, dann ist sie doch bereits in den Bereichen anderer „Herren“ - sonst würde sie es doch tun?

So einfach ist das nicht, würde ich sagen.
Hm - die Seele ist ja teils hier verkörpert, damit sie sich dennoch für Gott entscheidet?

Ja.
Aber was ist, wenn ein Mensch diese oben genannten Gründe ausschliessen kann - wenn er Gott liebt und sich von der Welt nicht unterdrückt und beeinflusst fühlt - aber dennoch geistigen Stillstand erlebt? Wenn der Mensch nichts lieber tun würde, als sein Wollen aus Gott frei auszuleben? Wenn er nichts Finsteres will?

Dann würde wohl etwas mit einer solchen Analyse nicht stimmen (sofern man die hier vorausgesetzten weltanschaulichen Grundannahmen nicht hinterfragen wollte).
Das kann ich auch nicht richtig nachvollziehen. Ich denke, dahinter steht ein unterschiedliches Weltbild - eines, das sich vielleicht eher an Passivität orientiert?

Hm.
Die Seele hat die Funktion, als Bindeglied zwischen dem Geist und dem Körper zu fungieren,

Da würden mit dem Begriff "Seele" dann eher z.B. "feinstoffliche Körper" gemeint?

Ich glaube, dass diese Auffassung von „Seele als Bindeglied zwischen Geist und Körper“ aus der Anthroposophie stammt.
https://antroposofiehaarlem.nl/ga-9-ii- ... h-dem-tod/

Hm.
Hm - aber es gibt doch auch Menschen, die mit der Welt nicht viel anfangen können, weil sie das Geistige viel mehr „zieht“ - auch wenn sie manches noch nicht „fassen können“.

Wobei "fleischlich" und "weltlich" nicht gleichbedeutend mit "irdisch" wären. Wäre "Anstahlung suchen" z.B. etwas "Irdisches"?

Agape
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mo 22. Aug 2022, 11:04

Marsianer hat geschrieben:
Bertha Dudde Nr. 4466 hat geschrieben:Einfluß der Materie auf den Menschen ....

Die gerichtete Materie

Dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=EUkO4Ggmf1E

übt großen Einfluß auf den Menschen aus insofern, als das darin gebundene Geistige ihn bedrängt, sich mit ihr zu vereinigen, was also sich auswirkt im Verlangen des Menschen nach ihrem Besitz.

Was mich betrifft, kann ich in mir kein übermässiges Verlangen nach materiellem Besitz finden. Ich bin mehr als zufrieden mit dem, was ich habe, und empfinde es als Geschenk und nicht als Selbstverständlichkeit.

Es drängt sich das in der Materie gebundene Geistige in die Liebe des Menschen .... es sucht sich ihm unentbehrlich zu machen, es strebt den Zusammenschluß mit dem Menschen an, weil es sich dadurch stärker fühlt im Widerstand gegen Gott. Denn es spürt auch den Widerstand, in dem der Mensch noch gegen Gott verharrt, bzw. es drängt den Menschen zu, die noch in ihrer Unreife Gott widerstehen.

Wenn ich in mir nach Widerstand gegen Gott suche - überfällt mich grosse Verzweiflung. Ich kann keinen solchen Widerstand finden.

Und diese Menschen lassen sich auch leicht beeinflussen. Sie stehen selbst in größtem Verlangen nach der Materie, und also schließt sich Gleichgeistiges zusammen, das nur auf verschiedener Entwicklungsstufe steht. Der Mensch aber ist in Gefahr, von seiner schon höheren Entwicklungsstufe herabzusinken, so er sich an die Materie kettet, weshalb er nicht genug gewarnt werden kann, Materie anzustreben, und ständig ermahnt wird, sie zu überwinden.

Ja - ich strebe keine Materie an - es ginge höchstens darum, das, was mir bereits geschenkt wurde, wieder herzugeben. Bisher sehe ich dafür keinen Anlass. Wenn es mir genommen wird, gebe ich es her. Mir ist bewusst, dass es nicht mir gehört - dass ich es nur geliehen bekam.

Das Geistige in der Materie kann zwar auch dienstwillig sein und dem Menschen in seiner Aufwärtsentwicklung helfen, wie auch umgekehrt der Mensch dem in der Materie gebundenen Geistigen zum Aufstieg verhelfen kann. Doch dann handelt es sich um Gebrauchsgegenstände, die nicht die Besitzgier des Menschen entfachen, also nicht die verkehrte Liebe im Menschen nach materiellem Besitz erwecken.

Ja, hierin kann ich mich viel eher finden.

Sowie die Materie dem Menschen dienet, ist auch der Widerstand gegen Gott schon gebrochen; Materie aber, die keinen dienenden Zweck erfüllt, wird oft ein vermehrtes Verlangen im Menschen erwecken, sie zu besitzen, und diese Materie ist es, die für die Seele des Menschen als Gefahr gilt, denn der Einfluß von ihr auf die Seele ist groß und kann sich so auswirken, daß die Seele selbst sinkt bis zu dem Stadium, in dem sie wieder in der Materie verkörpert wird. Dann hat das gebundene Geistige erreicht, was es wollte .... es hat das freie Geistige zu sich herabgezogen und gewissermaßen die eigene Kraft verstärkt .... der Mensch ist dem Einfluß des Gegners von Gott zum Opfer gefallen, der auf seinen Willen eingewirkt hat, ihn in verkehrter Richtung zu gebrauchen, der ihm die tote Materie ständig vorstellt, um ihn zum Rückfall zu bewegen, weil er dadurch sein Reich, seine Macht und Gewalt vergrößert und es die Gott-feindlichen Wesen zu ständigem Widerstand anregt. Was sich Gott zuwendet, geht ihm verloren, und dies versucht er mit allen Mitteln zu hintertreiben. Die Materie selbst, d.h. das in ihr gebundene Geistige, ist in seiner Unreife ihm noch hörig, wenngleich der Gegner Gottes nicht bestimmend auf das Geistige einwirken kann. Da das Geistige selbst aber den Widerstand gegen Gott nicht aufgegeben hat, drängt es auch den Menschen zu, die im gleichen Widerstand sich befinden, die vom Gegner Gottes auf die Materie hingewiesen werden, denen er die Materie als Lockmittel der Welt vors Auge stellt. Der Mensch kann sich jenem Einfluß entziehen oder ihm wehren durch seinen Willen, doch oft nützet er die Freiheit des Willens in verkehrter Weise und gibt dem Drängen des Feindes seiner Seele nach ....

Ich fühle mich diesbezüglich wenig Gefahren ausgesetzt. Viel eher geht es bei mir um menschliche Beziehungen, als um materiellen Besitz - dort gibt es vermutlich Dinge, die mich noch von der ungeteilten Liebe zu Gott „weglocken“.

Darum ist der Kampf gegen die Materie der eigentliche Kampf, den der Mensch im Erdenleben führen soll, denn so er diese überwunden hat, ist auch sein Aufstieg gesichert, weil es dann nichts gibt, was ihn auf der Erde zurückhält, und dann seine Seele sich aufschwingen kann in geistige Sphären, weil sie dann von nichts mehr gehindert wird im Flug zur Höhe und also keine Gefahr mehr besteht, zurückzusinken in das Stadium, das sie längst schon überwunden hat, und der Mensch gleichzeitig dann dem Geistigen in der Materie zum Aufstieg verhilft, die er nützet, und ihm dadurch zum Dienen verhilft, wodurch das Geistige in der Materie sich erlösen kann aus jeder Form, bis es endlich auch das letzte Stadium erreicht hat und dienen kann als Mensch im freien Willen ....
Amen


Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Zuerst ist die Seele Gott ferner - und durch das „Erzogensein“ entfernt sich der Mensch auch von seiner eigenen Seele - eine „doppelte“ Ferne sozusagen.

Wobei wenn man so will, das eine das andere bedingt. Wie Flucht vor Stille wegen dem, was sich einem in ihr zeigt. Das finden Wesen ja auch selbst unangenehm und versuchen "sich abzulenken" (durch Lärm).

Ja. Aber was ist, wenn andere Menschen einem eher etwas „zeigen“ können, als die Seele selbst? Wenn dieses Aufgezeigte erst dann den Weg in das Innere findet, wenn über das Aufgezeigte reflektiert wird? Wenn dieses Reflektieren dann zur Begegnung mit der Seele führt? Ist in diesem Falle etwas „fehlgeleitet“?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Wem ist er dann noch „nahe“?

Diesen "finstereren" geschöpflichen Anstrahlungsgeflechten? Einer Art "finsteren Einigung" (oder aus buddhistischer Sicht vielleicht einer "lichten Einheit")?

Hm - so etwas scheint mir ziemlich fern zu sein - ich kann es nicht richtig nachvollziehen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Das wäre ein Mangel an geistiger Lebendigkeit?

Ja, wobei treibend wohl eine eher triebhafte Art "Hunger" diesbezüglich wäre? Und in dieser Weise fühlen solche sich dann wohl "lebendiger" oder auch z.B. "mächtiger" (auch insbesondere stärker in ihren fleischlichen Begierden).

Wohl nur bis zu dem Zeitpunkt, wo es „aufgedeckt“ wird? Danach entwickelt sich aus dem „Wohlfühlen“ eher ein „“Unwohlfühlen“ - so ähnlich, als hätte man eine Unverträglichkeit dieser Art von „Nahrung“ gegenüber.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Könnten sie nicht auch durch solches Erfahren in hohem Masse nach Gott suchen

In hohem Maße? Du meinst dann ganz plötzlich?

Nein, innerhalb eines diesbezüglichen Entwicklungsprozesses.

Meist wird es Wesen wohl eher allmählich und vage dämmern, würde ich sagen?

Ja.

Aber sicherlich, im Grund ist keine Zeit erforderlich um anderen Geist zu ergreifen. Wenn es Zeit braucht, dann wegen einem Ringen des Wesens "mit sich selbst".

Ja.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:da sie sich mit der Zeit immer mehr nach ihm sehnen?

Welcher Art wär soein Sehnen?

Eventuell ein „etwas sich Zusammengereimtes“?

Viele Menschen sehnen sich z.B. nach mehr Ehrlichkeit und leben es aber selbst nicht so aus. Solches Sehnen mag es bei manchen schon reichlich geben (ist es nicht auch aus einer Art Sehnen den Splitter beim anderen zu sehen). ;)

Bei mir eher nicht - ich sehe den Splitter manchmal nirgendwo (auch nicht beim anderen) - obschon ich weiss, dass es (bei mir selbst) einen solchen gibt.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Das sind im Grund dann keine grundlegend anderen Anstrahlungsgeflechte, aber die Konstellation ist völlig verschieden daraus, daß die Wesen nicht quasi sich gegenseitig verzehren, sondern eben jedes für sich an und für sich selig sind, Fülle aus Gott in sich tragen, da sie geistig nicht von ihm.getrennt sind.

Welchen Einfluss könnte das auf die Partnerschaften solcher Menschen haben? Verlieren diese eventuell an Bedeutung? Gibt es eher eine Tendenz, alleine leben zu wollen - oder ausschliesslich auf geistiger Ebene verbunden?

Vielleicht ist diese Frage abwegig, jedoch kam sie spontan in mir auf.

Hm, da wäre also wieder mal bei Geschlechtlichkeit irdischer Art angelangt. Welche Rolle würde die hier deiner Meinung nach spielen?

Partnerschaft ist in meinen Augen nicht immer geschlechtlicher Art und daran habe ich auch keineswegs gedacht. Vielleicht würde hier der Begriff „menschliche Beziehung“ besser passen? Meine Frage war bezogen auf Deine oben stehende Schilderung, „dass die Wesen sich nicht gegenseitig verzehren, sondern jedes für sich an und für sich selig ist“?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Aber was ist, wenn ein Mensch diese oben genannten Gründe ausschliessen kann - wenn er Gott liebt und sich von der Welt nicht unterdrückt und beeinflusst fühlt - aber dennoch geistigen Stillstand erlebt? Wenn der Mensch nichts lieber tun würde, als sein Wollen aus Gott frei auszuleben? Wenn er nichts Finsteres will?

Dann würde wohl etwas mit einer solchen Analyse nicht stimmen (sofern man die hier vorausgesetzten weltanschaulichen Grundannahmen nicht hinterfragen wollte).

Ich würde sie gerne hinterfragen wollen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Hm - aber es gibt doch auch Menschen, die mit der Welt nicht viel anfangen können, weil sie das Geistige viel mehr „zieht“ - auch wenn sie manches noch nicht „fassen können“.

Wobei "fleischlich" und "weltlich" nicht gleichbedeutend mit "irdisch" wären. Wäre "Anstahlung suchen" z.B. etwas "Irdisches"?

Diese begrifflichen Unterscheidungen bereiten mir noch Schwierigkeiten. Mit „irdisch“ könnte eventuell eher etwas „Grobstoffliches/Materielles“ gemeint, sein, während mit „fleischlich/weltlich“ auch Feinstoffliches/Energetisches, wie zum Beispiel „Anstrahlung suchen“ gemeint sein könnte.
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