Geist ergreifen

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Marsianer
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mo 29. Aug 2022, 13:40

Agape hat geschrieben:Auch wenn sich das Ziel dieses Wollens deutlich von demjenigen unterscheidet, welches beispielweise irdischen Erfolg/Macht/Bedürfnisbefriedigung beinhaltet?

Oder treibende eher weltbezogene Ideologien, es ging um einen gewissen Zustand, der heute bei vielen Menschen vorgefunden werden dürfte.
Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ist Liebe eine Frage von „Überlegungen“?

Was meinst du denn?

Für mich selbst nicht - aber vielleicht ist dies nicht zu verallgemeinern?

Oben ging es gerade um solche inneren Zustände?

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Mi 31. Aug 2022, 11:09

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Auch wenn sich das Ziel dieses Wollens deutlich von demjenigen unterscheidet, welches beispielweise irdischen Erfolg/Macht/Bedürfnisbefriedigung beinhaltet?

Oder treibende eher weltbezogene Ideologien, es ging um einen gewissen Zustand, der heute bei vielen Menschen vorgefunden werden dürfte.

Es handelt sich wohl eher um Ziele, die nicht im Zusammenhang (und auch nicht im Einklang) mit den übergeordneten Zielen Gottes stehen.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Mi 31. Aug 2022, 14:09

Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Das was unter "Wollen" verstanden wird, hat vielleicht mit Moral zu tun, mit Überlegungen wie man handeln sollte.

Es handelt sich wohl eher um Ziele, die nicht im Zusammenhang (und auch nicht im Einklang) mit den übergeordneten Zielen Gottes stehen.

Vor allem ersteinmal nicht mit dem, was der eigenen Seele entspräche.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Do 1. Sep 2022, 09:58

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Marsianer hat geschrieben:Das was unter "Wollen" verstanden wird, hat vielleicht mit Moral zu tun, mit Überlegungen wie man handeln sollte.

Es handelt sich wohl eher um Ziele, die nicht im Zusammenhang (und auch nicht im Einklang) mit den übergeordneten Zielen Gottes stehen.

Vor allem ersteinmal nicht mit dem, was der eigenen Seele entspräche.

Hm - aber wem entspräche denn dieses Wollen aus Überlegungen heraus - sozusagen dem "Deckel", welcher der Seele aufliegt?
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Do 1. Sep 2022, 10:42

Ja.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Fr 18. Nov 2022, 13:08

Jakob Lorber hat geschrieben:
01] Nach dieser Rede Abedams aber traten die zwölfe nach der Weisung des Henoch einige Schritte zurück, der sie auch begleitete, bei ihnen bleibend, geistig in ihre Herzen, und zeigte durch eine kurze Rede, was das heißt, sich im eigenen Herzen umsehen und dann dessen gewahr werden, was entweder im Herzen ist oder vorgeht. - Die Rede aber lautete also:

02] »Höret, liebe Brüder, der allerheiligste, liebevollste Vater Abedam Jehova Emanuel Abba hat zu euch geredet, nachdem Er sattsam angehört hatte euer kindliches Lob:

03] ,Sehet euch in euren Herzen um; und was ihr darinnen werdet finden, das gebet treulich Mir kund!' Also war der Sinn der überheiligen Rede.

04] Es hat aber auch der allerheiligste Vater gar wohl gesehen, daß ihr diesen Sinn nicht fassen werdet; darum gab Er mir heimlich im Herzen die Weisung, daß ich euch geleiten soll in euer Herz und also auch in den verborgenen Sinn dieser Seiner letzten Worte, die Er da am Schlusse an euch alle gerichtet hatte.

05] Solches nimmt euch zwar ein wenig wunder; aber ihr werdet es alle gar bald ersehen, wie es eben nicht zu leicht ist, alsogleich seine Augen in sein eigenes Herz zu richten und dann das selbe vollkommen zu beschauen.

06] Denn sehet, bis jetzt war bei euch allen nur vorzugsweise der Verstand eures Kopfes die Leuchte eurer Seele, aber der ewig lebendige Geist, der da wohnt im Herzen der Seele, und der da ist das alleinig wahre, innerste, lebendige Licht des Lebens, der ist bei euch noch nie geweckt worden!

07] Ist aber dieser nicht geweckt, dann ist es auch umsonst, in sein Herz zu schauen; denn wo kein Licht ist, was sollte da wohl gesehen werden?! Oder kann da jemand bei einer allerstockfinstersten Nacht nur eine Spanne weit vor sich hin sehen?!

08] Also aber ist es auch um so mehr mit dem Geistesschauen im eigenen Herzen, daselbst niemand etwas zu er schauen vermag, so da nicht vorher lebendig geweckt wurde sein Geist.

09] Aber, werdet ihr nun fragen, wie und wodurch kann denn der Geist geweckt werden?

10] Sehet, eben darum erhielt ich die Weisung, euch alle zu geleiten hierher; da wir aber schon bis hierher glücklich gelangt sind, da werden wir mit der Hilfe Dessen, der uns allen diese heilige Weisung gab, auch dahin gelangen, wohin wir alle nach dem allerhöchst besten und allervollkommensten heiligsten Willen Dessen gelangen müssen, der uns allen diese Weisung gab!

11] Also aber ist der Weg, und das ist das alleinige Weckmittel des Geistes, daß ihr alle euch im Herzen, das heißt in der allervollkommensten Liebe, an den allerheiligsten Vater wendet voll Vertrauen und voll gerechter, uneigennütziger Treue.

12] Wenn ihr aber gewahren werdet, daß es da in eurem Herzen heißer und heißer wird, dann achtet auf euer Herz; denn dann ist die Entzündungs- und Lichtzeit auch schon da. Und so dann eure Herzen alle erbrennen werden zu Gott, dem allerheiligsten, liebevollsten Vater, da schauet in euch, und ihr werdet die Wunder des ewigen Lebens in euch erschauen!

13] Aber solches merket euch gar wohl hinzu, daß ihr etwa ja nicht darum allein den allerheiligsten Vater zu lieben beginnet; denn der allerheiligste Vater will Seiner Selbst willen geliebt sein. Und daß eure Liebe nicht also sich gestalte, als möchte sie nur dauern von heute bis morgen; denn mit einer sich nur zeitlich gestaltenden Liebe ist ja nicht einmal das schwache Weib zufrieden, geschweige erst der ewige Gott!

14] Es wird aber das Leben beschaffen sein, wie da beschaffen ist die Liebe. Ist die Liebe zeitlich, so wird auch das Leben ein vergängliches sein gleich der Liebe, welche da ist die alleinige Bedingung des Lebens; in solcher Liebe aber ist kein Licht.

15] Ist aber die Liebe für ewig gestaltet, so ist auch das Leben gleich ihr; und sehet, solche ewige Liebe ist erst das lichte Wachwerden des ewigen Geistes, der da selbst nichts als pur Liebe ist.

16] Nun wisset ihr alles; tuet danach, so werdet ihr euch gar wohl und bald innerlich zu beschauen vermögen! Amen.«

17] Und der Besediel ergriff alsbald die Hand des Henoch und sagte zu ihm: »Mein mir über alles teurer Bruder! Mit welchen Ergießungen meines Herzens soll ich dir nun danken für diesen so überaus herrlichen Dienst, den du unseren allerbedürftigsten Herzen erwiesen hast?!

18] Siehe, in diesem Punkte war ich, wenigstens für mich genommen, noch bis auf diesen gegenwärtigen Augenblick blind; denn, wie du es wenigstens an mir sehr genau erraten hast, bis jetzt habe ich nur allein den Verstand zu bilden gesucht und suchte daher alles zu zergliedern, was mir nur immer untergekommen ist, da ich mir dachte:

19] Gottes Vollkommenheit unterscheidet sich von unserer Unvollkommenheit bloß nur im allein allervollkommensten Verstande, - daher wir uns dann auch nur durch die alleinige Ausbildung unseres Verstandes Gott nähern können.

20] Daß ich dann zufolge dieses höchst irrigen Grundes das Herz nie beachtet habe, brauche ich dir hier nicht noch mit leeren Worten zu bekräftigen, indem du schon ohnehin zuvor gar trefflich gesehen hast, wie es mit unserem Herzen steht.

21] Aber wie ganz töricht und rein umsonst diese oft schauerliche Mühe war, sehe ich erst jetzt ein; denn was sollte dem Toten doch alle endlose Wissenschaft nützen?!

22] Für tausend hohle Atemzüge wäre die Nacht ja ums unaussprechliche besser; der Lebendige aber bedarf der Wissenschaft nicht.

23] Oder wozu sollte dem Todblinden wohl das Licht dienen, und wozu dem Lebendigen, dessen Geist selbst ein allerhellstes Licht ist?!

24] Siehe, Bruder, solches war mir früher fremd; da du aber jetzt durch die Gnade des allerheiligsten Vaters nun an meine Brust gepocht hast, so hat sich in mir auch alsbald das Herz gemeldet und sagte:

25] ,Liebe, Liebe, Liebe ist das große Wort alles Seins; hast du diese für ewig in Gott, so hast du auch alles Leben in und aus Gott und alles, was desselben ist.

26] Hast du aber diese nicht, dann hast du nichts als den puren Tod in dir.'

27] O Bruder, siehe, nun ist aber der Tod aus mir gewichen; was Großes hast du daher mir und sicher uns allen dadurch getan, daß du uns die Hauptquelle unseres Todes enthüllt hast!

28] Welches Dankes bist du daher auch von uns allen würdig!

29] Doch ich weiß nun schon, Wem aller Dank gebührt; daher lasse mich nun hineilen zum allerheiligsten Vater!«

30] Der Henoch aber erwiderte ihm: »Gedulde dich nur noch ein weniges der Zeit, bis die anderen auch werden wie du, und du aber völlig leuchtend in deinem Herzen! Amen.«

http://j-lorber.de/jl/hag2/HAG2-056.HTM
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Fr 18. Nov 2022, 15:42

Jakob Lorber hat geschrieben:04] Es hat aber auch der allerheiligste Vater gar wohl gesehen, daß ihr diesen Sinn nicht fassen werdet; darum gab Er mir heimlich im Herzen die Weisung, ...

Vielleicht ergänzend zu den einschlägigen AT-Schilderungen auch erwägenswert beim Thema "vorchristlicher Heiliger Geist".
der ist bei euch noch nie geweckt worden!

Puh, noch nie ...
11] Also aber ist der Weg, und das ist das alleinige Weckmittel des Geistes, daß ihr alle euch im Herzen, das heißt in der allervollkommensten Liebe, an den allerheiligsten Vater wendet voll Vertrauen und voll gerechter, uneigennütziger Treue.

Also wohl an Gott, wenn "Vater" laut meinem NT-Verständnis nicht unbedingt ein Gegenüber in soeinem Sinne sein würde.
12] Wenn ihr aber gewahren werdet, daß es da in eurem Herzen heißer und heißer wird, dann achtet auf euer Herz; denn dann ist die Entzündungs- und Lichtzeit auch schon da. Und so dann eure Herzen alle erbrennen werden zu Gott, dem allerheiligsten, liebevollsten Vater, da schauet in euch, und ihr werdet die Wunder des ewigen Lebens in euch erschauen!

Und dann noch weiter auf die eigene "Frucht" achten! Denn was man so beschreiben könnte, müßte nicht unbedingt eine direkte Verbindung zu JHWH sein.
13] Aber solches merket euch gar wohl hinzu, daß ihr etwa ja nicht darum allein den allerheiligsten Vater zu lieben beginnet; denn der allerheiligste Vater will Seiner Selbst willen geliebt sein.

Völlig richtig und das passt dann schlußendlich voll in dieses Thema, denn damit hätte zu tun, was eine Seele ergreift. Versuche sich da zurechtzubiegen, wenn es nicht wirklich im Herzen so ausschaut bringen da auch nicht den Durchbruch, es kann sich aber selbst gut einiges vorgegaukelt werden.
17] Und der Besediel ergriff alsbald die Hand des Henoch und sagte zu ihm: »Mein mir über alles teurer Bruder! Mit welchen Ergießungen meines Herzens soll ich dir nun danken für diesen so überaus herrlichen Dienst, den du unseren allerbedürftigsten Herzen erwiesen hast?!

Wie unrealistisch, da sollten doch in der Regel irgendwelche fragwürdigen Kommentare kommen oder Aussagen aus denen recht deutlich wird, daß der andere eigentlich nur wenig davon aufgefasst hat? ;)

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Fr 18. Nov 2022, 22:38

Marsianer hat geschrieben:
Jakob Lorber hat geschrieben:13] Aber solches merket euch gar wohl hinzu, daß ihr etwa ja nicht darum allein den allerheiligsten Vater zu lieben beginnet; denn der allerheiligste Vater will Seiner Selbst willen geliebt sein.

Völlig richtig und das passt dann schlußendlich voll in dieses Thema, denn damit hätte zu tun, was eine Seele ergreift. Versuche sich da zurechtzubiegen, wenn es nicht wirklich im Herzen so ausschaut bringen da auch nicht den Durchbruch, es kann sich aber selbst gut einiges vorgegaukelt werden.

Das ist wohl ein wesentlicher Punkt, den ich noch nicht ganz durchschaut habe. Es geht ja letztendlich nicht darum, was andere Menschen dazu meinen, wie sie es einschätzen. Es geht um die Liebe zwischen Gott und mir - und da Gott mich als sein Geschöpf bedingungslos liebt, geht es im Grunde nur um meine Liebe zum "allerheiligsten Vater", meinem Schöpfer - und was dieser Liebe noch entgegensteht.

Ich traue meiner Selbsteinschätzung nicht (mehr), aber ist das überhaupt notwendig? Gott sieht doch alles viel besser als ich, er täuscht sich nie und weiss, wie es in meinem Herzen aussieht. Deshalb schaue ich nicht mehr so oft nach links und nach rechts, sondern schaue eher nach oben - denn dort will ich letztendlich hin, dorthin richtet sich grösstenteils meine Herzensliebe.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » Sa 19. Nov 2022, 07:20

Agape hat geschrieben:Das ist wohl ein wesentlicher Punkt, den ich noch nicht ganz durchschaut habe. Es geht ja letztendlich nicht darum, was andere Menschen dazu meinen, wie sie es einschätzen.

Das sowieso nicht.
Es geht um die Liebe zwischen Gott und mir - und da Gott mich als sein Geschöpf bedingungslos liebt, geht es im Grunde nur um meine Liebe zum "allerheiligsten Vater", meinem Schöpfer - und was dieser Liebe noch entgegensteht.

Sehr pauschal und darin nicht falsch, aber auch wenig sagend.
12] Wenn ihr aber gewahren werdet, daß es da in eurem Herzen heißer und heißer wird, dann achtet auf euer Herz; denn dann ist die Entzündungs- und Lichtzeit auch schon da. Und so dann eure Herzen alle erbrennen werden zu Gott, dem allerheiligsten, liebevollsten Vater, da schauet in euch, und ihr werdet die Wunder des ewigen Lebens in euch erschauen!

13] Aber solches merket euch gar wohl hinzu, daß ihr etwa ja nicht darum allein den allerheiligsten Vater zu lieben beginnet; denn der allerheiligste Vater will Seiner Selbst willen geliebt sein.

Diese Reihenfolge war an der Stelle, daß da zunächst immerhin schonmal "Wunder" wahrgenommen werden. Und die können dann so attraktiv wirken, daß sie mehr begehrt werden als Gott selbst, der aber mit der Belebtheit ja offen und in vollen, fülligen Ausmaßen beglückt, was aus ihm ist.

Du neigst ja wohl etwas zu dieser "Hingabe", die eher "Hingabe an Anstrahlung" wäre. Aber solche Anstrahlung ist ein anderes Verhältnis als "Geist ergreifen". "Hingabe in Anstrahlung" bleibt in der Seelensubstanz wie vorher, läßt dies aber von außen überstrahlen. Darin findet nur relativ wenig "in euch schauen" statt (wobei es individuell viel sein kann, sofern derjenige soweit nichts Helleres kennt). Wenn die Anstrahlung, die Anlässe in denen sie erfahren wird, mal abnimmt, dann wird Mangel empfunden und der eigentlichere eigene seelische Zustand..Es wurde im Grunde kein Geistwesen anders ergriffen.

Geist anders ergreifen kommt eher aus einem Zustand des "bei sich sein" und zugleich "eine andere Anstrahlung erleben und finden >es ist gut<" (da wäre neues Ergreifen, wenn es wie bei Lorber erwähnt auch derart in allgemeiner seelischer Liebe geschieht, die bleibt, nicht nur aus eher launenhaftiger "Spektakelsucht" die bald zur nächsten Sensation weiterziehen oder auch einfach das Interesse verlieren würde). Nicht in solcher "Hingabe", in der sich jemand hingibt in der Weise, daß er "sich darin auflöst" (wohl schwierig es menschensprachlich-begrifflich klar zu kennzeichnen). Eher bleibt der Mensch ganz bei sich und auch ganz in der Situation. Konditionierungen können abfallen, aber das innere Wollen bleibt "in der Situation" und wird dabei auch nicht an den Rand gedrängt, sondern kommt eher auf längere Sicht mehr und mehr in den Fokus. Und dann wandelt es sich, je nachdem Geist anders ergriffen/losgelassen worden ist. Und wenn der himmlische Vater mehr ergriffen wurde, dann folgt immer umfassendere Belebung, auch sich steigernde lichte Individualität, die ganz bei sich ist: viewtopic.php?p=4441#p4441

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » Sa 19. Nov 2022, 13:20

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Es geht um die Liebe zwischen Gott und mir - und da Gott mich als sein Geschöpf bedingungslos liebt, geht es im Grunde nur um meine Liebe zum "allerheiligsten Vater", meinem Schöpfer - und was dieser Liebe noch entgegensteht.

Sehr pauschal und darin nicht falsch, aber auch wenig sagend.

Ja. Aber vielleicht sagt es etwas über meinen derzeitigen Seelenzustand aus?

Du neigst ja wohl etwas zu dieser "Hingabe", die eher "Hingabe an Anstrahlung" wäre. Aber solche Anstrahlung ist ein anderes Verhältnis als "Geist ergreifen".

Ich versuche immer wieder, mich anders zu verhalten, denn es ist ja nichts Neues für mich. Aber meine Versuche scheinen bisher erfolglos gewesen zu sein.

Geist anders ergreifen kommt eher aus einem Zustand des "bei sich sein" und zugleich "eine andere Anstrahlung erleben und finden >es ist gut<"

Gemäss meiner eigenen Empfindung erlebe ich es ungefähr so. Aber offenbar ist dieses Empfinden falsch und deshalb für mich nicht mehr vertrauenswürdig.

Nicht in solcher "Hingabe", in der sich jemand hingibt in der Weise, daß er "sich darin auflöst" (wohl schwierig es menschensprachlich-begrifflich klar zu kennzeichnen). Eher bleibt der Mensch ganz bei sich und auch ganz in der Situation.

Und wenn ich dann mal „bei mir“ bin, kommen von aussen her Lebenssituationen von Mitmenschen auf mich zu, die mir oft bedeutender erscheinen als meine eigene. Sie beschäftigen mich in der Folge sehr und dies fühlt sich für mich jeweils „richtig“ an. Es wäre sozusagen „gegen meine Natur“, wenn ich mich der Auseinandersetzung mit Lebenssituationen anderer gegenüber verschliessen würde, um ganz „bei mir“ zu bleiben. Es gelingt mir wohl noch nicht, beides miteinander zu vereinbaren - zugleich bei mir - und dennoch offen für etwas zu sein, das mich nicht selbst betrifft, wo ich mich eher für Bereiche anderer interessiere und engagiere.
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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Marsianer » So 20. Nov 2022, 00:00

Agape hat geschrieben:Aber vielleicht sagt es etwas über meinen derzeitigen Seelenzustand aus?

Entsprechend um die Ecke gedacht ...
Aber meine Versuche scheinen bisher erfolglos gewesen zu sein.

Wenn du diesen Unterschied überhaupt soweit verstanden hättest, wie ich es zu vermitteln versuche. Das zu beschreiben ist auf diese Art etwas heikel, weil alles wohl schnell anders gedeutet werden kann als es gemeint wäre.
Gemäss meiner eigenen Empfindung erlebe ich es ungefähr so.

Es ist vielleicht auch noch nicht klar genug vermittelt was "auf welcher Ebene stattfindend" gemeint wäre. Da kann manches in unterschiedlichen Zuständen sein, woraus dann ganz anderes folgen würde. Es ist schwierig das wem zu vermitteln, der oft dazu tendiert, das als bestätigt zu vermuten, was ihm selbst zusagen, was er für wünschenswert halten würde.
Und wenn ich dann mal „bei mir“ bin, kommen von aussen her Lebenssituationen von Mitmenschen auf mich zu, die mir oft bedeutender erscheinen als meine eigene. Sie beschäftigen mich in der Folge sehr und dies fühlt sich für mich jeweils „richtig“ an.

Ich würde nicht sagen, daß es dem, was ich zu beschreiben versuchte widersprechen müßte, es käme aber darauf an, "auf welcher Ebene" sich soetwas wie ereignet.

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Re: Geist ergreifen

Beitragvon Agape » So 20. Nov 2022, 13:22

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Aber meine Versuche scheinen bisher erfolglos gewesen zu sein.

Wenn du diesen Unterschied überhaupt soweit verstanden hättest, wie ich es zu vermitteln versuche. Das zu beschreiben ist auf diese Art etwas heikel, weil alles wohl schnell anders gedeutet werden kann als es gemeint wäre.

Ein wesentlicher Aspekt dabei wäre - sofern ich das richtig verstanden habe - wohl, dass der Mensch auch aus eigenem Entscheiden/Wollen und entsprechendem Loslassen von anderem, welches dem entgegensteht, in diese anfängliche Anstrahlung hineinwächst. Dass diese nicht nur als eine neue Form von Konditionierung in ihm wirkt.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Gemäss meiner eigenen Empfindung erlebe ich es ungefähr so.

Es ist vielleicht auch noch nicht klar genug vermittelt was "auf welcher Ebene stattfindend" gemeint wäre. Da kann manches in unterschiedlichen Zuständen sein, woraus dann ganz anderes folgen würde. Es ist schwierig das wem zu vermitteln, der oft dazu tendiert, das als bestätigt zu vermuten, was ihm selbst zusagen, was er für wünschenswert halten würde.

Ja, diese Tendenzen sind wohl in mir vorhanden (vermutlich bin ich damit nicht ganz alleine?) ;)
Wobei diese Bewusstwerdung dazu geführt hat, mir gewisser innerer Empfindungen/"selbstverständlicher" Annahmen unsicher zu sein, wenn es um ihren „Wahrheitsgehalt“ geht. Ich stelle heute diesbezüglich vieles infrage, das ich früher behauptet hatte, wovon ich innerlich überzeugt war.
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