Wahrheit oder Rechtfertigung?

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Agape
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Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Agape » Mo 27. Jun 2022, 13:15

Wahrheit oder Rechtfertigung? Kann für den Menschen etwas "gesund" sein, wovon er abhängig ist?

„Die Wahrheit ist“, sagt Dessel, „Sex verbessert die Lebensqualität – ein sehr wichtiger Faktor für ein langes und zufriedenes Leben“.
Die Wissenschaft gibt Dessel Recht: Schon länger ist klar, dass Sexualität eine wichtiger Faktor für ein langes gesundes Leben ist.

https://www.welt.de/gesundheit/article1 ... esund.html

Dazu ein Kommentar einer Leserin:
Rein nach dem Text müsste ich dann ja "ungesund" sein und ein kurzes Leben haben.

Stimmt. Aber offenbar nur bedingt - vielleicht für diejenigen, die daran glauben? Aber weshalb wird mit solchen „Ratschlägen“ oft kritiklos umgegangen und diese teils sogar „gerne“ übernommen? Könnte es eventuell sein, dass man sich dadurch sich selbst und auch anderen gegenüber rechtfertigt, nach etwas (in diesem Beispiel Sexualität) geradezu „süchtig“ zu sein? Sich von etwas abhängig zu fühlen, das vom eigenen Inneren ablenkt, weil man dort etwas vermutet - sogar teils auch schon wahrgenommen hat - womit man lieber nicht in Berührung kommen möchte?
Solche „Gesundheitsratschläge“ könnten dann eine willkommene Gelegenheit sein, die Wahrheit hinsichtlich einer Abhängigkeit von irdischen Genüssen aller Art noch weiter als sonst von sich zu weisen und sogar eine schlüssige, gesellschaftstaugliche Erklärung dafür zu finden.

Ein weiterer Leser äusserte sich dazu folgendermassen:
So langsam wird dann auch ein altes Muster erkennbar: Menschen stellen gerne alles, worauf sie irgendwie Lust haben, nach dem sie süchtig sind, als Faktor von Gesundheit dar. So kommen Kritiker rhetorisch gesehen etwas in die Defensive.

Ja. Etwas, was als „gesund“ propagiert wird, darf doch nicht angezweifelt werden - oder doch?

Auf meine Frage, wie denn meine eigene These - „süchtig danach zu sein, mich frei von jeglicher Sucht zu fühlen“ gedeutet werden könnte - antwortete der Leser:

Ich habe das hier mal als Sucht bezeichnet, worum es da ging. Diese Leute sehen das dann ja in der Regel zumindest in ihrer "Öffentlichkeitsdarstellung" jeweils anders. Damit wäre auch im biblischen Sinne wohl etwas gemeint, das eben das Gefühlsleben eines Menschen "versklavt", ihm so beherrscht und wenn man an diesen aktuell dort verwendeten Begriff der Stille anknüpfen wollte, den Menschen eben von solcher inneren Stille abhält, indem er in dieser Sucht, diesen "Bedürfnissen" festhängt. Es kann auch oft in einem Menschen ein gewisses "fleischliches Grundniveau" geben, das eher konstant wirken würde. Leid, z.B. wenn derjenige sich überraschend körperlich verletzt, kann dann das Fleisch "verstören" und dessen eigene Seele dann erstmal klarer erkennbar machen. Soetwas versuchten manche Menschen ja wohl auch z.B. durch "Selbstgeißelungen" an sich zu bewirken, wobei die nicht unbedingt gleichartig wirken, weil ihnen z.B. der Schock unabsichtlicher Verletzungen, Leiden abgeht.

Inwiefern muss ein Mensch zuerst Leid erfahren, um zur Wahrheit zu erwachen? Gäbe es weitere Möglichkeiten, zum Beispiel die (Rück)Besinnung auf das, was uns in Wahrheit am Leben erhält?
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Marsianer
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Marsianer » Mo 27. Jun 2022, 13:50

Agape hat geschrieben:Aber offenbar nur bedingt - vielleicht für diejenigen, die daran glauben?

Was wohl schoneinmal gesagt werden kann ist, daß es biblischen Aussagen scheinbar entgegensteht (sofern jemand meinen würde, es könne Ziel von christen sein möglichst lange auf Erden zu verweilen), aber auch recht eindeutigen Erfahrungen aus Klöstern, aus Auswertungen der dort archivierten Sterbedaten, in denen auch die sonst beobachtete Differenz zwischen den biologischen Geschlechtern wohl verschwindet. Ein Einstieg dazu:
Die Analysen basieren auf einer Reihe von Periodensterbetafeln für den Zeitraum 1890 bis 1995 sowie verschiedenen Cox-Regressionen. Die Analysen der Todesursachen werden mit direkter Standardisierung und demographischer Dekomposition von Unterschieden in der Lebenserwartung durchgeführt. Die wesentlichen bislang erzielten Ergebnisse zeigen, dass (1.) biologische Faktoren einen Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern von nicht mehr als einem Jahr hervorzurufen scheinen und dass (2.) die großen Lebenserwartungsdifferenzen in der Allgemeinbevölkerung vor allem durch die nicht-biologisch bedingte hohe Sterblichkeit der Männer verursacht wird und nicht—wie häufig vermutet—durch die geringe Sterblichkeit der Frauen.

https://cloisterstudy.eu/COMMS/
Aber weshalb wird mit solchen „Ratschlägen“ oft kritiklos umgegangen und diese teils sogar „gerne“ übernommen?

Nunja, Medien wie das genannte leben zu einem nicht kleinen Teil davon ihren Lesern etwas zu bieten, das sie gerne lesen.
Könnte es eventuell sein, dass man sich dadurch sich selbst und auch anderen gegenüber rechtfertigt, nach etwas (in diesem Beispiel Sexualität) geradezu „süchtig“ zu sein?

Das ist wohl naheliegend, auch allgemeiner bezogen auf alle möglichen anderen Sachen ähnlicher Art. Cannabis z.B.
Etwas, was als „gesund“ propagiert wird, darf doch nicht angezweifelt werden - oder doch?

Zumindest sofern eine gewisse (in dieser Erdregion zu dieser Zeit sehr verbreitete, für viele wohl "selbstverständlich" vorausgesetzte) weltanschauliche Setzung zum Thema (körperlich) "gesund leben" vorhanden ist.
Inwiefern muss ein Mensch zuerst Leid erfahren, um zur Wahrheit zu erwachen? Gäbe es weitere Möglichkeiten, zum Beispiel die (Rück)Besinnung auf das, was uns in Wahrheit am Leben erhält?

Ersteinmal wären wohl die Voraussetzungen des einzelnen Menschen eine entscheidende Frage. Theorien dazu (siehe den Thread zu christlichen Erbsündenlehren und theoretischen Folgeannahmen) und vor allen die vorliegenden Realitäten jenseits aller menschlicher Annahmen. Soweit ich es sehe ist Leid für gar nichts Voraussetzung, nicht dafür mit dem Licht des Geistes Gottes zu sein. Leid träte dann dort auf, wo ein Seelenwesen in manchen Bereichen vom Licht getrennt sein will und so volle Lebendigkeit einbüßt. Wenn ein Mensch insofern teils finster wäre aus eigener seelischer Orientierung, dann könnte Leid dort "finstere Verkrustungen" lösen, wo der Mensch sich weigert dies willentlich anzugehen oder allgemein seiner Seele nicht achtet, fern von ihr wäre. Leid kann dann z.B. auch das Wesen davor schützen sich weiter in Finsternis hineinzuverlieren.

christ
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon christ » Mo 27. Jun 2022, 20:03

Agape hat geschrieben:Solche „Gesundheitsratschläge“ könnten dann eine willkommene Gelegenheit sein, die Wahrheit hinsichtlich einer Abhängigkeit von irdischen Genüssen aller Art noch weiter als sonst von sich zu weisen und sogar eine schlüssige, gesellschaftstaugliche Erklärung dafür zu finden.


Ein weiterer "Gesundeitsvorschlag" und "Gesundheitsratgeber" , wenn man beim Arzt war und sich untersuchen lies, dass man dann gefragt wird, ob man sich viel bewegt oder nicht und wenn nicht, dass es dann eventuell als "Bewegungsmangel" abgestempelt wird und einem geraten wird, "sich mehr zu bewegen". Warum? Auch wenn es dann heißt " mangelnde Bewegung". Aber was heißt genau "mangelnde Bewegung"?

Agape
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Agape » Mo 27. Jun 2022, 20:18

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Aber offenbar nur bedingt - vielleicht für diejenigen, die daran glauben?

[.....]und dass (2.) die großen Lebenserwartungsdifferenzen in der Allgemeinbevölkerung vor allem durch die nicht-biologisch bedingte hohe Sterblichkeit der Männer verursacht wird und nicht—wie häufig vermutet—durch die geringe Sterblichkeit der Frauen.

Was meint hier "nicht-biologisch bedingte" hohe Sterblichkeit der Männer"?

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Aber weshalb wird mit solchen „Ratschlägen“ oft kritiklos umgegangen und diese teils sogar „gerne“ übernommen?

Nunja, Medien wie das genannte leben zu einem nicht kleinen Teil davon ihren Lesern etwas zu bieten, das sie gerne lesen.

Ja, ich meinte aber etwas anderes - und zwar die Leser solcher Medien, welche diesen Ratschlägen Glauben schenken und sie des Öfteren befolgen.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Inwiefern muss ein Mensch zuerst Leid erfahren, um zur Wahrheit zu erwachen? Gäbe es weitere Möglichkeiten, zum Beispiel die (Rück)Besinnung auf das, was uns in Wahrheit am Leben erhält?

Wenn ein Mensch insofern teils finster wäre aus eigener seelischer Orientierung, dann könnte Leid dort "finstere Verkrustungen" lösen, wo der Mensch sich weigert dies willentlich anzugehen oder allgemein seiner Seele nicht achtet, fern von ihr wäre. Leid kann dann z.B. auch das Wesen davor schützen sich weiter in Finsternis hineinzuverlieren.

Weiter oben war ursprünglich die Rede von "körperlichem" Leid. Könnte auch seelisches Leid diese Wirkungen haben?
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christ
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon christ » Mo 27. Jun 2022, 20:26

Agape hat geschrieben:
Leid, z.B. wenn derjenige sich überraschend körperlich verletzt, kann dann das Fleisch "verstören" und dessen eigene Seele dann erstmal klarer erkennbar machen.
Was würde dies bedeuten?

Beispiel:

Jemand verletzt sich beim Schneiden mit dem Messer am Finger, durch unachtsamkeit, also ein aufritzen der Haut,unabsichtlich. Dann würde der Körper schaden nehmen und es wäre dann "Leid" für diesen Menschen. Wie meint man damit dann, dass das Fleisch "verstört" ist, aber wie soll dann deren Seele "klarer erkennbar machen"? Das verstehe ich nicht so. Was soll dann "klarer erkennbar sein"? Dass derjenige, der sich verletzt hat, dann darüber nachdenkt, warum er sich verletzt hat? Was "sagt" es über denjenigen Menschen aus, wenn dieser sich unabsichtlich am Körper verletzt?

Agape
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Agape » Mo 27. Jun 2022, 20:46

christ hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Solche „Gesundheitsratschläge“ könnten dann eine willkommene Gelegenheit sein, die Wahrheit hinsichtlich einer Abhängigkeit von irdischen Genüssen aller Art noch weiter als sonst von sich zu weisen und sogar eine schlüssige, gesellschaftstaugliche Erklärung dafür zu finden.

Ein weiterer "Gesundeitsvorschlag" und "Gesundheitsratgeber" , wenn man beim Arzt war und sich untersuchen lies, dass man dann gefragt wird, ob man sich viel bewegt oder nicht und wenn nicht, dass es dann eventuell als "Bewegungsmangel" abgestempelt wird und einem geraten wird, "sich mehr zu bewegen". Warum? Auch wenn es dann heißt " mangelnde Bewegung". Aber was heißt genau "mangelnde Bewegung"?

Im oben geschilderten Beispiel von Dir würde mangelnde Bewegung wohl bedeuten, dass der Körper zu wenig aktiv bewegt wird (zum Beispiel mittels sportlicher Aktivitäten wie Radfahren, Gymnastik, Joggen, Schwimmen etc.). Unter anderem hilft dies, die Muskelkraft aufrechtzuerhalten und auch den Blutkreislauf zu stimulieren.

Aber auch Fitness kann zur Sucht werden, wenn ihr so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird, dass man abhängig davon ist, körperliche (Höchst)Leistung zu erbringen, um sich "lebendig" zu fühlen. Dabei könnte das innere (seelisch-geistige) Leben eines Menschen vernachlässigt werden und in schlechtem (nicht gesundem) Zustand sein - und dies wird von vielen, die solche "Ratschläge" geben (und befolgen), oft nicht als Wahrheit (an)erkannt.
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Agape » Mo 27. Jun 2022, 21:11

christ hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Leid, z.B. wenn derjenige sich überraschend körperlich verletzt, kann dann das Fleisch "verstören" und dessen eigene Seele dann erstmal klarer erkennbar machen.
Was würde dies bedeuten?

Beispiel:
Jemand verletzt sich beim Schneiden mit dem Messer am Finger, durch unachtsamkeit, also ein aufritzen der Haut,unabsichtlich. Dann würde der Körper schaden nehmen und es wäre dann "Leid" für diesen Menschen. Wie meint man damit dann, dass das Fleisch "verstört" ist, aber wie soll dann deren Seele "klarer erkennbar machen"? Das verstehe ich nicht so. Was soll dann "klarer erkennbar sein"? Dass derjenige, der sich verletzt hat, dann darüber nachdenkt, warum er sich verletzt hat? Was "sagt" es über denjenigen Menschen aus, wenn dieser sich unabsichtlich am Körper verletzt?

Es ist möglich, dass ein Mensch durch einen unerwarteten Unfall, der ja meist als "Schock" erlebt wird, aufgerüttelt werden kann. Die in der Folge oft zu erleidenden körperlichen Schmerzen können ihn unter Umständen auch seinen seelischen Schmerzen näherbringen, die er vor dem Unfall verdrängt oder auf eine andere Weise nicht wahrhaben wollte. Über den einzelnen Menschen sagt es nichts aus, was verallgemeinert werden könnte. Jedoch ist ein Unfallereignis möglicherweise in gewissen Fällen als Hilferuf der Seele zu deuten, wenn jemand nicht auf deren Signale achtet, solange es ihm "körperlich" gut geht.
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Marsianer
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Marsianer » Di 28. Jun 2022, 11:43

Agape hat geschrieben:Was meint hier "nicht-biologisch bedingte" hohe Sterblichkeit der Männer"?

Wenn man die allgemeinen Sterbealter anschaut, dann sterben biologische Männer statistisch gesehen ja weithin deutlich früher als biologische Frauen. Bis heute ist eine verbreitete Ansicht, daß das eben biologisch bedingt ist. Und z.B. diese Studie zeigt: Das stimmt nicht, dieser verbreitete Altersunterschied muß auf Faktoren zurückgehen, die nicht biologisch sind. Denn zwischen Mönchen und Nonnen (u.a. auch Zölibat als Faktor) gibt es diesen Unterschied so offenbar nicht und zwar in der Weise, daß Mönche massiv länger leben als Männer in der Allgemeinbevölkerung. Das alles spricht zumindest bei Männern ja nun alles andere als dafür, daß Sex für Männer gesundheitsfördernd sei, zumindest wenn "Gesundheit" laut jeweils verwendeter Definition einen solchen Bezug zum erreichten Lebensalter haben soll.
die Leser solcher Medien, welche diesen Ratschlägen Glauben schenken und sie des Öfteren befolgen.

"I want to believe" (solcher "Glaube" wäre soweit ich sehe deutlich zu unterscheiden vom christlichen Verständnis von "Glauben")? ;)
Weiter oben war ursprünglich die Rede von "körperlichem" Leid. Könnte auch seelisches Leid diese Wirkungen haben?

Soeine Unterscheidung zwischen "seelischem" und "körperlichem Leid" halte ich wenn eher für etwas, das charakterliche Unterschiede, solche in Formen der Dinge betrachtet. Grundsätzlich dürfte es völlig egal sein, in welcher Art Leiden erfahren wird? "Das Fleisch" wirkt sich ja in mancherlei Weise auch seelisch aus, macht die Seele schwer, wenn diese sich zusätzlich zu eigenen finsteren Anteilen im Rahmen der irdischen Körperlichkeit (das Fleisch angenommen haben, in Beziehung zu diesem irdischen "gefallenen Fleisch" stehen, darin in gewisser Weise eingehüllt sein) auch noch mit willentlichen Anteilen darin hineinlebt.
christ hat geschrieben:
Leid, z.B. wenn derjenige sich überraschend körperlich verletzt, kann dann das Fleisch "verstören" und dessen eigene Seele dann erstmal klarer erkennbar machen.
Was würde dies bedeuten?

Beispiel:
Jemand verletzt sich beim Schneiden mit dem Messer am Finger, durch unachtsamkeit, also ein aufritzen der Haut,unabsichtlich. Dann würde der Körper schaden nehmen und es wäre dann "Leid" für diesen Menschen.

Käme soweit wohl auf den einzelnen Menschen an, wie er sich dazu stellt, vielleicht auch aufgrund seines Wesens?
Wie meint man damit dann, dass das Fleisch "verstört" ist,

Ein Mensch kann nach soeiner Verletzung wenn man so will "geschockt" sein oder eben "verstört", er kann etwas erfahren, das ihn aus seiner alltäglichen Haltung etwas herausbringt und darin kann er öfters dann zeitweise für seine Seele offener werden, wenn auch nicht unbedingt ihr anders zugewandt als sonst auch.
aber wie soll dann deren Seele "klarer erkennbar machen"? Das verstehe ich nicht so. Was soll dann "klarer erkennbar sein"?

Z.B. schon auch weil, der Alltagstrott teils unterbrochen wird darin, der auch oft in Konditionierungen besteht, mit der der Mensch die eigene Seele unterdrückt, diese und ihre Bedürfnisse aus seinem Leben drängt?
Dass derjenige, der sich verletzt hat, dann darüber nachdenkt, warum er sich verletzt hat?

Hm, vielleicht, vielleicht nicht?
Was "sagt" es über denjenigen Menschen aus, wenn dieser sich unabsichtlich am Körper verletzt?

Daß da wohl was schiefgegangen war? ;)
Agape hat geschrieben:Es ist möglich, dass ein Mensch durch einen unerwarteten Unfall, der ja meist als "Schock" erlebt wird, aufgerüttelt werden kann.

Ja, etliche Menschen flehen in solchen Situationen dann z.B. auch punktuell zu Göttern, aus einer veränderten Verfasstheit in diesem Moment. In diesen wird auch oft etwas klarer, was das eigentliche, auch das eigene Sein wirklich mehr ist. Sind sie wieder in ihrem Trott vergessen etliche dann wieder, was sie vielleicht da versprochen hatten. Einige behalten das aber stärker in ihrem Herzen und leben ihr Leben tatsächlich ein wenig oder manchmal auch ganz anders.
Jedoch ist ein Unfallereignis möglicherweise in gewissen Fällen als Hilferuf der Seele zu deuten, wenn jemand nicht auf deren Signale achtet, solange es ihm "körperlich" gut geht.

Ja.

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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon christ » Mi 29. Jun 2022, 16:22

Marsianer hat geschrieben: (sofern jemand meinen würde, es könne Ziel von christen sein möglichst lange auf Erden zu verweilen)

Nur angemerkt, wegen "möglichst lange auf Erden zu verweilen". [Bitte verschieben, wenn es hier rein nicht passt]

Eins von den 10 Geboten heißt:

"Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande"

Die zehn Gebote
Grundlage der christlichen Ethik

Einzelne Gebote kennen viele aus dem Religionsunterricht: Du sollst nicht töten. Oder: Du sollst Mutter und Vater ehren. Nach biblischer Überlieferung hat Gott die Zehn Gebote dem Propheten Mose auf dem Berg Sinai übergeben. Sie sind im Alten Testament überliefert. Die Gebote regeln die Haltung des Menschen zu Gott und zu den Mitmenschen.


Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.


https://www.ekd.de/Zehn-Gebote-10802.htm

Marsianer
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Re: Wahrheit oder Rechtfertigung?

Beitragvon Marsianer » Mi 29. Jun 2022, 17:20

christ hat geschrieben:"Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande"

Beispiele für Stellen, an denen die Stelle schon irgendwie mit Thema gewesen war:
viewtopic.php?p=3316#p3316
viewtopic.php?p=3956#p3956


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