Hoffnung oder Erwartung?

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Agape
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Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Agape » Sa 17. Sep 2022, 16:34

Siehe auch:
viewtopic.php?f=2&t=102&p=5112#p5112

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ja - auf nichts drängen, sich auf nichts versteifen, sondern Gott immer wieder liebevoll zugewandt sein - in oben erwähnter Haltung der Hoffnung - nicht Erwartung.

Hm. So weit würde ich dem zustimmen. Erwartung weniger Hoffnung würde ich sagen.
Hoffen sie „auf das kommen des Erlösers“, oder warten sie, „erwarten sie das kommen des Erlösers“? ;)

Mir kommt es so vor, daß du Hoffnung und Erwartung hin und wieder selbst ein wenig „durcheinander würfelst“?

Die von mir zitierte Stelle https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden war eher als Anregung zur Diskussion gedacht - nun können wir ja tiefer darauf eingehen.

Nicht gänzlich im Klaren bist „Hoffnung oder Erwartung“?

Ich glaube eher, dass zwischen uns noch Unklarheit herrscht, wie wir diese Begrifflichkeiten interpretieren.

Denke kaum jemand würde sagen, daß Hoffnung und Erwartung ein und dasselbe ist. Da sind wir uns doch einig.

Ja.

Dennoch haben Hoffnung und Erwartung mehr „Gemeinsamkeiten“ wie man vielleicht denkt:
Erwartung:
„Dreh dich nicht um und bleib nicht stehen.“
Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.
Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9, 56-62)

Worin siehst Du bei dieser Bibelstelle einen Zusammenhang mit Erwartung? Da geht es ja um ein Loslassen von Fleischlichem, um Jesus nachzufolgen - und zwar ohne Aufschub - in ungeteilter Hingabe. Kann man das nur, wenn man eine bestimmte Erwartung hat?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:(Zitat): https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden „Die Erwartung beinhaltet also eine wesentlich höhere Zuversicht, als die Hoffnung.“

Richtig. Aufgrund ich, wenn es um göttliche Dinge geht, erwarte und nicht nur hoffe. Fest im Glauben sage ich manchmal. Verstehen viele nicht: Gott ist radikal. (Vor allem was gewisse Dinge angeht.) Lauheit ist da fehlplatziert.

Hm - ist es unbedingt Lauheit zuzuschreiben, wenn man zuversichtlich hofft - und nicht erwartet, weil man eventuell noch nicht die Voraussetzungen erfüllt, um zu erwarten? Vielleicht gibt es ja zuvor noch einiges aufzuräumen, bevor man Erwartungen stellen darf/soll? „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - auch wenn sich aus oben genanntem Grund bisher keine Erwartungen erfüllt hätten, bleibt immer noch die zuversichtliche Hoffnung bestehen, dass sie sich zur richtigen Zeit erfüllen.

Warum sollten wir von Gott nicht auch gewisse Dinge erwarten? Wer von Gott erwartet, ist Fest im Glaube.. (meine Überzeugung)

Naja, man könnte aber auch fest im Glauben an einen Irrweg sein - und dies mit Erwartungen an Gott verbinden? Eine Art Verblendung könnte vorliegen - und dann? Wären dann Erwartungen an Gott gerechtfertigt?

Jeder hat seine eigene Berufung, seinen Auftrag, eine Mission. Nenne jeder es wie er wolle. ich erwarte(!) von mir selbst diese Mission „ins Ziel zu bringen“ und hoffe es nicht.

Ja, da geht es jedoch um eine Erwartung sich selbst gegenüber - das halte ich nicht für dasselbe.

Wer auf „Göttlicher Mission“ unterwegs wäre darf nicht glauben, daß Gott darauf hofft, daß diese „Mission“ ins Ziel gerettet wird, Gott erwartet es!

Ja - Gott schon - aber wir Menschen gegenüber Gott? Ich persönlich empfinde dies ein Stück weit als Vermessenheit, sich diesbezüglich mit Gott gleichzustellen.

Vielleicht etwas überspitzt formuliert könnte man sagen: Hoffnung ist der etwas ängstliche Bruder von Erwartung.

Oder zuversichtliche Hoffnung ist der demütigere Bruder von Erwartung?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:(Zitat): https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden „Ob es sich um eine göttliche Erwartung handelt, zeigt uns immer auch der Kontext. So gibt es auch widergöttliche Erwartungen, die nicht in Erfüllung gehen werden, wie z. B. Folgende:
• Spr 11:7 - Mit dem Tod eines gottlosen Menschen geht [seine] Hoffnung (tiqvâh) verloren, und die trügerische Erwartung (tôcheleth) ist verloren.“

Hm. Ging die Hoffnung oder die Erwartung verloren?

Vielleicht beides?

tiqvâh / tôcheleth beides wird im hebräischen mit Hoffnung übersetzt?

‎תּקוה (tiqvâh) Hoffnung
‎מּקוא מקוה מקוהo (miqveh miqvêh miqvê') Hoffnung
‎תּוחלת (tôcheleth) Hoffnung
‎שׂבר (ώêber) Hoffnung
‎בּטּחון (biţţâchôn) Hoffnung
https://www.bibelwissen.ch/wiki/Hoffnung

Erwartung: (prosdokía) תוֹחֶלֶת

„Man kann Gutes oder Schlechtes erwarten, aber man hofft nicht auf etwas Schlechtes! Aus dieser Sicht, ist das Wort "Hoffnung" die geeignetere Übersetzung für tôcheleth und elpis. Man könnte auch sagen, dass es sich hier um eine "schöne oder freudige Erwartung" handelt.“

Hm. Du meinst Hoffnung wäre eine "schöne oder freudige Erwartung", verstehe ich das richtig?

Das Zitat https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden meint. ;)
Ich persönlich bevorzuge „zuversichtliche“ Hoffnung (siehe weiter oben).

„Man hofft nicht auf etwas schlechtes...“ Doch, der Satan. Erwarten kann er es nicht, weil er nicht im Wissen ist!

Du meinst damit einen Menschen, der Satan folgt?

„Wenn ich also über die "Hoffnung" spreche, dann meine ich die "freudige, zuversichtliche und biblische Erwartung".
ich spreche auch von der „freudigen, zuversichtlichen und biblischen Erwartung“, wenn ich diese meine. ;)

Naja, diesbezüglich gehen wohl die Definitionen etwas auseinander. Ist es wesentlicher, den Fokus auf Definitionen zu legen - oder eher darauf, wie es im Herzen gefühlt wird?

„Aus menschlicher Sicht könnte man auch sagen, dass die Hoffnung wie ein Lebenselixier auf unsere Seele wirkt. Die Hoffnung treibt uns an. Wer die Hoffnung verloren hat, wird apathisch und depressiv.“

Hm. Wer die Hoffnung verloren hat, wird apathisch und depressiv? Nie davon gehört? Kannst du ein Beispiel nennen?

Wieder ein Zitat aus https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden
Ich persönlich halte diese Aussage als zu pauschal. Aber vielleicht ist damit gemeint, dass jemand, der im Herzen keine Verbundenheit und keinen Glauben an Gott empfindet, auch die Hoffnung verloren hat, von Gott geliebt zu werden? Dies könnte ihn eventuell apathisch und depressiv machen?

„Die biblische Erwartung ist eine Hoffnung, die nicht enttäuscht wird! Die biblische Erwartung ist sicherer als das „Amen in der Kirche“. Wenn wir auf das hoffen, was Gott versprochen hat, dann wird diese Hoffnung nicht enttäuscht werden! Unsere Vorstellung von der Erfüllung einer Verheißung, kann jedoch falsch sein und deshalb auch enttäuscht werden.“

Hm. „Erwartung ist eine Hoffnung...“?
„...möchte ich noch etwas zu der Unterscheidung zwischen Hoffnung und Erwartung weitergeben.“ ;)

Würde es so formulieren:
Fest im Glaube ist die biblische Erwartung eine Erwartung, die nicht enttäuscht wird! Die biblische Erwartung ist sicherer als das „Amen in der Kirche“. Wenn wir das von Christus erwarten, was Gott, er uns versprochen hat, dann wird diese Erwartung nicht enttäuscht werden! Fest im Glaube..“

Unter der Voraussetzung, dass wir uns nicht selbst täuschen?
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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Marsianer » Sa 17. Sep 2022, 17:20

Beides vereint, so würde ich sagen, die Ungewissheit. Zumindest sofern "erwarten" kein festes Wissen darüber wäre was kommen wird. "Erwarten" kann in "enttäuscht sein" enden, wenn Vermutetes, auch das hier an anderer Stelle schon thematisierte vermeintlich Selbstverständliche, sich als doch nicht so erweist, wie es angenommen worden war.

"Hoffnung" ist da "leichter", würde ich sagen.

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Louis » Mo 19. Sep 2022, 03:50

Louis hat geschrieben:Mir kommt es so vor, daß du Hoffnung und Erwartung hin und wieder selbst ein wenig „durcheinander würfelst“?


Agape hat geschrieben:...Die_Hoffnung_wird_nicht_zuschanden war eher als Anregung zur Diskussion gedacht - nun können wir ja tiefer darauf eingehen.


Ja. Doch Komplexer dieses Thema wie ich dachte?

Louis hat geschrieben:Nicht gänzlich im Klaren bist „Hoffnung oder Erwartung“?


Agape hat geschrieben:Ich glaube eher, dass zwischen uns noch Unklarheit herrscht, wie wir diese Begrifflichkeiten interpretieren.


Achso, das könnte natürlich auch sein? :)

Louis hat geschrieben:Denke kaum jemand würde sagen, daß Hoffnung und Erwartung ein und dasselbe ist. Da sind wir uns doch einig.


Agape hat geschrieben:Ja.


Ja Einigkeit. ;)
Jetzt müssen wir nur noch die Unklarheit beseitigen (falls es welche gibt?) wie wir diese Begrifflichkeiten interpretieren.

Louis hat geschrieben:Erwartung:
„Dreh dich nicht um und bleib nicht stehen.“
Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.
Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9, 56-62)


Agape hat geschrieben:Worin siehst Du bei dieser Bibelstelle einen Zusammenhang mit Erwartung? Da geht es ja um ein Loslassen von Fleischlichem, um Jesus nachzufolgen - und zwar ohne Aufschub - in ungeteilter Hingabe. Kann man das nur, wenn man eine bestimmte Erwartung hat?


Worin ich bei dieser Bibelstelle einen Zusammenhang mit Erwartung sehe?
ich rede nicht von demjenigen der sich „nicht umdrehen soll“, vom Fleischlichem loslaßen soll; Christus erwartet von ihm!, daß er nicht die Hand an den Pflug legt und nicht zurück sieht, ihm Fest im Glaube einfach nur folgt, in das Reich Gottes..

Agape hat geschrieben:...Die Erwartung beinhaltet also eine wesentlich höhere Zuversicht, als die Hoffnung..


Louis hat geschrieben:Richtig. Aufgrund ich, wenn es um göttliche Dinge geht, erwarte und nicht nur hoffe. Fest im Glauben sage ich manchmal. Verstehen viele nicht: Gott ist radikal. (Vor allem was gewisse Dinge angeht.) Lauheit ist da fehlplatziert.


Agape hat geschrieben:Hm - ist es unbedingt Lauheit zuzuschreiben, wenn man zuversichtlich hofft - und nicht erwartet, weil man eventuell noch nicht die Voraussetzungen erfüllt, um zu erwarten?


Warum erfüllst du die Voraussetzungen nicht, um zu erwarten? ;)

Agape hat geschrieben:Vielleicht gibt es ja zuvor noch einiges aufzuräumen, bevor man Erwartungen stellen darf/soll?


Du kannst immer Erwartungen stellen. Wie bereits erwähnt, Christus sagte nicht: Hoffe zuversichtlich, räume noch einiges auf und folge mir dann nach...
Er erwartet, von denjenigen die ihm nachfolgen wollen.

Agape hat geschrieben:...Die Erwartung beinhaltet also eine wesentlich höhere Zuversicht, als die Hoffnung..


;)

Agape hat geschrieben:„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - auch wenn sich aus oben genanntem Grund bisher keine Erwartungen erfüllt hätten, bleibt immer noch die zuversichtliche Hoffnung bestehen, dass sie sich zur richtigen Zeit erfüllen.


Die „Hoffnung stirbt zuletzt“, die Erwartung nie?

Louis hat geschrieben:Warum sollten wir von Gott nicht auch gewisse Dinge erwarten? Wer von Gott erwartet, ist Fest im Glaube.. (meine Überzeugung)


Agape hat geschrieben:Naja, man könnte aber auch fest im Glauben an einen Irrweg sein - und dies mit Erwartungen an Gott verbinden? Eine Art Verblendung könnte vorliegen - und dann? Wären dann Erwartungen an Gott gerechtfertigt?


Fest im Glaube bedeutet, Irrweg ausgeschlossen. Ist man Fest im Glaube, sind auch Erwartungen an Gott gerechtfertigt. Wieso auch nicht? Christus erwartet doch auch. ;)
Natürlich ist man immer wieder mal auf dem „Holzweg“, hat aber mit einem Irrweg wenig gemeinsames.

Louis hat geschrieben:Jeder hat seine eigene Berufung, seinen Auftrag, eine Mission. Nenne jeder es wie er wolle. ich erwarte(!) von mir selbst diese Mission „ins Ziel zu bringen“ und hoffe es nicht.


Agape hat geschrieben:Ja, da geht es jedoch um eine Erwartung sich selbst gegenüber - das halte ich nicht für dasselbe.


Wieso nicht?

Louis hat geschrieben:Wer auf „Göttlicher Mission“ unterwegs wäre darf nicht glauben, daß Gott darauf hofft, daß diese „Mission“ ins Ziel gerettet wird, Gott erwartet es!


Agape hat geschrieben:Ja - Gott schon - aber wir Menschen gegenüber Gott? Ich persönlich empfinde dies ein Stück weit als Vermessenheit, sich diesbezüglich mit Gott gleichzustellen.


Eine Erwartung an Gott hat doch mit sich Gott gleichzustellen nichts zu tun.
Du verwechselst da was. „Sie erwarten(!) sein Kommen“. Stellen sie sich mit Gott gleich? ;)

Louis hat geschrieben:Vielleicht etwas überspitzt formuliert könnte man sagen: Hoffnung ist der etwas ängstliche Bruder von Erwartung.


Agape hat geschrieben:Oder zuversichtliche Hoffnung ist der demütigere Bruder von Erwartung?


Ja, zart in moll formuliert. :)

Agape hat geschrieben:...So gibt es auch widergöttliche Erwartungen, die nicht in Erfüllung gehen werden, wie z. B. Folgende:
Spr 11:7 - Mit dem Tod eines gottlosen Menschen geht [seine] Hoffnung (tiqvâh) verloren, und die trügerische Erwartung (tôcheleth) ist verloren.“


Louis hat geschrieben:Hm. Ging die Hoffnung oder die Erwartung verloren?


Agape hat geschrieben:Vielleicht beides?


Seine Hoffnung und die, trügerische Erwartung, ist verloren.
Somit gibt es auch widergöttliche Hoffnung, die nicht in Erfüllung gehen werden?

Agape hat geschrieben:Das Zitat https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden meint. ;)


Achso :)

Agape hat geschrieben:Ich persönlich bevorzuge „zuversichtliche“ Hoffnung (siehe weiter oben).


Aha. Eine „zuversichtliche“ Hoffnung wäre eine "schöne oder freudige Erwartung"?

Louis hat geschrieben:„Man hofft nicht auf etwas schlechtes...“
Doch, der Satan. Erwarten kann er es nicht, weil er nicht im Wissen ist!


Agape hat geschrieben:Du meinst damit einen Menschen, der Satan folgt?


Nein ich rede vom Satan selbst.

Agape hat geschrieben:Naja, diesbezüglich gehen wohl die Definitionen etwas auseinander. Ist es wesentlicher, den Fokus auf Definitionen zu legen - oder eher darauf, wie es im Herzen gefühlt wird?


Wähle gegenüber Gott die Hoffnung, wenn es sich für dich im Herzen besser anfühlt. Es war ein gut gemeinter Rat auch mal einen anderen Weg zu gehen und auch mal Gott gegenüber zu erwarten. Probier es einfach mal aus. Vielleicht ist die Wirkung eine andere. Bei mir war es zumindest so..

Agape hat geschrieben:„Aus menschlicher Sicht könnte man auch sagen, dass die Hoffnung wie ein Lebenselixier auf unsere Seele wirkt. Die Hoffnung treibt uns an. Wer die Hoffnung verloren hat, wird apathisch und depressiv.“


Louis hat geschrieben:Hm. Wer die Hoffnung verloren hat, wird apathisch und depressiv? Nie davon gehört? Kannst du ein Beispiel nennen?


Agape hat geschrieben:Wieder ein Zitat aus https://www.bibelwissen.ch/wiki/Die_Hof ... zuschanden


Ja, ich dachte du vertrittst diese Ansicht, weil du dich für dieses Zitat entschieden hast?

Agape hat geschrieben:Ich persönlich halte diese Aussage als zu pauschal. Aber vielleicht ist damit gemeint, dass jemand, der im Herzen keine Verbundenheit und keinen Glauben an Gott empfindet, auch die Hoffnung verloren hat, von Gott geliebt zu werden? Dies könnte ihn eventuell apathisch und depressiv machen?


Hm, weiß nicht?
Wer keinen Glauben an Gott empfindet, hat auch keine Hoffnung, von Gott geliebt zu werden. ;)

Agape hat geschrieben:Unter der Voraussetzung, dass wir uns nicht selbst täuschen?


Deswegen schrieb ich „Fest im Glaube“. :) (siehe oben)

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Louis » Di 20. Sep 2022, 07:47

Agape hat geschrieben:Ich glaube eher, dass zwischen uns noch Unklarheit herrscht, wie wir diese Begrifflichkeiten interpretieren.


Agape hat geschrieben:@Louis:

Ich habe zur Thematik "Hoffnung oder Erwartung?" einen separaten Thread eröffnet:
viewtopic.php?f=2&t=193&p=5115#p5115


ich kann es kaum Erwarten - mit Ihr, der Göttlichen Agape-Liebe, wieder vereint zu sein, Sie zu spüren, in Christus.

Formuliert diesen Satz mal selbst und ersetz dabei das Wort Erwartung/Erwarten mit dem Wort Hoffnung/Hoffen.

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Marsianer » Di 20. Sep 2022, 08:23

Anschließend an das, was ich schon schrieb, drücken beide Aussagen vor allem erstmal aus: Da ist jemand, der sich wohl doch als Gott recht fern erfährt. Schade.

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Agape » Do 22. Sep 2022, 17:18

Marsianer hat geschrieben:Beides vereint, so würde ich sagen, die Ungewissheit. Zumindest sofern "erwarten" kein festes Wissen darüber wäre was kommen wird.

Ja.

"Erwarten" kann in "enttäuscht sein" enden, wenn Vermutetes, auch das hier an anderer Stelle schon thematisierte vermeintlich Selbstverständliche, sich als doch nicht so erweist, wie es angenommen worden war.

Ja.

"Hoffnung" ist da "leichter", würde ich sagen.

Ja.

Anschließend an das, was ich schon schrieb, drücken beide Aussagen vor allem erstmal aus: Da ist jemand, der sich wohl doch als Gott recht fern erfährt. Schade.

Was mich betrifft, erwarte ich nichts und erhoffe kaum etwas, wenn es um Gott geht. Wieso sollte ich dies tun? „Ich bin“ doch?
Geht es dabei um Mitmenschen, kann es mir schon noch passieren, dass ich gewisse Erwartungen habe - obschon es mir schwerfällt, diese exakt zu differenzieren.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Louis hat geschrieben:Mir kommt es so vor, daß du Hoffnung und Erwartung hin und wieder selbst ein wenig „durcheinander würfelst“?

Das Zitat war eher als Anregung zur Diskussion gedacht - nun können wir ja tiefer darauf eingehen.

Ja. Doch Komplexer dieses Thema wie ich dachte?

Offenbar.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Louis hat geschrieben:Denke kaum jemand würde sagen, daß Hoffnung und Erwartung ein und dasselbe ist. Da sind wir uns doch einig.

Ja.

Ja Einigkeit. ;)
Jetzt müssen wir nur noch die Unklarheit beseitigen (falls es welche gibt?) wie wir diese Begrifflichkeiten interpretieren.

Für mich fühlt sich Erwartung nicht stimmig an - auch Hoffnung nicht wirklich - aber schon eher. Am ehesten gehe ich davon aus, dass etwas gemäss meinen freiwilligen Entscheidungen geschieht - oder nicht geschieht. Dennoch fühle ich mich von Jesus „geführt“, da ich mich ihm zutiefst anvertraue. Ich höre ihn nicht und ich sehe ihn nicht - aber ich fühle ihn. Nicht immer - aber immer öfter und immer inniger. Was brauche ich da noch zu hoffen oder zu erwarten?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Louis hat geschrieben:Erwartung:
„Dreh dich nicht um und bleib nicht stehen.“
Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.
Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9, 56-62)

Worin siehst Du bei dieser Bibelstelle einen Zusammenhang mit Erwartung? Da geht es ja um ein Loslassen von Fleischlichem, um Jesus nachzufolgen - und zwar ohne Aufschub - in ungeteilter Hingabe. Kann man das nur, wenn man eine bestimmte Erwartung hat?

Worin ich bei dieser Bibelstelle einen Zusammenhang mit Erwartung sehe?
ich rede nicht von demjenigen der sich „nicht umdrehen soll“, vom Fleischlichem loslaßen soll; Christus erwartet von ihm!, daß er nicht die Hand an den Pflug legt und nicht zurück sieht, ihm Fest im Glaube einfach nur folgt, in das Reich Gottes..

Ja, das kann ich schon eher nachvollziehen, es fühlt sich für mich besser an.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Hm - ist es unbedingt Lauheit zuzuschreiben, wenn man zuversichtlich hofft - und nicht erwartet, weil man eventuell noch nicht die Voraussetzungen erfüllt, um zu erwarten?

Warum erfüllst du die Voraussetzungen nicht, um zu erwarten? ;)

Weil es im Grunde genommen nichts gibt, das ich nicht bereits empfangen hätte. Was sollte ich von Gott erwarten, wenn er mir bereits alles gegeben hat - wenn es nur an mir liegt, dass ich manches bisher noch nicht „ergriffen“ habe?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Vielleicht gibt es ja zuvor noch einiges aufzuräumen, bevor man Erwartungen stellen darf/soll?

Du kannst immer Erwartungen stellen.

Können vielleicht schon - aber will ich das überhaupt? (siehe oben)

Wie bereits erwähnt, Christus sagte nicht: Hoffe zuversichtlich, räume noch einiges auf und folge mir dann nach...
Er erwartet, von denjenigen die ihm nachfolgen wollen.

Das kann ich besser annehmen, als dass „ich“ etwas von Gott erwarten sollte.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ - auch wenn sich aus oben genanntem Grund bisher keine Erwartungen erfüllt hätten, bleibt immer noch die zuversichtliche Hoffnung bestehen, dass sie sich zur richtigen Zeit erfüllen.

Die „Hoffnung stirbt zuletzt“, die Erwartung nie?

Die Erwartung von Gott an mich wohl nie - darin herrscht zwischen uns offenbar Einigkeit.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Naja, man könnte aber auch fest im Glauben an einen Irrweg sein - und dies mit Erwartungen an Gott verbinden? Eine Art Verblendung könnte vorliegen - und dann? Wären dann Erwartungen an Gott gerechtfertigt?

Fest im Glaube bedeutet, Irrweg ausgeschlossen.

Woher nimmst Du diese absolute Gewissheit?

Ist man Fest im Glaube, sind auch Erwartungen an Gott gerechtfertigt. Wieso auch nicht? Christus erwartet doch auch. ;)
Natürlich ist man immer wieder mal auf dem „Holzweg“, hat aber mit einem Irrweg wenig gemeinsames.

Das wäre wieder einmal mehr Definitionssache. Gut, einverstanden - auf dem „Holzweg“.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ja, da geht es jedoch um eine Erwartung sich selbst gegenüber - das halte ich nicht für dasselbe.

Wieso nicht?

Weil ich nur Schöpfer meiner eigenen Gedanken, Empfindungen und Handlungen bin - nicht aber derer Gottes.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ja - Gott schon - aber wir Menschen gegenüber Gott? Ich persönlich empfinde dies ein Stück weit als Vermessenheit, sich diesbezüglich mit Gott gleichzustellen.

Eine Erwartung an Gott hat doch mit sich Gott gleichzustellen nichts zu tun.
Du verwechselst da was. „Sie erwarten(!) sein Kommen“. Stellen sie sich mit Gott gleich? ;)

Dass Gott etwas von mir/Dir/wohl allen Menschen erwartet, darin sind wir uns offenbar einig. Dass ich von Gott etwas erwarten soll - darin sind wir verschiedener Ansicht.
Ich "erwarte" SEIN Kommen nicht, sondern freue mich bedingungslos darauf, ist Freude gleichzusetzen mit Erwartung?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Vielleicht beides?

Seine Hoffnung und die, trügerische Erwartung, ist verloren. Somit gibt es auch widergöttliche Hoffnung, die nicht in Erfüllung gehen werden?

„Jeder erntet, was er gesät hat“?

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Naja, diesbezüglich gehen wohl die Definitionen etwas auseinander. Ist es wesentlicher, den Fokus auf Definitionen zu legen - oder eher darauf, wie es im Herzen gefühlt wird?

Wähle gegenüber Gott die Hoffnung, wenn es sich für dich im Herzen besser anfühlt.

Ja.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Wieder ein Zitat aus ……

Ja, ich dachte du vertrittst diese Ansicht, weil du dich für dieses Zitat entschieden hast?

Wie bereits weiter oben erwähnt, sollte das Zitat lediglich als Diskussionsgrundlage dienen.

Louis hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Ich persönlich halte diese Aussage als zu pauschal. Aber vielleicht ist damit gemeint, dass jemand, der im Herzen keine Verbundenheit und keinen Glauben an Gott empfindet, auch die Hoffnung verloren hat, von Gott geliebt zu werden? Dies könnte ihn eventuell apathisch und depressiv machen?

Hm, weiß nicht? Wer keinen Glauben an Gott empfindet, hat auch keine Hoffnung, von Gott geliebt zu werden. ;)

Sagte ich doch bereits oben. ;)

Louis hat geschrieben:ich kann es kaum Erwarten - mit Ihr, der Göttlichen Agape-Liebe, wieder vereint zu sein, Sie zu spüren, in Christus.
Formuliert diesen Satz mal selbst und ersetz dabei das Wort Erwartung/Erwarten mit dem Wort Hoffnung/Hoffen.

Hm - wir haben ja bereits festgestellt, dass Hoffnung nicht dasselbe bedeutet wie Erwartung. Beides drückt Ungewissheit aus - aber das eine lässt eher geschehen - und das andere klammert eher fest.
Gott erwartet etwas von mir - ich selbst erwarte etwas von mir. Damit ist eigentlich schon vieles gesagt. Es liegt an mir, die Erwartungen von Gott und meine eigenen Erwartungen an mich in Einklang zu bringen und sie zu erfüllen. Nicht weil sie Gott oder ich selbst erwarte, sondern - weil ich mit Liebe und Freude das tue, was Gott von mir erwartet. Wenn ich keine Liebe und keine Freude, sondern nur Zwang und Druck empfinden würde, würden jegliche Erwartungen ins Leere laufen - so fühlt es sich für mich jedenfalls an.
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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Louis » So 2. Okt 2022, 05:39

Marsianer hat geschrieben:Anschließend an das, was ich schon schrieb, drücken beide Aussagen vor allem erstmal aus: Da ist jemand, der sich wohl doch als Gott recht fern erfährt. Schade.


Wer ist gemeint?

Uneingeschränkte Hoffnung ist ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge, mit deren Eintreffens gerechnet wird.
ich rechne nicht nur mit dem Eintreffen von Jesus Nathanael, ich kann es kaum erwarten, eine Erwartung voller Sehnsucht, das Eintreffen von Christus. ;)

Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. Josua 1:7-16 Und ich, wenn ich von der Erde erhöht werde, so werde ich alle zu mir ziehen. ..

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Marsianer » So 2. Okt 2022, 08:39

Louis hat geschrieben:Wer ist gemeint?

Das:
ich kann es kaum Erwarten - mit Ihr, der Göttlichen Agape-Liebe, wieder vereint zu sein, Sie zu spüren, in Christus.

Formuliert diesen Satz mal selbst und ersetz dabei das Wort Erwartung/Erwarten mit dem Wort Hoffnung/Hoffen.

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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Louis » So 2. Okt 2022, 09:02

Agape hat geschrieben:Beides vereint, so würde ich sagen, die Ungewissheit. Zumindest sofern "erwarten" kein festes Wissen darüber wäre was kommen wird.


Doch, Fest im Glaube. ;)

Agape hat geschrieben:"Erwarten" kann in "enttäuscht sein" enden, wenn Vermutetes, auch das hier an anderer Stelle schon thematisierte vermeintlich Selbstverständliche, sich als doch nicht so erweist, wie es angenommen worden war.


Marsianer hat geschrieben:Ja.


Nein.
Fest im Glaube endet die Erwartung in keiner Enttäuschung. Die Erwartung wird zur Freude werden, „die Hoffnung jedoch, stirbt zuletzt“.
Aufgrund ich die Erwartung noch über die Hoffnung setze. Kann jeder handhaben wie er möchte. Mit der Hoffnung hätte ich den Eingang nicht gefunden, die Erwartung führte mich zudem hinein.. ;)

Agape hat geschrieben:"Hoffnung" ist da "leichter", würde ich sagen.


Ja. Streite ich nicht ab. ich aber wähle meist nicht den „leichteren“ Weg.
Einen Versuch wäre es mal wert Agape?, du suchst doch deine eigene Berufung, ich nicht, weil ich Sie gefunden hab‘.

Agape hat geschrieben:Was mich betrifft, erwarte ich nichts und erhoffe kaum etwas, wenn es um Gott geht. Wieso sollte ich dies tun? „Ich bin“ doch?
Geht es dabei um Mitmenschen, kann es mir schon noch passieren, dass ich gewisse Erwartungen habe - obschon es mir schwerfällt, diese exakt zu differenzieren.


Hm. Du erwartest Gott nicht erhoffst ihn nicht mal so wirklich?
Fest im Glaube definiere ich anders. Hab ich die Bibel gelesen oder ihr?
Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. Josua 1:7-16

Louis hat geschrieben:Doch Komplexer dieses Thema wie ich dachte?


Marsianer hat geschrieben:Offenbar.


Eigentlich nicht.

Agape hat geschrieben:Für mich fühlt sich Erwartung nicht stimmig an - auch Hoffnung nicht wirklich - aber schon eher. Am ehesten gehe ich davon aus, dass etwas gemäss meinen freiwilligen Entscheidungen geschieht - oder nicht geschieht. Dennoch fühle ich mich von Jesus „geführt“, da ich mich ihm zutiefst anvertraue. Ich höre ihn nicht und ich sehe ihn nicht - aber ich fühle ihn. Nicht immer - aber immer öfter und immer inniger. Was brauche ich da noch zu hoffen oder zu erwarten?


Du hörst und siehst ihn nicht? Bist du ihm niemals begegnet? Wie kannst du dich ihm dennoch zutiefst anvertrauen? Allein durch die Erzählungen in der Bibel? Woher weißt du das du ihn fühlst und keinen anderen?

„Was brauche ich da noch zu hoffen oder zu erwarten?“

Ihm zu begegnen. ;)

Agape hat geschrieben:Ja, das kann ich schon eher nachvollziehen, es fühlt sich für mich besser an.


Gut.
Dann solltest du dem Gottes Sohn Nachfolgen, er Erwartet, demzufolge kann die Erwartung nur stimmig sein. ;)

Louis hat geschrieben:Warum erfüllst du die Voraussetzungen nicht, um zu erwarten? ;)


Agape hat geschrieben:Weil es im Grunde genommen nichts gibt, das ich nicht bereits empfangen hätte. Was sollte ich von Gott erwarten, wenn er mir bereits alles gegeben hat - wenn es nur an mir liegt, dass ich manches bisher noch nicht „ergriffen“ habe?


Scheinbar fehlt noch etwas, sonst hättest du doch alles „ergriffen“, Gott gänzlich erfasst? Vielleicht ist die Erwartung, das fehlende Puzzleteil.
Erstmal nur die Erwartung in dich selbst...

Agape hat geschrieben:Vielleicht gibt es ja zuvor noch einiges aufzuräumen, bevor man Erwartungen stellen darf/soll?


Ja. Davon rede ich doch die ganze Zeit. Das einzige was es diesbezüglich bei dir aufzuräumen gibt wären die Zweifel. Zweifle nicht daran, daß Gott dir bald begegnet, Erwarte es, voller Sehnsucht und Hoffe es nicht nur. Wie gesagt, ein Versuch ist es allemal wert...

Louis hat geschrieben:Du kannst immer Erwartungen stellen.


Agape hat geschrieben:Können vielleicht schon - aber will ich das überhaupt? (siehe oben)


Liegt an die selbst, der Freie Wille. ;)
„(siehe oben)“. Blick mal ausnahmsweise nicht zurück, sondern nach vorne, einen „neuen Weg“ einschlagen.

Louis hat geschrieben:Wie bereits erwähnt, Christus sagte nicht: Hoffe zuversichtlich, räume noch einiges auf und folge mir dann nach...
Er erwartet, von denjenigen die ihm nachfolgen wollen.


Agape hat geschrieben:Das kann ich besser annehmen, als dass „ich“ etwas von Gott erwarten sollte.


Wieso? Kann es nicht auch sein, daß Christus erwartet, daß Menschen von ihm auch mal etwas erwarten?

Louis hat geschrieben:Die „Hoffnung stirbt zuletzt“, die Erwartung nie?


Agape hat geschrieben:Die Erwartung von Gott an mich wohl nie - darin herrscht zwischen uns offenbar Einigkeit.


Siehst du. Gott erwartet, daß du von ihm erwartest, daß die Erwartung von Gott an dich niemals stirbt.
Du hast es geschafft, du hast deine erste Erwartung an Gott beschrieben?
Sag jetzt einfach mal ja (der erste Schritt, ein Versuch wert). ;)

Louis hat geschrieben:Fest im Glaube bedeutet, Irrweg ausgeschlossen.


Agape hat geschrieben:Woher nimmst Du diese absolute Gewissheit?


Fest im Glaube:
ich glaube nicht nur an Gott, mir ist es bewußt, daß es GottGeist gibt.
Dieses Fest im Glaube führte mich zu Gott, ich bin ihm mehrfach begegnet.
Christus ist der Weg, hast du ihn gefunden, führt er dich auf keinen Irrweg mehr!
Er führt dich sowieso auf keinen Irrweg. Nichts führt dich mehr auf einen Irrweg, Fest im Glaube.
ist man Christus begegnet, er dich zum „Vater“ führte ist man eigentlich am Ziel. Eigentlich, oder man Erwartet, von ihm selbst. Daß er dich an diesen Ort führt, der unter dem dritten Himmel steht. Man erwartet es, daß es in dieser Nacht geschieht, weil man von diesem Ort überzeugt ist, eine Hoffnung, daß es vielleicht so ist wäre diesbezüglich vollkommen fehl am Platz. Es ist in dieser Nacht geschehen. ..
Daher nehme ich die absolute Gewissheit, die Überzeugung, daß es Sie, die Agape-Liebe, GottGeist gibt. Mehr gibt es nicht!

Wäre man z.B. mit einer „Göttlichen Mission“ irdisch unterwegs erwartet man, daß alle, die daran beteiligt sind, gemeinsam diese Mission ins „Ziel bringen“. Zur Not ins „Ziel retten“. Fest im Glaube, erwartet man dies und hofft es nicht nur. Denn Hoffnung wäre diesbezüglich mit Zweifel verbunden. Natürlich sind auch mal Holzwege mit dabei. ;)

Kurzum: Denn nicht mein Wille, sondern Ihr Wille, der Wille von Agape-Liebe geschehe.
Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. (Johannes 14)

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Erwartung, Liebe, diese vier; aber die Erwartung voller Sehnsucht, in Sie, in die Agape-Liebe, ist die Größte unter ihnen.“
Hat es nicht Paulus im Hohelied so ähnlich formuliert?

Agape hat geschrieben:Das wäre wieder einmal mehr Definitionssache. Gut, einverstanden - auf dem „Holzweg“.


Nicht selten führt der Holzweg zum Ziel. ;)

Agape hat geschrieben:Weil ich nur Schöpfer meiner eigenen Gedanken, Empfindungen und Handlungen bin - nicht aber derer Gottes.


Jesus Christus erwiderte: »Ich versichere euch: Wenn ihr Gott vertraut und nicht zweifelt (es erwartet) könnt ihr noch mehr als das tun. Ihr könnt sogar zu diesem Berg sagen: ›Hebe dich von der Stelle und stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen. Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr Gott im Glauben (Fest im Glaube) darum bittet.«

Agape hat geschrieben:Dass Gott etwas von mir/Dir/wohl allen Menschen erwartet, darin sind wir uns offenbar einig.


Ja.

Agape hat geschrieben:Dass ich von Gott etwas erwarten soll - darin sind wir verschiedener Ansicht.


Noch, „verschiedener Ansicht“. :)

Agape hat geschrieben:Ich "erwarte" SEIN Kommen nicht, sondern freue mich bedingungslos darauf, ist Freude gleichzusetzen mit Erwartung?


Nenne es einfach: Voll Freudiger Erwartung, auf das Kommen Christi. ;)

Agape hat geschrieben:„Jeder erntet, was er gesät hat“?


Das ist zu Erwarten. :)

Agape hat geschrieben:Naja, diesbezüglich gehen wohl die Definitionen etwas auseinander. Ist es wesentlicher, den Fokus auf Definitionen zu legen - oder eher darauf, wie es im Herzen gefühlt wird?


Wie es im Herzen gefühlt wird.

Agape hat geschrieben:Sagte ich doch bereits oben. ;)


Ja. :)

Louis hat geschrieben:ich kann es kaum Erwarten - mit Ihr, der Göttlichen Agape-Liebe, wieder vereint zu sein, Sie zu spüren, in Christus.
Formuliert diesen Satz mal selbst und ersetz dabei das Wort Erwartung/Erwarten mit dem Wort Hoffnung/Hoffen.


Agape hat geschrieben:Hm - wir haben ja bereits festgestellt, dass Hoffnung nicht dasselbe bedeutet wie Erwartung.


Eben.
Die Göttliche Agape-Liebe kann man mit Hoffnung nicht wirklich definieren.
Warte sehnsüchtig darauf, mit Ihr, wieder vereint zu sein, weil ich davon überzeugt bin, daß es bereits so ist und hoffe es nicht nur, weil ich diesbezüglich keine Zweifel habe. ;)

Agape hat geschrieben:Beides drückt Ungewissheit aus - aber das eine lässt eher geschehen - und das andere klammert eher fest.


Sehe ich nicht so.

Agape hat geschrieben:Gott erwartet etwas von mir - ich selbst erwarte etwas von mir. Damit ist eigentlich schon vieles gesagt. Es liegt an mir, die Erwartungen von Gott und meine eigenen Erwartungen an mich in Einklang zu bringen und sie zu erfüllen.


Gut. Du hast eigene Erwartungen, weil Gott von dir erwartet. Stell dir mal vor, Gott würde von dir etwas erwarten und du hättest nur die Hoffnung in dich, diese Erwartung erfüllen zu können. Würde Gott etwas von dir erwarten, was du nicht erfüllen kannst? Siehst du, demzufolge kannst du von Gott erwarten, daß deine Erwartungen, in dich selbst, erfüllt werden. ;)

Agape hat geschrieben:Nicht weil sie Gott oder ich selbst erwarte, sondern - weil ich mit Liebe und Freude das tue, was Gott von mir erwartet. Wenn ich keine Liebe und keine Freude, sondern nur Zwang und Druck empfinden würde, würden jegliche Erwartungen ins Leere laufen - so fühlt es sich für mich jedenfalls an.


Kurzum: Du liebst ihn.
(Und kannst erwarten, er dich auch). So war‘s nur gemeint. :)

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Marsianer
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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Marsianer » So 2. Okt 2022, 09:18

Louis hat geschrieben:Fest im Glaube endet die Erwartung in keiner Enttäuschung. Die Erwartung wird zur Freude werden, „die Hoffnung jedoch, stirbt zuletzt“.
Aufgrund ich die Erwartung noch über die Hoffnung setze. Kann jeder handhaben wie er möchte. Mit der Hoffnung hätte ich den Eingang nicht gefunden, die Erwartung führte mich zudem hinein.

Von was für einer Erwartung ist da nun die Rede? Einem Wissen?

Hast du noch nie etwas erwartet wie z.B, daß ein anderer Mensch zu einem vereinbarten Termin erscheint? Und ist dann immer auch wirklich dieser erwartete Mensch erschienen?

christ
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Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon christ » So 2. Okt 2022, 10:58

Marsianer hat geschrieben:Hast du noch nie etwas erwartet wie z.B, daß ein anderer Mensch zu einem vereinbarten Termin erscheint? Und ist dann immer auch wirklich dieser erwartete Mensch erschienen?
Ich habe in meinem Leben schon ein paar male erlebt, wie ich mit jemandem einen Termin bzw ein Treffen vereinbart hatte und dann ist derjenige dann nicht erschienen. Wenn ein Treffen vereinbart wird, dass zu dieser Zeit und Ort ich mich mit jemanden treffe, dann erwarte ich, dass mein Gegenüber dann auch erscheint. Bei solchen manche Treffen, kommt mein Gegenüber dann nicht und ich warte dann vergeblich schon mal um die eine Stunde und schaue mich dann in der Gegend um. Dann schwindet meine Erwartung wohl und übergeht dann in Hoffnung, dass derjenige dann doch noch kommt. Und diese Hoffnung stirbt dann quasi, wenn ich empfinde, genug gewartet zu haben und verschwinde dann selbst vom Treffort. Und wenn dann wieder andere Treffen mit einem anderen Menschen vereinbart ist, dann ist meine Erwartung dann wieder da, dass derjenige erscheint. Also quasi eine Immer-wieder-Erwartung.

Louis
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Registriert: Sa 10. Jul 2021, 13:16

Re: Hoffnung oder Erwartung?

Beitragvon Louis » So 2. Okt 2022, 12:33

Marsianer hat geschrieben:Hast du noch nie etwas erwartet wie z.B, daß ein anderer Mensch zu einem vereinbarten Termin erscheint? Und ist dann immer auch wirklich dieser erwartete Mensch erschienen?


Wer kennt das nicht? ich erwarte nicht, daß ein anderer Mensch zu einem vereinbarten Termin erscheint, sondern hoffe es. Hoffen ist immer mit einem gewissen Zweifel verbunden.
Doch ich Erwarte das Kommen Christi, weil ich überzeugt davon bin. ;)

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