Sinne und ihr Charakter

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Marsianer
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Sinne und ihr Charakter

Beitragvon Marsianer » Sa 13. Dez 2025, 01:49

"Denn alles, was in diesem Kosmos ist, des Körpers Lust und der Augen Lust und der Stolz des irdischen Lebens, ist nicht vom [himmlischen] Vater, sondern von diesem Kosmos." 1. Joh 2,16

Die Augen des Körpers betrachten äußere Formen, deren Gestalt. Diese Formen sind ersteinmal vergänglich und für das innere Leben auch ziemlich bedeutungslos. Vermutlich deshalb wird das Sehen als Sinn von einigen als existenziell recht niederer Sinn eingestuft. Und vermutlich deshalb wird er in einer Zeit und Region mit vielen stärker körperidentfizierten Menschen in sinnlicher Art gerne als Hauptsinn des Menschen betrachtet, wohinter eben eine entsprechende Gewichtung persönlicher Lebensorientierung steckt. Nur was soll durch die Augen Gesehenes wirklich bedeuten? Das was die Augen in sinnlichem Herangehen und in deren Lust sehen, ist nicht das lebendige Seelische und diesem in seiner Natur relativ fremd.

Wenn das Auge jedoch Text liest, regt das soweit es sich mir darstellt sozusagen mehr den Sinn der inneren Phantasie an, deren Ausprägung sich nach der Ausprägung des individuellen Herzenszustands ausrichtet.

Das Gehör hingegen befasst sich auch als Ebene der Musik mit mehr Innerem, Seelischem, mit eigentlich Wirklicherem und sei es in noch so armer Ausprägung.

Mit diesen drei "Sinnen" befasste ich mich in letzter Zeit ja: Texterstellung, Bildererstellung, Musikerstellung. Und ich beobachtete auch dabel, wie dies in diesem Zusammenhang jeweils auf mich wirkte. Es hat wohl auch mit mir als Individuum zu tun, aber bei Bilderstellung liegt mein Fokus häufig darauf, was nicht gut umgesetzt ist. Ich habe Vorstellungen, die von freier Bild-KI heutigen Entwicklungsstands recht häufig in meist mehreren Punkten nicht umgesetzt werden, wie ich es mir vorstelle, wünsche. Das hat auch mit heute vorliegenden ökonomischen Begrenzungen solcher Generatoren zu tun, die Rechenzeit im Rahmen halten sollen. Das wird sich also vermutlich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln (Entwicklung zu immer höheren Tokenkontingenten für Benutzer) ohne daß sich in jeder Hinsicht wirklich die Bild-KI-Kerntechnologie weiterentwickeln müßte. Ganz anders bei Text und eher noch mehr bei Musik, da bin ich viel öfter von den echten Einbringungen der KI (also "echte kreative Leistungen" (was in solchen Formen auch einiges mit auch im Menschen eher lebensärmeren, von manchen Spirituellen vor Jahrzehnten bereits als "maschinenartig" bezeichneten Kontitionierungen, Prägungen zu tun hat) statt eher redaktionelle und formale Assistenz und Ergänzung beziehungsweise Erleichterung für den Benutzer) angenehm angetan.

Marsianer
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Re: Sinne und ihr Charakter

Beitragvon Marsianer » Mo 19. Jan 2026, 07:55

Vielleicht wäre es sinnvoll hier auch nochmal allgemeiner zu reflektieren, daß mit gewissem Recht heutige weltanschauliche Ansätze beschreiben, der Mensch sei ein Tier, das sich besonders durch seine intensive Verwendung von Werkzeugen auszeichne, die nicht biologischer Teil seines Körpers sind, sondern von ihm zusammengesucht und selbst mit Werkzeugen erst gebaut werden.

Spirtuell könnte da durchaus ein Bezug zum "dir die Erde Untertan machen" gesehen werden oder auch spezielle Eigenheiten der menschlichen Existenz in Bezug auf "äußere Anstrahlungseinflüsse" und der zumindest theoretisch gegebenen Fähigkeit in diesem Bereich auch etwas vergleichbar mit "Äußerem" umzugehen und zu wählen.

Wenn ich heutige KI-Tools mit Musikinstrumenten vergleiche, dann sehe ich, daß wenn Musik gemacht wird, durch Instrumente im Sinne von solchen Werkzeugen Klänge erzeugt werden, die ich durch meinen Körper ohne diese Werkzeuge nicht erzeugen könnte. Vielleicht könnten manche Menschen ähnliche Klänge mit entsprechendem Können nur mit ihrem Körper erzeugen. Aber würden heute viele Leute sagen, mit Musikinstrumenten erzeugte Klänge seien "keine echte Musik" oder etwas, bei dem gar nicht der Mensch die Musik erzeuge? In gewisser Weise wäre das ja durchaus auch korrekt.

Schon vor Jahrzehnten gab es z.B. elektronische Orgeln, die automatisch nach knappen Vorgaben irgendwelche Grundmelodien erzeugen konnten. Hatte das viele stark gestört, wenn z.B. die Band auf einer Hochzeit soetwas verwendet hatte? Heutige KI-Tools können nochmal komplexer arbeiten. Es gibt seit längerer Zeit in vielen Bereichen eine Entwicklung hin zu Werkzeugen, die mit Motoren oder dann zusätzlich Elekronik immer selbstständiger vielfältige Aufgaben erfüllen.

Ab wann könnte man aus welchen Gründen sagen: Das hat kein Mensch mehr erzeugt?

In welchen Bereichen stößt dies auf Widerstände und in welchen eher nicht? Viele würde es wohl nicht stören, wenn sie ein Haus zum Wohnen erhalten würden, was nur möglich wäre durch den Einsatz von Baurobotern? Wieso verläuft die Diskussion um die Erzeugung von Liedern wohl ganz anders? Mit dem Haus, das jemand bewohnt kann er sich emotional auch verbunden fühlen, aber bei Liedern ist das noch etwas anders?

Eine andere Frage wäre dann noch die der Machtverhältnisse, die durch ungleiche Kontrolle solcher recht selbstständigen Werkzeuge entstehen können. Da finde ich kritische Ansätze durchaus sinnvoll, schon weil bei uns Selbstversorgung genau aus solchen Gründen ja ein hochgehaltenes Prinzip ist in Hinblick auf die Freiheit des Menschen.


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