Was sind Emotionen?

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Marsianer
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Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » Fr 29. Mai 2026, 14:06

Was meinen Menschen, besonders in spirituellen Zusammenhängen (z.B. auch im "Human Design"), mit dem Wort "Emotion"? Nach meiner Erinnerung dient dieses Wort dann oft eher zum Darstellen von etwas Negativem. Etwas im Zusammenhang mit "Ego" und so weiter, das eher zu überwinden wäre.
Agape hat geschrieben:„Emotionen“ sind nach meinem persönlichen Verständnis eher „überwältigende/kurzlebige“, von den meisten Menschen kaum steuerbare Gefühle (ausser sie werden bewusst unterdrückt oder sind aus unterschiedlichen Gründen abgestumpft), die teils auch mit entsprechenden Körperempfindungen einhergehen. Freude als geistige Frucht hat mit Sicherheit nichts mit Emotionen zu tun.

Sich an den Enten zu freuen wäre "Gefühl"?

Das könnte vermutlich beides sein - aber doch eher gefühlsmässig im Inneren stattfindend (ein „stilles sich freuen“) als emotional (sich auch äusserlich „entladend“).

viewtopic.php?p=8712#p8712

Oft ist der Antrrieb von Menschen etwas "anzustreben" eine Art emotionaler (?) Impuls, der dann auch andere Wesen zu etwas drängt? Manche Menschen meinen darin "Lebendigkeit" oder "Energie haben" zu erkennen. Solche Impulse treiben nach meinem Eindruck den jeweilgen Menschen in einer Art rauschhaftem "Tunnelblick" und sie treten gerne im Zusammenhang mit Konditioniertheit und Agitiertheit auf, in denen wiederum solche Impulse "versprüht" worden waren.

Unterscheiden würde ich davon, wenn jemandem etwas ein gefühlsreiches Herzensanliegen ist, darin würde keine solche eher verengende Rauschhaftigkeit zu finden sein.

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » Fr 29. Mai 2026, 14:43

Wenn dein Emotionszentrum definiert ist, dann ist die Emotion deine innere Autorität, weshalb es für dich keine Wahrheit im Hier und Jetzt gibt. Ganz easy erklärt bedeutet es, dass du über jede größere Entscheidung mindestens eine Nacht schlafen solltest und dich in Geduld üben darfst. Wenn du dies nicht tust und deinen spontanen Impulsen folgst, kann es gut sein, dass du immer wieder Entscheidungen triffst, die du im Nachhinein bereust.

Wenn du z. B. ganz oben auf deiner Welle bist, lässt du dich schnell von anderen mitreißen und sagst vielleicht Dinge zu, die du nur ein paar Stunden später bereuen könntest und die du im Tief deiner Welle lieber absagen würdest. Es ist ganz wichtig für dich, dir die Zeit zu nehmen, die volle Bandbreite deiner Emotionen auszuleben und zu fühlen, anstatt diese wegzudrücken und sie rationalisieren zu wollen.

Wenn dein Emotionszentrum undefiniert oder offen ist, bist du hoch empathisch, nimmst die Emotionen deiner Umgebung wie ein Schwamm auf und verstärkst diese zusätzlich noch. Wenn dein Partner beispielsweise ein definiertes Emotionszentrum hat und ein ganz klein wenig wütend ist, wirst du diese Wut sehr stark spüren und im schlimmsten Fall unendlich wütend werden, wenn du dir dieser Wechselwirkung nicht bewusst bist.

Paradoxerweise kann es sogar sein, dass du oft als besonders emotional wahrgenommen wirst, wenn du dich mit den Emotionen anderer stark identifizierst und diese als deine eigenen ansiehst, indem du auf den Wellen der anderen auf und ab hüpfst. Du kannst sehr stark darunter leiden, von anderen abgelehnt zu werden und hast oft das Gefühl, für die Emotionen anderer verantwortlich zu sein und diese ausgleichen zu müssen. Allein der Gedanke an einen Streit kann dich bereits sehr außer Gefecht setzen.

https://www.humandesignjourney.de/post/human-design-basics-das-emotionszentrum
Brave-KI hat geschrieben:Emotionale Wellen im Human Design bezeichnen die natürlichen, mechanischen Schwankungen der Gefühle, die im Solarplexus-Zentrum (Emotionszentrum) entstehen. Dieses Zentrum ist bei ca. 50 % der Menschen definiert und fungiert als deren innere Autorität, was bedeutet, dass Entscheidungen primär über das Fühlen und nicht über den logischen Verstand getroffen werden.

Charakteristika und Funktion

Mechanischer Prozess: Die Wellen sind ein biologischer, chemischer Prozess (ähnlich dem Wetter), der oft keinen rationalen Grund hat und zwischen extremen Hochs und Tiefs oszilliert.

Keine objektive Wahrheit im Jetzt: Während einer aktiven emotionalen Welle ist die Wahrnehmung verzerrt (rosarote Brille im Hoch, Pessimismus im Tief); es gibt daher keine objektive Klarheit im Moment.

Projektion: Definierte Emotionszentren projizieren diese Wellen unbewusst auf die Umgebung, was zu Stimmungsübertragung führen kann.

Strategie für Entscheidungen

Menschen mit emotionaler Autorität müssen die Strategie des Wartens befolgen, um fundierte Entscheidungen zu treffen:

Nicht sofort entscheiden: Vermeiden Sie spontane Entscheidungen, solange die emotionale Welle aktiv ist.

Wellen durchleben: Warten Sie, bis sich die Emotionen beruhigt haben und die Welle abgeklungen ist. Dies kann 24 Stunden bis zu mehreren Wochen dauern.

Klarheit abwarten: Treffen Sie Entscheidungen erst, wenn eine stabile emotionale Klarheit eingetreten ist, die nicht mehr von aktuellen Stimmungen verfälscht wird.

Undefiniertes Emotionszentrum

Bei einem offenen (undefinierten) Emotionszentrum sind Sie ein „Wellenreiter“, der die Gefühle anderer stark aufnimmt und verstärkt. Hier ist es entscheidend, fremde Emotionen von den eigenen zu unterscheiden, um nicht in deren Wellen mitzureiten.

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Agape » Sa 30. Mai 2026, 10:30

Wozu dienen Emotionen?

KI:
Emotionen sind **komplexe psychophysiologische Reaktionsmuster**, die als automatische Antworten auf innere oder äußere Reize entstehen. Sie dienen primär der schnellen Anpassung an die Umwelt, der Steuerung von Verhalten und der Kommunikation mit anderen. Im Gegensatz zu Gefühlen, die die bewusste Interpretation dieser Zustände sind, laufen Emotionen oft unbewusst und blitzschnell ab, noch bevor das rationale Denken einsetzt.

Definition und Unterschied zu Gefühlen

Eine Emotion ist mehr als nur ein subjektives Empfinden; sie ist ein umfassender Prozess, der körperliche Reaktionen, Verhaltensweisen und kognitive Bewertungen miteinander verknüpft. Während der Begriff im Alltag oft synonym mit Gefühl verwendet wird, unterscheiden Psychologen und Neurowissenschaftler präzise zwischen beiden:

Emotionen sind unbewusste physiologische Zustände, die autonom im Körper ablaufen (z. B. erhöhter Herzschlag, Muskelanspannung). Sie entstehen in evolutionär alten Hirnarealen wie dem limbischen System und dienen der sofortigen Handlungsbereitschaft. Gefühle hingegen sind die bewusste Wahrnehmung und Interpretation dieser Emotionen. Sie entstehen erst, wenn das Gehirn die körperliche Reaktion registriert und kognitiv einordnet. Man kann also eine Emotion haben, ohne sie als Gefühl zu bemerken, aber kein Gefühl empfinden, ohne dass eine emotionale Reaktion im Körper stattgefunden hat.

Die drei Hauptfunktionen von Emotionen

Die Forschung identifiziert drei übergeordnete Funktionen, die erklären, warum Emotionen für das menschliche Funktionieren unverzichtbar sind:

1. Aufmerksamkeitslenkung
Emotionen fungieren als ein Filter für unsere Wahrnehmung. Sie lenken den Fokus der Aufmerksamkeit sofort auf das auslösende Ereignis und geben diesem Vorrang in der Informationsverarbeitung. Dies ist überlebenswichtig, da es dem Individuum ermöglicht, sich schnell auf Bedrohungen oder wichtige Chancen zu konzentrieren, ohne von irrelevanten Reizen abgelenkt zu werden.

2. Informationsfunktion
Emotionen liefern dem kognitiven System und dem Bewusstsein wertvolle Informationen über die Bewertung einer Situation. Sie signalisieren unbewusst, ob ein Ereignis als bedrohlich, nützlich oder irrelevant eingestuft wurde. Beispielsweise informiert das Gefühl der Nervosität vor einer Entscheidung das Gehirn über eine potenzielle Gefahr, während ein positives Gefühl eine Handlung als erstrebenswert markiert.

3. Motivationsfunktion
Emotionen erzeugen eine Handlungsbereitschaft und motivieren zu spezifischem Verhalten. Sie können bestehende Ziele neu priorisieren oder völlig neue Ziele generieren (z. B. den Wunsch, eine unangenehme Situation zu beenden). Nach hedonistischen Theorien ist das Grundmotiv des Menschen, Lust zu maximieren und Unlust zu minimieren, wobei Emotionen als Treiber für diese Regulation dienen.

Evolutionäre Bedeutung und Überleben

Aus evolutionärer Sicht haben sich Emotionen entwickelt, um das Überleben und die Fortpflanzung zu sichern. Jede Basisemotion erfüllt dabei eine spezifische biologische Funktion:

- Angst: Dient dem Schutz. Sie löst Flucht-, Kampf- oder Erstarrungsreaktionen aus, um Gefahren zu vermeiden oder zu bewältigen.
- Wut: Hat eine Zerstörungs- oder Überwindungsfunktion. Sie gibt die Energie, Hindernisse zu beseitigen, die der Bedürfnisbefriedigung im Wege stehen.
- Freude: Erfüllt eine Einverleibungsfunktion. Sie motiviert dazu, positive Reize (wie Nahrung oder soziale Bindung) aufzunehmen und das entsprechende Verhalten zu wiederholen.
- Ekel: Dient der Zurückweisung. Er schützt den Organismus davor, giftige oder schädliche Substanzen aufzunehmen.
- Überraschung: Hat eine Orientierungsfunktion. Sie erhöht kurzzeitig die Aufmerksamkeit, um neue, unerwartete Reize schnell zu analysieren.

Diese Mechanismen laufen „präkognitiv" ab, also schneller als das rationale Denken, was in Gefahrensituationen lebensrettend sein kann.

Soziale und kognitive Rolle

Neben dem individuellen Überleben spielen Emotionen eine zentrale Rolle im sozialen Miteinander und bei kognitiven Prozessen:

Emotionen ermöglichen die nonverbale Kommunikation. Durch Mimik, Gestik und Stimmlage teilen wir anderen unseren inneren Zustand mit, was Empathie fördert und soziales Verhalten koordiniert. Ein wütender Gesichtsausdruck warnt andere beispielsweise vor Aggression, ohne dass Worte nötig sind. Zudem regulieren Emotionen soziale Bindungen: Positive Emotionen ziehen Menschen an und festigen Beziehungen, während negative Emotionen Distanz zu potenziell gefährlichen Personen schaffen.

Kognitiv beeinflussen Emotionen, wie wir Informationen verarbeiten und erinnern. Das Phänomen der stimmungskongruenten Informationsverarbeitung besagt, dass wir Informationen selektiv wahrnehmen und speichern, die zu unserer aktuellen emotionalen Lage passen. Emotionen markieren Erinnerungen im Gedächtnis und helfen uns, aus vergangenen Erfahrungen zu lernen, indem sie erfolgreiches Verhalten belohnen (durch positive Gefühle) und schädliches Verhalten sanktionieren.


Aus spiritueller Sicht würde ich vermuten, dass praktisch alle Emotionen auf der Ebene des "Egos" anzusiedeln sind. So heftig sie auch ausfallen mögen, berühren sie wohl kaum die göttliche Essenz uns (unser "wahres Selbst").
"Schreiben ist der direkte Weg zum Herzen"
http://jakobgut.de/erdnuss.htm

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » Sa 30. Mai 2026, 17:18

Gefühle sind so etwas wie der »Warnblinker« unseres Körpers: sie zeigen uns, wenn etwas stimmt (ich fühle mich glücklich) – aber auch, wenn etwas im Argen liegt (ich bin wütend). Unsere Gefühle weisen uns zielsicher auf unsere erfüllten, aber auch unerfüllten Bedürfnisse hin

[...]

Pseudo-Gefühl: »Ich habe das Gefühl, dein Handy ist dir viel wichtiger als ich. Ich habe das Gefühl, du ignorierst mich.«
Gefühl: »Ich bin traurig, wenn du beim Abendessen auf Instagram surfst während ich mich mit dir unterhalten möchte. Ich bin auch etwas verärgert, weil ich mir beim Kochen viel Mühe gegeben habe und mir deine Aufmerksamkeit wünsche«

https://karlhosang.de/gewaltfreie-kommunikation-2-schritt-gefuehl
4. Gefühle, Emotionen und Emotionalisierung

Da wir Emotionen für das optimale Erleben der Umwelt brauchen, sind sie auch in
der multimodalen Kommunikation präsent. Man kann von der Annahme ausgehen,
dass jeder Text bestimmte Emotionen auslöst, wobei nicht alle Emotionen einen spek-
takulären Charakter haben müssen, wie z. B. Ruhe, Sicherheit, Gelassenheit.
Darüber hinaus muss eine entscheidende Unterscheidung zwischen den Gefühlen
und Emotionen gemacht werden. Die Gefühle haben zunächst einmal einen mensch-
lich rudimentären Charakter. Sie basieren bzw. sind Ergebnis von natürlichen Reak-
tionen des menschlichen Körpers, z. B. das Durstgefühl, das Gefühl des Hungers oder
der Kälte, aber auch der Liebe, des Zornes oder der Angst. Die Letzteren entsprechen
der Auffassung von Schwarz-Friesel (2008): „Nach meinem Verständnis sind Gefühle
spezifische Bewusstseinszustände einer Emotion, oder anders ausgedrückt: Gefühle
sind subjektiv erlebte Bewusstseinszustände mit einem bewertenden Inhalt. Gefühle
sind somit mental erlebte Emotionen, d. h. subjektiv empfundene Zustände der in-
neren Befindlichkeit, die bewusste Erfahrung des eigenen emotionalen Zustandes“
(Schwarz-Friesel 2008: 286). Die Emotionen sind demgegenüber „mentale Kenntnis-
und Bewertungssysteme“ und genau genommen „stellen sie permanent verankerte,
interne Kenntniszustände im menschlichen Organismus dar, die repräsentationale
und prozedurale Aspekte involvieren und die als Bewertungsinstanzen sowohl auf die
eigene Ich-Befindlichkeit, als auch auf externe Befindlichkeiten im Gesamtkomplex
menschlichen Lebens und Erlebens bezogen sind“ (Schwarz-Friesel 2008: 284). Sub-
jektive Gefühle manifestieren sich also durch Emotionen als übergeordnete Systeme
und die zwischenmenschliche Interaktion, insbesondere die kommunikative Interak-
tion, aktiviert bestimmte Gefühle. Die Emotionen offenbaren sich in den Individuen
in der unterschiedlichen Intensivität, Bewusstheit und Art aufgrund der kommuni-
kativen Interaktion mit der Umwelt. Es besteht offensichtlich ein großer Bereich von
gemeinsamen Emotionen, die aufgrund derselben Kommunikationssituation zustande
kommen, aber im Hinblick auf soziodemografische Faktoren ist das diverse Wahr-
nehmen von kommunikativen Inputs und das darauf folgende variierende Auslösen
von Emotionen durchaus möglich.

Da die Öffentlichkeit in den Medien eine dominante Rolle in der Auslösung und
Vermittlung von Emotionen spielt, ist es angebracht, die Gliederung von Emotionen
in der Relation zwischen Medien und Öffentlichkeit anzunehmen. Döveling (2005:
300) postuliert in dieser Hinsicht drei Emotionsbereiche:

– Emotionen der Inklusion, d. h. diejenigen positiven Emotionen, die eine
Gemeinschaft festigen und mittels der Medientexte zu solchen Gefühlen wie
Enthusiasmus, Gemeinschaftsgefühl, Empathie, Dankbarkeit und Hoffnung
führen.

– Emotionen der vertikalen Exklusion, d. h. diejenigen negativen Emotionen,
die eine Gemeinschaft schwächen und bestimmte Aus- und Abgrenzungen von
bestimmten Menschengruppen von anderen Gruppen bewirken. Medientexte
thematisieren Inhalte, aus den Emotionen wie Zorn, Angst, Schuld oder Aversi-
on hervorgehen. Eine mediale Vergmeinschaftung innerhalb einer Öffentlichkeit
wird dadurch erheblich erschwert.

– Emotionen der Inklusion durch Exklusion, indem eine Gruppenzugehörigkeit
und Gruppenbindung durch die Abgrenzung von einer anderen Teilöffentlich-
keit erreicht wird. Zorn, Ablehnung und Aggression gegenüber den Außer-
stehenden bewirkt eine starke Bindung und Identifikation mit einer anderen
Gruppe.

Die Emotionalisierung ist gewissermaßen eine Art Steigerung und Bündelung
von Emotionen in Medientexten. Wir können sie deswegen als die kommunikative
Textfunktionen begleitende oder dominierende Strategie, die die Kommunikations-
absicht wirksam kanalisiert, den Inhalt optimal ausdrücken und vornehmlich das
Kommunikationsziel erreichen lässt. Hauser/Luginbühl/Tienken (2019: 10) machen
darauf aufmerksam, dass die Emotionalisierung einen Mehrwert von Emotionen in
der Vermittlung eines medialen Ereignisses (z. B. in der Fernsehberichterstattung)
signalisiere. Ob ein solches Verfahren positive oder negative Effekte mit sich bringt,
ist immer an der konkreten Sendung (Funktion, Inhalt, Wirkung) zu messen.
Im Bereich der multimodalen Mittel der Emotionalisierung finden sich nahezu un-
eingeschränkte Möglichkeiten: Sprachliche Texte verwenden aufwertende Adjektive,
Vergleiche, Metaphern oder Intertextualismen und grammatische Satzkonstruktio-
nen, um den Effekt der Emotionalisierung zu erreichen. Bilder können realistische
Fotos als Bildsorten verwenden, bestimmte Emotionen mit Farben akzentuieren oder
Dramaturgie der Ereignisse durch Momentaufnahmen mit dem Bildfokus in den
Vordergrund rücken. Genauso verhält es sich mit der Musik, die z. B. niedrige und
langsame Töne für ruhige Emotionen oder hohe und schnelle Töne für dynamische
Emotionen zum Ausdruck bringt. Musikalische Bezugnahmen zu bekannten Songs
und Musikmotiven (Intermusikalität) als Rekontextualisierung in einem neuen Text
ist auch eine wirksame Methode der Emotionalisierung. In sozialen Medien können
Emotionen auch durch „spezifische Operatoren wie Liken, Disliken, Favorisieren,
Retweeten oder Teilen ausgedrückt werden“ (Bucher/Barth 2019: 62)

https://linguistische-treffen.pl/articles/17/17_opilowski.pdf
Man kann also eine Emotion haben, ohne sie als Gefühl zu bemerken, aber kein Gefühl empfinden, ohne dass eine emotionale Reaktion im Körper stattgefunden hat.

Hm.
Agape hat geschrieben:Aus spiritueller Sicht würde ich vermuten, dass praktisch alle Emotionen auf der Ebene des "Egos" anzusiedeln sind. So heftig sie auch ausfallen mögen, berühren sie wohl kaum die göttliche Essenz uns (unser "wahres Selbst").

Ich meine, es gibt Empfindungen, die dem Seelischen zugehören, die nicht an irdischer Körperlichkeit hängen. Wobei sollte es sich z.B. bei "Seligkeit" handeln? Und solche, die "aus dem Fleisch" wären.

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » So 31. Mai 2026, 07:06

Auf mich wirken die bisherigen zitierten Beschreibungen eher verwirrend und zweifelhaft. Aber es kann sich die Frage dabei stellen, inwieweit es eher aus theoretischen Konzepten geschieht, wenn Spirituelle über Emotionen reden, statt aus etwas, das sie völlig aus eigenem Erfahren ableiten?

Als problematisch empfinde ich z.B. ja wohl, wenn Menschen aus "brüllenden Bedürfnissen" heraus, einer gewissen daraus empfundenen inneren Not oft mindestens latent aggressiv irgendetwas forcieren bei dem laut ihrem Impuls auch andere Menschen mitziehen sollten. Soetwas ist nach meinem Eindruck recht häufiges Element im Verhalten heutiger Menschen und etwas, das bei mir eher Distanzierung bewirkt, besonders wenn viele Menschen generell über die Zeit kaum irgendwann erreichbar sind ohne daß immer soetwas "Brüllendes" mit "Tunnelblick" auftritt. Etwas Liebloses, vielleicht auch "Richtendes", das den eigenen inneren Impuls über den anderen Menschen stellt und über eine wohlwollende wirklich verstehen wollende freundliche Haltung gegenüber ihm? Nach dem, was ich so über den spirituellen Begriff "Ego" erklärt bekommen hatte und nach dem,was ich davon auch zumindest spekulativ behalten habe, würde soetwas wohl an sich schon zu etwas passen, das "egobezogen emotional" genannt werden könnte.

Ginge es da um einen Grad von Impulshaftigkeit oder "Interpretation eines Impulses"? Das würde ich soweit eigentlich nicht sagen. Ich bliebe dabei, daß "das Herz" ganz verschieden ausgerichtet sein könnte. Seelische Mangelzustände würden hinter Finsterem stehen, aber es würde dabei nichts generell anders ablaufen als in einem Zustand von Fülle und Licht und dem Empfinden in einem derartigen Zustand, wenn auch "die Frucht" ganz anders wirken würde. Vielleicht so als würden in einer Fruchtschale frische leckere Früchte liegen oder verfaulte. Die Fruchtschale bliebe dieselbe.

Aber "Emotion" wird von niemandem sinngemäß als "verfaulte Frucht" erklärt, auch wenn sie dem "Ego" zugerechnet werden?

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Agape » So 31. Mai 2026, 11:46

Marsianer hat geschrieben:Auf mich wirken die bisherigen zitierten Beschreibungen eher verwirrend und zweifelhaft.

Ja, ich kann damit auch nicht viel anfangen.

Als problematisch empfinde ich z.B. ja wohl, wenn Menschen aus "brüllenden Bedürfnissen" heraus, einer gewissen daraus empfundenen inneren Not oft mindestens latent aggressiv irgendetwas forcieren bei dem laut ihrem Impuls auch andere Menschen mitziehen sollten.

Wie wirkt es denn auf Dich, wenn Menschen ihre Emotionen eher "still" für sich ausleben? Nicht jede Emotion bedingt eine "brüllende" Qualität ihres Ausdrucks?

Etwas Liebloses, vielleicht auch "Richtendes", das den eigenen inneren Impuls über den anderen Menschen stellt und über eine wohlwollende wirklich verstehen wollende freundliche Haltung gegenüber ihm? Nach dem, was ich so über den spirituellen Begriff "Ego" erklärt bekommen hatte und nach dem,was ich davon auch zumindest spekulativ behalten habe, würde soetwas wohl an sich schon zu etwas passen, das "egobezogen emotional" genannt werden könnte.

Ja, der Antrieb des Ego beruht hauptsächlich auf "Angriff/Verteidigung/Rechtfertigung". Denn aus dessen Perspektive betrachtet ist alles (in dieser "Welt") vergänglich/verletzlich und kann jederzeit bedroht/zerstört werden.

Ginge es da um einen Grad von Impulshaftigkeit oder "Interpretation eines Impulses"?

Interpretationen würden ja auch eher dem "Ego" zugerechnet werden. ;)
Der göttlichen Natur wäre eher "Gewissheit" (aus innerer Weisheit heraus erkannt haben) zuzuordnen?

Seelische Mangelzustände würden hinter Finsterem stehen

Und wenn es Finsteres an und für sich gar nicht gäbe, sondern lediglich die "Abwesenheit von Licht"?

wenn auch "die Frucht" ganz anders wirken würde. Vielleicht so als würden in einer Fruchtschale frische leckere Früchte liegen oder verfaulte. Die Fruchtschale bliebe dieselbe.

Oder "Frucht" wäre der ursprüngliche/natürliche Zustand (der Seele), wobei der Mensch die Wahl hat, was er sät, um entweder den ursprünglichen (wertfreien/natürlichen) Zustand der "Frucht" zu erhalten - oder diesen nach seinem Gutdünken zu verändern, was dann je nachdem die Wirkung von entweder "frisch/lecker" - oder "verfault" hervorbringen würde.
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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » So 31. Mai 2026, 12:46

Agape hat geschrieben:
Als problematisch empfinde ich z.B. ja wohl, wenn Menschen aus "brüllenden Bedürfnissen" heraus, einer gewissen daraus empfundenen inneren Not oft mindestens latent aggressiv irgendetwas forcieren bei dem laut ihrem Impuls auch andere Menschen mitziehen sollten.

Wie wirkt es denn auf Dich, wenn Menschen ihre Emotionen eher "still" für sich ausleben? Nicht jede Emotion bedingt eine "brüllende" Qualität ihres Ausdrucks?

Ich schrieb ja von brüllenden Bedürfnissen, womit ich ein inneres Drängen meine, das auch früher wohl in mancher Art wohl schon thematisiert wurde. Was sollte nun stilles Ausleben sein? Nicht auch "latent aggressives Forcieren"? Das Brüllen, Drängen verschiedener eher fleischlicher Impulse stünde einer gewissen inneren Stille im Sinne von Gleichgewicht wie Aufnahmefähigkeit entgegen. Äußerlich oberflächlich mag mancher solcher Mensch vielleicht auf etliche "still" wirken. Nun wäre wohl die Frage, ob solche Empfindungen von Spirituellen als "Emotion" bezeichnet werden oder ob sie da systematisch anderes mit meinen würden.
Denn aus dessen Perspektive betrachtet ist alles (in dieser "Welt") vergänglich/verletzlich und kann jederzeit bedroht/zerstört werden.

Tja.
Ginge es da um einen Grad von Impulshaftigkeit oder "Interpretation eines Impulses"?

Interpretationen würden ja auch eher dem "Ego" zugerechnet werden. ;)

Tja, was mit "bewusste Interpretation dieser [Emotions-]Zustände" wohl gemeint würde? Laut dieser von dir zitierten KI-Antwort (in denen eine heutige KI-Software manchmal ja auch sachbezogen Quatsch schreibt) würde Hunger z.B. wohl als Emotion gelten. Und wenn einem Menschen das bewußt geworden wäre und er bei sich sagen würde "ich bin hungrig", dann wäre es wegen solcher Bewußtheit "ein Gefühl"?
Der göttlichen Natur wäre eher "Gewissheit" (aus innerer Weisheit heraus erkannt haben) zuzuordnen?

Erkennen aus innerer Weisheit? Was wäre das? Wohl etwas, das Gewissheit, Klarheit mit sich brächte. Dann wohl eher nicht "Weisheit der Philosophen" oder wenn doch eine eher illusorische (Selbst-)"Gewissheit"? Soetwas hätte aus meiner Sicht aber mit göttlicher Natur kaum etwas zu schaffen. Ihr zugehörende Gewissheit würde eher auf einem feineren auch spirituellem (nicht nur körperlichen, weil bezogen nicht nur auf Fragmente der ganzen Realität) Wahrnehmen. Darin würde ich aber wohl nicht so wirklich "eine Weisheit" sehen.
Und wenn es Finsteres an und für sich gar nicht gäbe, sondern lediglich die "Abwesenheit von Licht"?

Finsternis wäre aber ja Nichtanwesenheit von Licht?

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Agape » So 31. Mai 2026, 18:29

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:
Als problematisch empfinde ich z.B. ja wohl, wenn Menschen aus "brüllenden Bedürfnissen" heraus, einer gewissen daraus empfundenen inneren Not oft mindestens latent aggressiv irgendetwas forcieren bei dem laut ihrem Impuls auch andere Menschen mitziehen sollten.

Wie wirkt es denn auf Dich, wenn Menschen ihre Emotionen eher "still" für sich ausleben? Nicht jede Emotion bedingt eine "brüllende" Qualität ihres Ausdrucks?

Ich schrieb ja von brüllenden Bedürfnissen, womit ich ein inneres Drängen meine, das auch früher wohl in mancher Art wohl schon thematisiert wurde. Was sollte nun stilles Ausleben sein? Nicht auch "latent aggressives Forcieren"?

Da frage ich Dich: Inwiefern nimmst Du in letzter Zeit so etwas bei mir wahr? So, wie im nächstfolgenden Zitat beschrieben vielleicht?

Das Brüllen, Drängen verschiedener eher fleischlicher Impulse stünde einer gewissen inneren Stille im Sinne von Gleichgewicht wie Aufnahmefähigkeit entgegen.

Also doch - auch bei mir wohl.

Äußerlich oberflächlich mag mancher solcher Mensch vielleicht auf etliche "still" wirken. Nun wäre wohl die Frage, ob solche Empfindungen von Spirituellen als "Emotion" bezeichnet werden oder ob sie da systematisch anderes mit meinen würden.

Ich vermute, dass eher nicht die "stillen" damit gemeint sind.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Der göttlichen Natur wäre eher "Gewissheit" (aus innerer Weisheit heraus erkannt haben) zuzuordnen?

Erkennen aus innerer Weisheit? Was wäre das? Wohl etwas, das Gewissheit, Klarheit mit sich brächte.

Ja.

Dann wohl eher nicht "Weisheit der Philosophen" oder wenn doch eine eher illusorische (Selbst-)"Gewissheit"?

Ja.

Ihr zugehörende Gewissheit würde eher auf einem feineren auch spirituellem (nicht nur körperlichen, weil bezogen nicht nur auf Fragmente der ganzen Realität) Wahrnehmen.

So war es gemeint.

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Und wenn es Finsteres an und für sich gar nicht gäbe, sondern lediglich die "Abwesenheit von Licht"?

Finsternis wäre aber ja Nichtanwesenheit von Licht?

Nichtanwesenheit = Abwesenheit?
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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » So 31. Mai 2026, 19:37

Agape hat geschrieben:Da frage ich Dich: Inwiefern nimmst Du in letzter Zeit so etwas bei mir wahr?

Allgemein eher wenig gegenüber mir? Wenn du mehr früher manchmal auf etwas verzerrter reagiert hast?
Ich vermute, dass eher nicht die "stillen" damit gemeint sind.

Von Spirituellen? Aha?
Nichtanwesenheit = Abwesenheit?

"Abwesenheit" wirkte auf mich begrifflich nicht so ganz objektiv. Daher nannte ich es "Nichtanwesenheit". In der Finsternis ist nichts, das finster macht. Es reicht wenn Licht dazukommt und es wird hell. Aber es gibt gewisse Fähigkeiten Lichtes zurückzuweisen, dadurch Inneres dunkel werden zu lassen.

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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Agape » Mo 1. Jun 2026, 09:40

Marsianer hat geschrieben:Aber es gibt gewisse Fähigkeiten Lichtes zurückzuweisen, dadurch Inneres dunkel werden zu lassen.

"Fähigkeiten"??
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Re: Was sind Emotionen?

Beitragvon Marsianer » So 7. Jun 2026, 11:58

Warum wir die Verbindung zu uns selbst verlieren

Christina spricht in diesem Ausschnitt aus dem Schweibenalp Summit 2026 mit Thomas Schmelzer über die Bedeutung der Verbindung zu sich selbst - besonders in einer Zeit, in der viele Menschen durch äußere Einflüsse, Nachrichten und Unsicherheit den Kontakt zu ihrer inneren Stimme verlieren.

https://odysee.com/@Christinavondreien:1/warum-wir-die-verbindung-zu-uns-selbst:c

Notizen

4:10 Der auf mich nicht so ganz "anwesend" wirkende Schmelzer fragt CvD nach Menschen, die fit im Kopf seien, handeln, viel tun würden aber da sei nicht viel Emotionalität zu spüren. Wie würde man wieder ins Fühlen (für ihn offenbar gleichzusetzen mit Emotionalität) kommen können? CvD spricht erstmal über Blockaden. Irgendwann fange jeder wieder an zu fühlen, wenn man Aufmerksamkeit wieder zu sich zurücknähme. Ein Gleichgewicht zwischen Herz und Verstand.

5:45 Schmelzer äußert, er empfinde CvD als ein Wesen aus einer anderen Welt, aus höheren Dimensionen und er glaube, CvD habe nie die Verbindung zu diesen lichtvollen Dimensionen verloren. CvD: In der geistigen Welt seien wir einfach Seele und hätten mehr Überblick. Schmelzer: Im Körper seien in den Zellen Dinge von den Vorfahren gespeichert. CvD nickt. Der Intuition, der Liebe folgen führe wieder mehr zum höheren Seelenbewußtsein. Auf seelischer Ebene seien wir diese Liebe. Im Grunde sei alles nur ein Liebesmangel. Schmelzer: CvD erzähle die Dinge so aus dem Herzen, er sei eher intellektuell.

13:00 CvD: Handlungen hätten eine großere Manifestationskraft als Gedanken.


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