Überlegungen zur Impfausweisfrage

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Marsianer
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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Marsianer » Fr 21. Jan 2022, 11:14

Gewiss, gewiss, friedlich protestieren dürften die Sogenannten schon. Doch Steinmeier sorgt sich, „dass radikale, vor allem rechtsextreme Kräfte (…) unseren demokratischen Rechtsstaat angreifen, dass die die Proteste für ihre Zwecke instrumentalisieren und zunehmend andere vor ihren demokratiefeindlichen Karren spannen“. Und er ist sogar „sicher, die Impfpflicht-Debatte wird nicht das letzte Thema sein, mit dem extreme Kräfte versuchen werden, den vergifteten Stachel in unsere Demokratie zu treiben“.

Hm. Ein vergifteter Stachel? Ist das nicht zumindest nah am Tiervergleich, der doch zurecht als diffamierend und darum inakzeptabel für eine zivilisierte Debatte gilt?

Man muss die Sätze, mit denen der Bundespräsident von der Tagesschau zitiert wird, in einen zeitgeschichtlichen Kontext stellen, um zu begreifen, auf welchem hohen Ross sitzend Steinmeier hier zu den Bürgern spricht.

[...]

Und obwohl es unfair ist, jemandem seine Jugendsünden noch Jahrzehnte danach vorzurechnen: Manch einer hat sie nie abgelegt. Offenbar auch Steinmeier nicht. Er war, das ist bekannt, während des Studiums Redakteur der Zeitschrift „Demokratie und Recht“, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand – kein Wunder, erschien das Quartalsblättchen doch im Pahl-Rugenstein Verlag, und der wurde von der SED finanziert (was man schon damals wissen konnte, wenn man wollte).

Zufall, dass die Sprache, mit der den „Spaziergängern“ mit dem Schlimmsten gedroht wird, was hierzulande zu haben ist – dass sie sich mit „den Rechten“ gemein machten – der Sprache der SED und ihrer westdeutschen Sympathisanten so verdammt ähnelt?

Umso erstaunlicher, dass sich dennoch so viele selbst im Westen nicht davon abhalten lassen, gegen die durch kein Virus zu rechtfertigende autoritäre Maßnahmenpolitik zu demonstrieren. In der DDR haben die Montagsdemonstrationen zum Systemsturz geführt. Heute möchte eine wachsende Minderheit, Ost wie West, nur eines: die alte, demokratische, rechtsstaatlich gefestigte und damit den Bürger vor Maßnahmenwillkür schützende Bundesrepublik zurück haben.

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ ... er-stachel

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Louis » So 23. Jan 2022, 02:37

Marsianer hat geschrieben:Zufall, dass die Sprache, mit der den „Spaziergängern“ mit dem Schlimmsten gedroht wird, was hierzulande zu haben ist – dass sie sich mit „den Rechten“ gemein machten – der Sprache der SED und ihrer westdeutschen Sympathisanten so verdammt ähnelt?


https://dieunbestechlichen.com/2022/01/ ... toffdaten/

https://dieunbestechlichen.com/2022/01/ ... botschaft/

https://dieunbestechlichen.com/2022/01/ ... art-tolle/

Man muss es im Kontext sehen Marsianer...

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Louis » Mo 24. Jan 2022, 10:19

Marsianer hat geschrieben:Und obwohl es unfair ist, jemandem seine Jugendsünden noch Jahrzehnte danach vorzurechnen: Manch einer hat sie nie abgelegt. Offenbar auch Steinmeier nicht. Er war, das ist bekannt, während des Studiums Redakteur der Zeitschrift „Demokratie und Recht“, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stand – kein Wunder, erschien das Quartalsblättchen doch im Pahl-Rugenstein Verlag, und der wurde von der SED finanziert (was man schon damals wissen konnte, wenn man wollte).


Passt er doch bestens ins Theater, das sie uns vorspielen. Steinmeier und super Angie - Projekt Dialoge Zukunft Vision 2050, ist doch ihr Lieblingsbuch: (…)
- „Wir leben in einer Welt, die keine (Staats)Grenzen mehr kennt.“
- „Wir verstehen uns jetzt schon als Europäer, nur in manchen Köpfen ist das Wort Deutscher, Engländer oder Franzose verankert“

(Und bleibt verankert) was hat sie oder andere das zu entscheiden!

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Marsianer » Di 25. Jan 2022, 20:58

Die Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie insgesamt mehr als 660 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bestellt, die bis 2023 ausgeliefert werden sollen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler hervor, die dem ARD-Politikmagazin Report Mainz vorab vorliegt.

Darunter sind rund 367 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, 120 Millionen Dosen von Moderna, aber auch mehrere Millionen Dosen der Impfstoffe Novavax, Valneva und des Herstellers Sanofi. Die bestellten Vakzine haben nach Angaben der Bundesregierung einen Gesamtwert von rund 12,5 Milliarden Euro.

https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... n-117.html

Derweil hat die UN-ITU Ende 2021 ein Standardisierungverfahren zu "Digital Covid-19 Certificates" (JCA-CDD) eingeleitet, die erste Sitzung ist für Mai 2022 angesetzt:

https://www.itu.int/en/ITU-T/jca/ahf/Do ... oc458.docx

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon christ » Mi 26. Jan 2022, 02:07

Louis hat geschrieben:- „Wir leben in einer Welt, die keine (Staats)Grenzen mehr kennt.“


Diese ganze "Spritzerei" und "Impferei"in der heutigen Zeit, da sehe ich Ähnlichkeiten wie in diesem Film, den ich angesehen hatte. In dem Film geht es um Menschen, die in einer Art Welt leben, wo sie sich jeden Tag etwas "inszinieren", sprich spritzen müssen und denen gesagt wird, dass dies zur ihrer eigenen Gesundheit geschieht, was aber nicht wahr ist. Da gibt es in dem Film einen jungen Mann, der wurde auserwählt, "Hüter der Erinnerungen" zu werden. Jedem Menschen wurde da ab einem bestimmten Alter eine Berufsrolle zugesprochen, die von den sogenannnten "Ältesten" ausgesucht wird und dementsprechenden Personen zugeordnet wurde.

Zb: Einer Frau wird der "Beruf" "Gebärerin" zugeteilt. Heißt, diese Frau hat dann die Pflicht, Kinder zu gebären usw.

Der junge Mann, der auserwählt wurde "Hüter der Erinnerung" zu werden, bekommt von einem ehemaligen "Hüter der Erinnerung" Erinnerungen gezeigt, die zeigen, wie zb eine Farbe auszusehen hat, was Gefühle sind, was Krieg ist, was Liebe ist und er lernt, was Träume sind. All dies hatte er zuvor nicht benennen/sehen/hören/fühlen und nicht wissen können. Dieser junge Mann versucht dann, diese Eindrücke bestimmten Menschen zu vermitteln bzw zu verinnerlichen. Wäre eventuell für euch interessant dieser Film. Allerdings kann ich diesen Film bei Youtube nicht als kompletten film finden, (der kostenlos wäre) meist eher in Trailern.

https://www.youtube.com/watch?v=DaT-3wykLuc

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Marsianer » Mi 26. Jan 2022, 12:02

Es gibt eigentlich viel Kunst, die vor soetwas warnt, ein heute nicht sehr bekannter Klassiker aus dem Jahr 1971 von George Lucas (Star Wars, Indiana Jones):
Der Film zeigt eine Gesellschaft, in der die Menschen in einer hochautomatisierten und -effizienten, unterirdischen Anlage leben. Die Namen der Menschen bestehen aus einem dreistelligen Präfix gefolgt von einer Nummer. Durch Zwangsmedikation von Psychopharmaka wird das Verhalten der Menschen reguliert und ihre Leistungsfähigkeit gesteigert. Medikamentenverweigerung und Geschlechtsverkehr, der als verderbliche sexuelle Perversion gesehen wird, sind schwere Verbrechen. Eine vollständige Überwachung stellt sicher, dass das nicht passiert, bzw. geahndet wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/THX_1138

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Marsianer » Mi 26. Jan 2022, 17:29

Muss die Impfpflicht zeitlich befristet werden?

[Frau Göring:] Ich bin dafür, ja. Wir müssen jederzeit in der Lage sein, auf neue Erkenntnisse zu reagieren. Welcher Zeitraum angemessen ist, ob nun zwei oder drei Jahre zum Beispiel, müssen die Experten entscheiden.

Wie soll die Einhaltung eigentlich kontrolliert werden?

Ich stelle es mir so vor: Zunächst einmal werden alle Bürgerinnen und Bürger angeschrieben und müssen nachweisen, dass sie geimpft sind. Wer das nicht kann, bekommt bis zu einer Frist Zeit, seine drei Impfungen nachzuholen. Dann wird es natürlich auch Kontrollen geben, vorzugsweise überall dort, wo jetzt auch schon die 2G-Regeln überprüft werden. Und anlassbezogen, wo besonders viele Menschen zusammenkommen.

Das heißt, ab Sommer drohen immer und überall Kontrollen?

Es soll kontrolliert werden, wo jetzt auch kontrolliert wird. In der Regel sollten das Ordnungsbehörden machen. Darüber hinaus kann es sicher auch Kontrollen vom Arbeitgeber geben, zum Beispiel bei Neueinstellungen. Ich bin überzeugt, dass sich die allermeisten Menschen an die Vorgaben halten werden. Wir kontrollieren doch auch nicht ständig, ob alle bei Rot an der Ampel stehenbleiben. Aber die große Mehrheit tut es.

Eine kleine Mehrheit wiederum verweigert sich vielen Corona-Regeln notorisch. Was macht man mit diesen Bürgern?

Die bekommen ein Bußgeld. Das sollte so hoch sein, dass es schmerzhaft ist.

... was heißt "schmerzhaft" in Euro?

Viel spricht für ein Bußgeld im mittleren dreistelligen Bereich. Das wäre auch in einem angemessenen Verhältnis zu anderen Bußgeldern.

Es gibt allerdings sehr hartnäckige Verweigerer.

Man sollte sich nicht leicht freikaufen können, sondern müsste diesen Betrag im Zweifel immer wieder zahlen, wenn Fristen nicht eingehalten werden. Eine Erzwingungshaft wird es nicht brauchen, es gibt andere Möglichkeiten, ein Bußgeld einzutreiben.

Über die Pfändung des Gehalts beim Arbeitgeber?

Auch darüber können wir diskutieren.

Warum führen wir kein Impfregister ein, so wie es andere Länder machen?

Das Impfregister ist eine gute Idee, für den Moment halte ich sie nicht für praktikabel. Aber: Weil wir davon ausgehen müssen, dass es künftig wieder Pandemien geben kann, sollten wir möglichst bald anfangen, eins aufzubauen. Wenn wir den Datenschutz dabei von Anfang an mitdenken, bekommen wir das gut hin.

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... enden.html

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Goldmädchen » Mi 26. Jan 2022, 22:10

@ Christ " Hüter der Erinnerung " kannte ich- schon mal angesehen. Fand den so mittelmäßig. Etwas zu übertrieben. Wenn auch nicht ganz unrealistisch.

Marsianer, so eine Art Welt aber doch etwas anders wurde auch dargestellt in einem Film mit Arnold Schwarzenegger. Er ist in dem Film ein Polizist der eingefroren wurde und einige Jahrzehnte später wieder aufgetaut wurde, um Verbrecher zu jagen.
Weißt Du welchen ich meine ? Der war gar nicht so schlecht.

Die neuesten Schreckensmeldungen in diesem Thema, werde ich morgen früh mal kurz lesen, heute bin ich nicht mehr konzentriert genug um mich anzustrengen.

Liebe Grüße ins Forum !

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Goldmädchen » Do 27. Jan 2022, 15:11

Marsianer hat geschrieben:


Viel spricht für ein Bußgeld im mittleren dreistelligen Bereich. Das wäre auch in einem angemessenen Verhältnis zu anderen Bußgeldern.

[b]Es gibt allerdings sehr hartnäckige Verweigerer.


Man sollte sich nicht leicht freikaufen können, sondern müsste diesen Betrag im Zweifel immer wieder zahlen, wenn Fristen nicht eingehalten werden. Eine Erzwingungshaft wird es nicht brauchen, es gibt andere Möglichkeiten, ein Bußgeld einzutreiben.

Über die Pfändung des Gehalts beim Arbeitgeber?

Auch darüber können wir diskutieren.

(..)

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... enden.html


Also meine Gesundheit sollte immer meine eigene Baustelle bleiben. Sie sind nicht meine Herren oder meine Eltern, ich bin kein Kind, das erzogen werden muss oder gezwungen werden darf zu irgendetwas. Es ist auch offensichtlich, dass es keine schweren Verläufe gibt bei den allermeisten, die Tests wurden schon oft angeprangert als ungeeignet um das Virus heraus zu finden. Also die lehnen sich schon weit aus dem Fenster. Frage mich, wer steckt hinter diesem Plan. Zum Glück gibt es viele viele Menschen, welche da auch nicht mitmachen wollen, lieber würden sie sterben. Daher habe ich Hoffnung, dass sie das nicht umsetzen werden. Das könnte dann zu einem gewalttätigen Bürger gegen den Staat Kämpfen ausarten.
Oder wenn es doch so weit kommen würde wie oben geschrieben, wie es geplant wird, wäre es zu wünschen, dass man sich dann eigene Kommunen aufbauen kann, unabhängig von diesem Staat.
Aber die lehnen sich echt weit aus dem Fenster. Wie kann man nur so viel lügen und dabei so selbstsicher sein. Da können sich ja viele viele mit einreihen, eigentlich alle, die die Regeln mitmachen. Möge es sich ändern. Liebe Grüße

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Marsianer » Fr 28. Jan 2022, 12:00

John P. A. Ioannidis und Michaéla C. Schippers hat geschrieben:Mehrere Regierungen reagierten auf die tödliche Pandemie, indem sie genau die Systeme aushöhlten, die für die Gewährleistung der Rechenschaftspflicht und den Schutz der öffentlichen Gesundheit und des Wohlergehens der Bevölkerung eingerichtet worden waren. Die Schuld dafür kann nicht einer einzelnen Person zugeschoben werden – es handelt sich vielmehr um ein systemisches Problem, da die Entscheidungen einer Regierung oder einer Regierungsbehörde sofort die Entscheidungen anderer beeinflussten. Das Ergebnis war jedoch die Einschränkung grundlegender Freiheiten und die Normalisierung von Sündenbock-Denken und Ausgrenzung – beides historisch gesehen ein Vorspiel zu Gräueltaten. Zwar wurden einige extreme Maßnahmen als Bemühungen um das Erreichen ansonsten lobenswerter Ziele gerechtfertigt (z.B. die Erhöhung der Impfraten), doch der Versuch, eine große Zahl von Menschen zu isolieren und gleichzeitig die allgemeine Bevölkerung zur Zustimmung zu einer aggressiven Gesundheitspolitik zu bewegen, schadete wahrscheinlich selbst diesen Zielen.

Einige Menschen, Organisationen, Unternehmen und Lobbyisten (oder Kombinationen davon) sahen in dieser Krise eine Gelegenheit, eine Version einer gewünschten ideologischen Utopie zu errichten, die in Wirklichkeit nur einer eifrigen Minderheit zugute kam, die ihre blinden Dogmen mit „Wahrheit“, „Wissenschaft“ oder welchem Begriff auch immer legitimieren wollten. Am Ende litt die Hälfte der arbeitenden Weltbevölkerung finanziell unter den Verboten, was massive Auswirkungen nach sich zog. Den meisten Menschen geht es gut, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen innerhalb der Grenzen des Gesetzes treffen können, selbst in einer Krise. Doch der Verlust dieser Grundfreiheiten wurde als Sieg für die Volksgesundheit gefeiert, obwohl sich die Gesundheit der Bevölkerung in mehreren Ländern durch den Verlust der Grundfreiheiten wahrscheinlich verschlechtert hat. Viele Bürger der Vereinigten Staaten und anderer Demokratien mussten zusehen, wie ihre Geschäfte geschlossen wurden, ihr Lebenswerk verschwand und sie durften kranke und sterbende Angehörige nicht mehr besuchen oder nicht einmal an deren Beerdigung teilnehmen. Die jüngeren Generationen waren wahrscheinlich am stärksten betroffen, da Schüler und Studenten ihre Schulen schließen mussten und ihr soziales Leben durchkreuzt wurde – mit Folgen, die wir erst in vielen Jahren vollständig verstehen werden.

Eine kritische Masse von Menschen, vor allem unter denjenigen, die am stärksten von der Krise betroffen sind oder deren Anliegen von den politischen und gesundheitlichen Behörden an den Rand gedrängt wurden, könnte schließlich zu dem Schluss kommen, dass ihre Regierungen und Führer sie im Stich gelassen haben. Die Frustration kann durch friedliche, demokratische Mittel (z.B. Abwahl von Amtsträgern), aber auch durch Aufstände und Revolutionen zum Ausdruck kommen. In der ganzen Welt haben wir bereits Beispiele für beides gesehen. Die Ergebnisse solcher sozialen Explosionen sind von Natur aus chaotisch und unvorhersehbar.

Die schlechteste Art, mit solchen Umständen umzugehen, ist der Versuch, konkrete Werte wie Freiheit und Gleichheit durch Ziele wie Sicherheit und Gesundheit unter dem Deckmantel der „Wissenschaft“ und des Allgemeinwohls zu ersetzen. Kein vernünftiger Mensch würde infrage stellen, dass all diese Werte und Ziele unserer Bemühungen würdig sind. Aber wenn sie miteinander kollidieren (oder als kollidierend dargestellt werden), müssen demokratische Gesellschaften Entscheidungen über Prioritäten treffen. Wenn die individuelle Freiheit als Priorität einmal zurückgestuft wurde, ist es schwierig, sie wiederherzustellen.

Bei der Bewältigung solch schwieriger Umstände müssen wir uns die Frage stellen: Welche Art von Gesellschaft wollen wir haben, und welches Erbe wollen wir unseren Nachkommen hinterlassen? Um gesund zu bleiben und zu gedeihen, brauchen Menschen positive Verstärkung, Engagement, enge Beziehungen, Sinn und das Gefühl, etwas zu erreichen. Gesellschaften, in denen die Entscheidungsgewalt in den Händen einer kleinen Gruppe von Menschen liegt, machen es den Menschen nicht leichter, sondern schwerer, diese Art von Leben zu führen, selbst wenn sie von gutartigen „Experten“ oder Agenturen geleitet werden. Noch schwieriger wird es, wenn kleine Gruppen von Menschen auch die Konzentration von Reichtum und Informationen beherrschen.

Viele Milliardäre konnten während der Pandemie nicht nur ihren Reichtum, sondern auch ihren Einfluss auf die öffentliche Entscheidungsfindung stark ausbauen. Einige von ihnen sind zweifellos brillante Menschen, wohlmeinende Wohltäter und großzügige Philanthropen. Aber ein großer Teil des zunehmenden Misstrauens der Gesellschaft gegenüber Behörden ist das Gefühl, dass gewählte Vertreter und Gesundheitsbehörden zu abhängig oder anfällig für die Lobbyarbeit und den Einfluss von Technologie- und Finanzmagnaten geworden sind.

Die Besorgnis über die Manipulation von Macht und Einfluss hat sich auch durch die Leistung der Medien und der sozialen Medien verstärkt. In freien, demokratischen Gesellschaften ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Medien nicht zu einem Gefäß für eine einzige, staatlich sanktionierte, offizielle Darstellung werden, die auf Kosten der öffentlichen Debatte und der Redefreiheit geht. Das Gleiche gilt für soziale Medien: Das Entfernen von Inhalten, die als „gefälscht“ oder „falsch“ angesehen werden, um die Fähigkeit der Bürger einzuschränken, sich selbst ein Urteil über Informationen zu bilden, schürt nur die Polarisierung und das Misstrauen gegenüber dem öffentlichen Raum.

Dies ist besonders wichtig im Bereich der wissenschaftlichen Debatte. Wer glaubt, dass es möglich ist, die „Wissenschaft“ durch brutale Zensur von Fehlern zu befreien, hat keine Ahnung, wie Wissenschaft funktioniert oder wie genaue, unvoreingenommene Beweise überhaupt zustande kommen. Die Vorstellung von Schiedsrichtern, die auswählen, was richtig ist, und verwerfen, was falsch ist, ist der Wissenschaft völlig fremd. Ohne die Möglichkeit, Fehler zu machen oder ungenaue Hypothesen aufzustellen (und zu verbessern), gibt es gar keine Wissenschaft. Die Ironie besteht darin, dass Wissenschaftler verstehen (oder zumindest verstehen sollten) und die Tatsache akzeptieren (oder zumindest akzeptieren sollten), dass wir alle in einem Meer von Unsinn schwimmen; es sind die opportunistischen Beeinflusser und Experten, denen jegliches Verständnis für die wissenschaftliche Methode fehlt, die an die Möglichkeit einer reinen, widerspruchsfreien „Wahrheit“ glauben.

Die breite Bevölkerung würde von wissenschaftlichem Skeptizismus (für den man keinen Doktortitel braucht) mehr profitieren als von der Beseitigung von „Vorurteilen“ durch falsche Informationsreiniger. Freie Bürger über das Risiko vielfältiger Vorurteile aufzuklären und ihnen vorzubeugen, sie zu erkennen und zu vermeiden, ist eine Aufgabe für Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten – nicht für Technologieunternehmen, Milliardäre, Bundesbürokraten oder Online-Mobs. Die Sensibilisierung für Voreingenommenheit hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun und ist vielleicht der beste Weg, um die alarmierende Zahl der Anhänger von Verschwörungstheorien zu verringern. Die Bereitschaft, anzuerkennen, was wir nicht wissen, schafft Raum für Respekt und Würde; pseudowissenschaftlicher Dogmatismus führt nur zu Mobbing, Gewalt und Unterdrückung. Dies gilt in Krisen- und Notzeiten ebenso wie in Zeiten des Friedens und des Wohlstands.

Viele Regierungen haben in den letzten drei Jahren bewiesen, dass sie freien Menschen ohne deren Zustimmung kurzerhand Entscheidungen aufzwingen und ihre Handlungen sogar beschönigen können, wenn sie nach hinten losgehen. In einer gut informierten Demokratie ist eine ausgleichende Kraft erforderlich, die eine durchdachte Diskussion und die Verabschiedung einer vorsichtigen und gemäßigten Politik fördert, anstatt widersprüchliche Agenden zu verfolgen, die auf den Proklamationen eines manipulierten Mobs basieren. Intoleranz und Demütigung mögen als Mittel der Wahl erscheinen, aber Toleranz und wissenschaftliche Bescheidenheit können noch mehr bewirken.

https://www.achgut.com/artikel/ioannidi ... demokratie

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Louis » Di 1. Feb 2022, 12:05

christ hat geschrieben:Allerdings kann ich diesen Film bei Youtube nicht als kompletten film finden, (der kostenlos wäre) meist eher in Trailern.


Vielen Dank. Nicht wenige Filme haben einen wahren Hintergrund. Ich schaue ihn mir an.

LG

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..es gibt zwei Arten von Weltgeschichte:

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Re: Überlegungen zur Impfausweisfrage

Beitragvon Louis » Di 1. Feb 2022, 12:08

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