Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

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Agape
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » Mo 1. Feb 2021, 18:32

Wenn ich einmal Abstand nehme vom Konzept des EKIW und in eigene Worte fasse, was sich mir bisher erschlossen hat, dann deute ich das "Ego" als Summe aller von mir ergriffenen "Geister", die mich (noch) davon trennen, aus Gottes Geist als alleinigen "Vater" zu leben, das heisst, ihn mehr zu lieben, als alles, was es gibt. Dazu gehören zum Beispiel "falsche" (unwahre) Glaubenssätze und Verhaltensmuster, Prägungen aus der Vergangenheit, Abhängigkeiten von Bedürfnissen nach Bestätigung, Besitzansprüche (nicht nur materieller Art) und alle sich daraus ergebenden emotionalen Aktionen/Reaktionen wie Manipulation, Lüge, Betrug, Neid, Eifersucht, Gier, Missgunst etc. - und ganz zentral jegliches Empfinden von Mangel, das mich dazu treibt, im Aussen und vor allem in Beziehungen zu anderen Menschen etwas zu suchen, was diesen Mangel kompensieren soll - und die mehr oder weniger bewusste Erwartung, dass diese Menschen mir "etwas schuldig" seien. Einige dieser geschilderten Verhaltensweisen scheinen mir fremd zu sein, jedoch könnte durchaus etwas in mir schlummern, das noch an die Oberfläche kommen will - ich verschliesse nicht die Augen davor und erhebe mich nicht über andere, denn auch Überheblichkeit und Arroganz sind trennende Aspekte vom göttlichen Geist - die Auflistung derer könnte noch beliebig lang erweitert werden.
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Marsianer
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Marsianer » Di 2. Feb 2021, 12:21

Agape hat geschrieben:Wenn ich einmal Abstand nehme vom Konzept des EKIW und in eigene Worte fasse, was sich mir bisher erschlossen hat, dann deute ich das "Ego" als Summe aller von mir ergriffenen "Geister", die mich (noch) davon trennen, aus Gottes Geist als alleinigen "Vater" zu leben, das heisst, ihn mehr zu lieben, als alles, was es gibt.

Ja, so ungefähr würde ich das auch sehen.
Das Ego identifiziert sich als zu Hause im Körper und in dieser Welt und bleibt beschränkt in seinem Denkprozess.

Aha. :)
Das Ego ist der Geist der Trennung, den wir als Seelen kollektiv als Mittel, um das Unreale wahrzunehmen, annahmen. Wir wollten erfahren, wie es sein könnte, etwas zu sein, was wir nicht sind.

Unreales ... wahrnehmen?

Steht das so irgendwo im "Kurs" oder ist das einfach eine Deutung dazu von irgendwem? Das entspräche wohl einer solchen Ansicht, die ich hier bereits als nach meinem Verständnis kritisch/falsch einordnete.
Menschen, die sich mit ihrem Ego identifizieren (die meisten), wissen von nichts anderem. Sie wissen nichts von dieser Schuld - oder wollen es nicht wissen. Dazu dienen ihnen Abwehrmechanismen wie zum Beispiel Verleugnung (Verdrängung), Projektion, Angriffsverhalten. Tauchen dabei Konflikte auf, suchen viele ihr Heil bei Ärzten und Psychiatern/Psychologen, nehmen Medikamente ein oder fliehen in Süchte und Depression.

Wenn jemand in einem solchen Zustand kaum etwas anders erkennt, sieht er denn etwas, das er für immer andauernd hält oder wäre eher gemeint, daß er in diesem Zustand eben nur "Sündiges" kennt? Das eine würde reflektieren, das andere nicht.
Die eigentliche Quelle all der Schuld ist der Glaube, dass wir durch die Trennung gegen Gott gesündigt haben.

Das würde auf eine reflektierte Herangehensweise hindeuten?
Schuld ist die Summe aller negativen Gefühle und Überzeugungen, die wir uns selbst gegenüber hegen, und aller negativen Erfahrungen, die wir mit uns selbst gemacht haben. Schuld kann sich also in Form von Selbsthass oder Selbstablehnung äußern, in Gefühlen von Inkompetenz, Versagen und Leere oder in dem Gefühl, dass es uns innerlich an etwas mangelt, dass etwas fehlt oder unvollständig ist.
Der größte Teil dieser Schuld liegt im Unbewussten.

Hm.
Da wir Gott als denjenigen ansehen, gegen den sich unsere eigentliche Sünde richtet, wobei die Sünde in der Trennung besteht, glauben wir nun, dass Gott selbst uns strafen wird. Wenn Sie bei der Lektüre der Bibel auf all die furchtbaren Stellen über den Zorn und die Rache Gottes stoßen, so liegt deren Ursprung in dieser Überzeugung. Das hat nichts mit der Wirklichkeit Gottes zu tun, denn Gott ist nur Liebe.

Naja ...
Hier liegt also der Ursprung der Überzeugung, die Ihnen in der Bibel oder anderswo begegnet, dass Gott ein strafender Vater sei.

Was sind Ursache-Wirkungs-Gesetzmäßigkeitsannahmen (z.B. "Karma") anderes?

Goldmädchen
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Goldmädchen » Fr 16. Apr 2021, 22:23

Agape hat geschrieben:Wenn ich einmal Abstand nehme vom Konzept des EKIW und in eigene Worte fasse, was sich mir bisher erschlossen hat, dann deute ich das "Ego" als Summe aller von mir ergriffenen "Geister", die mich (noch) davon trennen, aus Gottes Geist als alleinigen "Vater" zu leben, das heisst, ihn mehr zu lieben, als alles, was es gibt. Dazu gehören zum Beispiel "falsche" (unwahre) Glaubenssätze und Verhaltensmuster, Prägungen aus der Vergangenheit, Abhängigkeiten von Bedürfnissen nach Bestätigung, Besitzansprüche (nicht nur materieller Art) und alle sich daraus ergebenden emotionalen Aktionen/Reaktionen wie Manipulation, Lüge, Betrug, Neid, Eifersucht, Gier, Missgunst etc. - und ganz zentral jegliches Empfinden von Mangel, das mich dazu treibt, im Aussen und vor allem in Beziehungen zu anderen Menschen etwas zu suchen, was diesen Mangel kompensieren soll - und die mehr oder weniger bewusste Erwartung, dass diese Menschen mir "etwas schuldig" seien. Einige dieser geschilderten Verhaltensweisen scheinen mir fremd zu sein, jedoch könnte durchaus etwas in mir schlummern, das noch an die Oberfläche kommen will - ich verschliesse nicht die Augen davor und erhebe mich nicht über andere, denn auch Überheblichkeit und Arroganz sind trennende Aspekte vom göttlichen Geist - die Auflistung derer könnte noch beliebig lang erweitert werden.



Schön geschrieben Agape. Ich sehe es alles genauso. Um aus Gottes Geist zu leben, muss ich aber nicht eine Person anbeten, welche mal gelebt hat. Auch wenn Jesus ja als Gott selbst gesehen wird. Das mag sein. Aber angenommen ein Mensch hätte nie von ihm gehört von Jesus, könnte er ja dennoch aus Gottes Geist leben. Mich wundert es ,dass es so viele Menschen gibt, welche meinen, man könne nur erlöst werden oder zu Gott gelangen, wenn man zu Jesus spricht oder ihn bittet, oder ihn anbetet. Es wäre schön, wenn diese Leute das lassen würden oder es so ausdrücken, dass dies nicht der einzige Weg ist um aus Gott zu leben.

Agape
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » Sa 17. Apr 2021, 09:11

Goldmädchen hat geschrieben:
Um aus Gottes Geist zu leben, muss ich aber nicht eine Person anbeten, welche mal gelebt hat.

Ich sehe nicht, dass es in diesem Zusammenhang überhaupt etwas gäbe, was man "muss". Es handelt sich um freie Entscheidungskraft, welche die Seele aufgrund ihres Mögens entfaltet. Wenn jemand ein Wesen, wie zum Beispiel Jesus, von ganzem Herzen mag, dann "will" man aus diesem Geist leben. Handelt es sich um einen anderen Geist, dann ist es eben dieser, für den man sich entscheidet. Es ist also eine Sache des Mögens und nicht irgend einer Regel, welcher man folgt.
Grundlegend ist damit das tiefe Wollen und dessen Umsetzen im Leben verbunden, dauerhafte innere Fülle zu erfahren, weil das Zufrieden sein nicht mehr von äusseren Umständen abhängt, die man zwar immer noch wahrnimmt und die nicht immer ideal sein mögen. Jedoch ist man durch das Ergreifen des Gottgeistes aufgrund der seelischen Liebe zu ihm mit der göttlichen Quelle verbunden und dadurch braucht das Licht nirgendwo anders als in sich selbst gesucht und gefunden zu werden.
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Marsianer
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Marsianer » Sa 17. Apr 2021, 09:22

Goldmädchen hat geschrieben:Um aus Gottes Geist zu leben, muss ich aber nicht eine Person anbeten, welche mal gelebt hat.

Was stellst du dir vor meinen Leute dabei denn mit "anbeten"?
Aber angenommen ein Mensch hätte nie von ihm gehört von Jesus, könnte er ja dennoch aus Gottes Geist leben.

Ja, aber in einem Dasein mit Form wie auf der Erde kann es den Geist Gottes wesentlich greifbarer machen, wenn er seinerseits in der mit ihm verbundenen derartigen Form gekannt wird. Gerade wenn jemand aus seinem seelischen Zustand dem göttlichen Geist nicht gerade nah ist, aber auch für andere Wesen, denen sich der Geist Gott so nochmal in anderer Qualität auch als wesenhaftes Gegenüber erschließen läßt.
Mich wundert es ,dass es so viele Menschen gibt, welche meinen, man könne nur erlöst werden oder zu Gott gelangen, wenn man zu Jesus spricht oder ihn bittet, oder ihn anbetet.

Es sind da sicher etliche verkürzte Deutungen im Umlauf.
Agape hat geschrieben:Wenn jemand ein Wesen, wie zum Beispiel Jesus, von ganzem Herzen mag, dann "will" man aus diesem Geist leben.

Sagen wir mal, je mehr "ganz", desto mehr Überlappung dürfte es geben.


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