Körper und Christentum

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Agape
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Agape » So 21. Feb 2021, 21:19

Goldmädchen hat geschrieben:
Ich weiß es nicht. Mir war da einmal so vor ein paar Tagen, dass ich alles im Außen, selbst das von mir heute als schlecht Angesehene wie die Impfung, nicht als Gefahr mehr sehen konnte.......

Es wäre interessant zu wissen, was nun tatsächlich der Wahrheit entspricht: Ist etwas, was man nicht als Gefahr sehen kann, deshalb keine Gefahr? Oder ist es eine Gefahr, auch wenn man sie nicht sehen kann? Vielleicht ist etwas nur deshalb gefährlich, weil man daran glaubt? Es könnte auch sein, dass es überhaupt nicht gefährlich ist - ob man daran glaubt, oder nicht?
Ist es überhaupt wichtig, was wir glauben? Geschieht es nach unseren Glauben - oder geschähe es auch, ohne dass wir daran glauben? Sehen wir uns selbst als Nabel der Welt, indem wir uns ständig viel zu wichtig nehmen und übersehen, dass die Welt auch weiterhin Welt wäre, wenn wir nicht existieren würden?
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Marsianer
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Marsianer » So 21. Feb 2021, 21:59

Goldmädchen hat geschrieben:Ich verstehe. Du gibst mir also recht damit, dass man in so einen zustand kommen kann. Wenn man dann noch schwer anhaftet an irdischem, meinst Du tut einem so ein zustand nicht gut.

Ich orientierte mich an der Beschreibung "nur noch im Frieden sein" und überlegte davon ausgehend wie andere Menschen dann auf diesen im Frieden seienden Jemand wirken könnten.
Mir war da einmal so vor ein paar Tagen, dass ich alles im Außen, selbst das von mir heute als schlecht Angesehene wie die Impfung, nicht als Gefahr mehr sehen konnte, nichts als Gefahr sehen konnte, das alles gut enden wird, die Maßnahmen an sich.

Letztlich dient vieles "Schlechte" dem Guten in einer Art und zugleich ist Leid oft unangenehm, um auch zu bestimmten Entscheidungen zu lenken. Gleichgültigkeit kann da ein Zustand der Stumpfheit, Starrheit sein. Das wäre nicht der Zustand von Seligkeit aus geistiger Fülle. Aber was an Irdischem könnte dem Seligen als Gefahr erscheinen? Irdische Zwangsmaßnahmen, die mit ihnen verbundenen Strafen bis hin zum Umgebrachtwerden durch so agierende Menschen? Selbst eventuell unter irdischem Druck etwas zu tun, das er als schlecht erkennt?
Agape hat geschrieben:Ist etwas, was man nicht als Gefahr sehen kann, deshalb keine Gefahr? Oder ist es eine Gefahr, auch wenn man sie nicht sehen kann?

Hätte jemand, der "in Frieden ist" Vorlieben? Oder wäre dem alles auch in ihm gleich? Oder wären ihm zuerst irdische Konsequenzen recht gleichgültig, nicht aber z.B. Mitgefühl zu empfinden? Wäre ihm egal, ob andere leiden? Leiden, weil sie auf bestimmte Weise leben?

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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Agape » Mo 22. Feb 2021, 02:01

Innerer Frieden heisst für mich ein Zustand, der auf fehlendem innerem Mangelempfinden beruht, und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Äusserer Mangel kann sehr wohl wahrgenommen werden und mich dazu bewegen, etwas zu unternehmen, um dem abzuhelfen.
Ich bleibe stets innerlich lebendig und setze mich in sinnvoller Art und Weise für meinen Nächsten ein, wobei ich mich vom Heiligen Geist, der Stimme Gottes in mir, führen lasse.
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Marsianer » Mo 22. Feb 2021, 21:14

Agape hat geschrieben:Innerer Frieden heisst für mich ein Zustand, der auf fehlendem innerem Mangelempfinden beruht, und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Äusserer Mangel kann sehr wohl wahrgenommen werden und mich dazu bewegen, etwas zu unternehmen, um dem abzuhelfen.

Das würde ich auch sagen. Aber vorstellbar finde ich, daß irdische Leidenschaften nicht mehr so sehr betrieben, auch weniger nachempfunden werden können samt (vermeintlicher) "irdischer Not" anderer aus soetwas.

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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Agape » Di 23. Feb 2021, 14:32

Marsianer hat geschrieben:
Aber vorstellbar finde ich, daß irdische Leidenschaften nicht mehr so sehr betrieben, auch weniger nachempfunden werden können samt (vermeintlicher) "irdischer Not" anderer aus soetwas.

Hm. Dass irdische Leidenschaften nicht mehr so betrieben werden, weil geistiges Streben bedeutsamer wird, kann ich gut nachvollziehen. Muss damit zwangsläufig einhergehen, dass diesbezügliche Vorlieben und sich daraus ergebende Nöte von Mitmenschen weniger nachempfunden werden können? Gemäss oben stehendem Zitat wäre es "vorstellbar" - es könnte aber ebenso gut sein, dass die Fähigkeit bestehen bleibt, anderen Menschen offenen Herzens zu begegnen, auch wenn unterschiedliche Lebensziele verfolgt werden.
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Marsianer » Di 23. Feb 2021, 20:12

Jeder kennt wohl andere, die etwas leidenschaftlich betreiben, "damit leiden", das ihm selbst gleichgültig oder gar zuwider ist. Der andere leidet vielleicht, weil er gerne bestimmte Kronkorken für seine Sammlung in Besitz nehmen möchte. Andere Menschen betrachten das dann vielleicht eher lächelnd, nicht als "echtes Leiden", echte Notlage. Andere Menschen können auch meinen ganz viel zu brauchen und derjenige, der für sich Freiheit von solchen Ideen lebt, der wird das auch beim anderen vielleicht als etwas betrachten, das fragwürdig ist, das selbst als solche Haltung ein Problem sein sollte, weniger die eingebildeten Probleme, die aus der Haltung entspringen.

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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Agape » Mi 24. Feb 2021, 06:26

Marsianer hat geschrieben:
Jeder kennt wohl andere, die etwas leidenschaftlich betreiben, "damit leiden", das ihm selbst gleichgültig oder gar zuwider ist. Der andere leidet vielleicht, weil er gerne bestimmte Kronkorken für seine Sammlung in Besitz nehmen möchte. Andere Menschen betrachten das dann vielleicht eher lächelnd, nicht als "echtes Leiden", echte Notlage. Andere Menschen können auch meinen ganz viel zu brauchen und derjenige, der für sich Freiheit von solchen Ideen lebt, der wird das auch beim anderen vielleicht als etwas betrachten, das fragwürdig ist, das selbst als solche Haltung ein Problem sein sollte, weniger die eingebildeten Probleme, die aus der Haltung entspringen.

Ja, das ist richtig. Dennoch habe ich verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen und darauf zu reagieren. Ich kann dem anderen die Türe zu meinem Haus (Geist) mehr oder weniger rigoros verschlossen halten und ihm signalisieren, dass er keinen Zutritt hat, solange er an seinen irdischen Leidenschaften festhält. Jedoch kann ich die Türe zu meinem Haus auch offen halten und ihm herüberbringen, dass er hier jederzeit willkommen ist und sich in meinem Haus umsehen darf, wenn er möchte. Die Liebe zu meinem Nächsten wäre dann übergeordneter Faktor und könnte "Wunder" bewirken - auch dort, wo sie nicht erwartet werden.
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Marsianer » Mi 24. Feb 2021, 08:54

Agape hat geschrieben:Dennoch habe ich verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen und darauf zu reagieren. Ich kann dem anderen die Türe zu meinem Haus (Geist) mehr oder weniger rigoros verschlossen halten und ihm signalisieren, dass er keinen Zutritt hat, solange er an seinen irdischen Leidenschaften festhält.

So wie dies hier beschrieben steht, würde ich vor allem an jemanden denken, der manches abblockt weil in ihm entsprechende "Konditionierungen" vorliegen, Normen die er menschenbegrifflich aufgenommen hat und emotional umsetzt, die auf Bestätigungszusammenhänge hin, ein Bedürfnis des Menschen nach ihnen ausgerichtet sind. Hierbei wird oft versucht in wie ich es verstehe "gesetzlicher" Weise auch sich selbst zu ändern. Was in innerem menschlichen Konflikt gärt wird hier oft auch gerne bei anderen abgelehnt.

Das wäre aber nach meinem Verständnis etwas anderes als "in Frieden sein". Wenn jemand "in Frieden ist" verschließt er sich wohl weniger wie oben, ihn kann aber manches kaum mehr interessieren.
Jedoch kann ich die Türe zu meinem Haus auch offen halten und ihm herüberbringen, dass er hier jederzeit willkommen ist und sich in meinem Haus umsehen darf, wenn er möchte. Die Liebe zu meinem Nächsten wäre dann übergeordneter Faktor und könnte "Wunder" bewirken - auch dort, wo sie nicht erwartet werden.

Ja, aber würde das auch bedeuten, daß derjenige dann über alles mit anderem mit großem Interesse redet?

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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Agape » Mi 24. Feb 2021, 14:19

Marsianer hat geschrieben:
Wenn jemand "in Frieden ist" verschließt er sich wohl weniger wie oben, ihn kann aber manches kaum mehr interessieren.

Es kann gut sein, dass er sich nicht verschliesst (aus subjektiver Sicht), seine (wahrhaftig empfundene und dementsprechend ausgesendete) Interesselosigkeit jedoch je nachdem missverstanden und als "herzlos" empfunden werden kann.

Ja, aber würde das auch bedeuten, daß derjenige dann über alles mit anderem mit großem Interesse redet?

Bleibt derjenige in seiner Wahrhaftigkeit, dann tut er das nicht. Es gibt Menschen, welche diese Wahrhaftigkeit wahrnehmen und schätzen können, indem sie dadurch möglicherweise dazu angeregt werden, etwas zum Guten bei sich zu verändern. Es gibt aber auch Menschen (wohl eher in der Mehrzahl), die so darauf regieren, wie weiter oben beschrieben - missverstanden und abgelehnt zu werden wären dann häufig sich daraus ergebende Konsequenzen. Jedoch kann seine "Interesselosigkeit" einigen Menschen dazu verhelfen, sich selbst besser wahrzunehmen und in der Folge auch Ansporn zu geistigem Wachstum für sie sein.
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Marsianer » Mi 24. Feb 2021, 19:45

Ich würde sagen, der der "in Frieden ist" könnte eventuell sehen, wie "rein" ein anderer in einem bestimmten Interesse sein mag, ob es ihn von Geistigem abhält, an Finsterem hält oder ob seine Beschäftigung damit "Segen hat", Geistiges in der Befassung und der Freude an Irdischem überwiegt.

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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Goldmädchen » Do 25. Feb 2021, 18:52

Zitat Marsianer : " Ich orientierte mich an der Beschreibung "nur noch im Frieden sein" und überlegte davon ausgehend wie andere Menschen dann auf diesen im Frieden seienden Jemand wirken könnten. "
Zitat Marsianer : " Letztlich dient vieles "Schlechte" dem Guten in einer Art und zugleich ist Leid oft unangenehm, um auch zu bestimmten Entscheidungen zu lenken. Gleichgültigkeit kann da ein Zustand der Stumpfheit, Starrheit sein. Das wäre nicht der Zustand von Seligkeit aus geistiger Fülle. Aber was an Irdischem könnte dem Seligen als Gefahr erscheinen? Irdische Zwangsmaßnahmen, die mit ihnen verbundenen Strafen bis hin zum Umgebracht werden durch so agierende Menschen? Selbst eventuell unter irdischem Druck etwas zu tun, das er als schlecht erkennt? "

Hallo ihr beiden,
ich wollte mich mal äußern dazu, es ging ja um einen Satz von mir. Bei euch ist ja eine richtige Diskussion wegen meiner Aussage aufgekommen.
zuerst : Ja Marsianer, "Schlechtes " kann auch Gutes bewirken, also eine Hilfe sein. Auf mich wirkten an dem Tag, alle wie im Frieden. Aber, das mag daran liegen, dass sich in dem Moment nur glückliche Leute um mich aufgehalten haben. Das war in einem Supermarkt. Richtig Marsianer, ich habe zwei Tage einfach vor nichts mehr Angst gehabt. Es mir vorgestellt, wenn mir Bestimmtes passiert oder meinen Liebsten, dass es uns in echt nicht verletzt, weil ich bin nicht der Körper auch nicht meine Liebsten.
Ich erzählte das so meinem Freund und er warnte mich, dass dies dann sicher kein guter Zustand ist. : )

Zitat Beatrice : " Innerer Frieden heisst für mich ein Zustand, der auf fehlendem innerem Mangelempfinden beruht, und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Äusserer Mangel kann sehr wohl wahrgenommen werden und mich dazu bewegen, etwas zu unternehmen, um dem abzuhelfen.
Ich bleibe stets innerlich lebendig und setze mich in sinnvoller Art und Weise für meinen Nächsten ein, wobei ich mich vom Heiligen Geist, der Stimme Gottes in mir, führen lasse."
Ja ich kenne diesen wunderbaren, schönen Zustand. Dieser beschriebene war ein wenig anders, da ich Not nicht mehr als solches bei mir einordnen konnte. Was ich vorher als Not sah- wobei dieses loslassen von Ängsten lief schon über Wochen so, dass ich immer mehr die Illusion verlor, dass ich der Köper bin. Aber ich muss gestehen, dass es selbst in dem letzten beschrieben Zustand mir doch nicht egal gewesen wäre, wenn direkt vor mir Leid aufgetreten wäre z.B wenn jemand innerlich traurig gewesen wäre, hätte ich das sicher gespürt und dann hätte ich versucht demjenigen / derjenigen zu helfen ( seien es nur tröstende Worte oder das aufmerksam sein- sich die Zeit nehmen ). Aber bei einigen Gedanken, die ich hatte, welche Wochen vorher Angst auslösen konnten, gab es keine Angst mehr. Und im Laden waren für mich alle wie selig, oder im Frieden, so wie ich. Und die Perspektive kam auf : Es gibt keine Gefahr für niemanden.

Zitat Marsianer : " Was in innerem menschlichen Konflikt gärt wird hier oft auch gerne bei anderen abgelehnt."

Das stimmt auch.

Goldmädchen
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Re: Körper und Christentum

Beitragvon Goldmädchen » Do 25. Feb 2021, 18:59

Also es kann Zufall gewesen sein, dass ich jeden Menschen als glückselig und im Frieden seiend wahr nahm in dem Supermarkt. Es kann auch sein, dass ich sonst doch Leiden erkannt hätte. : ) Wie das nun kam, dass ich da wieder raus bin, weiß ich nicht mehr. LG


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