Dualität

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Agape
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Re: Dualität

Beitragvon Agape » Sa 10. Aug 2024, 20:17

Marsianer hat geschrieben:Sagt dir "Rajas erschafft Zeit und Dualität" etwas?

Nein, wobei ich mich ja bisher kaum damit befasst habe.

Allerdings verstehe ich unter Rajas (sowie auch unter Tamas) eher einen Mangel an Sattwa - und deshalb Wirkung, weniger Ursache.
Höchstens die Art und Weise, wie viele Menschen damit umgehen, könnte ich mit Rajas in Verbindung bringen.

Zudem betrachte ich Zeit und Dualität nicht als etwas, das aus einem Mangelzustand hervorgehen würde. Denn soweit ich es verstehe, existiert auch im geistigen Reich eine Art von "Zeit", die jedoch mit der irdischen nicht zu vergleichen ist.

Dualität könnte mit etwas in Verbindung gebracht werden, das als "Kraft und Gegenkraft" wirkt - nicht nur auf der materiellen Ebene in Erscheinung tretend.
9. Sage Ich: „Das liegt als ewige Ordnung in einer jeden einfachsten Grundkraft. Jede Kraft ist unauflösbar in jeder Art ihres Grundseins. Weil aber jede Kraft unauflösbar ist, so ist es klar, dass sie fortbestehen muss in sich und aus sich heraus. Die Kraft ist sonach stets da, ob sie sich äußert oder nicht. Solange sich aber eine Kraft nicht äußert oder nicht äußern kann, besteht sie in sich selbst nur als eine stumme Kraft und ist so in ihrem Bestand, als ob sie gar nicht da wäre. Soll die Kraft aber als bestehend auftreten, so muss ihr ein Gegensatz gestellt werden. Und dieser Gegensatz kann kein anderer als eine Gegenkraft sein, durch die die erste in ihrem ruhigen Fortfluss gestört wird. Wo ein solcher störender Konflikt geschieht, da wird auch die eine wie die andere Kraft als daseiend ersichtlich. Die erste geht aber da unfehlbar in eine zweite über und die zweite umgekehrt in die erste. Und erst auf diese Weise werden die beiden Kräfte einander gegenseitig wahrnehmbar und somit auch in der Art und Weise ihrer Tätigkeit ersichtlich.

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Marsianer
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Re: Dualität

Beitragvon Marsianer » Sa 10. Aug 2024, 20:58

Agape hat geschrieben:Allerdings verstehe ich unter Rajas (sowie auch unter Tamas) eher einen Mangel an Sattwa - und deshalb Wirkung, weniger Ursache.

Ich würde Sattva ersteinmal nicht gleichsetzen mit "Frucht des Geistes", eher mit einer Art gesetzesartiger Reinheit? Daher dann möglicherweise auch diese auf mich recht fragil wirkenden Beschreibungen von "Praxis".
Zudem betrachte ich Zeit und Dualität nicht als etwas, das aus einem Mangelzustand hervorgehen würde. Denn soweit ich es verstehe, existiert auch im geistigen Reich eine Art von "Zeit", die jedoch mit der irdischen nicht zu vergleichen ist.

Hier im Forum hatten wir wohl mal Passagen von Swedenborg, die es so darstellten, daß in diesem Universum Wandel eben in einer Art ablaufenden Zeit stafffindet wie etwas, das über eine gewisse Zeit irgendwo hinfliegt. Das würde dort dann "Zeit" ausmachen, wohingegen es in der geistigen Schöpfung auch Wandel gebe, jedoch nicht allmähliche, sondern eher von jetzt auf gleich, so wie ein Geist auch plötzlich ohne vergehende Reisezeit dort sein kann, wo er hinmöchte.

Auf der zitierten Seite stand im Kontrast etwas von "zeitlosem Frieden":
Während sattva ein Gefühl des zeitlosen Friedens erzeugt, weil es den zeitlosen Frieden der Existenz widerspiegelt, schafft rajas Zeit in Form von Begehren und Angst. Unsere Vorlieben und Abneigungen erzeugen ein künstliches Gefühl der Trennung von der Welt, das sich als Gefühl von „Zeit“ manifestiert.

Das bezeichnet wohl nicht Zeit im naturwissenschaftlichen Sinne, sondern im Sinn eines inneren Lebensgefühls? Wobei auch für sattvige Erdenmenschen Zeit vergehen dürfte, sie aber innerlich "friedvoll" und vielleicht "in Einklang" erfahren würden? Tja, wo stünde ich da?
Dualität könnte mit etwas in Verbindung gebracht werden, das als "Kraft und Gegenkraft" wirkt

Hm, also wie bei dem Kraftprotz, der ohne Erdboden sich auch nicht durch Laufen auf dem fortbewegen könnte, sondern nur in einer Leere herumhampeln. Und "Nondualität" könnte das Ziel haben zu "stummer Kraft" zu werden? Auch geistig? Aber ich hatte hier versucht an deren Ideen direkt anzudocken, statt zu frei selbst zu spekulieren.

Goldmädchen
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Re: Dualität

Beitragvon Goldmädchen » So 25. Aug 2024, 09:33

Wow ! Sind das aufregende Beiträge hier ( die letzten vier / fünf oder mehr ).

Marsianer
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Re: Dualität

Beitragvon Marsianer » So 24. Aug 2025, 07:49

Freedom from all desire is eternity. All attachment implies fear, for all things are transient. And
fear makes one a slave. This freedom from attachment does not come with practice; it is natural
when one knows one's true being. Love does not cling; clinging is not love. (c55p259)

In the state of non-duality all separation ceases. The person, the "I am this body, this mind, this
chain of memories, this bundle of desires and fears" disappears; but something you may call
identity remains. It enables me to become a person when required. Love creates its own
necessities, even of becoming a person. (c94p488)

All thinking is in duality. In [Self] identity no thought survives. (c69p335)

Awareness is not limited to consciousness. It is of all that is. Consciousness is of duality. There
is no duality in awareness. It is one single block of pure cognition. In the same way one can talk
of the pure being and pure creation — nameless, formless, silent and yet absolutely real,
powerful, effective. (c80p407)

Zitate aus "I am that", bezogen auf laut Darstellung mündlich gemachte Aussagen von Nisargadatta Maharaj (das Buch liegt wohl auch in deutscher Übersetzung vor, mir aber soweit nicht)

Demnach würde in nondualem Empfinden etwas wie eine Identität bestehenbleiben. Auf mich wirkt das so, als würde er mit "Dualität" tatsächlich eher nur die Bruchstückhaftigkeit heute unter Erdenmenschen verbreiteten "Verstandessehen" meinen, das kaum wirklich ein eigenes Wahrnehmen wäre?

Agape
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Re: Dualität

Beitragvon Agape » So 24. Aug 2025, 12:38

Marsianer hat geschrieben:Zitate aus "I am that", bezogen auf laut Darstellung mündlich gemachte Aussagen von Nisargadatta Maharaj (das Buch liegt wohl auch in deutscher Übersetzung vor, mir aber soweit nicht).

Freiheit von allen Wünschen ist Ewigkeit. Jede Anhaftung impliziert Angst, denn alle Dinge sind vergänglich. Und Angst macht einen zum Sklaven. Diese Freiheit von Anhaftung kommt nicht durch Übung; sie ist natürlich, wenn man sein wahres Wesen erkennt. Liebe klammert sich nicht an; Anhaftung ist keine Liebe.

Im Zustand der Nicht-Dualität hört jede Trennung auf. Die Person, das „Ich bin dieser Körper, dieser Geist, diese Kette von Erinnerungen, dieses Bündel von Wünschen und Ängsten“ verschwindet; aber etwas, das man Identität nennen könnte, bleibt bestehen. Es ermöglicht mir, bei Bedarf eine Person zu werden. Liebe schafft ihre eigenen Notwendigkeiten, sogar die, eine Person zu werden.

Alles Denken ist dualistisch. In der [Selbst-]Identität überlebt kein Gedanke.

Gewahrsein beschränkt sich nicht auf das Bewusstsein. Es umfasst alles, was ist. Das Bewusstsein ist dualistisch. Im Gewahrsein gibt es keine Dualität. Es ist ein einziger Block reiner Erkenntnis. Auf dieselbe Weise kann man vom reinen Sein und der reinen Schöpfung sprechen – namenlos, formlos, still und doch absolut real, mächtig, wirksam.
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Marsianer
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Re: Dualität

Beitragvon Marsianer » Mi 27. Aug 2025, 20:16

Der Atman durchdringt alles und wird vom Körper nicht beeinflusst.

Das habe ich vom Äther gelernt, welcher alldurchdringend ist und gleichzeitig unberührt von Wolken und anderen Objekten im Raum. Obwohl er in einem Körper lebt, soll der Weise über seine Identität mit dem Selbst, dem Atman meditieren, der alldurchdringend ist wie der Raum und der wie das Substrat oder der Faden in einer Blumengirlade alle beweglichen und unbeweglichen Dinge durchdringt, der keinerlei Begrenzung durch Zeit und Ort unterliegt und von nichts berührt wird.

Wasser ist von Natur aus rein, weich und angenehm. So ist auch der Weise unter den Menschen. Wie das Wasser reinigt er andere durch seinen bloßen Anblick, seine Berührung und die Rezitation von Gottes Namen. Das habe ich vom Wasser gelernt.

[...]

Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die wirklich frei von Sorgen und glücklich sind: Das Kind, das noch nichts weiß und der Weise, der das höchste Selbst verwirklicht hat und jenseits des Einflusses der Gunas, der Bewegungen der Natur, ist.

[...]

Wenn man nach unzähligen Wiedergeburten in einer menschlichen Existenz geboren wird, die zwar auch schwach und vergänglich, aber doch geeignet ist, das höchste Ziel zu erreichen, sollte man diese seltene Chance nutzen, sich schnell darauf konzentrieren, endgültige Befreiung zu erlangen, bevor der Körper hinfällig wird und stirbt. Denn Sinnesgenuß kann man auch in jeder anderen Lebensform haben.

https://wiki.yoga-vidya.de/Avadhuta


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