Was bedeutet "Seele"?

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christ
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon christ » Sa 11. Jun 2022, 13:11

Achso. Aber kann man eigentlich die Seele wirklich aufräumen?

Wenn man Dinge, die zb die Seele belasten würde/könnte, wenn man die Dinge aufarbeitet bzw versucht, sie zu verarbeiten.

Mir kam auch eine Frage in den sinn, ob eine Seele wirklich "erzittern" kann. Was würde man denn darunter verstehen? Was bedeutet es, wenn eine Seele "erzittert". In meiner vorstellungskraft kann ich mir darunter nicht so richtig was vorstellen, wie dies aussehen mag.

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Sa 11. Jun 2022, 13:31

christ hat geschrieben:Achso. Aber kann man eigentlich die Seele wirklich aufräumen?

Tja, was ist die Seele eigentlich? Was bedeutet es, daß gesagt wird "der Mensch ist eine Seele"? Was soll man an ihr aufräumen können?
Wenn man Dinge, die zb die Seele belasten würde/könnte, wenn man die Dinge aufarbeitet bzw versucht, sie zu verarbeiten.

Ja, manchmal sagen Menschen auch jemand wirke auf sie "innerlich aufgeräumt"?
Was bedeutet es, wenn eine Seele "erzittert".

Wo hast du das her?

christ
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon christ » Sa 11. Jun 2022, 14:45

Marsianer hat geschrieben:Tja, was ist die Seele eigentlich? Was bedeutet es, daß gesagt wird "der Mensch ist eine Seele"? Was soll man an ihr aufräumen können?


Wäre Seele nicht etwas inbegriffen, was den Menschen ausmacht? Normalerweise hat doch jeder Mensch seine Persönlichkeit, charakter und charaktereigenschaften und wohl auch "Macken".
Manche Menschen werden auch von Anderen "geformt" in ihrer Entwicklung, in ihrer Weltanschauung (zb, dass derjenige darauf hingeweisen wird, dass man bestimmte Dinge nicht macht) und je nach Persönlichkeit auch können persönliche Erlebnisse den jeweiligen Menschen formen, die derjenige wohl nicht so richtig in seinem Leben verarbeiten konnte. Dies könnte dann auch so sein, dass manche Erlebnisse denjenigen dann so formt und weil er es nicht verarbeiten konnte, dass dieser dies mit in seiner Persönlichkeit aufnehmen würde und dies dann zeit seines Lebens mit sich herumträgt.

Würde dieser Mensch dies einem anderen Menschen erzählen, den er vertrauen würde und dieser andere Mensch sich mit demjenigen darüber austauscht, könnte man dann von "Seele aufräumen" sprechen? Also, wenn dieser Mensch beginnt, sich mit dem persönlichem Erlebten mit einem anderen Menschen darüber auszutauschen, könnte derjenige dann es besser verarbeiten?

Marsianer hat geschrieben:
christ hat geschrieben:Wenn man Dinge, die zb die Seele belasten würde/könnte, wenn man die Dinge aufarbeitet bzw versucht, sie zu verarbeiten.

Ja, manchmal sagen Menschen auch jemand wirke auf sie "innerlich aufgeräumt"?

Wäre es denn wichtig, wenn man seine "Seele aufräumen" würde?
Marsianer hat geschrieben:
christ hat geschrieben:Was bedeutet es, wenn eine Seele "erzittert".

Wo hast du das her?

Aus meinen heutigen Gedanken.

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Sa 11. Jun 2022, 15:13

christ hat geschrieben:Wäre Seele nicht etwas inbegriffen, was den Menschen ausmacht?

Im ersten Beitrag dieses Threads wurden ja z.B. gleich mehrere verschiedene Definitionen von "Seele" herbeizitiert. Hattest du dir die mal angesehen?
Normalerweise hat doch jeder Mensch seine Persönlichkeit, charakter und charaktereigenschaften und wohl auch "Macken".

Aber im christlichen Kontext ist ja z.B. auch immer mal von "Fleisch" die Rede. Da könnte man z.B. auf die Idee kommen, es gibt einerseits "Fleisch", andererseits "Seele" und beides kann Einfluß auf die "Persönlichkeit" nehmen (zumindest ihre veränderlichen Aspekte).
Manche Menschen werden auch von Anderen "geformt" in ihrer Entwicklung, in ihrer Weltanschauung (zb, dass derjenige darauf hingeweisen wird, dass man bestimmte Dinge nicht macht)

Ja, auch das kann man als Herangehensweise nehmen. Das wäre dann z.b. wohl "Prägung".
und je nach Persönlichkeit auch können persönliche Erlebnisse den jeweiligen Menschen formen, die derjenige wohl nicht so richtig in seinem Leben verarbeiten konnte. Dies könnte dann auch so sein, dass manche Erlebnisse denjenigen dann so formt und weil er es nicht verarbeiten konnte, dass dieser dies mit in seiner Persönlichkeit aufnehmen würde und dies dann zeit seines Lebens mit sich herumträgt.

Ja, dann würde sich "Persönlichkeit" ändern, wenn soetwas "aufgeräumt" würde?
Würde dieser Mensch dies einem anderen Menschen erzählen, den er vertrauen würde und dieser andere Mensch sich mit demjenigen darüber austauscht, könnte man dann von "Seele aufräumen" sprechen? Also, wenn dieser Mensch beginnt, sich mit dem persönlichem Erlebten mit einem anderen Menschen darüber auszutauschen, könnte derjenige dann es besser verarbeiten?

Soetwas könnte damit vielleicht in einem Zusammenhang gesehen werden?
Wäre es denn wichtig, wenn man seine "Seele aufräumen" würde?

Da könnte sich vielleicht erst auch gefragt werden "wie könnte festgestellt werden, daß innerlich etwas unaufgeräumt wäre"?
Marsianer hat geschrieben:
christ hat geschrieben:Was bedeutet es, wenn eine Seele "erzittert".

Wo hast du das her?

Aus meinen heutigen Gedanken.

Du hast heute in Gedanken eine Formulierung wie "die Seele erzittert" gehabt und fragst dich nun, was sie bedeuten könnte?

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Mo 1. Aug 2022, 12:08

Muldashev, Das dritte Auge, S. 88-90 hat geschrieben:Hier möchte ich einen Abstecher machen und einen logischen Extrakt aus den neuesten Vorstellungen der Physik über die Seele und die psychische Energie anbieten, den unser Expeditionsteilnehmer V. Lobankov - ein bedeutender russischer Physiker und Spezialist der Feldphysik - vorbereitet hat.

Es gibt eine physikalische und eine feinstoffliche Welt. Die physikalische Welt umfaßt die Materie (Planeten, Sterne u.s.w.) und das elektromagnetische und Gravitationsfeld. Die feinstoffliche Welt umfaßt psychische Erscheinungen (psychische Energie, Bioenergie u.a.). Die feinstoffliche Welt basiert auf extrem hohen Frequenzen.
Es existieren ebenso Torsionsfelder, d.h. Drehfelder. Die Erscheinungsform der Torsionsfelder in der physikalischen Welt ist die Trägheitskraft. Die Erscheinungsform der Torsionsfelder in der feinstofflichen Welt ist die Seele - Energieanhäufungen in Form von Drehfeldern. Im Bereich dieses drehenden Raumes (Seele) wird die Information über das Funktionieren des menschlichen Körpers (Astralkörper) und über den Denkprozeß (mentaler Körper) bewahrt. Der Denkprozeß bewirkt eine Drehung des Raumes: Gute Gedanken drehen den Raum in eine Richtung, schlechte in die entgegengesetzte.
Alle Seelen sind ein Teil des allgemeinen Informationsfeldes, welches im Volk als höchster Verstand bezeichnet wird. Einige Menschen wie H.P. Blavatsky und J. Rerich können sich an das allgemeine Informationsfeld zuschalten und von dort Wissen erhalten, das uns erstaunlich erscheint. In diesem Informationsfeld ist das Wissen nicht nur unserer, sondern das früherer Zivilisationen gesammelt. Der Raum in unserem Universum ist verbunden und man kann deshalb, wenn man sich in das allgemeine Informationsfeld einschaltet, die Vergangenheit und die Zukunft sehen.
Anfangs existierte nur der Raum und das Absolute (das absolute Nichts), d.h. nur ein Entwurf der zukünftigen Schöpfung. Der Raum, das ist neutralisierte Materie und Antimaterie, wo ständig Schaffung von Materie und Antimaterie vor sich geht, die sich aber auch ständig gegenseitig neutralisieren. Das Absolute stört den Prozeß der Neutralisierung. Es entsteht Materie und Antimaterie, die sich gegenseitig nicht neutralisieren.
Zuerst entstand die feinstoffliche Welt, danach die physikalische. In der physikalischen Welt verdichtete sich die Materie, wodurch Sterne, Planeten usw. entstanden. Die Verdichtung der feinstofflichen Welt führte zur Schaffung der Seelen.
Die Seelen auf der Erde verdichteten sich allmählich und begannen, physische Gestalt anzunehmen. Anfangs waren die Körper nicht dicht, sie konnten durch Gegenstände hindurchgehen. Dann verdichteten sie sich und nahmen die heutigen Züge an. So entstanden Mensch, Tiere und Pflanzen. Anfangs war das Bewußtsein ständig an das Allgemeine Informationsfeld angeschlossen, doch später ging diese Fähigkeit verloren, weil die vorhergehende Zivilisation (die Atlantier) zu viel negative psychische Energie angesammelt hatte, d.h. Torsionsfelder, die sich in negativer Richtung drehten.
Es gibt das Gesetz, des Karmas, d.h. die Möglichkeit der Seele, nacheinander in verschiedenen Körpern zu leben und dabei positive oder negative psychische Energie anzusammeln. Der Mensch mit einem schlechten Karma muß mittels guter Taten seine Torsionsfelder in positive Richtung drehen, um sich von den negativ drehenden Feldern zu befreien und um glücklicher zu werden. Jeder Seele sind die gleichen Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung gegeben.

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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Mo 1. Aug 2022, 17:03

Marsianer hat geschrieben:
(341) Die Schwerkranken sind oft Menschen, die einen unerschütterlichen Frieden ausstrahlen. Sie wissen, dass das Schwinden ihrer körperlichen Kräfte ihren Geist zu einem intimen Genenüber mit der göttlichen Wirklichkeit gebracht hat [...] (343) Die Krankheit ist mit der Ewigkeit verbunden. [...] Je mehr er litt, desto mehr erreichte er geistige Höhen. Pater Samuel, ein Trappistenmönch aus Sept-Fons, hat ein hervorragendes Buch über sein kurzes Leben, seine grausame Krankheit und seinen Tod geschrieben. [... (344)] Indem ich Bruder Vincent betrachtete, wie er auf sein Krankenbett geheftet war, offenbarte sich mir in Stille, dass die erhabenste Liebe das Leid ist. [...] "Ich glaube, dass Gott dem Menschen das Leid mit einem liebevollen Gedanken gewährte. Ich glaube, dass das Leid für die Seele ein großer Arbeiter im Dienst der Erlösung und der Heiligung ist." [...] (345) Die Sprache des Leides und der Stille steht im Widerspruch zur Sprache der Welt. [...] (346) Die pathologische Angst vor dem Leid und der Stille ist im Westen besonders verbreitet.

Robert Kardinal Sarah; Kraft der Stille

Dazu wohl gewisserart passend:
Min Bahadur Shakiya, zitiert in Muldashev, Das dritte Auge, S. 118 hat geschrieben:Mit Einbruch der Kälte beginnen die Tiere zu leiden. Leid, wie ich schon sagte, kann den Körper von negativer psychischer Energie befreien, was, wie wir wissen, die Grundlage für den Übergang in einen Samädhi-ähnlichen Zustand ist. Hier wirkt aber nicht nur das Leid. Tiere haben auch ein drittes Auge, mit dessen Hilfe sie in der Lage sind, sich vor Einbruch der Kälte nach Art der Meditation zu konzentrieren und in den Samädhi-Zustand überzugehen, d.h., sich mit vermindertem Stoffwechsel in den Winterschlaf zu begeben. Wenn man z.B. eine Schlange nimmt und sie im Sommer an einen kalten Ort bringt, wird sie sterben, weil sie es nicht schafft, sich zu konzentrieren und ihren Körper in einen versteinert-unbeweglichen Zustand zu versetzen. Bei natürlichem Kälteeinbruch verkriecht sich die Schlange in ein Versteck, konzentriert sich lange und geht in einen Samädhi-ähnlichen Zustand über, in dem sie den ganzen Winter verbringt. [...] Ein Zeichen dafür [das dritte Auge] ist die Sprache der Tiere und Pflanzen. Pflanzen sind fähig, Gefahr wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Durch die Meditation kann der Mensch lernen, die Sprache der Tiere und Pflanzen zu verstehen. In diesem Fall wird sich der Mensch unter wilden Tieren sicher fühlen. Davon zeugt unter anderem das Bild Nikolaj Rerichs „Und wir fürchten uns nicht", auf dem zwei Mönche gemeinsam mit Bären abgebildet sind.

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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Di 4. Jul 2023, 14:43

Der Kausalkörper (Anandamaya Kosha)

Der Kausalkörper oder die nicht-duale Hülle der Glückseligkeit lässt sich nicht in Worte fassen, und jede Beschreibung wird für den Verstand paradox klingen, weil sie die Überwindung aller Gegensätze, die der Sprache eigen sind, beinhaltet. Der Kausalkörper erwacht, wenn reines Gewahrsein, Turiya, als der Körper selbst gegenwärtig wird; als alles, was ist. Man lebt in einer Realität, in der Form und Leere, Selbst und Andere, als nicht-duale Realität erkannt werden.

In den yogischen Traditionen wird das Wort „Satchitananda” verwendet, um die „Erfahrung” im Kausalbereich zu beschreiben. Sat bedeutet “Wahrheit”, chit ist “Geist oder Bewusstsein”. Das Wort “ananda” wird gewöhnlich mit “Glückseligkeit” übersetzt, aber wir haben in unserer Sprache kein befriedigendes Wort für das, worauf dies hinweist. Wenn wir gewöhnlich von Glückseligkeit sprechen, meinen wir ein gutes Gefühl, ein Gefühl der Energie oder des Wohlbefindens. Eine Erfahrung sollte nicht mit Satchitananada verwechselt werden, was etwas völlig anderes ist. Es ist überhaupt keine Erfahrung, sondern eher ein Erwachen zur Wahrheit oder Realität, wie sie ist, und zur illusorischen Natur des Erfahrenden. Man erkennt die gesamte Existenz als unendlichen Raum, als Bewusstsein, als Nicht-Etwas, und es ist weder etwas, das man wahrnimmt, noch ist es Nicht-Wahrnehmung. Es ist der Tanz der Leere des Zen – es ist jenseits der Dualität, jenseits von Schmerz und Vergnügen, jenseits von Gut und Böse. Es ist unsere angeborene Natur, die Glückseligkeit des subtilsten Herzens; undifferenziertes Gewahrsein, das überall und nirgends ist.

Selbst das Erwachen auf der kausalen Ebene (Anandamaya Kosha) ist immer noch eine Ebene von Maya. Vergiss nicht, dass alle Koshas das Wort “Maya” in sich tragen. Prajna paramita, das Erwachen zur höchsten Weisheit, bedeutet, die Leerheit aller Ebenen des Selbst zu erkennen. Im Herz-Sutra sagte der Buddha, dass der Bodhisattva durch das Praktizieren von Prajna Paramita die Leerheit aller fünf Skandhas, der fünf Aggregate oder „der Masse” von Inhalten im Geist, die in der buddhistischen Tradition beschrieben werden, verwirklicht. Die Wahrheit wird enthüllt, wenn man erkennt, dass alle Aspekte der Selbststruktur leer oder frei von Selbst sind. Das bedeutet sogar das Loslassen des kausalen Gewahrseins, ein Loslassen zum Unergründlichen, das, wie auch immer, nicht benannt werden kann.

Wenn wir auf einer höheren Schwingungsebene als der, an die wir gewöhnt sind, erwachen, beginnt all das konditionierte Material unterhalb dieser Ebene, das wir uns nicht bewusst gemacht haben, aufzutauchen. Alle Sankaras, die nicht gereinigt wurden, werden an die Oberfläche kommen. Die fünf Koshas reflektieren die fünf Ebenen der Konditionierung, die uns in Maya gefangenhalten. Es gibt die biologische Konditionierung, die unsere tierische Natur ist, die psychologische Konditionierung, die wir von der Gesellschaft geerbt haben, die pranische Konditionierung, die unsere evolutionäre Vorlage ist, die Konditionierung auf der höheren Geistes- oder Seelenebene, die archetypische Weisheit, Einsicht, höheren Geist und universelle Aspekte des Spiels von Leila einschließt, und schließlich gibt es die kausale, die das Gewahrsein als Grund allen Seins ist. Zunächst lernen wir, „still zu sein und zu wissen”. Still sein in diesem Sinne ist nicht einfach ein Anhalten der Aktivität, sondern das Erwachen der Stille in der Aktivität, ein Erwachen der Leere in der Form. So steht es in der buddhistischen Shraddhotpada Shastra geschrieben:

„Alle Dinge in der Welt sind unwirklich und trügerisch; sie sind nicht mehr als Projektionen des Geistes. Genau wie die Reflexionen, die in einem Spiegel erscheinen, haben auch alle Dinge in Wirklichkeit keine wahre Substanz; sie sind unwahr, illusionär und „Nur-Geist”.

https://awakentheworld.com/de/die-seele-die-koshas-und-das-nicht-selbst

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » Di 4. Jul 2023, 17:15

Kausalkörper oder die nicht-duale Hülle der Glückseligkeit

es ist jenseits der Dualität, jenseits von Schmerz und Vergnügen, jenseits von Gut und Böse. Es ist unsere angeborene Natur

Selbst das Erwachen auf der kausalen Ebene (Anandamaya Kosha) ist immer noch eine Ebene von Maya. Vergiss nicht, dass alle Koshas das Wort “Maya” in sich tragen.

Demnach wäre dann dieser "nicht-duale" Körper ebenfalls Illusion (Maya)?
Anna heißt Nahrung. Anna heißt auch Erde. Maya heißt "gemacht aus". Nicht Maya (mit langem a), denn Maya ist die Kraft der Illusion. Maya (mit kurzem a) heißt "gemacht aus".

https://wiki.yoga-vidya.de/Annamaya_Kosha

Oder auch nicht.
Das bedeutet sogar das Loslassen des kausalen Gewahrseins, ein Loslassen zum Unergründlichen, das, wie auch immer, nicht benannt werden kann.

Hm.
Es gibt die biologische Konditionierung, die unsere tierische Natur ist, die psychologische Konditionierung, die wir von der Gesellschaft geerbt haben, die pranische Konditionierung, die unsere evolutionäre Vorlage ist, die Konditionierung auf der höheren Geistes- oder Seelenebene, die archetypische Weisheit, Einsicht, höheren Geist und universelle Aspekte des Spiels von Leila einschließt, und schließlich gibt es die kausale, die das Gewahrsein als Grund allen Seins ist.

Wieso wird 1. und 3. da unterschieden? Was hätte es mit 4. in Abgrenzung zu 5. auf sich?
Anandamaya Kosha, die Hülle gemacht aus Wonne. Es ist oft die Frage: Was ist jetzt Anandamaya Kosha? Und es ist nicht wirklich leicht, zu erklären, eigentlich ist es gar nicht zu erklären, denn die Anandamaya Kosha geht über das Denken hinaus. Auf der Vijnanamaya Kosha, dort ist die Erkenntnis. Alles, was unterhalb von Vijnanamaya Kosha ist, das ist logisch zu erklären, in Worte zu fassen. Alles, was oberhalb des Intellektes ist, ist nicht in Worte zu fassen. Auch was wirkliche Freude ist, kannst du nicht in Worte fassen. Was wirkliche Liebe ist, ist nicht in Worte fassbar. Und was Anandamaya ist, ist auch nicht in Worte zu fassen. Ein paar Worte trotzdem: Anandamaya Kosha ist die subtile Hülle, in der die Freude des Selbst widergespiegelt ist.

In Anandamaya Kosha sind die mystischen Erfahrungen, die noch nicht die vollständigen Gotteserfahrungen sind. In Anandamaya Kosha ist die höhere Intuition. Du fühlst plötzlich von oben die Herabkunft Gottes oder du spürst eine Gewissheit: "Das muss ich tun." Du spürst eine Gewissheit: "Das ist mein Auftrag." Du fühlst: "Ja, das ist zu tun." Es ist nicht irgendwo so ein inneres Gespür, was vielleicht die unterbewusste Intuition ist, sondern es ist eine Gewissheit, die von oben kommt. Und das kommt dann von Anandamaya Kosha. Auf der Anandamaya Kosha bist du auch verbunden mit allen Wesen. Auf der Anandamaya Kosha bist du in der Kausalwelt, denn Karana Sharira, Kausalkörper, ist Teil von Karana Jagad, der Kausalwelt, und Karana Sharira ist der Sitz der Anandamaya Kosha und daher Ursachenwelt, Kausalwelt. Die Welt der Urprinzipien, dort ist auch dein künftiges Karma, dort sind die Lektionen, die du noch zu lernen hast. Dort sind die Urprinzipien, die Archetypen. Dort ist aber auch die Freude, dort ist auch die Intuition. Dort ist auch die Vision Gottes, die jenseits von Sichtbarem ist. Auf der Anandamaya Kosha erfährst du die niederen Samadhi-Stufen. Erst dann, wenn du höchstes Samadhi erreichst, Nirvikalpa-, Asamprajnata-Samadhi, dann bist du jenseits der Anandamaya Kosha. Ich wünsche dir, dass du öfters in deiner Anandamaya Kosha verweilst und in der Anandamaya Kosha die Freude und Wonne deines Selbst erfährst. Anandamaya Kosha ist die Hülle gemacht aus Wonne.

https://wiki.yoga-vidya.de/Anandamaya_Kosha

Aha.

Goldmädchen
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Goldmädchen » Di 4. Jul 2023, 19:47

Diese ganzen Begriffe im Yoga sind schwer zu verstehen. Aber ich mache mir irgendwann die Mühe sie zu verstehen.
Kausalkörper was man dort erlebt, kann ich nachvollziehen, kenne ich. Glaube ich weiß auch was sie meinen mit dem was danach noch möglich ist zu erleben.
Seele ist bei einigen buddh. Lehrern unser ursprüngliches Sein. Das reine Gewahrsein.

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » So 9. Jul 2023, 15:57

Swami Vivekananda, Jnana Yoga, deutsche Übersetzung von 1923 hat geschrieben:Die Leinwand, auf die der Projektions-
apparat das Bild entwirft, ist im Verhältnis zu den Lichtstrahlen un-
bewegt; sonst entsteht kein Bild. Das heißt also, der Wahrnehmende
muß ein Individuum, ein Unteilbares, sein. Dies Etwas, worauf der
Geist alle die Bilder malt
, dies Etwas, worauf unsere Empfindungen,
nachdem sie durch den Geist und das Bewußtsein geleitet wurden,
festgelegt, geordnet und zur Einheit geformt werden, ist die soge-
nannte Seele des Menschen
.

viewtopic.php?p=6914#p6914

Ich nehme hier lieber mal das klassische Beispiel von Spiegelungen in stillem Wasser. Wellen auf dem Wasser verzerren das, was sich darin spiegelt, machen es möglicherweise nahe unkenntlich. Wenn ich diesen Ansatz oben recht verstehe würde das Wasser der Seele des Menschen entsprechen. Stille des Wasserspiegels entspräche Stille im Inneren, durch die manches mehr und mehr erkennbar würde. Nach diesem Ansatz wäre dann, was sich in der Stille auf der menschlichen Seele zeigen würde nicht von der Seele, sondern von außen, eventuell "dem Geist" was auch immer hier damit gemeint wäre von Mind bis Wasauchimmer. So käme man dann vielleicht tatsächlich darauf reine Stille als wünschenswerten Endzustand zu betrachten?

Ich sage ja eher, daß in der Stille die Seele erkennbarer wird, die Seele zu Stille ruft, dazu daß der Mensch auf sie und ihren Zustand achtet. Der Lärm die Seele überdeckt, übertönt. Stille wäre dann nach meinem Ansatz eher eine Art Hinwendung zur Seele, wobei die Seele nicht die Stille selbst wäre. Ist Stille überhaupt an sich etwas? Stille kann nützlich sein, um der eigenen Seele näherzukommen (nicht Mind, Konditionierungen etc.). Haben hier die Begründer solcher Lehre wie oben deswegen Stille wertzuschätzen gelernt und sie dann endlich so gedeutet, daß sie die Seele sei, in der nur das ablaufe, was von außen in sie hineinscheine?

Dort wird dann ja noch etwas zu Karma beschrieben, nach meinen Begriffen vielleicht Faktoren des Zustands der Seele.
Diese unsere Sphäre heißt
karma-bhumi, die Sphäre des Karma. Hier allein gestalten die Men-
schen ihr gutes oder schlechtes Karma. Wenn ein Mensch in den
Himmel zu kommen wünscht und zu diesem Zwecke gute Werke tut,
wird er zu einem Gott und als solcher speichert er kein schlechtes
Karma auf; er genießt aber die Wirkungen der guten Taten, die er
auf Erden tat, und wenn dies gute Karma aufgebraucht ist, senkt
sich auf ihn die resultierende Kraft allen bösen Karmas, das er früher
im Leben aufgespeichert hat, und dies bringt ihn zur Erde zurück.
Auf die nämliche Weise bleiben diejenigen, die zu Geistern werden,
in diesem Zustande, weil sie kein neues Karma entwickeln

Bedeutet letztlich, daß wohl gewisse Übereinstimmung darin besteht, daß das Dasein als Mensch "besonders hohe Mobilität des Seelenzustands" ermöglicht (abgesehen wohl von diesem Seelenbegriff, im Zitat) könnte man auch beschrieben sehen, was es bedeuten würde "Schätze im Himmel" in seinem Erdendasein zu sammeln. Dergleichen wird dann dort "Kleidung der Seele" genannt?
Nach der Ansicht der Vedantisten kehren, wenn der Körper
sich auflöst, die Lebenskräfte des Menschen zu seinem Geiste zu-
rück, und der Geist wird gleichsam in der prana aufgelöst, und die-
ser prana tritt in die Seele des Menschen ein ; die menschliche Seele
wird gleichsam mit dem bekleidet, was Sie den feinen Körper nennen,
oder mit dem Geistkörper, dem spirituellen Körper, wenn Sie lieber
so wollen. In diesem Körper befinden sich die samskaras des Men-
schen. Was sind die samskaras? Der Geist gleicht einem See, und
jeder Gedanke ist wie eine Welle auf diesem See. Gerade wie sich in
dem See Wellen erheben und dann wieder fallen und verschwinden,
so steigen fortdauernd diese Gedankenwellen im Geiststoff auf und
verschwinden dann wieder, aber sie verschwinden nicht auf ewig.
Sie werden feiner und feiner, aber sie sind alle da und bereit, zu
anderer Zeit wieder zum Vorschein zu kommen, wenn sie dazu auf-
gerufen werden. Gedächtnis ist einfach das Wiederhervorrufen eini-
ger dieser Gedanken, die in diesen feineren Existenzzustand einge-
treten sind, in die Wellenform. So ist jeder Gedanke, den wir ge-
dacht haben, jede Handlung, die wir ausgeführt haben, im Geiste
auf bewahrt; alles ist in der feinen Form vorhanden, und wenn ein
Mensch stirbt, ist die Gesamtsumme dieser Eindrücke im Geiste,
der wieder etwas feines Material als Vermittler daraus herstellt. Die
mit diesen Eindrücken und dem feinen Körper gleichsam bekleidete
Seele tritt aus dem Leben heraus, und das Schicksal der Seele ist
von dem Ergebnis all der verschiedenen Kräfte abhängig, die durch
die verschiedenen Eindrücke gebildet werden.

Swami Vivekananda, Jnana Yoga, deutsche Übersetzung von 1923, S. 207-208 hat geschrieben:Wie kann er sagen, ich bin ein
Mann, eine Frau, ein Kind? Sind das keine Lügen? Er weiß, daß
es solche sind. Wie kann er behaupten, daß dies Männerrechte und
jenes Frauenrechte sind? Niemand hat Rechte; niemand existiert für
sich. Es gibt weder Mann noch Weib; die Seele ist geschlechtslos,
ewig rein. Es ist eine Lüge, zu sagen, daß ich ein Mann oder eine
Frau bin, oder zu sagen, daß ich zu diesem Lande oder zu jenem
gehöre. Die ganze Welt ist mein Vaterland, das gesamte Universum
gehört mir, weil ich mich selber damit bekleidet habe wie mit
meinem Körper.

christ
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon christ » So 9. Jul 2023, 19:36

Was ich auch noch gefunden habe, ist dass eine Seele Flügel haben soll:

Eine weiße gefundene Feder bedeutet auch, dass dir dein Engel sagen will, dass deine Seele Flügel hat und dass du diese Flügel endlich ausbreiten sollst, um fliegen zu lernen.

https://ihrweg.com/leben/weise-feder-bedeutung/
Was wäre denn damit gemeint? Spirituelles Erwachen? Oder kann man sich eine Seele (Seelenkörper) mit Flügeln vorstellen?

Marsianer
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Re: Was bedeutet "Seele"?

Beitragvon Marsianer » So 9. Jul 2023, 21:32

christ hat geschrieben:Was wäre denn damit gemeint? Spirituelles Erwachen?

Vielleicht, oder "sich erheben aus dem grauen Alltag".
Oder kann man sich eine Seele (Seelenkörper) mit Flügeln vorstellen?

Würde für mich nicht soviel Sinn ergeben.


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