Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

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rjupa
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Re: Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

Beitragvon rjupa » So 20. Mär 2022, 14:04

Vielleicht lässt sich da auch mit der Frage anknüpfen, was denn eigentlich wesentlich zu einer Seele gehört und was z.B. zum jeweiligen geistigen Umfeld einer Seele?

Agape
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Re: Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

Beitragvon Agape » So 20. Mär 2022, 21:03

Soweit ich es verstehe, bezieht sich die Seele auf die ganze Person - sowohl auf den körperlichen als auch auf den nicht-körperlichen Teil - wir sind die Seele, hier auf der Erde lebend und auch weiterhin nach dem körperlichen Tod. Im Unterschied dazu haben wir einen Geist, welcher sich nur auf den nicht-körperlichen Teil des Menschen bezieht - auf seinen Gang mit Gott. Gott ist reiner Geist. Je nachdem, was die Seele mag - was sie begehrt, ergreift sie einen bestimmten Geist (oder auch mehrere), welcher die Seele durchdringt und sich durch den Grad seiner Reinheit (näher bei Gottes Geist = lichter, ferner von Gottes Geist = finsterer) unterscheidet. Der Geist belebt die Seele, jedoch "lebendig" ist sie erst, wenn sie aus göttlichem Geist lebt (aus diesem denkt, fühlt, will/handelt).
"Schreiben ist der direkte Weg zum Herzen"
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rjupa
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Re: Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

Beitragvon rjupa » So 20. Mär 2022, 21:16

Und hat die Neigung Mörder zu sein jetzt primär mit der Seele zu tun oder mit dem ergriffenen Geist? Ergreift man einen Geist, weil man die entsprechende Veranlagung dazu schon in sich hat oder hat das andere Gründe, so dass die Veranlagung erst im Verlauf des Ergreifens kommt?

Was in der Seele lässt einen den einen oder den anderen Geist ergreifen?

Wie sieht es bei Besessenheit aus? Wie unterscheidet man da sauber zwischen Seele und geistigem Umfeld?

Edit: Vielleicht noch ergänzend als Diskussionsgrundlage:

Die Seele für sich als ein Kompendium von zahllosen substantiellen Intelligenzpartikeln ist demnach auch angestopft von allerlei Trieben, die sie als Spezifika in sich enthält.

3. Wenn sich hie und da ein oder das andere Spezifikum mehr hervortut, so neigen sich alle anderen Spezifika auf den Punkt, wo eine solche Spezifikal-Eminenz auftritt. Eine solche Hinneigung bewirkt dann in der Seele irgendeine Leidenschaft; diese Leidenschaft aber kann sobald mit einer anderen ausgetauscht werden, wenn irgendein anderer spezifischer Seelenintelligenzpunkt wie hervorragend auftritt und gewisserart alle anderen seelischen Spezifikalintelligenzpunkte übertäubt und überstrahlt und dieselben an sich geneigt macht.

4. Es wird durch diese Darstellung jedermann leicht ersichtlich, wie manche Seele, bei der der Geist nicht wach ist, von zahllosen Leidenschaften und Begierden von einem Pol zum anderen getrieben wird.
Jakob Lorber: Erde, Kap. 30, Absatz 3-4 Link zur Quelle

Marsianer
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Re: Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

Beitragvon Marsianer » So 20. Mär 2022, 22:18

Aus dem allgemeinen christlichen Bereich vielleicht hier auch erwähnenswert:
Der Pharao

Das Beispiel des Pharao – Erasmus (S.48):

In Wirklichkeit aber ist der Pharao mit einem nach beiden Seiten beweglichen Willen erschaffen worden und hat sich aus eigenem Antrieb dem Bösen zugewandt, da er lieber seiner eigenen Neigung folgen als den Befehlen Gottes gehorchen wollte.

Gottes Wort darf nicht verdreht werden – Luther (S.126-131)

Es steht da Gottes Wort: „Ich will das Herz des Pharao verstocken“ […] Ein Mensch aber, der es gelesen hat, sagt mir, es bedeute an dieser Stelle: Gelegenheit zur Verstockung geben, indem man den Sünder nicht sofort zurechtweist. Mit welchem Recht, zu welchem Zweck und wodurch genötigt verdreht man mir so den natürlichen Wortsinn? […] Es steht nicht in unserm Belieben – wie die Diatribe es sich einredet – Gottes Wort zu gestalten und umzugestalten. […] Es wird ihr [der Diatribe] nicht gelingen, Gott von dem Vorwurf zu befreien, er selber verursache und verschulde die menschliche Verstockung.

Judas

Das Beispiel von Judas – Erasmus (S.51):

Gott wusste es vorher und weil er es vorher wusste – wollte er es irgendwie, dass Judas den Herrn verraten sollte. Sieht man also auf Gottes unfehlbares Vorherwissen und auf seinen unveränderlichen Willen, so musste es notwendigerweise darauf hinauslaufen, dass Judas den Herrn verriet; trotzdem hätte Judas seinen Willen ändern können, ja er hätte gewiss einen frevelhaften Willen nicht in sich aufkommen zu lassen brauchen. Wenn er ihn nun aber geändert hätte? – Auch dann wäre Gottes Vorherwissen nicht falsch gewesen und sein Wille nicht behindert worden, denn dann hätte er eben diese Willensänderung vorhergewusst und gewollt.

Die Notwendigkeit (ohne Zwang) von Judas Verleugnungstat – Luther (S.149):

Wir erörtern nicht, ob Judas willentlich oder gegen seinen Willen zum Verräter wurde. Wir fragen vielmehr, ob es zur von Gott vorherbestimmten Stunde unausweichlich geschehen musste, dass Judas den Herrn Christum willentlich verriet. Doch man höre, was die Diatribe hier sagt: Wenn man Gottes unfehlbare Vorsehung bedenkt, musste Judas zum Verräter werden; und doch hätte Judas seinen Willen zu ändern vermocht. – Verstehst du auch, liebe Diatribe, was du sagst? Abgesehen davon, dass Judas nur Böses hätte wollen können, wie wir eben bewiesen haben; wie hätte er der unfehlbaren Vorsehung Gottes zum Trotz seinen Willen ändern können? Etwa, indem er die Vorsehung Gottes änderte und fehlbar machte?

https://www.evangelium21.net/media/790/ ... ien-willen

Agape
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Re: Entspricht "Mörder zu sein" einer Aufgabe der Seele?

Beitragvon Agape » Mo 21. Mär 2022, 18:04

rjupa hat geschrieben:Und hat die Neigung Mörder zu sein jetzt primär mit der Seele zu tun oder mit dem ergriffenen Geist? Ergreift man einen Geist, weil man die entsprechende Veranlagung dazu schon in sich hat oder hat das andere Gründe, so dass die Veranlagung erst im Verlauf des Ergreifens kommt?

Die Seele hat über alles gemäss ihrem freien Willen zu entscheiden. Sie fühlt sich vielleicht zu gewissen (fleischlichen) Dingen hingezogen und findet sie begehrenswert (ihrer seelischen Substanz entsprechend) - aus dieser könnte beispielsweise die Neigung zum Mörder (Finsteres tun) hervorgehen, wenn entsprechend finsterer Geist ergriffen wurde, welcher die Seele zu finsterem Wollen/Tun veranlasst.

Die Neigung (Veranlagung) hat mit der Seele zu tun, das Wollen/Tun mit dem finsteren Geist, den die Seele ergriffen hat, wovon sie durchdrungen ist und welcher ihr Handeln bestimmt.

rjupa hat geschrieben:Was in der Seele lässt einen den einen oder den anderen Geist ergreifen?

Das Mögen dieses Geistes - das, was die Seele für sich anziehend findet, was ihrer seelischen Substanz entspricht.

rjupa hat geschrieben:Wie sieht es bei Besessenheit aus? Wie unterscheidet man da sauber zwischen Seele und geistigem Umfeld?

Das weiss ich nicht. Ich vermute aber, dass eine seelische Neigung besteht, sich von finsteren Geistwesen (fremd)bestimmen zu lassen - von ihnen besessen zu sein, da die vorwiegend "Fleischliches mögende" Seele aufgrund mangelnder Lebendigkeit aus lichtem Geist geschwächt und ihre Willenskraft erlahmt ist.
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