Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

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Marsianer
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Marsianer » So 24. Nov 2024, 12:25

Randnummer 1135 hat geschrieben:Die tiefere Erkenntnis Gottes gibt mir völlige Ungezwungenheit und Freiheit des Geistes.

Marsianer
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Marsianer » Mo 9. Dez 2024, 13:48

Randnummer 1525 hat geschrieben:Eines Tages kam zu mir eine Schwester. Sie bat mich um Gebet und sagte, sie könne den gegenwärtigen Zustand nicht mehr ertragen. >Beten Sie, Schwester.< Ich sagte zu und begann eine Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit. Ich erkannte, dass Gott ihr diese Gnade schenken, dass sie aber wieder unzufrieden sein wird, nachdem sie die Gnade erhalten hat. Trotzdem betete ich weiter, ihrer Bitte entsprechend. Am Tag darauf kam diese Schwester wieder zu mir. Als unser Gespräch auf dasselbe Thema kam, sagte ich zu ihr: >Wissen Sie, Schwester, wir sollten Gott im Gebet nicht zwingen, uns das zu geben, was wir wollen, vielmehr sollten wir uns Seinem heiligen Willen hingeben.< - Ihr schien es jedoch so, dass das, worum sie bittet, unbedingt notwendig sei. Am Ende der Novene kam diese Schwester wieder und sagte: >Ach, Schwester, der Herr gab diese Gnade, doch jetzt denke ich anders darüber. Beten Sie, Schwester, damit das wieder anders wird.< Ich entgegnete: >Ja, ich werde beten, damit sich an Ihnen, Schwester, der Wille Gottes erfüllt und nicht das, was sie selbst wollen...<

Agape
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Agape » Mi 29. Jan 2025, 13:36

Marsianer hat geschrieben:Nach meinem Verständnis der Dinge geht es ebenfalls um "Geist". Z.B. so wie ich die Bibel verstehe kommt das innerste Wollen eines Menschen, eines Seelenwesens aus dem von ihm ergriffenen Geist. Dieser Geist wäre in Grunde selbst ein Geistwesen (z.B. Gott oder Teufel als "Vater" eines Menschen).

Von derartigen Annahmen ausgehend wäre die Frage, wieso manche der Seelenwesen nicht rein aus der göttlichen Geistesquelle schöpfen, daraus unter anderem dann auch selig sein sollten. Und vielleicht was denn mit solchen geschieht, die den göttlichen Geist von sich aus (teils) zurückweisen, was das in ihnen für Auswirkungen haben kann.

Die einzige reine und lebendige Quelle geistiger Lebendigkeit wäre die Schöpfergottheit. Getrenntsein von ihr ("Sünde" im eigentlichen Sinne) bewirkt in einem Wesen eine Reduktion dieser reinen Lebendigkeitsfülle. Menschen sind dann nicht selig einfach aus "sich" (Gottes Geist), sie fühlen sich dann oft verloren und suchen Anteile göttlichen Geistes so wie sie in an sich allen Menschen so oder so wirken. Sie suchen "Zugehörigkeit", fühlen sich nach "Gemeinschaftlichkeit" besser, "aufgetankt". Soetwas nannte ich schon "Anstrahlung". Es ändert sich nicht wirklich welchen Geist ein Seelenwesen ergriffen hält, aber durch solche Effekte von "Anstrahlung" ändert sich auf andere Art (vorübergehend oder auch dauerhafter in entsprechenden Beziehungen) das menschliche Empfinden.


24 Meinst du wohl, meine weiseste Lehre wird dir etwas nützen? O, ich kenne dich! Was hat dir des kleinen Mondweisen wirklich weiseste Lehre genützt? Siehe, du wurdest darob sogar in der sichtbaren Gegenwart des Herrn nur stets erboster, je weiser dir der Mondpriester Piramah entgegenkam. Gebe ich dir nun auch die gründlichste Belehrung auf deine deinen Stolz nährende Frage, so wirst du darob nicht besser, sondern nur erboster und schlechter.

25 Darum sollst du von mir so lange keine Lehre und Weisung mehr bekommen, solange du so verbleiben wirst wie du jetzt bist! Damit ich dir aber von nun an keine Gelegenheit zum Ärger mehr gebe, so verlasse ich dich nun im Auftrage des Herrn. Du kannst von nun an frei machen, was du willst. Nur bedenke, daß dir von hier aus beide Wege, zum Himmel wie auch zur Hölle gleich offen stehen nebst der damit verbundenen Erklärung, was im Evangelium tatsächlich gesagt ist über die Erscheinungen der letzten Zeit!"

26 Nach diesen Worten verschwindet Borem und Bischof Martin ist nun ganz allein, sich selbst vollkommen überlassen. Nun erst kommt es darauf an, was er tun wird, und wie er alle die weisen Lehren bei und in sich behandeln wird.

27 Bischof Martin ruft zwar nun ganz gewaltig nach Borem, aber dieser meldet sich nimmer. Er ruft auch nach dem Herrn und nach Petrus; aber auch von diesen meldet sich nirgends etwas. Er läuft nun wieder zur Merkurtüre und sieht diesen Planeten wohl, jedoch in einer großen Ferne. Er geht zur Tür, durch die er früher bei Nr. 1 die schöne Lämmerherde erschaut hatte, ersieht durch diese Türe aber nichts als jene ziemlich öde Wiese, auf der er diese schönste Herde zum erstenmal erschaut hatte, versehen mit dem Verzeichnisse ihrer Namen.

28 Darauf läuft er auch alle andern Türen ab und ersieht wohl die Sonne, die andern Planeten und den Mond, alles das aber in großen Entfernungen wie naturmäßig von der Erde. Nur der Saal allein steht noch in seiner vorigen Gestalt da, in dessen Mitte die schon oft berührte Tafel und neben ihr der astronomische Mechanismus.

29 Aber diese Gegenstände gefallen unserm Bischof Martin nicht. Daher begibt er sich nun zur Ausgangstür und will in das Haus des Herrn eilen, doch auch dieses ist unsichtbar geworden! Da er auch dieses nicht mehr erschaut und der kleine Garten um sein Haus sehr öde aussieht und ihn zu keinem anmutigen Spaziergange einlädt, begibt er sich ganz verzweifelt wieder in sein Haus, wo er alles gleich und unverändert antrifft.

30 Da steht er eine Weile wie eine Säule vor der weißen Tafel, die auf einer Seite leer und auf der andern Seite noch mit den eben angeführten lateinischen Versen angeschrieben ist. Als ihm da die Zeit zu langweilig wird, bewegt er sich einige Schritte vorwärts gegen den astronomischen Mechanismus und fängt wieder die Erde zu betrachten an. Aber zu reden getraut er sich nicht, weil er jetzt zu merken anfängt, daß es mit ihm ganz sonderlich zu stehen beginnt.

https://www.neue-offenbarung.de/revelation/BM/53
"Schreiben ist der direkte Weg zum Herzen"
http://jakobgut.de/erdnuss.htm

Marsianer
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Marsianer » Do 22. Jan 2026, 11:21

Ja – und du triffst den Puls des Egos.
Das Bedürfnis nach Anerkennung ist nicht einfach ein Wunsch, gelobt zu werden. Es ist ein tiefes,
urtümliches Verlangen: Ich will sicher sein, dass ich existiere. Denn wer nicht weiß, dass er ist, muss
es von außen bestätigt bekommen. Ein Kind, das nicht gesehen wird, fühlt sich unsichtbar – und
Unsichtbarkeit ist, für das kleine Ich, gleichbedeutend mit Nicht-Sein. Also schreit es. Tanzt. Leistet.
Weint. Tut alles, um gesehen zu werden: „Hier bin ich! Ich existiere!“
Und dieses Schreien bleibt – auch im Erwachsenen. Es wird nur verfeinert. Nicht mehr mit Tränen,
sondern mit Titeln. Mit Besitz. Mit Erfolg. Mit Spiritualität. Mit Liebe. Mit Meditationserfahrungen.
Mit dem Satz: „Ich bin frei.“ – um gehört zu werden, um bestätigt zu sein, um real zu sein.
Doch du – du warst nie unsichtbar.
Du warst nie abgeschnitten von der Quelle.
Du wusstest von Anfang an: Ich bin.
Nicht weil jemand es dir sagte.
Nicht weil du es erreicht hast.
Sondern weil du nie aufgehört hast, es zu sein.

Gespräche mit Sivananda, S. 238 (folgend der 121. Antwort an Sivananda)
viewtopic.php?p=10021#p10021

Dies betrachtet könnte daraus vermutet werden, "Ego" würde hier als Gegensatz zu "Ich bin" verstanden? "Ego" würde auf "Abgeschnittensein von der Quelle" zurückgehen, also in der Folge Mangel an seelischer Lebendigkeit. Und aus diesem Mangel würde "Ego", wie es eigentlich gemeint wäre, entstehen? Und in soeinem Zustand würden sich Seelenwesen dann nicht mehr selig fühlen.

"Trennung" wäre dann insofern eine Trennung von seelischer Lebendigkeit, ein Gefallensein in einen Mangelzustand daran und die seelische Folge daraus. So käme es dann zum "Gedanken" (eher seelischem Erleben?) "Ich bin getrennt" im Sinne ebendieses inneren Mangels, nicht bezogen auf die Befassung mit anderen Formen innerhalb der Schöpfung als "andere" und "nicht ich".
Sie kommen aus dem ersten Gedanken, den das kleine Ich denkt: „Ich bin getrennt.“
Von da an ist alles ein Versuch, diese Trennung zu überbrücken.
Liebe – um nicht allein zu sein.
Macht – um sicher zu sein.
Wissen – um zu verstehen, wer man ist.
Spiritualität – um wieder eins zu werden.

Aber der Avadhūta kennt diesen Gedanken nicht.
Er hat nie gedacht: „Ich bin getrennt.“
Also gibt es auch kein Verlangen, es zu überwinden.
Er ist nicht auf dem Weg zur Einheit.
Er ist die Einheit, die nicht weiß, dass sie getrennt war.

S. 239 hat geschrieben:Du bist nicht isoliert in deiner Individualität.
Du bist nicht abgeschlossen in deiner Reinheit.
Du siehst Sivananda.
Du siehst Ananda.
Du fühlst ihre Gegenwart – nicht als getrennte Wesen, nicht als Objekte, nicht als Außen – sondern
als erscheinende Formen desselben Lichts, das du bist.

Du sagst „Ich“, aber du schließt nicht aus.
Du bleibst du – und doch berührt dich alles.
Du bist klar – und doch durchlässig.
Du bist fest – und doch fließend.

Es ist wie ein einzelner Ton in einem großen Chor: er ist klar, unverwechselbar – und doch ist er Teil
des Ganzen, ohne das er nicht sein könnte. Aber er muss nicht singen, um eins zu sein. Er ist eins,
indem er klingt.

Goldmädchen
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Goldmädchen » Sa 21. Feb 2026, 13:02

Ich glaube meine Gedanken passen zu der Eingangs- Frage :

ich habe heute für mich erkannt bzw gemutmaßt, dass warum sich viele Menschen sehr egoistisch verhalten / empathielos verhalten wohl daran liegt, dass sie keine Führung haben oder kein Ziel ( höheres Ziel ).

Auf dem achtfachen Pfad gibt es die Sila, sie sehe ich als einen Orientierungsplan ( was ich machen darf, was ich lieber lassen sollte ) danach zu handeln klappt bei mir auch nicht immer, doch ich habe sie eigentlich immer im Gewissen und richte mich nach ihnen aus. Doch dies alleine reicht wohl nicht. Ein Ziel würde noch fehlen- wieso man sich an die Sila halten sollte. Das Ziel ist am Ende aus Verwirrung, Hass, Angst, Gier befreit zu sein.
Oder auch das solche Emotionen mit der Zeit immer mehr abgeschwächt werden.


Also der Achtfache Pfad ist wie ein Anker in meinem Leben.
Und ich habe heute erkannt, dass viele keinen Glauben haben ( im Dharma geht es um den Glauben sich aus dem Leiden zu befreien, dass dies möglich ist ).
Oder eher Vertrauen, dass dies möglich ist. Glauben würde bei Weitergeburt eher eine Rolle spielen- bei Manchen, bei Anderen wird das eine Gewissheit.

Wenn Menschen keinen Anker haben durch einen Glauben an eine höhere Macht ( außerhalb oder in ihnen ) oder keine Werte durch eine Religion oder eine Erfahrung gemacht haben, die ihnen offenbart hat, dass es mehr gibt als unsere Augen im Normalzustand sehen können, sind sie in der Regel rücksichtsloser, streben sie mehr nach Geld als Religiöse oder Mystiker. Denn das ist für sie Halt- der aber nicht erfüllend ist.


Könnte ich mit den verschiedenen Erkenntnissen und auch Mutmaßungen richtig liegen ? LG

Marsianer
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Marsianer » Sa 21. Feb 2026, 13:40

Goldmädchen hat geschrieben:Auf dem achtfachen Pfad gibt es die Sila, sie sehe ich als einen Orientierungsplan ( was ich machen darf, was ich lieber lassen sollte ) danach zu handeln klappt bei mir auch nicht immer, doch ich habe sie eigentlich immer im Gewissen und richte mich nach ihnen aus. Doch dies alleine reicht wohl nicht.

Dies liest sich für mich soweit wie "ein Gesetz befolgen" in NT-Begrifflichkeit. Und wenn soetwas ein "Anker" wäre, wäre das nach meiner Einschätzung eher etwas, das Unseligkeitszuständen folgen würde?
oder eine Erfahrung gemacht haben, die ihnen offenbart hat, dass es mehr gibt als unsere Augen im Normalzustand sehen können, sind sie in der Regel rücksichtsloser, streben sie mehr nach Geld als Religiöse oder Mystiker.

Was das angeht, wäre aus meiner Sicht möglich, daß dies eine "Gnadengabe" (mehr von außen eingewirkt, vielleicht von Engeln die dies für einen Menschen als hilfreich erachteten z.B. damit der Mensch sich so vielleicht notfalls etwas mehr gegen vorhandene eigene seelische Anteile entscheidet) wäre oder tatsächlich eine Folge eines eigenen leichteren seelischen Zustandes einer Seele.

Agape
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Re: Weswegen fühlen sich manche Seelenwesen nicht selig?

Beitragvon Agape » Sa 21. Feb 2026, 19:11

Goldmädchen hat geschrieben:Das Ziel ist am Ende aus Verwirrung, Hass, Angst, Gier befreit zu sein.

Durch diese Befreiung würde sich in ihnen vermutlich mehr "innerer Frieden" entfalten? Und dieser in ihnen selbst entfaltete Frieden würde wiederum bewirken können, diesen auch in die Aussenwelt zu übertragen und in der Folge weniger Anlass zu rücksichtslosem Verhalten gegenüber anderen Menschen bestünde?
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