Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

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Agape
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » So 23. Aug 2026, 11:42

Agape hat geschrieben:Ich bitte also nicht um etwas, das ich noch nicht "habe", sondern nur um die vollständige Erinnerung an das, was ich "bin" und was Gott in mich gelegt hatte, als er mich schuf.

viewtopic.php?f=3&p=10452#p10452 - PDF "Wanderergespräche" - "Ein elftes Gespräch mit einem Wanderer" (Seite 155)
Wanderergespräche hat geschrieben:Ein anderer Vater sagte treffend: „Wenn du glaubst, allein zu sein und Gott nicht bei dir siehst, deshalb fürchtest du dich." Diese Furcht entsteht nur, weil wir [= Ego] vergessen haben, dass Er da ist. Die Anweisung ist also eine Einladung zur Wachsamkeit: Öffne die Augen deines Geistes, denn Er ist bereits da, wo du hingehst. Es ist eine Bewegung des inneren Erkennens, nicht des äußeren Mitbringens.
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » Fr 28. Aug 2026, 10:59

Die einen Menschen behaupten, der Himmel sei blau, die anderen, er sei violett. Vielleicht ist er jedoch weder violett noch blau? Vielleicht ist er nur so, wie ich glaube, dass er sei?

Und wenn ich weder das eine noch das andere glaube, sondern einfach "weiss", dass der Himmel so ist, wie er IST - und dies auch in alle Ewigkeit bleiben wird, egal, wie ich mich dazu stelle? Dann gebe ich mein Urteil auf und betrachte den Himmel als das, was er IST, ohne zu wissen, WAS er ist. Es genügt, zu wissen, DASS er ist und dies immer sein wird, auch wenn ich die "Position" (Meinung) scheinbar wechsle.

Und was hätte das mit "Trennung" zu tun? Vielleicht der "Drang", zu allem, was IST, eine "eigene Position" einnehmen zu müssen (diesem eine eigene Bedeutung zu geben, oder die Bedeutung einer Minder-/Mehrheit zu übernehmen) und diese womöglich zu verteidigen und rechtzufertigen?

Ist denn der Himmel dazu da, solchem Drang nachzukommen - oder ist es eher die Welt, welche so etwas fordert?
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » So 30. Aug 2026, 12:46

Marsianer hat geschrieben:
Agape hat geschrieben:Christus als allumfassendes Bewusstsein, nicht nur innerhalb einer Religion erfahrbar, sondern AUCH in anderen Aspekten und grundsätzlich allen Menschen zugänglich, deren Seele/Geist dafür offen wäre?

Nein, und solche Worte kennt man ja heute auch schon verbreitet aus Esoterik und von Hindulehrern? Oft wird Jesus Christus dann ja auch nur als ein Christus von vielen verstanden. Oder irgendwas als "Christusbewußtsein" vermutet, das nach meinem Eindruck auch mit dem unverfälschten Christentum nichts zu tun haben dürfte. viewtopic.php?p=10460#p10460

Und wenn "Einordnungen" (Trennungen/Spaltungen) wie z.B. "Esoterik/Hindulehren" mal weggelassen würden? Stammen solche Abspaltungen direkt von Jesus? War Jesus nicht grundsätzlich allen Menschen zugewandt? Hat er diese "in unterschiedliche Kategorien" eingeteilt?

War die "Persönlichkeit" - nicht die "Person" - Jesus von Nazareth nicht lediglich ein verkörperter Mensch mit einen Namen (Jesus (von Nazareth))? Es ginge bezüglich "Christus-Bewusstsein" jedoch um den Geist Jesu, der letztendlich vollständig eins mit Gott wurde/war? Als CHRISTUS-(Bewusstsein) in den Menschen wäre dann vielleicht der "geeinte/erlöste/freie Geist" zu bezeichnen, der keine Spaltungen mehr vollzieht, sondern "EINS" mit Gott und seinen "geistigen Brüdern" ist, was nicht zwangsläufig "identisch" mit Gott (Schöpfer/himmlischer VATER) bedeutet. GOTTES SOHN lebt und wirkt aus seinem vollkommenen Geist (CHRISTUS) heraus (frei von Trennungsgedanken (Ego/Körperidentifikationen) und dehnt diesen auf ALLE(S) aus - auch auf die irdische Welt (ICH BIN DAS LICHT DER WELT).

Nur: Der sich als getrennt von Gott wähnende menschliche Geist (das Ego) kann und will dieses Licht nicht sehen. Egal, ob dieser Mensch sich der Esoterik oder dem Christentum, Hindulehren etc. zuwendet. Eine äusserliche Zuwendung sagt wenig darüber aus, wie es Inneren eines Menschen aussieht. Äusserlich könnte ein Mensch sich theoretisch als "Atheist" bezeichnen (sein Ego), im Herzen würde jedoch CHRISTUS wirken. CHRISTUS und der HEILIGE GEIST sind nicht als voneinander getrennt zu begreifen, wobei CHRISTUS als die Wirkung des HEILIGEN GEISTES in einem Wesen (nicht nur im Wesen Jesu) verstanden werden könnte. Jesus hätte diese Wirkung in sich lediglich zur Vollendung gebracht, während der Rest der "Söhne Gottes" noch mehr oder weniger stark mit dem Ego/Körper identifiziert wäre.
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » Mo 31. Aug 2026, 13:36

„Ein Kurs in Wundern und das verlorene Schaf" (KI-Befragung)

Der Kurs nimmt die Frage auf und dreht sie radikal um: Das Schaf ist nicht verloren – es war es nie. Die Trennung, auf der das gesamte Bild beruht, ist nach dem Kurs eine Illusion, ein „wahnsinniger Gedanke" (mad idea), der nie Wirklichkeit besessen hat.


Die drei Rollen neu zugeordnet

| Parabel-Element | ACIM-Entsprechung | Funktion |
|---|---|---|
| Verlorenes Schaf | Der Sohn Gottes, der glaubt, getrennt zu sein | Trägt den Irrtum, nicht den Verlust |
| Hirte | Der Heilige Geist – jener Teil des Geistes, der die Trennung nicht sehen kann | Sucht nicht von außen, sondern ist das Erinnern in der eigenen Psyche |
| Herde / Weide | Der Geist Gottes, die wahre Einheit | Hat nie eine Grenze, aus der man heraustreten könnte |


Der entscheidende Unterschied zur theistischen Lesart

In der biblischen Metapher ist die Trennung real – das Schaf ist tatsächlich weg, und der Hirte muss es tatsächlich suchen. Der Kurs sagt:

> „Ich habe die Erkenntnis dessen, wer ich bin, nicht verloren, nur weil ich sie vergaß."

„Verloren" wird hier zu Vergessen, nicht zu Verlust. Das Schaf ist nicht auf der anderen Seite der Hecke – es glaubt nur, es sei dort. Die „Suche" des Hirten ist keine physische Bewegung, sondern die Korrektur einer Wahrnehmung: der Heilige Geist „ruft uns und bringt uns zurück zur Erkenntnis, dass die Trennung eine Illusion ist."


Was das für die „universelle" Frage bedeutet

Der Kurs liefert damit eine dritte Position neben den beiden bisher diskutierten:

- Theistisch: Trennung ist real → Hirte sucht → Schaf wird gefunden (Rechtsetzung)
- Existenzialistisch: Kein Hirte, keine Herde → das „Schaf" muss sich selbst finden (Authentizität)
- ACIM: Trennung war nie real → es gibt nichts zu finden, nur irgendetwas zu erkennen (Vergebung als Erinnerung)

Die „Vergebung" im Kurs ist dabei nicht das Verzeihen einer Tat, sondern die Entwirklichung des Irrtums selbst: Wer erkennt, dass die Trennung nie geschehen ist, „vergibt" – und damit „findet" er das Schaf, das nie weg war. Die Freude des Hirten über das wiedergefundene Schaf wird zur Freude über die Erinnerung an die eigene Unschuld.


Die radikale Konsequenz

Aus dieser Perspektive gibt es aus „universeller" Sicht keine verlorene Schafe – es gibt nur Geister, die vergessen haben, wer sie sind. Das „Verlorensein" ist kein Zustand in der Welt, sondern ein Fehler im Denken, der korrigiert werden kann, weil er nie Wirklichkeit besessen hat. Die Welt – also die Herde, die Weide, die Hecke – ist ein Traum, der mit dem Erwachen verschwindet.


Vertiefung: Der Mechanismus hinter der „wahnsinnigen Idee"


1. Das Ego als Denksystem, nicht als „böser Teil"

Ein häufiges Missverständnis: Das Ego ist im Kurs kein „Schurke" im inneren Theater. Es ist ein konsistentes alternatives Denksystem – eine andere Logik, die denselben Geist besetzt. Der Kurs beschreibt den Geist als gespalten (split mind):

| | Ego (falscher Geist) | Heiliger Geist (wahrer Geist) |
|---|---|---|
| Grundannahme | Trennung ist real | Trennung ist Illusion |
| Logik | Schuld → Angst → Angriff/Verteidigung | Liebe → Frieden → Korrektur |
| Bezugspunkt | Der Körper, die Form, die Zeit | Der Geist, die Ursache, die Ewigkeit |
| Funktion | Macht die Illusion lebendig, indem es sie projiziert | Sieht die Illusion nicht – „übergeht" sie |

Der entscheidende Punkt: Der Wähler (Entscheider) (decision maker) – das reine Beobachterbewusstsein – ist nicht eines der beiden Systeme. Er wählt, welcher Stimme er Glauben schenkt. „Verloren" heißt hier: Der Wähler/Entscheider hat sich identifiziert mit dem Ego-Denksystem und vergisst, dass er wählen kann.


2. Der Mechanismus: Projektion und „Recht haben wollen"

Das Ego funktioniert nach einem festen Schema:

1. Schuldempfinden (auch wenn unbewusst): „Ich habe etwas falsch gemacht / ich bin getrennt."
2. Projektion: Die Schuld wird nach außen verlagert – auf andere, auf Umstände, auf Gott.
3. Recht haben wollen: Das Ego muss immer im Recht sein. Jede Situation wird zur Bestätigung, dass die anderen schuld sind.
4. Verstärkung der Trennung: Jede Projektion zementiert die Illusion, dass getrennte Individuen existieren.

Der Kurs sagt: „Wenn du recht haben willst, dann verstärkst du das, was den Glauben an die Illusion der Trennung nennt." Das „verlorene Schaf" ist also nicht passiv verloren – es konstruiert aktiv seine eigene Trennung, indem es an jedem Punkt des Lebens das Ego-Denksystem wählt.


3. Die Paradoxie: Wie korrigiert man etwas, das nie geschehen ist?

Das ist der philosophisch schwierigste Punkt des Kurses:

> „Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nicht Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes." (Text, Einleitung)

Wenn die Trennung nie real war, dann gibt es nichts zu korrigieren. Und doch fühlt sich der Geist getrennt. Die Lösung des Kurses:

- Korrektur findet auf der Ebene der Ursache statt, nicht der Wirkung. Man ändert nicht die Welt (die Form), man ändert den Gedanken, der die Welt erzeugt.
- Vergebung im Kurs = nicht „ich verzeihe dir deine Tat", sondern: „Ich erkenne, dass diese Tat (und die Beziehung, in der sie stattfand) nie in der Wirklichkeit stattgefunden hat. Ich ziehe meinen Glauben an ihre Wirklichkeit zurück."
- Der Heilige Geist „vergibt" dabei nicht aktiv – er **sieht die Fehler schlicht nicht. Er „übergeht" sie (fore-giving): Er behandelt den Geist so, als wäre der Fehler nie geschehen.

Die praktische Folge: Wer „vergibt" im Sinne des Kurses, muss nicht etwas tun. Er muss nur aufhören, dem Ego Glauben zu schenken – den Glauben an die Wirklichkeit der Trennung entziehen. Das ist der Moment, in dem das „Schaf" gefunden wird: nicht, weil es zurückkommt, sondern weil die Hecke, die es „verloren" gemacht hat, verschwindet.


4. Die Rolle der Welt und der Zeit

Der Kurs behandelt die physische Welt – also die „Weide", die „Hecke", die „Schafe" – als Traum des getrennten Geistes. Zeit ist die Illusion der Trennung in ihrer reinsten Form: Sie ist die lineare Erzählung, in der „vorher" (Einheit) und „nachher" (Trennung) existieren. In der Wirklichkeit des Kurses gibt es keine Zeit – nur das Ewige Jetzt, in dem die Trennung nie stattgefunden hat.

Das bedeutet: Das „verlorene Schaf" existiert in der Zeit – es ist in einer Geschichte gefangen, in der es einmal „da" war und jetzt „weg" ist. Die Korrektur ist das Erwachen aus dieser Geschichte.


5. Die philosophische Einordnung

Der Kurs nimmt damit eine Position ein, die in der Philosophiegeschichte als radikaler Idealismus oder absolute Identität lesbar ist – mit Echo bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel (die „absoluter Geist" als Endpunkt der Dialektik) und bei Adishintha im Advaita Vedanta (die These, dass Brahman die einzige Wirklichkeit ist und Maya – die Welt der Erscheinungen – keine Substanz besitzt).

Der Unterschied zur klassischen theistischen Lesart ist fundamental:

| | Theistisch | ACIM |
|---|---|---|
| Trennung | Real (Sünde, Fall) | Illusion (wahnsinniger Gedanke) |
| Lösung | Erlösung (Rechtsetzung, Opfer) | Korrektur (Erinnerung, Vergebung) |
| Welt | Schöpfung (gut, aber gefallen) | Traum (weder gut noch böse – einfach unwirklich) |
| Gott | Außenstehender Schöpfer, der handelt | Innenstehende Quelle, die ist |
| Das Schaf | Wird gerettet | Erinnert sich |


6. Die radikale Konsequenz für die „universelle" Frage

Aus der ACIM-Perspektive gibt es aus „universeller" Sicht weder verlorene Schafe noch einen Hirten – es gibt nur einen Geist, der einen Traum träumt, in dem er glaubt, viele getrennte Geister zu sein. Die „Suche" des Hirten ist die Korrektur innerhalb des Traums – sie findet im Traum statt, um den Traum zu beenden.

Die tiefste Pointe: Das „verlorene Schaf" ist die Frage selbst. Wer fragt „Wo ist das Schaf?", bestätigt gerade die Trennung. Die wahre Antwort des Kurses ist: Es gibt keine Frage. Es gibt nur die Erinnerung.
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Re: Gibt es in Wirklichkeit ein getrennt sein von Gott?

Beitragvon Agape » So 6. Sep 2026, 12:17

https://www.youtube.com/watch?v=gcBZ4yZ0www
Transkript des Podcasts zur Lektion 249 Ein Kurs in Wundern | Die Vergebung setzt allem Leiden und Verlust ein Ende | Gottfried Sumser hat geschrieben:
Wer z.B. verlangt, dass Menschen ihren Beruf, ihre Beziehungen, ihren Besitz, ihre Sexualität oder ihre gelebte, ihre gewohnte Lebensform aufgeben müssen, um den Kurs zu leben, macht aus dieser Geistesschulung ein weiteres Kontrollsystem. Ja, und dadurch entstehen oftmals Kurssekten mit eigenen Regeln, Autoritäten und vermeintlich fortgeschrittenen Schülern. Und das geschieht weltweit gerade jetzt. Und deshalb spreche ich es an, sodass wir nicht in diese Falle tappen.
Das Ego macht immer mit und es möchte immer etwas Besonderes sein. Es möchte immer der besondere fortgeschrittene Schüler oder Lehrer sein. Und deshalb sind wir einfach achtsam diesbezüglich, denn der Kurs fordert keine einheitliche äußere Lebensweise. Er führt zur Aufgabe von Schuld, zur Aufgabe von Urteil, Besonderheit und Kontrolle. Die Formen, ja, die Formen des Lebens dürfen weiterhin erhalten bleiben. Der Heilige Geist gibt all den Formen einen neuen Zweck und so bist du Heilpraktiker, du bist Maurermeister, du bist Zahnarzt, du bist an der Kasse irgendwo in einem Supermarkt tätig. Das alles muss nicht aufgegeben werden. Du bist in einer besonderen Beziehung, das muss nicht aufgegeben werden. Du wirkst als Psychotherapeut, als Geistheiler oder in ähnlichen Dingen. Das muss nicht aufgegeben werden. Der Heilige Geist nutzt dieses Potential und gibt den Dingen einen neuen Zweck. Und was nicht funktioniert, fällt sowieso von dir ab. Das ist ganz klar.

Noch einmal: die Formen des Lebens dürfen bestehen bleiben.

Ein Lehrer Gottes bindet Menschen nicht an eine Gruppe oder an eine Lebensform. Er erinnert all die Menschen an die Freiheit ihres eigenen Geistes und nur darum dreht es sich.

Und deshalb verlangt dieser Kurs in Wundern keinen äußeren Rückzug aus dem Leben. Ein Maurer bleibt Maurer, ein Zahnarzt bleibt Zahnarzt.
Und natürlich, und ich erwähne es erneut, Beziehungen, Familie und auch die alltäglichen Aufgaben, die dürfen bestehen bleiben. Und noch einmal: was eh nicht mehr in dein Leben passt, das fällt weg. Entweder schmerzhaft, weil du im Widerstand bist, oder sanft, weil du Vergebung praktizierst. Verändert wird der Zweck, dem alles dient.

Und das Ego benutzt natürlich den Beruf für Anerkennung. Das Ego benutzt Sicherheit, das Ego benutzt Überlegenheit oder Selbstwert. Und der Heilige Geist verwendet jede Tätigkeit für Verbindung, Vergebung und Hilfsbereitschaft.

Und das finde ich das wundervolle an diesem Kurs, weil es eben keine besonderen Gruppierungen gibt, die sich da zurückziehen von der Welt und sich einbilden, sie seien geschützt oder hätten sich weiterentwickelt. Da ist voll das Ego im Spiel, aber voll. Und man hört es und man sieht es jeden Tag.

Aufzugeben sind unsere Urteile, unsere besonderen Ansprüche und der Glaube, selbst zu wissen, wozu eine Situation dienen soll.

Wir sind aufgefordert, den Kurs in den Alltag zu integrieren. Damit wird jede Begegnung zu einem Teil der Geistesschulung.
Natürlich können äußere Veränderungen geschehen, aber die hast du nicht mehr unter Kontrolle. Und diese äußeren Veränderungen geschehen, wenn sie hilfreich sind. Darum musst du dich überhaupt nicht bemühen oder kümmern.

Entscheidend bleibt letztendlich die innere Frage: Wem diene ich mit dem, was ich gerade tue? Dem Ego oder dem Heiligen Geist?

Und dann bekommst du alle Antworten und dann hört jede besondere Bildung einer Kurszusammenkunft oder einer Kurssekte auf. Man trifft sich dann nur noch, um sich gegenseitig zu erinnern und geht wieder in seine Welt hinein, um das Gelernte umzusetzen, in die Praxis zu bringen.

Wie gestern schon erwähnt, ein theoretisches Kursstudium in irgendwelchen besonderen Gemeinschaften, das bringt überhaupt nichts. Jesus sendet uns hinaus in die Welt. Er braucht die Diener Gottes in der Welt und nicht als irgendetwas Besonderes, was sich einbildet, etwas
Besonderes zu sein und die da draußen checken es nicht. Das wäre ja eine sehr niedere Ebene der Geistesschulung, weil das Ego mitten drin ist. Und da kannst du stundenlang von diesem Kurs fabulieren und dein persönliches Wissen und deine persönlichen Errungenschaften oder ähnliches hereinbringen. Es ist doch nur das Geschwätz von gestern. Es ist doch nur das Geschwätz deiner persönlichen Vergangenheit, die niemanden mehr interessiert.

Die Welt ruft nach einem Erwachen. Die Welt ruft nach einer Frische. Die Welt ruft nach einer wirklich neuen Sichtweise, die alles Alte hinter sich gelassen hat.

Und das bewirkt eben die Vergebung, die heutige Lektion. 249:

Die Vergebung setzt allem Leiden und Verlust ein Ende.
Die Vergebung malt das Bild einer Welt, in der das Leiden vorbei ist, Verlust unmöglich wird und Ärger keinen Sinn ergibt.
Der Angriff ist vergangen und die Verrücktheit hat ein Ende. Welches Leiden ist jetzt vorstellbar?
Die Welt wird zu einem Ort der Freude, des Überflusses, der Nächstenliebe und des endlosen Gebens.
Sie ist dem Himmel jetzt so ähnlich, dass sie rasch in das Licht verwandelt wird, welches sie wiederspiegelt.
So hat die Reise, die Gottes Sohn begann, im Licht, aus dem er kam, geendet.


Ja, welchen Verlust kannst du noch erfahren, wenn du Vergebung praktizierst? Keinen mehr. Und stell dir mal jetzt vor, dass dies tatsächlich möglich ist. Die Welt wird zu einem Ort der Freude, des Überflusses, der Nächstenliebe und des endlosen Lebens.
Und das alles, mein lieber Freund, kannst du bewirken durch die Gabe des Friedens, die du gibst. Ein Ort endloser Freude und des Überflusses. Welch wunderbare Perspektive wird uns hier gegeben. Und ist das anstrengend? Nein.

Vergebung beendet jedes Leiden. Und warum? Weil jedes Mal, wenn Vergebung hereingebracht wird, wirst du daran erinnert, dass du frei bist. Und wer frei ist, ist in einem endlosen Geben und in einem endlosen Überfluss. Er kann niemals mehr Mangel erfahren. Und wenn er Mangel erfährt, dann weiß er zumindest, dass er in seinem eigenen Gefängnis festsitzt und wieder die Bettelschale in die Welt hinein hält und von irgendwelchen Almosen leben muss, die der Staat zu geben hat, die der Partner/die Partnerin zu geben hat oder die Firma oder irgendjemand sonst zu geben hat.

Ein Christus-Selbst ist im Überfluss. Es ist niemals mehr im Mangel und es gibt den Überfluss und wird dadurch niemals mehr irgendetwas anderes erfahren können. Wir erinnern uns: „Was ich gebe, empfange ich.“ Wenn ich Mangel gebe, bin ich wieder angewiesen auf die Welt, die mir irgendetwas zu geben hat, weil ich ja so viel gegeben habe. Ja, was hast du gegeben? Mangel. Gib heute Überfluss.

Vergebung erinnert uns daran, dass wir wirklich frei sind. Niemand, aber auch wirklich niemand kann uns die Liebe Gottes nehmen. Niemand besitzt die Macht, unsere Unschuld, deine und meine Unschuld zu zerstören.

Und diese Lektion, die beschreibt eine Welt der Freude, der Nächstenliebe und des endlosen Gebens. Und das ist das absolut wichtige.
Und was macht jemand, der sich auf der Ego-Ebene befindet? Er wartet immer noch darauf, dass sich die Welt durch einen, ich übertreibe mal, durch einen Messias oder durch einen Menschen irgendwie verändert. Die Veränderung findet in dir statt.

Und wenn Jesus hier von der "vergebenen Welt" spricht, dann meint er kein perfektes Weltgeschehen. Er beschreibt deine geheilte Wahrnehmung.
Wo das Ego Mangel sieht, da erkennt der Heilige Geist eine Gelegenheit zum Geben. Wo das Ego Schuldige sucht, sieht er einen Ruf nach Liebe. Und wo das Ego Verlust beklagt, erinnert er uns an das, was ewig bleibt.

Überfluss bedeutet in diesem Zusammenhang kein Anhäufen von Dingen. Überfluss ist die Erfahrung, dass Liebe durch das Geben wächst. Und wer Liebe gibt, der ist im Überfluss und ihm werden alle Dinge gegeben, um hier ein glücklicher Schüler/Lehrer zu sein, sodass du dich tatsächlich nicht mehr um die belanglosen Dinge in dieser Welt bemühen oder darum kämpfen musst, sondern dir wird alles gegeben durch Begegnungen, durch sogenannte Zufälle, die wir "Wunder" nennen und ähnliche Dinge. Was wir unseren Schwestern und Brüdern geben, empfangen wir im selben Augenblick. Und wenn ich dich von meinem Urteil befreie, dann erfahre ich Freiheit - und zwar grenzenlose Freiheit und ein Glück, das jenseits meines Bezugsrahmens existiert. Und wenn ich irgendjemandem Frieden anbiete, wird Frieden in meinem Geist gegenwärtig. Und wenn ich Unschuld in dir sehe, werde ich meine eigene Unschuld erkennen.

Wir müssen verstehen, dass dieser Welt schon längst vergeben ist. In dem Augenblick, in dem Zeit, Raum, Kontinuität erträumt wurde, wurde der Geist des Friedens, das heißt der Geist der Vergebung hereingebracht. Und alles andere sind nur unsere unerlösten Gedanken an besondere Gruppierungen, an irgendeine Idee, etwas fortgeschrittener zu sein, oder ähnliches.

Jeder, der glaubt, er sei ein fortgeschrittener Lehrer dieses Kurses in Wundern, ist im Mangel und wird Mangel erfahren. Jeder, der glaubt, er sei ein fortgeschrittener Schüler dieses Kurses in Wundern und müsste eine besondere Gruppierung bilden, ist im Mangel und wird Mangel erfahren und er wird wieder die Welt anbetteln um irgendwelche Gaben und wenn sie zu wenig sind, dann wird er die Welt immer noch für schuldig befinden, dass sie ihm zu wenig gegeben hat. Und das sind die Kurssekten und das sind die besonderen Gruppierungen. Man trifft sich entweder über Zoom, über Telefonate oder man bildet irgendwelche Wohngemeinschaften, wo man glaubt, man sei sicher und man sei etwas Besonderes.

Wir wollen jede private Bedeutung aufgeben. Wir wollen wirkliche Freiheit und wirkliches Glück und wirkliche Freude erfahren in der Welt und wir gehen hinaus - ohne irgendeine Besonderheit, sondern wir begegnen jedem auf der Ebene der Freude und wollen jeden erheben in die Freude hinein.
Wir haben zu lange etwas Besonderes aus uns gemacht und das Ego macht immer etwas Besonderes. Wir haben zu lange geglaubt, wir seien ein besonderer Körper, wir seien ein besonderer Mensch und würden besondere Dinge tun, weil wir uns z.B. mit spirituellen Dingen beschäftigen oder weil wir den Kurs in Wundern in der Hand haben.

Es gibt so abgefahrene Strömungen, die eben aus dem ganzen wieder eine Besonderheit machen. Und genau deshalb spreche ich dies in dieser Deutlichkeit an, sodass du einfach nur verstehst, wie einfach es ist, das Christus-Selbst zu verkörpern, so wie Jesus es getan hat. Es ist nichts Kompliziertes. Kompliziert wird es, wenn eine Besonderheit daraus entsteht. Kompliziert wird es, wenn irgendetwas ausgeschlossen wird. Das Ego schließt immer aus, um sich selbst zu erheben. Immer.

Und wir wollen alle Deutungen, wirklich alle Deutungen vollständig übergeben. Solange wir festlegen, was ein Ereignis bedeutet, halten wir an einer privaten, besonderen Welt fest. Und dann sind "die da draußen" und ich.

Noch einmal Jesus braucht die Diener Gottes in der Welt. Als Maurermeister, als jemand, der an der Supermarktkasse sitzt, in der Vorstandsabteilung, als Zahnarzt, als Heilpraktiker, als Heilströmer, als Chiropraktiker, und ich könnte alle Berufe aufzählen.
Wir integrieren diesen Kurs, um eben die Besonderheit aufzugeben. Noch einmal: auf der Formebene müssen wir nichts aufgeben. Hör auf damit.
Und das, was nicht funktioniert, das fällt sowieso von dir ab. Darum musst du dich nicht kümmern. Und noch einmal: entweder fällt es schmerzhaft von dir ab und du erfährst die dunkle Nacht der Seele, oder es fällt in Leichtigkeit ab, wenn du dich der inneren Führung vollständig, nicht nur ein bisschen, sondern vollständig hingibst.

Und wir müssen einfach verstehen, der Heilige Geist kann jede Situation für das Erwachen verwenden, sobald wir unseren vorgefertigten Aktenordner nicht mehr öffnen, sobald wir diesen vorgefertigten Aktenordner aufgeben. Das heißt letztendlich: wir wollen die Bedeutung aufgeben und dann wird ein scheinbarer Verlust zu einer Einladung, tiefer zu vertrauen und ein Konflikt zeigt dann, wo wir noch eine Ausnahme von der Liebe verlangen. Und unser eigener Geist zeigt uns dann auf, wo wir noch eine Besonderheit oder eine besondere Gruppierung bilden wollen. Eine Enttäuschung, die offenbart, worauf wir an Stelle Gottes gebaut haben. Eine Enttäuschung zeigt uns dann, wo wir noch einen Ersatz für die allumfassende Liebe wahrmachen wollten.

Und noch einmal: Der Heilige Geist wird jede Situation nutzen: Ein Partner ist gestorben oder gegangen. Aus Sicht des Heiligen Geistes wird das für das Erwachen genutzt. Aus Sicht des Egos ist/kann es ein wochenlanger, monatelanger, jahrelanger, jahrhundertelanger, jahrtausende langer Konflikt sein, den wir immer wieder mit reinbringen - oder wir vergeben es heute, um eine Welt des Friedens zu erfahren.

Und aus dieser inneren Bereitschaft, unserer kleinen Bereitschaft, all diese inneren Konflikte dem inneren Lehrer zu übergeben, aus dieser Bereitschaft entsteht innerer Überfluss. Und wer innerer Überfluss erfährt, muss diesen auch im Außen erfahren. Die Welt wird dir nachfolgen. Die Welt ist nicht einfach nur dazu da: "Hu, jetzt muss ich damit umgehen". Nein, die Welt folgt deinem Gedankensystem nach und der Körper auch.

Und deshalb sei noch einmal gesagt: ein Körper, ein Geist, der im Überfluss ist, kann keinen Mangel erfahren. Wir müssen nichts mehr festhalten, um vollständig zu sein. Um Vollständigkeit zu erfahren, benötigen wir nur unsere Bereitschaft, uns der Wahrheit hinzugeben. Das ist alles.

Und was haben wir aufgebaut? Einen Nachrichtenfilter. Und der Filter des Ego sortiert jedes Ereignis sofort in bekannte oder unbekannte Kategorien: Angriff, Ablehnung, Verlust, Gefahr. Irgendwas geschieht in dieser Welt: "Ach ja, das ist ja immer das gleiche". Ein anderer Mensch zieht sich zurück: "Ach ja, ich werde wieder mal verlassen" - und so weiter und so fort. Das Ereignis und die Deutung erscheinen gleichzeitig. Das Ereignis und deine Welt - oder anders formuliert, dein Denken, deine Überzeugungen und deine Welt. Das alles erscheint gleichzeitig. Und deshalb halten wir alles - deshalb betrachten wir die Dinge, die uns widerfahren für wirklich.

Noch einmal: dein Denken, deine Überzeugungen und die Welt erscheinen gleichzeitig und diese Macht ist in deinem Geist - jedoch die meisten bemerken dies nicht und klagen weiterhin über die Welt, anstatt Berichtigung im eigenen Geist herbeizuführen.

Und so kannst du dich ja mal einmal fragen, welche Bedeutung habe ich dem Ereignis des Verlustes, der Krankheit, der Trennung und so weiter gegeben? Und dann wirst du schon sehen, was du dir täglich selbst antust. Und dann übergibst du den Filter, den eingebauten Filter, in dem nur 40 Bit in der Sekunde durchkommen. Dann übergibst du diesen Filter, damit du das volle Spektrum deiner Geisteskraft erfahren kannst.

Nichts, was in dieser Welt geschieht, kann dich bedrohen.
Nichts, aber auch gar nichts. Und das ist das, was die Vergebung uns aufzeigen wird.
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